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Geographie Ghanas
Bereits das Zentrum des Landes ist als Baumsavanne anzusehen, im Norden geht diese dann in Trockensteppe über. Die Jahresdurchschnittstemperatur bewegt sich …
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Lage, Größe und grundlegender Aufbau
Ghana liegt an der westafrikanischen Atlantikküste am Golf von Guinea. Das Land erstreckt sich über etwa 540 km entlang der Küste und liegt zwischen 4° 45' und 11° 10' nördlicher Breite sowie zwischen 3° 15' West und 1° 12' Ost. Der Nullmeridian verläuft bei Tema, östlich von Accra. Der Äquator liegt ungefähr 540 km südlich der Küste. Dadurch sind die Tage und Nächte in Ghana annähernd gleich lang.
In Nord-Süd-Richtung misst Ghana etwa 700 km, in Ost-West-Richtung etwa 450 km. Die Fläche beträgt 238.537 km². Die Küste besitzt keinen natürlichen Hafen. Takoradi war der erste künstlich angelegte Hafen; der zweite, in Tema, wurde 1961 fertiggestellt.
Das Relief, also die Oberflächenform des Landes, ist insgesamt relativ flach. Etwa die Hälfte Ghanas liegt höchstens 150 m über dem Meeresspiegel; als durchschnittliche Höhe werden 450 m angegeben. Nur an der Grenze zu Togo liegt eine Bergkette, die durchgehend knapp unter 900 m bleibt und sich nach Togo fortsetzt.
Naturräume und Vegetation
Grob lassen sich drei große geographische Zonen unterscheiden: die Küstenebene, die Regenwaldzone und die Savanne. Nach der Oberflächenstruktur wird Ghana genauer in fünf Naturräume gegliedert:
- Low Plains – Flachlandsteppe
- Hochland von Aschanti
- Akwapim-Togo-Kette
- Volta-Becken
- High Plains – Hochlandsteppe
Diese Naturräume unterscheiden sich deutlich in ihrer Vegetation und Tierwelt. Ein besonders wichtiges Unterscheidungsmerkmal ist die Niederschlagsmenge. Von der Küste bis in das Zentrum des Landes ist das Klima feucht-tropisch; dort ist die Vegetation mit tropischem Regenwald besonders dicht. Im Zentrum beginnt die Baumsavanne, im Norden geht sie in Trockensteppe über.
Tropisches Klima und Jahreszeiten
Ghana liegt in der Nähe des Äquators und kennt keine vier Jahreszeiten, sondern eine Regenzeit und eine Trockenzeit. Die im Artikel genannten durchschnittlichen Temperaturen liegen je nach Angabe zwischen 26 °C und 29 °C beziehungsweise zwischen 28 °C und 32 °C. Der Norden ist wegen trockener und warmer Wüstenwinde im Allgemeinen heißer und weist größere Unterschiede zwischen Tag und Nacht auf.
Die klimatischen Verhältnisse werden durch zwei Luftmassen bestimmt: die trockene tropische kontinentale Luftmasse aus der Sahara und die tropische maritime Luftmasse über dem Atlantik. Während der Trockenzeit setzt sich die kontinentale Luftmasse durch. Der daraus entstehende Nordost-Passatwind heißt in Ghana Harmattan. Er bringt feinen Saharastaub mit sich; jährlich werden mehrere Milliarden Tonnen Sand aus den nördlich gelegenen Wüstengebieten über Ghana verteilt.
Die Regenzeit fällt vor allem in die Monate April bis Juni sowie September und Oktober. Die vom Atlantik kommende Luft ist dann fast mit Wasser gesättigt, sodass die Luftfeuchtigkeit etwa 90 % erreicht. Unmittelbar vor dem Monsun-Regen werden die höchsten Temperaturen gemessen. Juli und August, die zwischen den Regenzeiten liegen, sind in der Küstenebene häufig die kühlsten Monate. Der Regen fällt oft am Nachmittag und tritt meist sehr heftig auf. Wenn der Boden die Wassermengen nicht aufnehmen kann, kommt es zu Überschwemmungen, die auch in größeren Städten und in Accra Todesopfer fordern können.
In der Trockenzeit von November bis Februar sinkt die durchschnittliche Temperatur auf 25–27 °C. Nachts werden etwa 20 °C, im Norden teilweise 15 °C erreicht. Die Luftfeuchtigkeit kann bis auf 25 % fallen. Die höchsten Niederschläge gibt es im Gebiet um Axim im Südwesten. Zum Vergleich: Kumasi im Aschanti-Hochland erhält durchschnittlich 1400 mm pro Jahr, Tamale im nördlichen Volta-Becken etwa 1000 mm. In der Küstenebene zwischen Takoradi und dem Volta-Delta fallen durchschnittlich nur 750–1000 mm. Für das Land insgesamt werden außerdem etwa 2100 mm im Südwesten und ungefähr 1000 mm im Norden genannt.
Der Temperaturrekord liegt bei 42,2 °C in Navrongo. Die niedrigste gemessene Temperatur beträgt 12 °C; sie wurde in Kumasi und Tafo registriert. Dabei ist umstritten, ob Tafo als Stadtteil Kumasis oder als eigenständige Stadt in unmittelbarer Nähe gilt.
Flüsse, Seen und Einzugsgebiete
Ghana wird von zahlreichen Bächen und Flüssen entwässert. Eine Besonderheit ist der Bosumtwi-See südlich von Kumasi. Er ist kreisrund und besitzt keinen Abfluss. Neben seiner religiösen Bedeutung für die Bevölkerung wird seine Form als Hinweis auf einen Meteoriteneinschlag betrachtet.
Der Volta-See entstand 1964 durch den Bau eines Staudamms und galt damals als der größte vollständig von Menschen errichtete Stausee. Er wurde dadurch zu einem wichtigen geographischen Merkmal Ghanas und dient der Versorgung der Bevölkerung mit Wasserenergie.
Der Volta und seine Nebenflüsse sind insgesamt 1600 km lang. Sie entwässern den Norden und das Zentrum Ghanas. Im Hochland von Aschanti entspringen außerdem zahlreiche Flüsse, die nach Süden zum Atlantik fließen. Zum Flusssystem des Pra gehören Anum, Birim und Offin. Weitere größere selbstständige Flüsse im Süden sind Bia, Tano, Densu und Ankobra. Mit Ausnahme kleinerer Flüsse führen die genannten Gewässer normalerweise auch während der Trockenzeit Wasser. Ankobra und Tano sind zu großen Teilen schiffbar.
Die Einzugsgebiete verteilen sich laut Tabelle wie folgt: Der Volta umfasst 167.692 km² beziehungsweise 70,3 % der Landesfläche, der Pra 22.106 km² beziehungsweise 9,3 %, der Tano 13.950 km² beziehungsweise 5,8 %, der Ankobra 8.403 km² beziehungsweise 3,5 %, der Densu 2.490 km² beziehungsweise 1,0 % und weitere Flüsse 23.896 km² beziehungsweise 10,0 %. Zusammen ergeben sie 238.537 km² beziehungsweise 100 % der Landesfläche. Im Fließtext wird für das gesamte vom Volta entwässerte Gebiet außerdem eine Fläche von etwa 388.000 km² genannt; davon sollen 158.000 km² in Ghana liegen.