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Freedom Writers

Freedom Writers (englisch für ‚Freiheitsautoren') ist ein US-amerikanisches Filmdrama von Richard LaGravenese aus dem Jahr 2007.

Inhalt4 Abschnitte
  1. 1. Überblick
  2. 2. Handlung
  3. 3. Entstehung und Vorlage
  4. 4. Rezeption

Überblick

Freedom Writers ist ein US-amerikanisches Filmdrama von Richard LaGravenese aus dem Jahr 2007. Der Film ist 123 Minuten lang, entstand in Deutschland und den USA und hat Englisch als Originalsprache. In Deutschland ist er ab FSK 12 freigegeben, die JMK nennt 10 Jahre.

Im Mittelpunkt steht die Englischlehrerin Erin Gruwell, gespielt von Hilary Swank. Sie unterrichtet Mitte der 1990er Jahre an der Wilson Classical High School in Long Beach eine Klasse, deren Schülerinnen und Schüler stark von Gewalt, ethnischen Konflikten und schwierigen Lebensumständen geprägt sind. Der Film zeigt, wie Schreiben, Lesen und Vertrauen den Jugendlichen helfen, ihre Erfahrungen zu verarbeiten und neue Perspektiven auf ihr eigenes Leben zu entwickeln.

Handlung

Erin Gruwell beginnt Mitte der 1990er Jahre als Englischlehrerin an der Wilson Classical High School in Long Beach. Sie erklärt ihrer Vorgesetzten, sie sei Lehrerin geworden, weil sie nach den Rassenunruhen im Jahr 1992 die Welt verändern wollte. An der Schule herrscht wie in der Stadt Gewalt zwischen verschiedenen ethnischen Gruppen. Viele Lehrkräfte haben Vorbehalte gegen die Schülerinnen und Schüler. Diese sagen Gruwell, ihr wichtigstes Ziel sei das bloße Überleben.

Ein Wendepunkt entsteht, als Gruwell eine Zeichnung konfisziert, die einen Schüler rassistisch darstellt. Sie vergleicht die Zeichnung vor der Klasse mit rassistischer Nazi-Propaganda und merkt erschrocken, dass nur ein Schüler den Begriff Holocaust kennt. Daraufhin macht sie das Niederschreiben eigener Erlebnisse und Gedanken zur Hausaufgabe. Die Jugendlichen dürfen Umfang und Form frei wählen, und Gruwell verspricht, die Tagebücher nur mit ihrer Zustimmung zu lesen.

Mit der Zeit gewinnt Gruwell Respekt und Vertrauen. Weil viele ihrer Schülerinnen und Schüler kaum über ihre eigene Nachbarschaft hinausblicken, plant sie einen Ausflug in das Museum der Toleranz und behandelt erneut den Holocaust. Da die Schule keine Mittel für die als schwierig geltenden Jugendlichen bereitstellen will, nimmt Gruwell mehrere Nebenjobs an. So bezahlt sie notwendige Ausgaben und Schullektüre selbst.

Eine wichtige Lektüre sind die Tagebücher von Anne Frank. Davon beeindruckt, wollen die Schülerinnen und Schüler Miep Gies einladen, die Anne Frank versteckt hatte. Sie schreiben Briefe und sammeln Geld für ihre Reise. Miep Gies besucht tatsächlich die Schule und hält einen Vortrag.

Gruwells großes Engagement belastet zugleich ihr Privatleben. Ihr Ehemann Scott Casey verlangt nach einiger Zeit die Scheidung. Gegen Ende stellen die Jugendlichen ihre Aufzeichnungen zu einem Buch zusammen, das als Freedom Writers Diary veröffentlicht wird. Außerdem erkämpft Gruwell das Recht, ihre Klasse entgegen dem Rotationsprinzip der Schule auch weiterhin in der Oberstufe zu unterrichten.

Entstehung und Vorlage

Die Handlung beruht auf dem 1999 veröffentlichten Buch The Freedom Writers Diary: How a Teacher and 150 Teens Used Writing to Change Themselves and the World Around Them. Dieses Buch schrieb die real existierende Erin Gruwell gemeinsam mit ihren Schülerinnen und Schülern. Die deutsche Ausgabe erschien 2007 im Autorenhaus Verlag unter dem Titel Freedom Writers: Wie eine junge Lehrerin und 150 gefährdete Jugendliche sich und ihre Umwelt durch Schreiben verändert haben.

Der Film wurde in Long Beach und Los Angeles gedreht. In den US-Kinos spielte er mehr als 36 Millionen US-Dollar ein. Dem stand ein Budget von rund 21 Millionen US-Dollar gegenüber. In Deutschland trug der Film zur Gründung des Vereins ChangeWriters bei, der den Lernerfolg von Schülerinnen und Schülern durch eine Verbesserung des Lehrer-Schüler-Verhältnisses fördern möchte.

Rezeption

Freedom Writers erhielt ein gutes Presseecho. Rotten Tomatoes verzeichnete überwiegend positive Besprechungen und ordnete den Film als „Frisch“ ein; der Tomatometer lag bei 69 %. Metacritic gab einen Metascore von 64/100 und beschreibt die Bewertungen im Mittel als „Grundsätzlich Wohlwollend“. Die Deutsche Film- und Medienbewertung FBW vergab das Prädikat „besonders wertvoll“. CinemaScore bewertete den Film mit A.

John Anderson schrieb in Variety, der Film sei der letzte „aus einer langen Reihe der Filme über Heilige, die Schüler retten würden“. Er versuche ehrlich zu sein und fürchte sich nicht vor Naivität. Das Ergebnis sei „extrem rührend“. Hilary Swanks Darstellung nannte er „einfühlsam“ und „offen“.

James Berardinelli schrieb auf ReelViews, der Film vermittle die Botschaft von Hoffnung und der Möglichkeit, das eigene Schicksal zu verändern, emotional und intellektuell befriedigend. Er sei kein großartiger Film, aber ein „wirkungsvolles Drama“, dessen emotional beladene Szenen real wirkten. Besonders lobte er April L. Hernandez.

Das Lexikon des Internationalen Films bezeichnete Freedom Writers als „pädagogisches Märchen“, das von einer überzeugenden Hauptdarstellerin geprägt sei. Es bemühe sich nach einer wahren Begebenheit, Sozialkitsch zu vermeiden, erfülle wegen seines Themas aber zwangsläufig auch Genreklischees. Richard LaGravenese erhielt 2007 den Humanitas-Preis und wurde 2008 für das Drehbuch für den NAACP Image Award nominiert.

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