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Geographie Kärntens

Die Geographie Kärntens, des südlichsten österreichischen Bundeslandes, ist von seiner Lage in den Ostalpen und vom Klagenfurter Becken, …

Inhalt5 Abschnitte
  1. 1. Lage und räumliche Gliederung
  2. 2. Gebirge nördlich der Drau
  3. 3. Gebirge südlich der Drau
  4. 4. Klagenfurter Becken, Flüsse und Täler
  5. 5. Seen

Lage und räumliche Gliederung

Kärnten ist das südlichste Bundesland Österreichs. Seine Landschaft wird vor allem durch die Lage in den Ostalpen und durch das Klagenfurter Becken geprägt, die größte inneralpine Beckenlandschaft. Dort befinden sich die meisten Städte sowie viele Seen, die für den Sommertourismus wichtig sind.

Das Land umfasst 9.536 km² und ist damit das fünftgrößte der neun österreichischen Bundesländer. Es erstreckt sich in Nord-Süd-Richtung über rund 70 km, von 46°23' bis 47°08' nördlicher Breite, und in West-Ost-Richtung über rund 180 km, von 12°40' bis 15°03' östlicher Länge. Kärnten grenzt an Osttirol, Salzburg, die Steiermark, Slowenien sowie die italienischen Regionen Friaul-Julisch Venetien und Venetien. Fast überall bilden Gebirgskämme die Landesgrenze: Hohe Tauern und Gurktaler Alpen im Norden, Koralpe im Osten, Karnische Alpen und Karawanken im Süden sowie Lienzer Dolomiten und Schobergruppe im Westen.

Eine Verengung des Landes auf nur 44 km teilt Kärnten ungefähr in zwei Großräume. Oberkärnten ist überwiegend vom Hochgebirge geprägt, Unterkärnten vom Klagenfurter Becken und ausgedehnten Flusstälern. Die ungefähre Grenze verläuft vom Königstuhl in den Gurktaler Alpen zum Mittagskogel in den Karawanken; Villach liegt auf dieser Linie. Der weniger eindeutig bestimmte Begriff Mittelkärnten bezeichnet meist das Gebiet zwischen Nockbergen und Saualpe.

Als geographische Raumeinheiten lassen sich zahlreiche Gebirge, Täler und Teilräume des Klagenfurter Beckens unterscheiden. Zu den großen Talräumen gehören unter anderem Drautal, Mölltal, Liesertal, Maltatal, Gailtal, die Täler der Gurktaler Alpen und das Lavanttal.

Gebirge nördlich der Drau

Die Drau bildet eine wichtige geologische Trennlinie: Nördlich von ihr liegt überwiegend die Urgesteinsregion der Zentralalpen, südlich befinden sich vor allem die Kalkalpen. Das Goldeck ist als Urgesteinsstock südlich der Drau eine Ausnahme. Oberkärnten besitzt besonders hohe und teilweise vergletscherte Gebirge; in Unterkärnten dominieren die niedrigeren Lavanttaler Alpen.

Die Hohen Tauern umfassen mehrere Gruppen. In der Glocknergruppe liegt der Großglockner, mit 3798 m der höchste Berg Kärntens und ganz Österreichs. Die Gruppe ist stark vergletschert; ihr größter Gletscher ist die Pasterze. Östlich davon verläuft die Großglockner-Hochalpenstraße. Höchste Gipfel weiterer Gruppen sind das Petzeck in der Schobergruppe (3283 m), der Hocharn in der Sonnblick- oder Goldberggruppe (3254 m), der Polinik in der Kreuzeckgruppe (2784 m), die Hochalmspitze in der Ankogelgruppe (3360 m) und das Reißeck in der Reißeckgruppe (2955 m). Auch die Ankogelgruppe ist vergletschert.

Die Gurktaler Alpen reichen vom Liesertal bis zum Neumarkter Sattel und vom Murtal bis zum Unteren Drautal und zum Klagenfurter Becken. Ihr höchster Berg ist der Eisenhut (2441 m). Zu ihren Teilräumen gehören die Nockberge mit dem Rosennock (2440 m), die Metnitzer Berge mit der Pranker Höhe (2166 m), der Mödringbergzug und die Wimitzer Berge mit dem Schneebauer Berg (1338 m).

Zwischen Görtschitztal und Lavanttal liegen die Saualpe und nördlich davon der Kärntner Anteil der Seetaler Alpen. Höchster Gipfel der Saualpe ist die Ladinger Spitz (2079 m). Östlich des Lavanttals liegt der Kärntner Anteil des Steirischen Randgebirges: Die Stub- und Packalpe erreicht im Ameringkogel 2187 m, die Koralpe im Großen Speikkogel 2140 m.

Gebirge südlich der Drau

Die Gebirge südlich der Drau gehören mit Ausnahme der überwiegend kristallinen Goldeck-Latschurgruppe zu den Südlichen Kalkalpen.

Die Gailtaler Alpen liegen zwischen Drau und Gail. Zu ihnen zählen von Westen nach Osten die Lienzer Dolomiten, die Reißkofelgruppe, die Goldeck-Latschurgruppe, die Spitzegelgruppe und der Dobratsch. Der höchste Gipfel des gesamten Gebirges liegt in Osttirol: die Große Sandspitze (2772 m). Weitere wichtige Gipfel sind Spitzkofel (2717 m), Reißkofel (2371 m), Latschur (2236 m), Goldeck (2142 m), Spitzegel (2119 m) und Dobratsch (2166 m).

Die Karnischen Alpen liegen südlich des Gailtales, reichen im Osten bis zur Gailitz und bilden die natürliche Grenze Kärntens zu Italien. Zu ihren höchsten Gipfeln gehören Hohe Warte (2780 m), Pfannspitze (2678 m), Zwölferspitze (2593 m), Trogkofel (2279 m) und Gartnerkofel (2195 m).

Östlich schließen die Karawanken an. Sie bilden Kärntens südliche Grenze zu Slowenien. Ihr höchster Berg ist der Hochstuhl (2237 m); weitere markante Berge sind der Mittagskogel (2143 m) und das Petzenmassiv (2113 m). Kärnten besitzt außerdem einen kleinen Anteil an den Steiner Alpen, die größtenteils südlich der Karawanken in Slowenien liegen.

Klagenfurter Becken, Flüsse und Täler

Das Klagenfurter Becken erstreckt sich von Villach bis Lavamünd sowie vom Rosental im Süden bis Feldkirchen und Althofen im Norden. Es ist das wichtigste Siedlungsgebiet Kärntens und umfasst unter anderem Klagenfurt, Villach, St. Veit an der Glan, Völkermarkt und Feldkirchen. Täler und Becken werden durch Hügel und niedrige Bergzüge voneinander getrennt. Zu den Niederungen gehören Villacher Feld, Rosental, Klagenfurter Feld, Zollfeld, Krappfeld und Jauntal. Prägende Höhenzüge sind Sattnitz, Magdalensberg und Glantaler Bergland; häufig werden auch die Ossiacher Tauern zum Becken gerechnet.

Der größte Fluss Kärntens ist die Drau. Sie tritt bei Oberdrauburg in das Land ein und durchfließt zunächst das Obere Drautal, das Lurnfeld und das Untere Drautal. Danach verläuft sie durch Teilräume des Klagenfurter Beckens, darunter Villacher Feld, Rosental, Jauntal und Lavamünder Drautal. Rund 4 km südöstlich von Lavamünd verlässt sie Kärnten.

Wichtige Nebenflüsse prägen eigene Talräume. Die 80 km lange Möll entspringt am Fuß des Großglockners, fließt durch das Mölltal und mündet bei Möllbrücke in die Drau. Die Lieser trennt Hohe Tauern und Gurktaler Alpen und erreicht bei Spittal die Drau. Ihr Nebenfluss Malta entspringt unterhalb des Ankogels, wird durch die Kölnbreinsperre aufgestaut und durchfließt auf 38 km das Maltatal.

Die Gail entspringt in Osttirol und fließt 122 km durch Lesachtal, Oberes und Unteres Gailtal, bevor sie bei Villach in die Drau mündet. Zu ihren Zuflüssen gehören Gailitz und Gössering. Die Vellach kommt aus den Steiner Alpen und mündet bei Gallizien in die Drau.

Die Gurk ist nach der Drau Kärntens größter Fluss und 120 km lang. Sie durchquert das Obere, Enge und Mittlere Gurktal, danach Krappfeld und Klagenfurter Feld und mündet beim Völkermarkter Stausee in die Drau. Zu ihrem Flusssystem gehören die Glan mit Wimitz sowie die Görtschitz und die Metnitz. Die Lavant entspringt in der Steiermark am Zirbitzkogel, durchfließt auf 64 km das Obere Lavanttal, den Twimberger Graben und das Untere Lavanttal und mündet bei Lavamünd in die Drau.

Das Gegendtal zwischen Radenthein und Villach ist keinem einzelnen Fluss eindeutig zuzuordnen: Sein nördlicher Teil wird vom Feldbach entwässert, der größere südliche Teil vom Afritzerbach, der in den Treffner Bach mündet.

Seen

Kärnten besitzt rund 1270 Seen mit einer Gesamtfläche von etwa 60 km². Die meisten sind Zungenbeckenseen, also Seen in Becken, die durch Gletscher geformt wurden. Allein die vier größten Seen nehmen fast 50 km² ein und sind für Landschaft und Sommertourismus besonders bedeutsam.

Der Wörthersee ist mit 19 km² der größte. Er liegt westlich von Klagenfurt; an seinen Ufern liegen Velden, Pörtschach und Krumpendorf. Der 13 km² große Millstätter See befindet sich nordöstlich von Spittal an der Drau; wichtige Orte sind Millstatt und Seeboden. Der Ossiacher See liegt nordöstlich von Villach, ist etwa 11 km² groß und wird von Orten wie Ossiach und Bodensdorf gesäumt. Der 6 km² große Weißensee liegt nördlich von Hermagor; die einzige Ortschaft an seinem Ufer ist Techendorf.

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