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FL Studio
FL Studio (ehemals Fruity Loops) ist eine Digital Audio Workstation des belgischen Unternehmens Image-Line Software. Das Programm ermöglicht das Komponieren …
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Grundlagen und Einsatz
FL Studio, früher Fruity Loops genannt, ist eine Digital Audio Workstation (DAW) des belgischen Unternehmens Image-Line Software. Eine DAW ist eine Software zum Erstellen, Aufnehmen, Bearbeiten und Aufführen von Musik. FL Studio ermöglicht das Komponieren mit Samples, Software-Synthesizern und externen MIDI-Geräten. Außerdem können Tonmaterial aufgenommen und bearbeitet sowie Musikstücke aufgeführt werden.
Das Programm erschien am 18. Dezember 1997. Es läuft unter Windows und macOS, ist proprietär lizenziert und deutschsprachig verfügbar. Als Programmiersprache ist Object Pascal angegeben. Die aktuelle Version lautet 25.1.5.4976 für Windows und 25.1.5.4642 für macOS (8. September 2025). Für mobile Geräte mit Apple iOS, Android und Windows 10 Mobile gibt es die funktionseingeschränkte Version FL Studio Mobile.
Arbeitsbereich und Signalbearbeitung
Der Arbeitsbereich ist in mehrere Fenster gegliedert, die jeweils unterschiedliche Aufgaben übernehmen.
In der Playlist werden die Bestandteile eines Projekts zeitlich organisiert. Audioaufnahmen und Audiodateien erscheinen als Audio Clips, MIDI-Daten als Pattern Clips und Steuerungsverläufe als Automation Clips. MIDI-Daten sind musikalische Steuerinformationen, beispielsweise für gespielte Noten, und enthalten nicht selbst den Klang.
Das Channel Rack verwaltet virtuelle Instrumente, einzelne Audio-Samples und die zugehörigen MIDI-Spuren. Samples sind gespeicherte Audioausschnitte. MIDI-Daten können mit der Computertastatur oder mit externen MIDI-Geräten aufgenommen werden. Im Piano Roll werden diese Daten bearbeitet und manuell eingegeben.
Im Mixer werden Klangquellen verschiedenen Kanälen zugewiesen. Dort lassen sich Lautstärke und Panorama-Position anpassen. Zusätzlich können virtuelle Effekte wie ein Equalizer oder ein Kompressor eingesetzt werden. Ein Equalizer verändert die Gewichtung verschiedener Frequenzbereiche, während ein Kompressor die Dynamik eines Signals bearbeitet.
Der Browser dient zum Suchen und Verwalten von Dateien. Dateien werden per Drag and Drop in die verschiedenen Fenster gezogen. Verwaltet werden unter anderem ganze Projektdateien, Audiodateien, Presets und Plug-ins; außerdem wird die Plug-in-Datenbank organisiert.
Virtuelle Instrumente und Effekte
FL Studio unterstützt VST-Plug-ins. VST-Plug-ins können als virtuelle Effekte bereits vorhandene Klangquellen verändern oder als virtuelle Instrumente neue Klänge erzeugen. Verwendbar sind sowohl die mitgelieferten VST-Plug-ins als auch Plug-ins unabhängiger Drittanbieter.
Zum Programm gehören außerdem virtuelle Effektgeräte und Synthesizer. Ein virtueller Sampler und ein virtueller Drumcomputer können Audiodateien bearbeiten und in ein Projekt einbetten.
Durch die ASIO-Fähigkeit können Instrumente nahezu latenzfrei gespielt werden. Latenz bezeichnet dabei eine zeitliche Verzögerung; nahezu latenzfrei bedeutet in diesem Zusammenhang, dass die Instrumente praktisch in Echtzeit reagieren. Dafür ist eine Kombination aus ASIO-kompatibler Soundkarte und entsprechendem Treiber erforderlich.
Entwicklung, Versionen und Vertrieb
Die erste Version 1.0 aus dem Jahr 1997 war, entwickelt von Didier Dambrin, noch ein reiner MIDI-Drumcomputer. Danach wurde der Funktionsumfang unter anderem um VST- und DirectX-Unterstützung erweitert. Spätere Veröffentlichungen machten FL Studio zu einer komplexen Digital-Audio-Workstation-Software. Entwickelt wurde die Software mit der Entwicklungsumgebung Delphi. Die aktuelle Entwicklung gehört zur 25.x-Reihe. Vor der Veröffentlichung von FL Studio 20 befand sich die macOS-Version noch in Entwicklung; seit FL Studio 20 ist FL Studio offiziell für macOS verfügbar.
FL Studio wird als funktions eingeschränkte Fruity Edition und als vollwertige Producer Edition angeboten. Zusätzlich gibt es das Signature Bundle mit Zugriff auf weitere VST-Erweiterungen. Ursprünglich war die Software nur über das Internet erhältlich, inzwischen gibt es auch eine Boxed-Version im Fachhandel. Durch das Lifetime Free Update können neuere Versionen kostenfrei und uneingeschränkt installiert werden.
Benutzeroberfläche und Auszeichnungen
Die Benutzeroberfläche ist vollständig vektorisiert und in diskreten Schritten skalierbar. Dadurch kann FL Studio auf Bildschirmen mit hoher Bildauflösung oder hoher Punktdichte bei gleichbleibender Größe verlustfrei und detailreicher dargestellt werden. Ein Teil der mitgelieferten Plug-ins und die meisten Plug-ins von Drittanbietern verwenden jedoch weiterhin Rastergrafiken und lassen sich deshalb nicht verlustfrei skalieren. Image-Line arbeitet daran, auch die mitgelieferten Plug-ins vollständig zu vektorisieren.
Der Artikel nennt zahlreiche etablierte Produzenten als Nutzer von FL Studio, darunter Madeon, Brian Transeau, Basshunter, Martin Garrix, Avicii, Feed Me, Mike Oldfield, 9th Wonder, Afrojack, Imanbek, Pvlace und Louis Bell, der unter anderem als Produzent von Post Malone genannt wird.
Bei den International Dance Music Awards gewann FL Studio in den Jahren 2018, 2019 und 2020 in der Kategorie „Best DAW“. Außerdem ist ein Gewinn beim Music Radar Poll aufgeführt.