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Emmerich Menyhay
Homo oeconomicus és a befejezetlen teremtés: az analitikus gazdaságpszichológia alapvetése és alkalmazása. (Homo oeconomicus und die unvollendete Schöpfung.
Inhalt5 Abschnitte
Leben und wissenschaftliches Profil
Emmerich Menyhay, auch Imre Menyhay, wurde am 12. Mai 1931 in Budafok geboren und starb am 23. Oktober 2018 in Leoben. Er war ein österreichisch-ungarischer Wirtschaftswissenschaftler, Pädagoge und Soziologe. Seine wissenschaftliche Arbeit verband Wirtschaft, Gesellschaft, Erziehung, Psychologie und Ethik.
Mit dem Buch „Wirtschaften, Unternehmen, Ethik. Grundlegung und Anwendung einer gesellschaftstheoretischen Wirtschaftssoziologie“ begründete er nach Darstellung des Artikels die gesellschaftstheoretische Wirtschaftssoziologie. Mit „Homo oeconomicus und die unvollendete Schöpfung. Grundlegung und Anwendung der analytischen Wirtschaftspsychologie“ begründete er außerdem die psychoanalytische Betrachtungsweise der Wirtschaftspsychologie. Er war mit Ilona Murányi verheiratet und hatte zwei Kinder.
Ausbildung und frühe Tätigkeiten
Menyhay besuchte die Bürgerschule in Budafok und anschließend die Lajos-Kossuth-Wirtschaftsmittelschule in Budapest, die er mit ausgezeichnetem Erfolg abschloss. Dort war Miklós Szentkuthy sein Lehrer. Menyhay war während seiner Schul- und Studienzeit auf Stipendien und die Unterstützung seiner Lehrer angewiesen. Er arbeitete unter anderem in einer Ziegelfabrik, in der Lohnverrechnung einer Werkzeug- und Maschinenfabrik sowie als Kassierer auf einer Pferderennbahn. Außerdem hielt er im Auftrag der TIT (Tudományos Ismeretterjesztő Társulat) Vorträge in Betrieben.
Ende der 1940er- und Anfang der 1950er-Jahre war er Pfadfinder-Jugendscharleiter und Schriftführer einer katholischen Jugendorganisation in Budafok. Wegen seiner Teilnahme an Demonstrationen zugunsten von Kardinal Mindszenti wurde er von der kommunistischen Staatspolizei beobachtet.
Im Schuljahr 1955/56 unterrichtete er an der Wirtschaftsmittelschule in Sopron. Mit Unterstützung des Stadtrats organisierte er das erneute Erscheinen der Zeitung „Soproni Napló“. Wegen der strengen politischen Kontrolle des Journalismus wurde er zunächst aus der Redaktion ausgeschlossen. Nach dem Ausbruch des ungarischen Volksaufstands konnte er dort wieder arbeiten. Seine journalistische Tätigkeit war ein Grund für seine Flucht nach Österreich am 6. November 1956.
An der Wirtschaftspädagogischen Fakultät der Corvinus-Universität Budapest, damals Karl-Marx-Wirtschaftsuniversität, erwarb er zunächst das Absolutorium und promovierte später in Pädagogik mit summa cum laude. In Wien lernte er an der Hochschule für Welthandel, der heutigen Wirtschaftsuniversität Wien, Deutsch und bereitete sich auf die Lehramtsprüfung für mittlere und höhere kaufmännische Schulen vor. Mit der bestandenen Prüfung vor der Österreichischen Lehramtsprüfungskommission erhielt er auch den Magistertitel. An der Universität Graz studierte er Betriebswirtschaftslehre und schloss mit dem Magistergrad ab. Danach studierte und promovierte er in Soziologie. Den Titel Doktor Habilitatus erreichte er mit einer Qualifikation von hundert Prozent.
Emigration und beruflicher Aufbau in Österreich
Nach seiner Flucht 1956 setzte sich Menyhay für die ungarischen Flüchtlingskinder im Lager Traiskirchen ein. Er machte den Lagerleiter auf die schwierige Lage der Kinder aufmerksam. Daraufhin beauftragte ihn Unterrichtsminister Heinrich Drimmel mit der Organisation einer Schule für ungarische Flüchtlingskinder. Menyhay holte die Einverständniserklärungen der Eltern ein, erstellte Organisations- und Stundenpläne sowie Namenslisten und organisierte die Fahrt der Kinder und Lehrkräfte nach Obertraun. Wegen eines Konflikts mit dem Religionslehrer verlor er die Schulleitung jedoch bald wieder.
Anschließend lebte er fünf Jahre im Flüchtlingslager Schwechat Schloss Altkettenhof. Ein Jahr lang studierte er mit einem Rockefeller-Stipendium und danach mit einem Anna-Kéthly-Stipendium. Zeitweise war er selbstständiger Unternehmer und sammelte die für österreichische Wirtschaftspädagogen vorgeschriebene mindestens zweijährige Praxis im Wirtschaftsleben.
In Wien sanierte er ein heruntergekommenes Haus an der Alten Donau eigenhändig; 1962 war es fertig. Nach der Lehramtsprüfung erhielt er eine Subventions-Lehrerstelle an der Städtischen Handelsschule in Leoben. Dort wurde er zum ersten Lehrervertreter gewählt und 1976 zum Direktor ernannt. Dieses Amt hatte er bis 1991 inne.
Während seiner Zeit in Leoben unterrichtete er auch von 1983 bis 1991 an der Montanuniversität. Gleichzeitig war er allgemein beeidigter gerichtlicher Sachverständiger und Journalist. In der „Grazer Wochenpost“ schrieb er in seiner Kolumne „Reflexionen“ etwa 600 wirtschafts-, kultur- und gesellschaftskritische Artikel. In dieser Zeit erschienen drei wissenschaftliche Bücher.
Am Ende der 1980er-Jahre organisierte Menyhay ungarische Studienreisen nach Österreich. Dabei erhielten ungarische Gäste Einblicke in die Leobener Stadtverwaltung, unter anderem in Straßenbau, Energie- und Wasserversorgung sowie das Bestattungswesen. 1991 wurden die Kontakte auf das Hochschulwesen ausgeweitet. 1992 tagte die ungarische Rektorenkonferenz der wirtschaftsbildenden Universitäten und Hochschulen in Leoben. Es kam auch zu einer gemeinsamen Sitzung mit der Montanuniversität.
Lehrtätigkeit in Ungarn nach 1991
Seit 1991 lehrte Menyhay an mehreren ungarischen Hochschulen. An der Hochschule für Handel, Gastgewerbe und Fremdenverkehr, später Budapester Wirtschaftshochschule und ab 2016 Budapester Wirtschaftsuniversität, unterrichtete er bis 2004 Wirtschaftspsychologie, auch in deutscher Sprache. An der deutschsprachigen Hochschule für Handel, Gastgewerbe und Fremdenverkehr lehrte er von 1991 bis 2004 Einführung in die Psychologie und Soziologie.
An der Wirtschaftsuniversität Budapest, später Budapester Corvinus-Universität, lehrte er von 1991 bis 1996 Wirtschaftspsychologie. An der Universität Veszprém, ab 2016 Pannon Universität, unterrichtete er von 1991 bis 1994 Unternehmensführung und Ökonomie. Von 1996 bis 2004 war er an der Universität Sopron, später West-Ungarische Universität, tätig. Seine Fächer waren Soziologie, Wirtschaftssoziologie, Wirtschaftspsychologie, Gesellschafts- und Wirtschaftsordnungen sowie Wirtschaftsethik, teilweise auch in deutscher Sprache. 2004 wurde er Professor Emeritus der Westungarischen Universität.
Schriften, Themen und Auszeichnungen
Menyhay veröffentlichte Forschungsergebnisse und wissenschaftliche Abhandlungen auf Deutsch und Ungarisch, unter anderem in den Zeitschriften „Gazdaság és Társadalom“, „Valóság“ und „Kapu Folyóirat“. Zu seinen deutschsprachigen Büchern gehören „Führung – Erziehung – Neurose“ (1985), „Amplituden“ (1986), „Gibt es die ideale Pädagogik?“ (1989), „Kreativ innovatives Denken und pädagogische Einsichten“ (1990) sowie „Ich erzähle meine Sorgen“ (1991). In ungarischer Sprache erschienen unter anderem „Vezetés, nevelés, neurozis“ (1994), „Voltunk, megvolnánk – leszünk?“ (1996), „Adalékok Káin „esti meséjéhez““ (1998) und „Bevezetés az általános szociológiába“ (2000; zweite Ausgabe 2001).
Die zentralen wirtschafts- und gesellschaftswissenschaftlichen Arbeiten sind „Gazdálkodás, vállalkozás, etika“ (2002), die ungarische Fassung der gesellschaftstheoretischen Wirtschaftssoziologie, und „Homo oeconomicus és a befejezetlen teremtés“ (2004), die Grundlegung und Anwendung der analytischen Wirtschaftspsychologie. Weitere Themen waren Autoritätsvakuum, Finanzkrise, Ethik und die Europäische Union. Außerdem verfasste er Buchbeiträge über Entfremdung bei Marx und Weber, die Probleme der Marktwirtschaft sowie soziale Dimensionen und pädagogische Autorität.
Zu seinen Auszeichnungen und Ehrungen gehören das Große Ehrenzeichen für besondere Verdienste um das Land Steiermark (1989), eine Plakette für seine Arbeit im ungarischen Hochschulwesen (1993), die Széchenyi-Plakette für seine Mitwirkung an der Gründung der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät der Westungarischen Universität (2001) und der Status sowie Titel eines Professor Emeritus (2004).