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ECL-Prüfungssystem
Das ECL-Prüfungssystem bietet einsprachige Prüfungen an. · Im Rahmen der ECL-Prüfung werden vier Fertigkeiten getestet: mündliche Kommunikation, Hörverstehen, …
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Zweck und Aufbau des Prüfungssystems
Das internationale ECL-Prüfungssystem bietet einsprachige, standardisierte Sprachprüfungen an. Sie sind an den Gemeinsamen europäischen Referenzrahmen angepasst und sollen zeigen, ob Kandidatinnen und Kandidaten in unterschiedlichen Alltagssituationen über persönliche und berufliche Themen mündlich und schriftlich kommunizieren können. Grammatiktests und Übersetzungsaufgaben gehören ausdrücklich nicht zur Prüfung; im Mittelpunkt steht die kommunikative Sprachkompetenz.
Geprüft werden vier Fertigkeiten: mündliche Kommunikation, Hörverstehen, schriftliche Kommunikation und Leseverstehen. Die Tests sollen nach strengen Qualitätsstandards entwickelt werden, damit sie zuverlässig, valide – also zur Messung der vorgesehenen Fähigkeiten geeignet – und untereinander vergleichbar sind.
Prüfungen werden in 15 Sprachen angeboten: Bulgarisch, Deutsch, Englisch, Französisch, Hebräisch, Italienisch, Kroatisch, Polnisch, Rumänisch, Russisch, Serbisch, Slowakisch, Spanisch, Tschechisch und Ungarisch. Die einleitende Angabe des Artikels, nach der 15 Sprachen der Europäischen Union sowie Russisch und Hebräisch angeboten würden, stimmt zahlenmäßig nicht eindeutig mit dieser Liste überein. Zudem weist der Artikel darauf hin, dass seine Angaben nicht hinreichend mit Belegen ausgestattet sind.
Entwickelt wurde das System vom ECL-Konsortium, dem European Consortium for the Certificate of Attainment in Modern Languages. Dieser Verbund besteht aus Hochschulinstitutionen und Fremdspracheninstituten, die jeweils eine europäische Sprache vertreten. Das System entstand zwischen 1983 und 1992 an der Universität London. Seit 1999 befindet sich der Sitz des Konsortiums im Fremdsprachenzentrum der Universität Pécs. Die Prüfungen für Ungarisch als Fremdsprache auf den Stufen A2, B1, B2 und C1 erhielten 2017 das Qualitätssiegel der Association of Language Testers in Europe (ALTE); das Fremdsprachenzentrum wurde damit ALTE-Vollmitglied.
Niveaustufen und Prüfungsteile
Die Prüfungen können auf vier Stufen des Gemeinsamen europäischen Referenzrahmens abgelegt werden:
- A2 – Waystage
- B1 – Threshold
- B2 – Vantage
- C1 – Effective Operational Proficiency
Auf allen vier Niveaustufen ist die inhaltliche Grundstruktur gleich. Jede der vier Fertigkeiten wird durch zwei Aufgaben geprüft. Die mündliche Teilprüfung besteht aus mündlicher Kommunikation und Hörverstehen. Die schriftliche Teilprüfung umfasst schriftliche Kommunikation und Leseverstehen. Eine erfolgreich bestandene Teilprüfung wird durch ein Zertifikat über den mündlichen beziehungsweise schriftlichen Teil bestätigt.
Mündliche Kommunikation und Hörverstehen
Bei der mündlichen Kommunikation sollen die Kandidatinnen und Kandidaten über Themen und Lebensbereiche sprechen, die zur gewählten Niveaustufe passen, und ihre Meinung auch in einem Monolog zusammenhängend äußern. Die Prüfung findet normalerweise mit zwei Kandidaten statt; bei ungerader Teilnehmerzahl kann eine Dreiergruppe gebildet werden. Zwei Prüfer bewerten die Leistungen unabhängig voneinander.
Zu Beginn steht eine etwa 3–5 Minuten dauernde Vorstellung. Sie soll die Kandidaten entspannen und an die Prüfungssituation gewöhnen und wird nicht bewertet. Danach folgen zwei bewertete Aufgaben: Zunächst führen die beiden Kandidaten ungefähr 5–8 Minuten lang ein gelenktes Gespräch über ein vorgegebenes Thema. Der Interviewer eröffnet und unterstützt die gemeinsame Unterhaltung durch Fragen. Anschließend äußern die Kandidaten ebenfalls ungefähr 5–8 Minuten lang in Form eines Monologs ihre Gedanken zu einer Bildmontage. Falls nötig, hilft der Prüfer mit Fragen weiter.
Die mündliche Kommunikation wird in fünf Kriterien mit jeweils 0–5 Punkten bewertet: formelle Korrektheit in Morphologie und Syntax, phonetische Korrektheit einschließlich Aussprache, Prosodie und flüssigem Sprechen, Wortschatz, Stil sowie kommunikative Effektivität, also die Erfüllung der Aufgabe.
Beim Hörverstehen werden zwei Texte als Höraufnahmen eingesetzt. Zwei unterschiedliche Aufgabentypen mit jeweils 10 Items prüfen, ob die Texte auf dem jeweiligen Niveau verstanden wurden. Mögliche Formen sind Zuordnungsaufgaben, Multiple Choice, Fragen zum Text oder das Vervollständigen von Sätzen.
Schriftliche Kommunikation und Leseverstehen
In der schriftlichen Kommunikation verfassen die Kandidatinnen und Kandidaten zwei Texte. Dabei müssen sie vorformulierte Inhaltspunkte bearbeiten und die vorgegebene Wortzahl einhalten. Erlaubt ist ein gedrucktes ein- oder zweisprachiges Wörterbuch.
Die schriftlichen Texte werden nach fünf Kriterien mit jeweils 0–5 Punkten bewertet: formelle Korrektheit in Morphologie und Syntax, schriftliche Korrektheit bei Textstrukturierung und Orthographie, Wortschatz, Stil sowie kommunikative Effektivität beziehungsweise Erfüllung der Aufgabe.
Beim Leseverstehen müssen zwei Texte bewältigt werden, deren Schwierigkeit zur jeweiligen Niveaustufe passt. Ein Wörterbuch darf dabei nicht benutzt werden. Es kommen zwei unterschiedliche Aufgabentypen mit jeweils 10 Items vor, beispielsweise Zuordnungsaufgaben, Lückentexte, Multiple-Choice-Aufgaben, Fragen zum Text oder zu vervollständigende Sätze.
Umfang, Zeiten und Bewertung
Das Testformat steigt im Umfang mit der Niveaustufe. Für das Leseverstehen stehen auf A2 und B1 jeweils 35 Minuten, auf B2 und C1 jeweils 45 Minuten zur Verfügung. Die Lesetexte umfassen insgesamt 400–600 Wörter auf A2, 500–700 auf B1, 800–1000 auf B2 und 1000–1300 auf C1. Auf jeder Stufe gibt es zwei Aufgaben und insgesamt 20 richtige Antworten.
Für die schriftliche Kommunikation gelten 45 Minuten auf A2, 50 Minuten auf B1, 75 Minuten auf B2 und 90 Minuten auf C1. In den zwei Aufgaben werden insgesamt etwa 150 Wörter auf A2, 250 auf B1, 400 auf B2 und 600 auf C1 erwartet; die beiden Texte sollen ungefähr gleich lang sein, also etwa 75, 125, 200 beziehungsweise 300 Wörter je Text.
Das Hörverstehen dauert auf A2 15–20 Minuten, auf B1 20–25 Minuten, auf B2 25–30 Minuten und auf C1 30–35 Minuten. Die Hörtexte umfassen 400–600, 500–700, 800–1000 beziehungsweise 1200–1500 Wörter. Auch hier gibt es auf jeder Stufe zwei Aufgaben und insgesamt 20 richtige Antworten.
In jeder der vier Fertigkeiten können 25 Punkte erreicht werden, insgesamt also 100. Eine Teilprüfung ist bestanden, wenn in jeder ihrer beiden Fertigkeiten mindestens 10 Punkte beziehungsweise 40 % erreicht werden und das Gesamtergebnis der Teilprüfung mindestens 30 von 50 Punkten beziehungsweise 60 % beträgt. Für die mündliche Teilprüfung gelten diese Grenzen gemeinsam für Hörverstehen und mündliche Kommunikation, für die schriftliche gemeinsam für Leseverstehen und schriftliche Kommunikation. Die komplexe Gesamtprüfung ist bestanden, wenn beide Teilprüfungen erfolgreich abgelegt wurden.
Prüfungsorte und Termine
Nach dem Artikel kann die ECL-Prüfung weltweit an annähernd 200 Prüfungsstellen abgelegt werden. Diese befinden sich in 18 europäischen Ländern, den USA und Argentinien; das Netz soll unter anderem auf asiatische Länder ausgeweitet werden.
Es gibt fünf Prüfungszeiten pro Jahr. Englisch und Deutsch werden in allen fünf Zeiträumen angeboten, die übrigen Sprachen jeweils zweimal jährlich. Im Februar und Oktober können Englisch und Deutsch auf den Stufen B1, B2 und C1 geprüft werden. Im April werden Deutsch, Englisch, Französisch, Hebräisch, Italienisch, Kroatisch, Polnisch, Rumänisch, Russisch, Serbisch, Slowakisch und Spanisch auf A2, B1, B2 und C1 angeboten. Im Juni stehen Englisch, Deutsch, Bulgarisch, Tschechisch und Ungarisch auf allen vier Stufen zur Wahl. Im Dezember werden Bulgarisch, Deutsch, Englisch, Französisch, Hebräisch, Italienisch, Kroatisch, Polnisch, Rumänisch, Russisch, Serbisch, Slowakisch, Spanisch, Tschechisch und Ungarisch auf A2 bis C1 angeboten.