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Christiane Ritter (Autorin)
Christiane Ritter, geborene Christiane Knoll, (* 13. Juli 1897 in Karlsbad; † 29. Dezember 2000 in Wien) war eine österreichische Malerin und Autorin.
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Überblick
Christiane Ritter, geborene Christiane Knoll, (* 13. Juli 1897 in Karlsbad; † 29. Dezember 2000 in Wien) war eine österreichische Malerin und Autorin. Bekannt wurde sie vor allem durch ihr Buch Eine Frau erlebt die Polarnacht über ihren Aufenthalt auf Spitzbergen 1934/35. Das Werk zählt zu den Standardwerken der deutschsprachigen Polarliteratur und wurde in neun Sprachen übersetzt.
Ausbildung und Familie
Ritters Urgroßvater gründete die Porzellanmanufaktur Carl Knoll in Fischern bei Karlsbad. Ihr Vater war Rechtsanwalt, ihre Mutter musisch vielseitig begabt. Zunächst wollte Christiane Ritter Tänzerin werden, wandte sich dann jedoch den bildenden Künsten zu. Ihre Grundlagen als Malerin und Illustratorin erwarb sie an verschiedenen Schulen in München, Wien und Berlin.
Mit 20 Jahren heiratete sie Hermann Ritter (1891–1968), der kurz zuvor sein Schiffsoffizierspatent erhalten hatte. Wenig später wurde ihre Tochter Karin geboren.
Aufenthalt auf Spitzbergen
Im Sommer 1934 kam Christiane Ritter mit dem Schiff in Ny-Ålesund an. Zusammen mit ihrem Mann reiste sie weiter nach Gråhuken, dem nördlichsten Punkt von Andrée-Land im Norden Spitzbergens zwischen Woodfjorden und Wijdefjorden. Dort lebte sie bis zum Sommer 1935 in einer einsamen Hütte, fernab jeder Zivilisation.
Den Winter verbrachte sie weitgehend allein, weil ihr Mann oft tagelang auf der Jagd war. In Eine Frau erlebt die Polarnacht schilderte sie diese Zeit; darin sind auch einige ihrer Bilder aus Spitzbergen abgedruckt. Anders als viele frühere Berichte, die Aufenthalte in der Arktis vor allem als extrem entbehrungsreich und strapaziös darstellten, beschrieb Ritter den Wert der arktischen Natur für Menschen und Psyche sowie ihre eigene Veränderung im hohen Norden.
Spätere Jahre und Werk
Nach dem Zweiten Weltkrieg zog die Familie nach Leoben in der Steiermark. 1985 übersiedelte Christiane Ritter nach Wien. Dort starb sie 103-jährig und wurde auf dem Grinzinger Friedhof bestattet: Gruppe 28, Reihe 3, Nummer 8.
Eine Frau erlebt die Polarnacht erschien erstmals 1938 im Propyläen-Verlag in Berlin. Eine 22. Auflage veröffentlichte Ullstein 2009 in Berlin (ISBN 978-3-548-37284-6). Fremdsprachige Ausgaben erschienen unter anderem 1952 in Paris, 1954 in New York, 1956 in London, 1964 in Mexiko, 1966 in Bratislava und Budapest, 1967 in Sofia, 2010 in Vancouver, 2018 in Amsterdam sowie 2020 in Prag und Rovoreto; einige wurden bis in die Gegenwart mehrfach neu aufgelegt.