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Das neue Buch Hiob

Nachdem sie mehrere Erdbeben erleben und durch mehrere Universen transportiert werden – in einer dieser Welten ist Wicca die dominierende Religion in …

Inhalt6 Abschnitte
  1. 1. Kern des Romans
  2. 2. Reise durch Parallelwelten
  3. 3. Alexander und Margrethe
  4. 4. Jüngstes Gericht und Himmel
  5. 5. Gott, Satan und höhere Mächte
  6. 6. Bezüge und Ausgaben

Kern des Romans

Das neue Buch Hiob ist ein Science-Fiction-Roman von Robert A. Heinlein aus dem Jahr 1984. Der Originaltitel lautet Job, A Comedy of Justice. Im Mittelpunkt steht Alexander Hergensheimer, ein streng fundamental-christlicher Mann, der auf unerklärliche Weise immer wieder in Paralleluniversen gerät. Ein Paralleluniversum ist hier eine alternative Welt, die der bekannten Wirklichkeit ähnelt, sich aber in wichtigen Punkten unterscheidet.

Der Roman verbindet Science-Fiction mit religiösen Motiven. Alexander erlebt nicht nur verschiedene Versionen der Erde, sondern schließlich auch den Tag des Jüngsten Gerichtes, also das christliche Endgericht am Ende der Welt. Dabei wird sein festes religiöses Weltbild zunehmend erschüttert.

Reise durch Parallelwelten

Alexander Hergensheimer lebt zu Beginn in einem alternativen Universum, in dem die USA deutlich konservativer sind. Die Hindenburg-Katastrophe hat dort nie stattgefunden, und William Jennings Bryan war mit seiner Präsidentschaftskandidatur erfolgreich. Alexander gehört einer fundamental-christlichen Sekte an.

Die Handlung beginnt auf einer Kreuzfahrt in Polynesien. Durch eine Wette läuft Alexander über glühende Kohlen und verliert das Bewusstsein. Danach stellt er fest, dass seine Reisegruppe verschwunden ist. Bald bemerkt er immer mehr Dinge, die nicht zu seiner gewohnten Welt passen: Kleidungsvorschriften sind lockerer, und Frauen zeigen sich in der Öffentlichkeit barbusig. Er erkennt schließlich, dass er in ein anderes Universum versetzt wurde.

In dieser neuen Welt hat er offenbar die Rolle eines Mannes namens Alec Graham übernommen. Dieser hat eine Beziehung mit der Stewardess Margrethe und trägt als Geldwäscher für die Mafia eine sehr große Geldsumme bei sich. Als Alexander seine Fingerabdrücke mit denen auf „seinem“ Pass vergleichen will, kollidiert das Schiff mit einem Eisberg. Er und Margrethe werden über Bord geschleudert.

Alexander und Margrethe

Nach ihrer Rettung befinden sich Alexander und Margrethe erneut in einer anderen Welt. Dort arbeiten sie in Mexiko als Tellerwäscher. Später erleben sie mehrere Erdbeben und werden wiederholt in weitere Universen versetzt. In einer dieser Welten ist Wicca, eine moderne heidnische Religion, die dominierende Religion in Amerika.

Alexander deutet die Ereignisse religiös. Er kommt zu dem Schluss, dass das Ende der Welt und die Entrückung kurz bevorstehen. Entrückung bedeutet in diesem Zusammenhang, dass Gläubige vor oder während des Weltendes zu Gott aufgenommen werden. Gleichzeitig glaubt Alexander, selbst nicht in einem Zustand der Gnade zu sein, weil er einige der Zehn Gebote gebrochen hat.

Noch stärker sorgt er sich um Margrethe. Sie erklärt ihm, dass sie eine Heidin sei. Sie erwartet nicht das christliche Weltende, sondern Ragnarök, den Weltuntergang aus der nordischen Mythologie. Für sie könnten die Wechsel zwischen den Welten das Werk Lokis sein.

Jüngstes Gericht und Himmel

Als Alexander und Margrethe in einer Kirche beten, fährt der Heilige Geist auf Alexander herab und reinigt ihn von seinen Sünden. Kurz darauf beginnt das Ende der Welt. Alexander wird entrückt und steigt in den Himmel auf. Weil er nicht mehr atmen, essen oder trinken muss, merkt er zunächst nicht, dass seine Reise jahrelang dauert.

Währenddessen bricht auf der Erde im Nahen Osten ein Krieg aus. Mehrere Personen, die Alexander auf der Erde getroffen hat, sterben als Märtyrer. Märtyrer sind Menschen, die wegen ihres Glaubens sterben. Im Himmel begegnet Alexander ihnen später als Heiligen wieder.

Auch Alexander wird im Himmel zum Heiligen erhoben. Doch der Himmel entspricht nicht seinen Erwartungen. Nach und nach gerät sein geschlossenes christliches Weltbild ins Wanken.

Gott, Satan und höhere Mächte

Im Himmel erfährt Alexander, dass Gott und Satan Brüder sind. Sie erscheinen als Spieler in einem viel größeren Spiel und werden von einem Höchsten Wesen überragt. Gott verlangt Anbetung und nutzt widersprüchliche sowie unangenehme Regeln, um seine Geschöpfe zu kontrollieren.

Satan dagegen hat die Hölle gegen Gottes erklärten Willen in einen angenehmen Ort umgestaltet. Diese Darstellung kehrt Alexanders bisherige Vorstellungen von Himmel, Hölle, Gott und Satan stark um. Margrethe ist nach ihrem Tod von Odin nach Walhalla geführt worden. Schließlich darf Alexander sie wiedersehen.

Bezüge und Ausgaben

Der Roman wird in Heinleins fiktionales Universum eingeordnet. Das Universum, in dem Wicca die vorherrschende Religion ist, scheint dasselbe zu sein wie in Heinleins Roman Revolte auf Luna, weil die Mondkolonien Luna City und Tycho Under erwähnt werden. Außerdem gibt es eine Anspielung auf den dämonischen Gott Glaroon aus der Kurzgeschichte Sie, der kurz als einer von Gottes „Kollegen“ erscheint.

Auf Deutsch erschien Das neue Buch Hiob bei Bastei-Lübbe. Genannt werden die Ausgaben von 1985 mit der ISBN 3-404-28132-2 und von 1989 mit der ISBN 3-404-24118-5.

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