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Dirk Siepmann

Dirk Siepmann (* 5. Juli 1966 in Mülheim an der Ruhr) ist ein deutscher Sprachwissenschaftler und Sprachdidaktiker. Er ist Professor für Fachdidaktik des …

Inhalt3 Abschnitte
  1. 1. Person und akademischer Werdegang
  2. 2. Forschung und Arbeitsschwerpunkte
  3. 3. Ausgewählte Veröffentlichungen

Person und akademischer Werdegang

Dirk Siepmann (* 5. Juli 1966 in Mülheim an der Ruhr) ist ein deutscher Sprachwissenschaftler und Sprachdidaktiker. Er ist Professor für Fachdidaktik des Englischen an der Universität Osnabrück. Seine Arbeit verbindet Sprachforschung mit der Entwicklung von Lehr- und Lernmaterialien sowie mit der Ausbildung im Fremdsprachenunterricht.

Von 1988 bis 1994 studierte Siepmann an der Ruhr-Universität Bochum und der University of Durham Romanistik (Französisch und Italienisch) sowie Anglistik. Von 1994 bis 1996 absolvierte er am Studienseminar Essen den Vorbereitungsdienst für die Lehrämter der Sekundarstufen I und II und legte das Zweite Staatsexamen für Englisch und Französisch ab. Danach arbeitete er mehrere Jahre im Schuldienst am Berufskolleg Borken.

2003 promovierte er bei Dieter Wolff mit der englischsprachigen Arbeit „Discourse Markers across Languages“. Im selben Jahr wurde er Studienrat im Hochschuldienst an der Universität Siegen. 2006 berief ihn die Universität Osnabrück zum W2-Professor, 2007 zum W3-Professor für Fachdidaktik des Englischen. Berufungen an die Universitäten Wuppertal, Erlangen-Nürnberg und Heidelberg lehnte er ab. 2009 war er Gastprofessor an der Universität Paris VII (Université Paris Diderot).

Siepmann war leitend an zwei großen DFG-ANR-Forschungsprojekten beteiligt: EMOLEX zum Gefühlswortschatz in fünf europäischen Sprachen und PHRASEOROM zur Sprache des Romans. Er hat 12 Bücher sowie etwa 100 Aufsätze und Rezensionen verfasst. Seit 2008 ist er Mitglied der Klett-Akademie für Fremdsprachendidaktik. Außerdem arbeitet er als Dozent für Wissenschaftsenglisch, Übersetzer und übersetzungswissenschaftlicher Gutachter. 2023 wurde er für „Tolkien as a Literary Artist“, gemeinsam mit Thomas Kullmann verfasst, für den Mythopoeic Award vorgeschlagen.

Forschung und Arbeitsschwerpunkte

Siepmann veröffentlicht ungefähr zu gleichen Teilen auf Deutsch, Englisch und Französisch. Zu Beginn seiner wissenschaftlichen Arbeit beschäftigte er sich vor allem mit Übersetzungswissenschaft und Kontrastivlinguistik, also dem Vergleich verschiedener Sprachen. Ein besonderer Schwerpunkt war die Übersetzungsdidaktik.

Später untersuchte er die Natur und die textuelle Funktion mehr oder weniger fester Wortverbindungen. Dazu gehören Mehrwortgliederungssignale, Kollokationen und Phraseologismen. Kollokationen sind typische Kombinationen von Wörtern; Phraseologismen sind feste oder weitgehend feste sprachliche Wendungen. Siepmann verband diese Forschung stets mit praktischen Anwendungen in der Lernerlexikographie, der Grammatikographie und der Fremdsprachendidaktik. Lernerlexikographie beschäftigt sich mit Wörterbüchern für Sprachlernende, Grammatikographie mit der Darstellung und Beschreibung von Grammatik. Seine Ergebnisse flossen in verschiedene Lehr- und Übungsbücher ein.

Weitere Forschungsgebiete sind die Entwicklung sprachlicher Kompetenztests, die Nutzung der Konstruktionsgrammatik für den Fremdsprachenunterricht, die Literatursprache im Englischen, Französischen und Deutschen, die Übersetzung von Wissenschaftstexten sowie die Diachronie des Französischen, also die Entwicklung der französischen Sprache über längere Zeiträume.

Gemeinsam mit Christoph Bürgel und Sascha Diwersy entwickelte Siepmann das „Corpus de référence du français contemporain“. Dieses Textkorpus umfasst etwa 300 Millionen Wörter der französischen Gegenwartssprache und ist damit ähnlich umfangreich wie das British National Corpus. Zurzeit erarbeitet Siepmann mit Christoph Bürgel eine neue korpusbasierte Grammatik des gesprochenen und geschriebenen Französisch. 2023 veröffentlichte er außerdem mit Dieter Lippelt ein dreisprachiges Wörterbuch (Deutsch–Englisch–Französisch) zur Sprache des Tischtennissports und zur allgemeinen Sportsprache.

Ausgewählte Veröffentlichungen

Zu Siepmanns frühen Veröffentlichungen gehören „Übersetzungslehrbücher: Perspektiven für ihre Entwicklung“ (Bochum: Brockmeyer, 1996) und „Traduire La Presse. Entraînement au thème allemand“ (Paris: Ellipses, 2002). Seine Dissertation erschien 2004 als „Discourse Markers across Languages. A contrastive study of second-level discourse markers in native and non-native text with implications for general and pedagogic lexicography“ bei Routledge.

Für den wissenschaftlichen Schreibunterricht besonders wichtig ist „Writing in English: a Guide for Advanced Learners“ (Tübingen: Narr, 2011, 2. Auflage), das Siepmann gemeinsam mit John D. Gallagher, Mike Hannay und Lachlan Mackenzie verfasste. Das Lehrbuch macht Erkenntnisse der Sprachwissenschaft für das wissenschaftliche Schreiben nutzbar. Ein weiteres bekanntes Werk ist das „Wörterbuch Hochschule. Forschung, Lehre und Management“ (3. Auflage, Bonn: Deutscher Hochschulverband, 2016).

Zur Grammatik des Französischen erschienen bisher „Grammatik des gesprochenen und geschriebenen Französisch“, Band 5 „Präpositionen“ und Band 3 „Adjektive“, sowie auf Englisch „A Grammar of Spoken and Written French“, Volume 5 „Prepositions“. 2020 veröffentlichte Siepmann „German and English: Academic Usage and Academic Translation“ (London/New York: Routledge).

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