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Die Nonne

Die Nonne (der Originaltitel lautete im Französischen La religieuse) ist ein Roman von Denis Diderot. Erst nachdem der Text acht Jahre nach dem Tod Diderots …

Inhalt3 Abschnitte
  1. 1. Werk und Veröffentlichung
  2. 2. Suzanne Simonins Geschichte
  3. 3. Verfilmungen und weitere Materialien

Werk und Veröffentlichung

Die Nonne (französischer Originaltitel: La religieuse) ist ein Roman von Denis Diderot. Er behandelt die erzwungene Bindung einer jungen Frau an das Klosterleben und die Folgen von Konventionen, Geld, Scheinheiligkeit und religiösem Fanatismus. Der Text wurde acht Jahre nach Diderots Tod 1792 in Deutschland in Friedrich Melchior Grimms „Literarischer Korrespondenz“ herausgegeben. Erst 1796 erschien er in Paris unter dem Titel La religieuse.

Diderot bewunderte Samuel Richardson. Besonders dessen Roman Clarissa or, The History of a Young Lady (1748) beeinflusste das Sujet, also den Stoff, von La Religieuse. In seiner Lobesschrift Éloge de Richardson (1760) würdigte Diderot Richardson dafür, den Roman als Genre auf ein ernsthaftes Niveau gehoben zu haben.

Suzanne Simonins Geschichte

Die Handlung wird ohne Einschübe erzählt und folgt ihrer zeitlichen Abfolge. Suzanne Simonin berichtet ihre Lebensgeschichte in Briefen. Ihre Eltern zwingen sie gegen ihren Willen, Ordensschwester zu werden. Eine standesgemäße Heirat ist finanziell nicht möglich, weil Suzanne das uneheliche Kind eines früheren Geliebten ihrer Mutter ist.

Suzanne hasst das Klosterleben. Zunächst findet sie bei einer verständnisvollen Oberin Unterstützung, doch ihr Wunsch nach Freiheit bleibt bestehen. Später wird sie unter einer neuen Äbtissin, die fanatisch und grausam ist, durch diese und durch Mitschwestern unterdrückt und schikaniert. In insgesamt drei Klöstern erlebt sie die Macht gesellschaftlicher Konventionen und des Geldes sowie Scheinheiligkeit und religiösen Fanatismus.

Möglicherweise wurde Diderot durch seine Schwester Angélique Diderot (1720–1749) angeregt: Sie trat einem Ursulinen-Orden bei und starb dort jung in einem Zustand psychischer Verwirrung.

Verfilmungen und weitere Materialien

Der Roman wurde mehrfach verfilmt. Eine bedeutende Adaption ist Die Nonne von Jacques Rivette aus dem Jahr 1966. Anna Karina spielt Suzanne Simonin, Liselotte Pulver ihre letzte Oberin. Der Film war bei den Filmfestspielen von Cannes 1966 für die Goldene Palme nominiert. Als bisher letzte Verfilmung kam am 31. Oktober 2013 Guillaume Nicloux’ Die Nonne in die Kinos.

Zu den genannten Ausgaben gehören eine französischsprachige Online-Ausgabe von La religieuse beim Projekt Gutenberg sowie die von Florence Lotterie herausgegebene Ausgabe La Religieuse (Paris, Flammarion, 2009). Als deutsche Ausgabe wird Die Nonne: Sittenroman aus dem 18. Jahrhundert genannt; die erste deutsche, anonym erschienene Übersetzung wurde 1797 in Zürich gedruckt. Außerdem gibt es die 2023 veröffentlichte 53-minütige ARTE-France-Dokumentation Die Nonne – Geschichte eines Skandalromans unter der Regie von Fanny Belvisi.

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