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Der Besuch

Der Besuch ist ein Spielfilm aus dem Jahr 1964 und eine Filmadaption des Bühnenstückes Der Besuch der alten Dame von Friedrich Dürrenmatt.

Inhalt5 Abschnitte
  1. 1. Überblick
  2. 2. Handlung
  3. 3. Adaption und Produktion
  4. 4. Besondere Hintergründe
  5. 5. Einordnung und Auszeichnungen

Überblick

Der Besuch ist ein Spielfilm aus dem Jahr 1964. Er ist eine Filmadaption des Bühnenstücks Der Besuch der alten Dame von Friedrich Dürrenmatt. Der Originaltitel lautet The Visit. Der Film entstand als internationale Produktion aus Italien, den Vereinigten Staaten, Deutschland und Frankreich, wurde in englischer Sprache gedreht und hat eine Länge von 100 Minuten. Die Altersfreigabe ist FSK 16.

Regie führte Bernhard Wicki, das Drehbuch schrieb Ben Barzman. In den Hauptrollen spielen Ingrid Bergman als Claire Zachanassian und Anthony Quinn als Serge Miller. Weitere wichtige Rollen sind unter anderem Irina Demick als Anya, Paolo Stoppa als Arzt, Ernst Schröder als Bürgermeister, Richard Münch als Lehrer und Leonard Steckel als Priester.

Handlung

Im Mittelpunkt steht Claire Zachanassian, eine sehr reiche Frau, die nach vielen Jahren in ihren Heimatort zurückkehrt. Die Stadt hat große Geldprobleme. Deshalb hofft der Bürgermeister, dass Claire als reiche Tochter der Stadt finanzielle Hilfe leisten wird.

Claire Zachanassian verbindet mit dem Ort jedoch eine schmerzhafte Vergangenheit. Als Teenager erwartete sie ein Kind von Serge Miller und wurde daraufhin von den Bürgern aus der Stadt vertrieben. Ihr Besuch ist deshalb nicht nur eine Rückkehr, sondern auch der Zeitpunkt für Rache.

Sie erklärt sich bereit, der Stadt bei ihren Geldsorgen zu helfen. Ihre Bedingung ist jedoch, dass Serge Miller getötet wird. Unter dem Druck der finanziellen Not kommt es tatsächlich zu einem Todesurteil gegen ihn. Erst kurz vor der Hinrichtung begnadigt Claire Zachanassian ihren früheren Liebhaber.

Adaption und Produktion

Ein zentraler Unterschied zwischen dem Film und Dürrenmatts Theaterstück ist das Happy End. Im Bühnenstück wird Serge Miller, der dort Alfred Ill heißt, tatsächlich ermordet. Für die Filmfassung verlangte 20th Century Fox von Bernhard Wicki eine Änderung: Claire rettet Serge am Ende vor der Hinrichtung. Außerdem wurde der Handlungsort von der Schweiz in ein Land auf dem Balkan verlegt.

Der Film wurde vom 9. September bis zum 17. Dezember 1963 in englischer Sprache im Filmstudio Cinecittà gedreht. Die Außenaufnahmen entstanden in Ponte Galeria bei Rom. Léon Barsacq entwarf die Bauten, René Hubert die Kostüme.

Die Welturaufführung fand am 6. Mai 1964 im Wettbewerb der Internationalen Filmfestspiele von Cannes statt. Die deutsche Kinopremiere war am 17. September 1964 an der Filmbühne Wien in Berlin.

Besondere Hintergründe

Bernhard Wicki war sowohl mit Friedrich Dürrenmatt als auch mit Max Frisch befreundet. Zwischen Dürrenmatt und Frisch bestand laut Artikel eine Freundschaft, aber auch eine Rivalität. Max Frisch lebte damals in Rom und besuchte die Dreharbeiten.

Im Film hat Frisch einen 8-Sekunden-Auftritt, bei dem er deutlich zu erkennen ist. Dieser Auftritt blieb mehr als ein halbes Jahrhundert fast unbemerkt und war selbst Kennern von Dürrenmatt und Frisch nicht bekannt.

Einordnung und Auszeichnungen

Das Lexikon des internationalen Films bewertet Bernhard Wickis Inszenierung gemischt. Es nennt einige Glanzpunkte, kritisiert aber, dass der Film weitgehend einem vordergründigen Realismus verfalle und aus der bitteren Parabel ein eher konventionelles Melodram mache. Das Happy End wirke wie ein aufgezwungener Kompromiss.

Der Film wurde für den Wettbewerb um die Goldene Palme bei den Internationalen Filmfestspielen von Cannes 1964 nominiert. Außerdem wurde der Schweizer Kostümbildner René Hubert 1965 für seine Arbeit an diesem Film für einen Oscar nominiert.

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