Zum Inhalt springen
L

Wikipedia · einfach zusammengefasst · Stand

Fritz Dickmann

Nach eingehenden Archivstudien im Ausland legte Dickmann 1959 mit Der Westfälische Friede die erste und maßgebende Monografie zum Westfälischen Frieden vor.

Inhalt4 Abschnitte
  1. 1. Bedeutung und Forschungsschwerpunkt
  2. 2. Ausbildung und berufliche Anfänge
  3. 3. Schulleitung und Hochschullaufbahn
  4. 4. Wichtige Veröffentlichungen

Bedeutung und Forschungsschwerpunkt

Fritz Otto Dickmann (* 23. April 1906 in Potsdam; † 29. Juli 1969 in Berlin) war ein deutscher Historiker. Bekannt wurde er vor allem durch seine Forschungen zum Westfälischen Frieden, der den Dreißigjährigen Krieg beendete. Sein 1959 erstmals erschienenes Buch „Der Westfälische Friede“ war die erste maßgebende Monografie zu diesem Thema und gilt als deutschsprachiges Standardwerk.

In dieser Untersuchung schilderte Dickmann die Arbeit der verschiedenen Gesandtschaften in Münster und Osnabrück und beschrieb ausführlich den Verlauf der Friedensverhandlungen. Grundlage waren unter anderem umfangreiche Archivstudien im Ausland. Das Werk wurde mehrfach neu aufgelegt; 1998 erschien die siebte Auflage.

Ausbildung und berufliche Anfänge

Dickmann studierte von 1924 bis 1928 evangelische Theologie, Germanistik und Geschichte an den Universitäten Berlin und Graz. 1928 wurde er bei dem Historiker Friedrich Meinecke promoviert. Seine Dissertation behandelte die militärpolitischen Beziehungen zwischen Preußen und Sachsen in den Jahren 1866 bis 1870.

Weil es im wissenschaftlichen Betrieb nur wenige Stellen gab, arbeitete Dickmann ab 1934 als Gymnasiallehrer in Kassel und Marburg. 1937 wurde er wegen seiner Mitgliedschaft in der Bekennenden Kirche aus dem Schuldienst entlassen. Danach war er als Hilfslehrer in Münster tätig. Ab 1939 leistete er Kriegsdienst. Während des Krieges habilitierte er sich an der Philipps-Universität Marburg mit einer Arbeit über die Westfälischen Friedensverhandlungen nach dem Dreißigjährigen Krieg. Die Habilitation ist die wissenschaftliche Qualifikation, die traditionell zur selbstständigen Hochschullehre berechtigt.

Schulleitung und Hochschullaufbahn

1946 wurde Dickmann aus amerikanischer Gefangenschaft entlassen. Anschließend erhielt er die Stelle des Direktors der Marburger Martin-Luther-Schule, die er bis 1965 innehatte. Seit 1961 lehrte er außerdem als Privatdozent an der Philipps-Universität Marburg.

1965 wurde Dickmann auf den Lehrstuhl für Neuere Geschichte an der Freien Universität Berlin berufen. Diese Professur hatte er bis zu seinem Tod im Jahr 1969 inne.

Neben seinem Standardwerk veröffentlichte Dickmann nur wenige Arbeiten. Er wirkte am ersten Band der „Acta Pacis Westphalicae“ mit, einer von der „Vereinigung zur Erforschung der Neueren Geschichte e. V.“ initiierten Edition der Akten des Westfälischen Friedenskongresses. Außerdem war er Gutachter der Deutschen Forschungsgemeinschaft sowie Mitglied der französisch-deutschen Kommission und der Historischen Kommission zu Berlin. Dickmann war verheiratet und hatte sieben Kinder.

Wichtige Veröffentlichungen

Zu Dickmanns wichtigsten Schriften gehören:

  • „Militärpolitische Beziehungen zwischen Preußen und Sachsen 1866–1870. Ein Beitrag zur Entstehung des Norddeutschen Bundes“, erschienen 1929 und zugleich als Dissertation ausgewiesen.
  • „Der Westfälische Frieden“, erstmals 1959 veröffentlicht; die von Konrad Repgen herausgegebene siebte Auflage erschien 1998.
  • „Die Kriegsschuldfrage auf der Friedenskonferenz von Paris 1919“, erschienen 1964.
  • „Friedensrecht und Friedenssicherung. Studien zum Friedensproblem in der Geschichte“, erschienen 1971 und damit nach Dickmanns Tod.

Weiterlesen