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Ensemble Resonanz
Das Ensemble Resonanz ist ein deutsches Streicherensemble, das die Aufführung zeitgenössischer Musik mit der Interpretation des klassischen Repertoires …
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Gegenstand und Bedeutung
Das Ensemble Resonanz ist ein deutsches Streicherensemble. Es verbindet die Aufführung zeitgenössischer Musik mit der Interpretation des klassischen Repertoires. Inhaltlich und organisatorisch steht es an der Schnittstelle zwischen einem Kammerorchester und einem Solistenensemble für Neue Musik. Sein besonderes Anliegen ist, musikalische Tradition mit moderner Clubkultur zu verbinden.
Das Ensemble ist in Hamburg beheimatet. Es tritt als Ensemble in Residence in der Elbphilharmonie auf und bespielt den „Resonanzraum“ im Hochbunker auf St. Pauli, der als „Kammermusik-Club“ bezeichnet wird.
Entwicklung seit der Gründung
Das Ensemble wurde 1994 von Mitgliedern der Jungen Deutschen Philharmonie gegründet. Nach Stationen in Frankfurt und in Diez an der Lahn wurde 2002 die Freie und Hansestadt Hamburg seine Heimat. Dort etablierte es sich als Ensemble in Residence der Laeiszhalle – Musikhalle Hamburg und veranstaltete die Konzertreihe „Resonanzen“.
Seit Januar 2017 wird die Residency im Kammermusiksaal der Elbphilharmonie weitergeführt. Bereits seit 2011 hat das Ensemble im Hamburger Schanzenviertel die junge Konzertreihe „Urban String“ etabliert, die klassische Musik und Clubkultur miteinander verbindet. Von 2005 bis 2008 begleitete es mit der Konzertserie „Kaispeicher entern!“ in der Hamburger HafenCity den Bau der Elbphilharmonie.
Von 2002 bis 2004 war das Ensemble in Residence der Darmstädter Ferienkurse für Neue Musik. Seit 2014 kooperiert es mit dem freien Musikradio ByteFM, ebenfalls mit Sitz im Bunker Hamburg, im Rahmen einer monatlichen Klassiksendung. Zu seinen Auszeichnungen gehören der Würth-Preis der Jeunesses Musicales Deutschland (2002) und der Rudolf Stilcken Preis für Kultur-Kommunikation.
Organisation und künstlerische Zusammenarbeit
Das Ensemble besteht aus 20 Mitgliedern und ist demokratisch organisiert. Es arbeitet ohne festen Dirigenten. Stattdessen bindet es regelmäßig künstlerische Partner als Artist in Residence ein. Dazu gehörten der Cellist Jean-Guihen Queyras (2010 bis 2013), die Bratschistin Tabea Zimmermann (2013–2015), der Dirigent Emilio Pomàrico (2016–2018) sowie der Dirigent und Geiger Riccardo Minasi (2018–2022). Ihm folgte in dieser Position die Szenografin Annette Kurz.
Die Zusammenarbeit beschränkt sich nicht auf Komponisten, Solisten und Dirigenten. Auch Medienkünstler, Regisseure sowie darstellende und bildende Künstler wirken mit. Das Ensemble gastierte unter anderem bei den Salzburger Festspielen, der RuhrTriennale, im Wiener Konzerthaus, in der Philharmonie Berlin, bei LaBiennale Venedig, dem Ultraschall Festival und MaerzMusik. Dadurch verbindet es Konzertaufführungen mit unterschiedlichen künstlerischen Formen und internationalen Auftrittsorten.
Repertoire und Veröffentlichungen
Die Diskografie zeigt die Verbindung von klassischem Repertoire und Musik des 20. und 21. Jahrhunderts. Vertreten sind unter anderem Werke von Mozart, Beethoven, Pergolesi, Haydn, C. P. E. Bach und J. S. Bach sowie von Enno Poppe, Bryce Dessner, Julia Wolfe, Iannis Xenakis und Michael Gordon.
Beispiele für Veröffentlichungen sind Mozarts Sinfonien Nr. 39–41 (2020, harmonia mundi) mit Riccardo Minasi, Pergolesis „Stabat Mater“ (2021, harmonia mundi) mit Giulia Semenzato, Lucile Richardot und Riccardo Minasi sowie Enno Poppes „Filz“ (2021, WERGO) mit Tabea Zimmermann und Enno Poppe. Auch ungewöhnliche genreübergreifende Projekte gehören dazu, etwa „mercy seat – winterreise: Eine Séance zwischen Franz Schubert und Nick Cave“ (2020, resonanzraum records) mit Charly Hübner. Weitere Aufnahmen umfassen unter anderem Bachs „Goldberg-Variationen“ (2002, ambitus), Iannis Xenakis’ „Music for Strings“ (2005, mode records) und Joseph Haydns „Die sieben letzten Worte“ (2019, harmonia mundi) mit Riccardo Minasi.