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Extension (Geologie)

Divergente Plattengrenzen. Bearbeiten · Divergente Plattengrenzen sind Zonen, an denen benachbarte Platten durch aktive Dehnungstektonik getrennt werden. Es …

Inhalt5 Abschnitte
  1. 1. Grundidee der Extension
  2. 2. Kontinentale Rifts und divergente Plattengrenzen
  3. 3. Dehnung nach Krustenverdickung
  4. 4. Dehnungsbereiche an Blattverschiebungen
  5. 5. Backarc-Becken und passive Kontinentalränder

Grundidee der Extension

Extension, auch Dehnungstektonik, bezeichnet tektonische Prozesse, bei denen die Erdkruste oder die Lithosphäre gedehnt wird. Die dadurch entstehenden geologischen Formen heißen extensionale oder extensive Strukturen beziehungsweise Dehnungsstrukturen. Typisch sind Störungen, an denen sich Krustenblöcke gegeneinander absenken, sowie Bereiche, in denen sich die Kruste ausdünnt.

Kontinentale Rifts und divergente Plattengrenzen

Rifts sind lineare Bereiche örtlicher Krustendehnung. Sie sind weniger als 100 km bis mehrere hundert Kilometer breit. An ihren beiden Seiten entstehen entgegengesetzt einfallende Abschiebungen; dadurch sinkt der zentrale Krustenblock ab. Aktive Beispiele sind der Baikal-Graben und der Ostafrikanische Graben.

An divergenten Plattengrenzen werden benachbarte Platten durch aktive Dehnungstektonik voneinander getrennt. Dabei bildet sich ein Mittelozeanischer Rücken. Die Dehnung erzeugt Abschiebungen; den durch die Plattenbewegung frei werdenden Raum füllen Gesteinsschmelzen aus, die aus Mantelgestein entstehen.

Dehnung nach Krustenverdickung

Verdickte Erdkruste, etwa nach einer Kontinent-Kontinent-Kollision, neigt dazu, seitlich auseinanderzuspreizen. Dies kann bereits während der Kollision beginnen. Nach ihrem Ende kann ein postorogener gravitativer Kollaps einsetzen: Die verdickte Kruste dünnt unter ihrem eigenen Gewicht aus, und häufig entstehen sehr große Dehnungsstörungen.

Ein Beispiel ist die großflächige devonische Dehnung unmittelbar nach dem Ende der Kaledonischen Orogenese, besonders in Ostgrönland und im westlichen Norwegen.

Dehnungsbereiche an Blattverschiebungen

Bei einer idealen Blattverschiebung bewegen sich Platten nur parallel zur Störungszone; es gibt dann weder konvergente noch divergente Bewegungsanteile. Zusätzlich kann jedoch eine einengende oder extensive Komponente auftreten. Bei einer extensiven Komponente entstehen Dehnungsstrukturen.

Dehnungsbereiche entstehen außerdem an entlastenden Krümmungen einer Blattverschiebung. Dort können Pull-Apart-Becken entstehen. Aktive Beispiele sind das Tote Meer, das durch sinistralen Versatz des Totes-Meer-Transform-Störungssystems entstand, und das Marmarameer, das durch dextralen Versatz der Nordanatolischen Verwerfung entstand.

Backarc-Becken und passive Kontinentalränder

Backarc-Becken entstehen, wenn eine ozeanische Platte unter eine andere ozeanische Platte subduziert wird. Parallel zum und hinter dem Inselbogen bildet sich dabei eine Dehnungszone.

Ein passiver Kontinentalrand kann sich seitlich ausdehnen, wenn er über einer schwächeren Schicht liegt, zum Beispiel über überkomprimiertem Tonstein oder Steinsalz. Ursache ist sein eigenes Gewicht. Der innere Teil des sedimentären Dreiecks wird von Spreizungsstörungen beeinflusst; dies wird durch Verkürzung am Außenrand ausgeglichen.

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