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Französische Départements in Algerien
Algerien wurde offiziell im Jahre 1848 von Frankreich annektiert. Noch im gleichen Jahr, am 9. Dezember, wurde das Territorium in drei Provinzen aufgeteilt …
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Überblick und Bedeutung
Die französischen Départements in Algerien waren Verwaltungseinheiten der französischen Siedlungskolonie Algerien. Sie bestanden von 1848 bis zur algerischen Unabhängigkeit 1962. Ein Département war ein Verwaltungsgebiet; seine zentrale Verwaltungsstadt war die Präfektur beziehungsweise Hauptstadt. Die Départements waren außerdem in kleinere Einheiten, die Arrondissements, gegliedert.
Bis 1955 bestanden die drei Départements Algier, Oran und Constantine. Der südlich davon gelegene Raum wurde als Territoires du Sud militärisch verwaltet. Ab 1955 veränderte Frankreich die Einteilung mehrfach: Zunächst entstand Bône, danach wurden acht und später drei weitere Départements gegründet. Aumale und Bougie wurden bereits 1959 wieder aufgelöst. Die übrigen Départements bestanden bis 1962. Nach der Unabhängigkeit wurde die territoriale Gliederung zunächst fortgeführt; die Départements erhielten später die Bezeichnung Wilaya, also algerische Provinz.
Gliederung von 1848 bis 1955
Frankreich annektierte Algerien offiziell 1848. Am 9. Dezember desselben Jahres wurde das Gebiet in drei Provinzen aufgeteilt. Jede Provinz enthielt ein militärisch und ein zivil verwaltetes Gebiet. Aus den drei zivilen Gebieten entstanden die Départements Algier, Oran und Constantine. Ihre endgültigen Grenzen wurden durch ein Gesetz vom 24. Dezember 1902 festgelegt und blieben bis 1956 bestehen.
Im Süden wurden keine Départements eingerichtet. Dort bestanden zunächst sechs Territorien, die 1902 zu den Territoires du Sud zusammengefasst wurden. 1905 sank ihre Zahl auf vier.
1941 erhielten die Verwaltungseinheiten Nummern: Algier die 91, Oran die 92, Constantine die 93 und die Territoires du Sud die 94. Algier, Oran und Constantine bestanden in dieser Form von 1848 bis 1957, die Territoires du Sud von 1902 bis 1957. Das 1955 gegründete Département Bône erhielt die Nummer 99 und bestand in der später veränderten Gliederung bis 1962.
Bône und neue Arrondissements
Das Gesetz Nr. 55-1082 legte 1955 die Gründung des Départements Bône fest. Dafür wurde Constantine geteilt. Das verkleinerte Département Constantine umfasste die Arrondissements Constantine, Batna, Bougie, Philippeville und Sétif. Zum neuen Département Bône gehörten Bône, Guelma, Souk-Ahras und Tébessa.
Das Dekret Nr. 55-1148 vom 28. August 1955 bestimmte die Gründung von neun neuen Arrondissements:
• in Algier: Bouira und Fort-National; • in Constantine: Aïn Bedia, Mila, Bordj-Bou-Arreridj und Djidjelli; • in Oran: Aïn Témouchent, Marnia und Relizane.
Mit dem Dekret Nr. 56-29 vom 11. Januar 1956 kam im Département Oran das Arrondissement Saïda hinzu.
Umfassende Neuordnung ab 1956
Das Dekret Nr. 56-641 ordnete eine territoriale Neuorganisation Algeriens an. Durch die Aufteilung der bisherigen Gebiete entstanden acht neue Départements; zusammen mit den neu abgegrenzten beziehungsweise weiterbestehenden Départements ergab sich folgende Ordnung:
• Aus Algier gingen das neue Algier mit Algier und Blida, Orléansville mit Orléansville und Miliana, Médéa mit Médéa, Boghari und Aumale sowie Tizi-Ouzou mit Fort-National, Tizi-Ouzou, Bouira und Bordj-Menaiel hervor.
• Aus Oran entstanden das neue Oran mit Oran, Sibi-bel-Abbès und Aïn-Temouchent, Tlemcen mit Marnia und Tlemcen, Mostaganem mit Mostaganem, Mascara und Relizane sowie Tiaret mit Tiaret und Saïda.
• Der Bereich Constantine wurde in das neue Constantine mit Constantine, Philippeville, Djidjelli und Mila, Batna mit Batna, Aïn-Beïda und Biskra sowie Sétif mit Sétif, Bougie und Borj-Bou-Arreridj gegliedert. Bône bestand mit Bône, Guelma, Souk-Ahras und Tebessa fort.
Die Départements dieser Neuordnung wurden durch Nummern von 9A bis 9M gekennzeichnet: Algier 9A, Batna 9B, Bône 9C, Constantine 9D, Médéa 9E, Mostaganem 9F, Oran 9G, Orléansville 9H, Sétif 9J, Tiaret 9K, Tizi-Ouzou 9L und Tlemcen 9M. Abgesehen von Bône, das bereits seit 1955 bestand, werden sie für den Zeitraum 1957 bis 1962 geführt.
Änderungen von 1958 bis 1962
Mit dem Dekret Nr. 58-271 vom 17. März 1958 wurden drei weitere Départements eingerichtet:
• Aumale (9N) mit den Arrondissements Aumale, Tablat, Bou-Saada und Betna; • Bougie (9P) mit Bougie, Akbou, Kherrata, Lafayette und Sidi-Aïch; • Saïda (9R) mit Telagh, Saïda, Aïn-Sefra, Géryville und Mécheria.
Das Dekret ordnete außerdem zwei Arrondissements anderen Départements zu: Tébessa wechselte von Bône zu Batna, Barika von Batna zu Sétif.
Aumale und Bougie wurden 1959 wieder aufgelöst und bestanden somit nur von 1958 bis 1959. Saïda bestand dagegen von 1958 bis 1962. Alle anderen Départements der damaligen Ordnung blieben bis zur Unabhängigkeit Algeriens 1962 erhalten.
Entwicklung nach der Unabhängigkeit
Das unabhängige Algerien führte die territoriale Einteilung zunächst weiter. Das Dekret Nr. 63-189 vom 16. Mai 1963 legte eine Gliederung des Landes in 15 Départements fest.
Am 28. Oktober 1963 wurden zwei Départements umbenannt: Bône erhielt den Namen Annaba und Orléansville den Namen El-Asnam. Batna führte zunächst zusätzlich den Alternativnamen Aurès. Ein Dekret vom 30. September 1965 bestimmte schließlich, dass es nur noch den neuen Namen Aurès trug. Aus den früheren Départements entwickelten sich die als Wilaya bezeichneten algerischen Provinzen.