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Else-Lasker-Schüler-Dramatikerpreis

Er wurde nach der emigrierten Dichterin Else Lasker-Schüler (1869–1945) benannt und ist einer der höchstdotierten Dramatikerpreise Deutschlands. Pfalztheater …

Inhalt4 Abschnitte
  1. 1. Zweck und Bedeutung
  2. 2. Vergabe und Preisformen
  3. 3. Auszeichnungen von 1993 bis 2012
  4. 4. Auszeichnungen seit 2014

Zweck und Bedeutung

Der Else-Lasker-Schüler-Dramatikerpreis des Pfalztheaters Kaiserslautern wird seit 1993 im Auftrag der Stiftung Rheinland-Pfalz für Kultur vergeben. Er dient der Förderung der deutschsprachigen Dramatik und gehört zu den höchstdotierten Dramatikerpreisen Deutschlands. Namensgeberin ist die emigrierte Dichterin Else Lasker-Schüler (1869–1945). Seit Januar 2022 trägt der Hauptpreis den Namen Else Lasker-Schüler-Dramatikpreis.

Vergabe und Preisformen

Der Hauptpreis war ursprünglich mit 30.000 DM dotiert; heute beträgt das Preisgeld 10.000 Euro. Daneben gibt es einen Nachwuchs-Förderpreis für Theaterstücke, den sogenannten Stückepreis. Seine Dotierung stieg von ursprünglich 5000 DM auf 5000 Euro. Seit 2014 werden drei gestaffelte Stückepreise verliehen.

Das Pfalztheater Kaiserslautern veranstaltet den Wettbewerb im Auftrag der Stiftung alle zwei Jahre. Für den ersten Stückepreis besitzt es eine Uraufführungsoption: Es kann das ausgezeichnete Stück erstmals öffentlich aufführen.

Den Vorsitz der Jury hat der Intendant des Pfalztheaters, Urs Häberli. Weitere Mitglieder sind Esther Boldt, Meike Klingenberg, Franziska Schößler und Ulrich Khuon. Traditionell überreichen Mitglieder der Landesregierung von Rheinland-Pfalz die Preise.

Auszeichnungen von 1993 bis 2012

In den ersten Jahren wurden mit dem Hauptpreis häufig einzelne Stücke ausgezeichnet: 1993 Kerstin Spechts „Mond auf dem Rücken“, 1995 Harald Kislingers „Höllenschlund“ und 1997, bei einer geteilten Vergabe, Volker Lüdeckes „Darja“ sowie Werner Fritschs „Höllensturz: Es gibt keine Sünde im Süden des Herzens“. Ab 1999 würdigte der Hauptpreis mehrfach das Gesamtwerk: Rainald Goetz erhielt ihn 1999, Einar Schleef 2001 postum, Elfriede Jelinek 2003, Dea Loher 2005, Fritz Kater 2008, Roland Schimmelpfennig 2010 und René Pollesch 2012.

Zu den Stückepreisträgern dieser Zeit gehörten Michael Roes mit „Cham“ (1993), Roland Schimmelpfennig mit „Fisch um Fisch“ (1997), Steffen Kopetzky mit „Herr Krampas: Auftauchend“ (1999), Dirk Dobbrow mit „Alina westwärts“ (2001), Claudius Lünstedt mit „Zugluft“ (2003), Torsten Buchsteiner mit „Nordost“ (2005), Almut Baumgarten mit „Tank“ (2008) und Nina Büttner mit „Schafinsel“ (2012). 1995 wurde kein Stückepreis vergeben. 2010 wurden Azar Mortazavis „Todesnachricht“ und Achim Stegmüllers „Als wir uns in Shanghai begegneten“ ausgezeichnet; die Preissumme blieb dabei ungeteilt.

Mehrere prämierte Stücke wurden in Kaiserslautern uraufgeführt, darunter die Hauptpreisstücke von 1993 und 1995 sowie Lüdeckes „Darja“ von 1997. Bei den Stückepreisen sind unter anderem Uraufführungen von „Herr Krampas: Auftauchend“, „Alina westwärts“, „Zugluft“, „Nordost“ und „Tank“ angegeben.

Auszeichnungen seit 2014

2014 erhielt Peter Handke den Hauptpreis für sein Gesamtwerk. Die drei Stückepreise gingen an Thomas Köck für „Isabelle Huppert“, Bonn Park für „Traurigkeit & Melancholie oder der aller aller einsamste George aller aller Zeit“ und Sophie Nikolitsch für „Gurlitt“. 2016 wurde Sibylle Berg für ihr Gesamtwerk ausgezeichnet; die Stückepreise erhielten Maria Milisavljević für „Beben“, Nina Ender für „Polyboskomplex“ und Stephan Roiss für „Hektora 4 3 4“.

2018 ging der Hauptpreis an Ewald Palmetshofer. Die gestaffelten Stückepreise erhielten Nele Stuhler für „Fische“, Leon Engler für „Die Benennung der Tiere“ und Philippe Heule für das Exposé „Die Stunde, als wir nichts voneinander wissen wollten“. 2020 wurde Felicia Zeller mit dem Hauptpreis geehrt; ausgezeichnete Stücke waren Caren Jeß’ „Der Popper“, Leon Ospalds „Guppysterben“ und Magdalena Schrefels „Ein Berg, viele“.

2022 erhielt Kathrin Röggla den Hauptpreis. Die drei Stückepreise gingen an Ariane Koch für „Die toten Freunde (Dinosauriermonologe)“, Patty Kim Hamilton für „Peeling Oranges“ und Svenja Viola Bungarten für „Die Zukünftige“. Als Datum ist der 9. Dezember 2022 angegeben. 2024 wurde Wolfram Lotz Hauptpreisträger. Deborah von Wartburg gewann mit „Victory im Sonnengruß“ den ersten, Hanna Valentina Röhrich mit „The Girl. Eine Schelminnenkomödie“ den zweiten und Felix Krakau mit „Celebration (Florida)“ den dritten Stückepreis.

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