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Die Piccolomini

Die Piccolomini ist der zweite Teil von Friedrich Schillers Wallenstein-Trilogie, dem Drama über den Niedergang des berühmten Feldherren Wallenstein.

Inhalt6 Abschnitte
  1. 1. Werk und Ausgangslage
  2. 2. Konflikt im Heerlager
  3. 3. Wallensteins Pläne und die Forderungen des Kaisers
  4. 4. Liebe und geplanter Treuebetrug
  5. 5. Der verfälschte Treueeid
  6. 6. Octavios Auftrag und Max’ Entscheidung

Werk und Ausgangslage

„Die Piccolomini“ ist der zweite Teil von Friedrich Schillers „Wallenstein“-Trilogie über den Niedergang des Feldherrn Wallenstein. Das 1799 erschienene dramatische Gedicht wurde am 30. Januar 1799 im Weimarer Hoftheater uraufgeführt. Es besteht aus fünf Aufzügen und ist im Blankvers geschrieben, einem ungereimten Versmaß.

Die Haupthandlung beginnt 1634 während des Dreißigjährigen Krieges. Schauplatz ist Wallensteins Lager in Pilsen, wo sich dreißig Regimenter, ihre Befehlshaber und Wallensteins Familie versammeln. Im Mittelpunkt stehen der Konflikt zwischen Wallenstein und Kaiser Ferdinand II., die gegensätzliche Loyalität der Offiziere sowie die Liebe zwischen Wallensteins Tochter Thekla und Max Piccolomini. Max’ Vater Octavio arbeitet heimlich im Auftrag des Kaisers.

Konflikt im Heerlager

Feldmarschall Illo empfängt die Generale Isolani und Buttler mit den Worten „Spät kommt Ihr – Doch Ihr kommt!“. Die Offiziere fürchten neue Befehle des Kaisers: Ein Teil von Wallensteins Truppen soll den spanischen Verbündeten überlassen werden. Sie betrachten Wallenstein als Beschützer der Soldaten und glauben, nur er könne das aus sehr unterschiedlichen Truppen bestehende Heer zusammenhalten.

Der kaiserliche Gesandte Questenberg erklärt dagegen, die zu groß gewordene Armee müsse verkleinert werden. Sie verbrauche Geld, während Wallenstein zwar dem Heer, aber nicht dem Land helfe. Daraus entsteht ein offener Streit mit Wallensteins Untergebenen. Generalleutnant Octavio Piccolomini versucht zu vermitteln, offenbart Questenberg gegenüber jedoch, dass die gesamte Armee kaiserfeindlich denke. Octavio ist ein geheimer Beauftragter des Kaisers und soll Wallenstein ausspionieren. Seinen ehrlichen Sohn Max hat er nicht eingeweiht.

Max bekennt sich entschieden zu Wallenstein. Er meint, große Taten verlangten manchmal den Bruch alter Regeln, und würde für den Feldherrn sterben. Octavio verteidigt dagegen die bestehende Ordnung als Grundlage des Friedens. Er befürchtet außerdem, Wallenstein habe Max absichtlich seine Tochter Thekla ins Lager begleiten lassen und ihm damit eine Falle gestellt.

Wallensteins Pläne und die Forderungen des Kaisers

Wallensteins Astrolog Seni lässt einen Versammlungsraum nach astrologischen Regeln vorbereiten. Wallenstein vertraut darauf, dass die Sterne das menschliche Schicksal lenken und ihm den richtigen Zeitpunkt zum Handeln zeigen. Seine Frau berichtet, dass er am Kaiserhof seine Fürsprecher verliere und bereits über einen Nachfolger gesprochen werde. Sie bittet ihn um Gehorsam, doch Wallenstein erklärt, er könne dem Kaiser nicht länger vertrauen.

Wallenstein begrüßt Thekla, die er wegen des Krieges seit acht Jahren nicht gesehen hat. Da er keinen männlichen Nachfolger besitzt, soll sie sein Erbe erhalten. Zugleich wird deutlich, dass Max und Thekla einander nahestehen.

Aus Briefen und einem Gespräch mit seinem Schwager Terzky geht hervor, dass Wallenstein heimlich mit den Schweden verhandelt, obwohl diese Feinde des Kaisers sind. Terzky drängt ihn zum Handeln. Wallenstein will den Krieg zwar beenden, Deutschland aber zuvor von den Schweden befreien und als dessen Retter gelten. Illo schürt unterdessen gezielt die kaiserfeindliche Stimmung und misstraut Octavio; Wallenstein hält jedoch an seinem Vertrauen zu diesem fest. Illo und Terzky sollen von den Truppenführern einen Eid bedingungsloser Treue beschaffen, der auch im Fall eines Vorgehens gegen den Kaiser gelten würde.

Questenberg übermittelt zwei kaiserliche Befehle: Wallenstein soll sofort Regensburg befreien und acht Regimenter den spanischen Verbündeten überlassen. Die Generale lehnen den Winterfeldzug wegen der Belastung der Truppen ab. Wallenstein sieht in der Abgabe der Regimenter einen Versuch, seine Stellung zu schwächen und ihn abzusetzen. Er kündigt deshalb an, den Oberbefehl niederzulegen. Die erschrockenen Generale bitten ihn, seine Entscheidung aufzuschieben, und mehrere Kommandeure versichern ihm ihre Treue.

Liebe und geplanter Treuebetrug

Illo und Terzky planen, die Offiziere durch Täuschung an Wallenstein zu binden. Vor einem Fest soll ein Treueeid vorgelesen werden, der nur gilt, soweit die Pflichten gegenüber dem Kaiser dies erlauben. Zur Unterschrift wollen sie später jedoch eine Abschrift ohne diese einschränkende Klausel vorlegen. Die angetrunkenen Offiziere sollen den Unterschied nicht bemerken.

Max’ Unterschrift ist besonders wichtig. Terzky und seine Frau, die Gräfin Terzky, wollen dafür Max’ Liebe zu Thekla nutzen. Max berichtet der Gräfin, dass er und Thekla sich auf der Reise nach Pilsen ihre Liebe gestanden haben. Thekla sorgt sich zugleich um den Konflikt ihres Vaters mit dem Kaiser und warnt Max, niemandem zu vertrauen. Sie möchte auch Wallenstein und ihre Mutter noch nicht über die Beziehung informieren.

Die Gräfin erinnert Thekla an den Standesunterschied und behauptet, Wallenstein werde eine Verbindung mit Max niemals erlauben. Thekla hält Max aufgrund seines Wesens für ebenbürtig und ist bereit, ihre Liebe selbst gegen den Willen ihres Vaters zu verteidigen.

Der verfälschte Treueeid

Beim Fest der Truppenführer, an dem Wallenstein nicht teilnimmt, wird Max zunächst die Fassung des Eides mit der kaisertreuen Einschränkung gezeigt. Danach bringt Terzkys Adjutant Neumann die Abschrift ohne diese Klausel; das vorgelesene Original wird heimlich verbrannt. Buttler durchschaut den Plan, erklärt aber, ohnehin immer für Wallenstein kämpfen und ihn möglicherweise als Erben einsetzen zu wollen.

Während des ausgelassenen Festes äußern sich Offiziere abfällig über Kaiser und Kirche. Zwei Diener belauschen sie im Auftrag eines Paters. Am Ende unterschreiben die meisten betrunkenen Truppenführer die veränderte Erklärung, ohne sie erneut zu lesen. Octavio bleibt nüchtern, überfliegt den Text und unterschreibt trotzdem.

Max ist ebenfalls nüchtern, aber wegen seiner persönlichen Lage abwesend. Er verweigert die Unterschrift, weil er nicht in der Stimmung für Geschäfte sei. Der betrunkene Illo erwähnt öffentlich die entfernte Klausel. Einige Offiziere haben die Täuschung ebenfalls bemerkt, nehmen aber keinen Anstoß daran. Als Max weiterhin nicht unterschreibt, beschimpft Illo ihn als „Judas“ und bedroht ihn mit einem Dolch. Illo wird entwaffnet, und Max verlässt das Fest, ohne den Eid geleistet zu haben.

Octavios Auftrag und Max’ Entscheidung

Octavio weiht Max schließlich in seinen geheimen Auftrag ein. Ein Schreiben des Kaisers erklärt Wallenstein für geächtet und überträgt Octavio den Oberbefehl über dessen Armee. Octavio will diese Vollmacht erst einsetzen, wenn Wallenstein sich eindeutig gegen den Kaiser stellt. Er behauptet, Wallenstein habe ihm selbst von seinem Plan berichtet, sich mit den Schweden gegen Ferdinand II. zu verbünden.

Max kann dies nicht glauben und nimmt an, dass auch die Fälschung des Treueeides ohne Wallensteins Wissen erfolgte. Ein Bote meldet, Wallensteins geheimer Unterhändler sei auf dem Weg zu den Schweden von kaisertreuen Soldaten gefangen genommen worden. In seinem Gepäck befänden sich Briefe an die Schweden, die allerdings nicht Wallenstein, sondern Terzky unterschrieben habe. Der Unterhändler soll nach Wien gebracht und dort zu einer konkreten Beschuldigung Wallensteins bewegt werden.

Max lehnt es ab, sich an einer Intrige zu beteiligen. Er will Wallenstein persönlich mit den Vorwürfen konfrontieren und dessen wahre Absichten erfahren. Sollte Wallenstein im Recht sein, ist Max sogar bereit, Octavios Geheimnis preiszugeben und sich gegen seinen Vater zu stellen. Damit treffen seine Liebe zu Thekla, seine Treue zu Wallenstein und die Loyalität zu Vater und Kaiser unmittelbar aufeinander.

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