Zum Inhalt springen
L

Wikipedia · einfach zusammengefasst · Stand

Christian Geiger (Verwaltungswissenschaftler)

Christian Philipp Geiger (* 11. April 1983 in Tettnang) ist ein deutscher Politik- und Verwaltungswissenschaftler. Er arbeitet als Professor für Digital …

Inhalt3 Abschnitte
  1. 1. Person und beruflicher Werdegang
  2. 2. Forschung zur digitalen Verwaltung
  3. 3. Engagement und Veröffentlichungen

Person und beruflicher Werdegang

Christian Philipp Geiger (* 11. April 1983 in Tettnang) ist ein deutscher Politik- und Verwaltungswissenschaftler. Er ist Professor für Digital Government, Innovation und Transformation an der Berner Fachhochschule (BFH) und arbeitet dort in den Bereichen Verwaltungs- und Wirtschaftsinformatik. Digital Government bezeichnet die digitale Gestaltung staatlicher Verwaltung und ihrer Leistungen.

Geiger studierte Politik- und Verwaltungswissenschaften an der Universität Konstanz und absolvierte anschließend ein Masterstudium in Public Management and Governance an der Zeppelin Universität. 2017 promovierte er dort zum Dr. rer. soc. Seine Dissertation trug den Titel „Open.Government – Staat.Leitbild.2.0“.

Von 2009 bis 2013 war Geiger akademischer Mitarbeiter am Lehrstuhl für Verwaltungs- und Wirtschaftsinformatik der Zeppelin Universität am Deutsche Telekom Institute for Connected Cities. Von 2013 bis 2017 arbeitete er im Projekt Ulm 2.0 der Stadt Ulm. Seine Themen waren dort Smart City, Open Government, Open Data, Social Media und E-Government. Smart City bezeichnet eine Stadt, in der digitale Technologien für die Weiterentwicklung städtischer Aufgaben und Angebote genutzt werden; Open Data meint frei zugängliche Daten, insbesondere des öffentlichen Sektors; E-Government bezeichnet die digitale Unterstützung staatlicher Verwaltungsleistungen.

Von 2017 bis 2023 war Geiger Chief Digital Officer (CDO) der Stadt St. Gallen. Damit war er der erste CDO im öffentlichen Sektor in der Schweiz. Seit September 2023 ist er Professor am Institut Public Sector Transformation der BFH. Seit 2024 leitet er dort die Fachgruppe Public Sector Innovation. Seit 2025 ist er Studiengangleiter des schweizweit ersten Master-Studiengangs zum Thema Digital Government an der BFH.

Forschung zur digitalen Verwaltung

Geigers Forschung befasst sich mit der digitalen Transformation und Innovation im öffentlichen Sektor. Digitale Transformation meint dabei die grundlegende Veränderung von Organisationen und Verwaltungsabläufen durch digitale Technologien. Innovation bezeichnet die Entwicklung und Umsetzung neuer Ansätze, mit denen öffentliche Aufgaben verbessert werden können.

Zu seinen Schwerpunkten gehören Open Government, Bürgerpartizipation, datengetriebene Verwaltungsmodernisierung und Smart Cities. Open Government steht für eine stärker geöffnete und nachvollziehbare Verwaltung, in der unter anderem Informationen, Daten und Beteiligungsmöglichkeiten eine wichtige Rolle spielen. Bürgerpartizipation bezeichnet die Beteiligung von Bürgerinnen und Bürgern an politischen oder verwaltungsbezogenen Prozessen. Eine datengetriebene Verwaltungsmodernisierung nutzt Daten systematisch, um Verwaltungshandeln weiterzuentwickeln.

Geiger untersucht, wie organisatorischer Wandel und Innovation dazu beitragen können, dass Digitalisierung und Technologien wie künstliche Intelligenz den öffentlichen Sektor effizienter und transparenter machen. Ein wesentlicher Bestandteil seiner Forschung sind deshalb Organisationsentwicklung, Organisationskultur und organisationaler Wandel. Diese Bereiche betreffen die Entwicklung von Strukturen und Abläufen, die gemeinsamen Werte und Verhaltensweisen einer Organisation sowie ihre dauerhafte Veränderung. Sie sollen die Voraussetzungen schaffen, damit neue Technologien in der Verwaltung tatsächlich umgesetzt werden können.

Engagement und Veröffentlichungen

Geiger ist Mitglied der Gesellschaft für Informatik und engagiert sich im Leitungsgremium „Informatik in Recht und Öffentlicher Verwaltung (RVI)“. Von 2018 bis 2023 war er Gründungspräsident des Smart City Hub Switzerland. Von 2022 bis 2023 vertrat er die Interessen des Schweizerischen Städteverbandes im Operativen Führungsgremium der Digitalen Verwaltung Schweiz (DVS).

Seine Veröffentlichungen behandeln vor allem Open Government, Open Government Data, bürgerschaftliches Engagement im Web 2.0, organisatorischen Wandel sowie die Verbindung von Open Data und künstlicher Intelligenz. Zu den genannten Publikationen gehören „Open Government and (Linked) (Open) (Government) (Data)“ von C. P. Geiger und J. Von Lucke aus dem Jahr 2012, „Open Government Data – Frei verfügbare Daten des öffentlichen Sektors“ von J. Von Lucke und C. Geiger aus dem Jahr 2010 sowie „Transformation des Politikzyklus durch Open Data und künstliche Intelligenz“ von C. P. Geiger und J. Von Lucke aus dem Jahr 2025. Außerdem veröffentlichte Geiger 2024 den Beitrag „Organisationaler Wandel. Sandboxing als Katalysator“.

Weiterlesen