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Eine pornografische Beziehung

Eine pornografische Beziehung ist ein in internationaler Koproduktion entstandener Liebesfilm von Frédéric Fonteyne aus dem Jahr 1999.

Inhalt6 Abschnitte
  1. 1. Überblick
  2. 2. Beginn der Beziehung
  3. 3. Nähe, Unsicherheit und Konflikt
  4. 4. Joseph Lignaux und die Entscheidung
  5. 5. Produktion und Veröffentlichung
  6. 6. Bewertung und Auszeichnungen

Überblick

Eine pornografische Beziehung ist ein Liebesfilm von Frédéric Fonteyne aus dem Jahr 1999. Der Originaltitel lautet Une liaison pornographique. Der Film entstand als internationale Koproduktion von Frankreich, Belgien, Luxemburg und der Schweiz, ist französischsprachig und dauert 81 Minuten. In Deutschland erhielt er die Freigabe FSK 16, in Österreich JMK 12.

Im Mittelpunkt stehen eine Frau und ein Mann, die anonym bleiben und getrennt voneinander von einem Interviewer über ihre Beziehung befragt werden. Die Hauptrollen spielen Nathalie Baye als „Sie“ und Sergi López als „Er“; Jacques Viala spielt den Interviewer. Der Film verbindet eine intime Liebesgeschichte mit einer pseudodokumentarischen Erzählweise: Die Beziehung wird nicht nur gezeigt, sondern auch rückblickend von beiden Figuren erzählt, wobei ihre Erinnerungen teilweise voneinander abweichen.

Beginn der Beziehung

Die Frau nennt die Verbindung „eine pornografische Beziehung“. Beide lernen sich über eine Annonce kennen. Schon dabei widersprechen sich ihre Aussagen: Sie sagt, sie habe die Anzeige in einer Zeitung aufgegeben; er sagt, er habe sie in einem Sexmagazin gelesen. Auch bei der Frage, ob er ihr vor dem ersten Treffen ein Foto geschickt habe, stimmen ihre Erinnerungen nicht überein.

Das erste Treffen findet in einem Café statt. Die Frau hat bereits ein Hotelzimmer in der Nähe bestellt, was den Mann zunächst irritiert. Beide gehen ins Hotel und schlafen miteinander, geben dem Interviewer aber keine Einzelheiten preis. Auch beim nächsten Treffen eine Woche später bleiben Details unausgesprochen. Danach verändert sich die Beziehung: Er lädt sie zum Essen ein, sie sprechen miteinander und gehen spontan erneut ins Hotel. Sein Angebot, sie anschließend nach Hause zu fahren, lehnt sie ab.

Nähe, Unsicherheit und Konflikt

Die Treffen wiederholen sich regelmäßig, laut seiner Aussage sechs Monate lang, laut ihrer Aussage drei bis vier Monate. Sie sehen sich jede Woche donnerstags. Mit der Zeit gewöhnt er sich an sie: Er nimmt nicht mehr nur ihre Schönheit wahr, sondern auch ihre Makel.

Bei einem Treffen schlägt sie eine Veränderung beim Sex vor. Beide erleben nach ihrer Darstellung zum ersten Mal einen gemeinsamen Orgasmus; er fühlt sich dagegen als Versager. Als sie sich trennen, weint sie. Sie erklärt später, sie sei sich über ihre Gefühle unklar gewesen und habe sich verloren gefühlt. Beim nächsten Treffen streiten beide darüber, weil er nicht versteht, warum sie gegangen ist, ohne ihm eine Möglichkeit zu geben, zu helfen. Trotzdem gehen sie wieder ins Hotel. Danach sagt sie, sie wisse nicht, ob sie in der nächsten Woche erscheinen werde.

Er erkennt, dass er sie verlieren könnte, denn er kennt weder ihren Namen noch ihren Wohnort. Er versucht, ihr in der U-Bahn nachzulaufen, erreicht sie aber nicht mehr. Als sie in der folgenden Woche doch erscheint, ist er glücklich. Schon vor dem Hotelzimmer küssen sie sich.

Joseph Lignaux und die Entscheidung

Die Zweisamkeit im Hotel wird durch den älteren Joseph Lignaux gestört, der sich in der Zimmernummer geirrt hat. Kurz darauf bricht er im Hotelflur zusammen. Die Frau und der Mann rufen einen Krankenwagen und besuchen ihn später im Krankenhaus, weil sie es ihm versprochen haben. Dort treffen sie Madame Lignaux, die erzählt, ihr Mann sei immer untreu gewesen und sie habe ihn deshalb verlassen. Sie sagt, es genüge ihr zu wissen, dass er noch lebt; wenn er sterbe, werde sie sich kurz darauf erschießen. Der Mann glaubt nicht, dass sie es ernst meint. Später liest die Frau in der Zeitung, dass Madame Lignaux sich das Leben genommen hat, und er merkt, dass er sie falsch eingeschätzt hat.

Bei einem späteren Treffen will die Frau nicht ins Hotel, aber bei ihm sein. Sie gesteht ihm, dass sie ihn liebt. Er ist gerührt und weint. Beide gehen doch ins Hotel und baden gemeinsam. Danach bitten sie einander um Bedenkzeit, ob sie eine wirkliche Beziehung eingehen wollen. Obwohl er am Tag des nächsten Treffens entschlossen ist, mit ihr zusammenzuleben, glaubt er, in ihren Augen Ablehnung zu sehen. Deshalb lehnt er eine gemeinsame Beziehung ab. Sie war eigentlich entschlossen, für die Beziehung zu kämpfen, stimmt aber schließlich der Trennung zu. Beide gehen ein letztes Mal ins Hotel, ohne dem Interviewer Einzelheiten zu nennen. Rückblickend halten beide ihre Entscheidung für richtig. Sie hat ihn nie gesucht und ihn einmal auf der Straße gesehen, ohne sich bemerkbar zu machen, weil die Beziehung vorbei war, ihre Gefühle aber noch zu stark waren.

Produktion und Veröffentlichung

Eine pornografische Beziehung wurde in Paris gedreht. Für Frédéric Fonteyne war es nach Max et Bobo der zweite Langfilm. Das Drehbuch schrieb Philippe Blasband. Produzenten waren Patrick Quinet und Claude Waringo. Die Musik stammt von André Dziezuk, Marc Mergen und Jeannot Sanavia, die Kamera führte Virginie Saint-Martin, den Schnitt übernahm Chantal Hymans. Die Kostüme schuf Anne Schotte, die Filmbauten stammen von Véronique Sacrez.

Premiere hatte der Film am 4. September 1999 auf den Internationalen Filmfestspielen von Venedig. Am selben Tag kam er in Frankreich ins Kino und wurde dort von 130.202 Besuchern gesehen. In Deutschland startete der Film am 13. April 2000 im Kino und erschien 2011 auf DVD.

Bewertung und Auszeichnungen

Der film-dienst beschrieb den Film als „einfühlsam inszeniertes, brillant gespieltes Zwei-Personen-Stück“, das seine Hauptfiguren genau beobachte, ohne in Bild oder Wort voyeuristisch zu werden. Cinema nannte ihn ein „melancholisches Kammerspiel von beklemmender Intensität“ und hob hervor, dass Blicke, Gesten und kleine Regungen mehr über die Figuren zeigten als explizite Darstellungen. Besonders betont wurden die pseudodokumentarische Form, das intensive Spiel der Darsteller und die widersprüchlichen Erzählungen der beiden Hauptfiguren.

Bei den Internationalen Filmfestspielen von Venedig 1999 gewann Nathalie Baye den Coppa Volpi als Beste Darstellerin. Sergi López erhielt den Pasinetti Award als Bester Darsteller. Der Film lief außerdem im Wettbewerb um den Goldenen Löwen. Nathalie Baye war 1999 für den Europäischen Filmpreis als Beste Darstellerin nominiert. Im Jahr 2000 folgten Nominierungen für den Joseph-Plateau-Award als Bester Film und für Frédéric Fonteyne als Bester belgischer Regisseur. Bei den British Independent Film Awards 2000 wurde der Film als Bester fremdsprachiger ausländischer Independentfilm nominiert, und der Film Critics Circle of Australia nominierte ihn 2001 für den FCCA-Award als Bester fremdsprachiger Film.

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