Wikipedia · einfach zusammengefasst · Stand
Fred Basolo
Fred Basolo (* 11. Februar 1920 in Coello, Illinois; † 27. Februar 2007) war ein US-amerikanischer Chemiker (Anorganische Chemie, Komplexchemie).
Inhalt4 Abschnitte
Überblick und wissenschaftliche Bedeutung
Fred Basolo (* 11. Februar 1920 in Coello, Illinois; † 27. Februar 2007) war ein US-amerikanischer Chemiker. Seine wichtigsten Arbeitsgebiete waren die anorganische Chemie, besonders die Koordinationschemie, außerdem die metallorganische Chemie und die bioanorganische Chemie. Insgesamt veröffentlichte er 400 Beiträge.
Koordinationschemie befasst sich mit Koordinationsverbindungen: Verbindungen, in denen ein Metallzentrum von Liganden umgeben ist. Liganden sind Atome, Ionen oder Moleküle, die an ein Metall gebunden sein können. Basolos Arbeiten trugen dazu bei, dieses Gebiet von einer überwiegend beschreibenden zu einer quantitativen Wissenschaft weiterzuentwickeln.
Ausbildung und akademische Laufbahn
Basolo erwarb 1942 den Bachelor-Abschluss an der Southern Illinois Normal University. Bereits 1943 promovierte er bei John C. Bailar an der University of Illinois at Urbana-Champaign. Von 1943 bis 1946 arbeitete er als Forschungschemiker bei Rohm und Haas.
Ab 1946 lehrte er an der Northwestern University, zunächst als Instructor, ab 1959 als Professor. Von 1969 bis 1972 leitete er dort die Chemie-Abteilung; 1980 wurde er Morrison Professor. 1990 wurde er emeritiert. Forschungs- und Gastaufenthalte führten ihn 1954/55 als Guggenheim Fellow an die TU Dänemarks in Lyngby, 1961/62 an die Universität Rom, 1969 als NATO-Gastprofessor nach Deutschland und 1992 an die Ohio State University. Er hatte Ehrenprofessuren an den chinesischen Universitäten von Lanzhou und Zhongshan.
Forschung und wichtige Veröffentlichung
Zusammen mit Ralph Pearson veröffentlichte Basolo die Monografie „Mechanisms of Inorganic Reactions“ (Wiley, 1967). Das Werk untersuchte die Bedeutung von Koordinationsverbindungen für Reaktionsmechanismen, also für die Abfolge von Schritten, durch die eine chemische Reaktion abläuft. Es verband Konzepte der Ligandenfeldtheorie mit der physikalisch-organischen Chemie.
Weitere Themen seiner Veröffentlichungen waren der Indenyleffekt, Reaktionen koordinierter Liganden sowie synthetische Modelle für Myoglobin. Ein synthetisches Modell ist eine künstlich hergestellte Verbindung, die Eigenschaften oder Teile der Funktion eines biologischen Stoffes nachbildet.
Auszeichnungen und fachliche Funktionen
Basolo war Mitglied der National Academy of Sciences und von 1981 bis 1986 im Rat der National Academies of Science und des National Research Council für Chemie und Chemische Technologie. Er war 1983 Präsident der American Chemical Society und wurde im selben Jahr Fellow der American Academy of Arts and Sciences. Außerdem stand er 1979 der Chemie-Sektion der American Association for the Advancement of Science vor und war seit 1987 auswärtiges Mitglied der Accademia Nazionale dei Lincei.
Zu seinen Auszeichnungen gehörten unter anderem der American Chemical Society Award in Inorganic Chemistry (1964), der Forschungspreis in anorganischer Chemie der italienischen chemischen Gesellschaft (1988), die Medaille der chinesischen chemischen Gesellschaft (1991), die Priestley-Medaille, der Chemical Pioneer Award und der George C. Pimentel Award in Chemical Education. 1995/96 war er Chatt Lecturer (Joseph Chatt Award) der Royal Society of Chemistry. Die Southern Illinois University in Carbondale verlieh ihm 1984 die Ehrendoktorwürde D.Sc.