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Chamonix-Mont-Blanc
Chamonix-Mont-Blanc (seit 1921 offizieller Name), meistens kurz Chamonix genannt, ist eine französische Gemeinde mit 8.705 Einwohnern (Stand: 1.
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Überblick und Bedeutung
Chamonix-Mont-Blanc, meist kurz Chamonix genannt, ist eine französische Gemeinde im Département Haute-Savoie in der Region Auvergne-Rhône-Alpes. Sie hat 8.705 Einwohnerinnen und Einwohner (Stand: 1. Januar 2023), umfasst 116,53 km² und liegt auf einer Höhe von 995 bis 4810 m. Seit 1921 ist Chamonix-Mont-Blanc der offizielle Name. Der Ort ist als Skiort und als Zentrum des Alpinismus in Frankreich international bekannt.
Besonders wichtig ist Chamonix wegen seiner Lage am Mont-Blanc-Massiv und wegen seiner Rolle im Wintersport: Die Gemeinde war Austragungsort der I. Olympischen Winterspiele und gehört zu den größten und bekanntesten Wintersportorten Frankreichs. Außerdem wurde Chamonix-Mont-Blanc im Rahmen der Alpenkonvention zur Alpenstadt des Jahres 2015 gekürt.
Lage und Siedlungen
Chamonix ist die östlichste Gemeinde des Départements Haute-Savoie. Sie liegt im Tal der Arve. Dort vereinigt sich die Arve mit dem l’Arveyron, dem Abfluss des Gletschers Mer de Glace. Direkt südlich des Ortes erhebt sich das Mont-Blanc-Massiv; von dort fließt der Glacier des Bossons in Richtung Chamonix hinunter. Im Norden wird das Tal vom Gebirgszug der Aiguilles Rouges begrenzt, der als Naturschutzgebiet ausgewiesen ist.
Zur Gemeinde gehören mehrere Ortsteile und Ortschaften, darunter Les Bossons, Les Praz de Chamonix, Les Tines und Le Lavancher. Außerdem zählen Argentière mit dem Skigebiet Les Grands Montets sowie Le Tour im Norden des Tals von Chamonix zur Gemeinde.
Geschichtliche Entwicklung
Die Geschichte von Chamonix reicht bis in das 11. Jahrhundert zurück. Damals wurde das Tal vom Grafen Aimon I. von Genf an das Kloster Sacra di San Michele verschenkt. Am 11. März 1817 wurde der Ort von einem Erdbeben getroffen.
Für die spätere Entwicklung des Ortes war der Tourismus besonders wichtig. Die erste touristische Erschließung begann Ende des 18. und Anfang des 19. Jahrhunderts. Daraus entwickelte sich Chamonix zu einem bekannten Ziel für Bergsport, Wintersport und Alpinismus.
Verkehr und Bergbahnen
Chamonix ist nach Nordosten über den Gebirgspass Col des Montets verbunden; dieser Pass liegt auf 1461 m und führt in Richtung Schweiz. Im öffentlichen Verkehr spielt die Bahn eine wichtige Rolle. Chamonix-Mont-Blanc liegt an der meterspurigen Bahnstrecke Saint-Gervais–Vallorcine. Im Bahnhof Saint-Gervais-les-Bains-Le Fayet gibt es Anschluss an die normalspurige Bahnstrecke La Roche-sur-Foron–Saint-Gervais, an TGV-Züge nach Paris und an die ebenfalls meterspurige Tramway du Mont-Blanc, eine Zahnradbahn zum Glacier de Bionnassay.
In Vallorcine besteht Anschluss in die Schweiz über die ebenfalls meterspurige Bahnstrecke der ehemaligen Martigny-Châtelard-Bahn. Diese gehört seit dem 1. Januar 2000 zu den Transports de Martigny et Régions und führt nach Martigny im Kanton Wallis. In Chamonix-Mont-Blanc beginnt außerdem die Chemin de fer du Montenvers, eine Zahnradbahn auf den 1913 m hohen Montenvers.
Eine bedeutende Seilbahn führt aus dem Tal von Chamonix-Mont-Blanc auf die Aiguille du Midi. Die Aiguille du Midi ist 3842 m hoch. Die Téléphérique de l’Aiguille du Midi erreicht über die Zwischenstation Plan de l’Aiguille auf 2310 m die Bergstation auf 3777 m.
Wintersport und Tourismus
Chamonix ist einer der wichtigsten Wintersportorte Frankreichs. Zur Gemeinde gehören mehrere Skigebiete, die unterschiedliche Schwierigkeitsgrade und Zielgruppen abdecken. Die Skiberge Le Brévent und La Flégère liegen bei Chamonix; La Flégère gilt als Familienskigebiet, Le Brévent bietet vor allem mittelschwere und sehr schwere Pisten. Beide Gebiete sind durch die Flégère/Brévent Liaison lifttechnisch verbunden. Am Ortsrand liegt Les Planards, ein kleines Übungsgebiet vor allem für Anfänger. Am nördlichen Talende befindet sich die Domaine de Balme, die von Le Tour auf 1480 m und von Vallorcine auf 1260 m mit Gondelbahnen erreichbar ist.
Die Skigebiete und Ortsteile im oberen Tal der Arve sind durch ein öffentliches Bussystem verbunden und teilweise auch über die Bahnlinie Saint-Gervais–Vallorcine erreichbar. Zu den genannten Gebieten gehören Domaine de Balme mit 29 Pistenkilometern, Grands Montets bei Argentière mit 29 Pistenkilometern, Les Planards mit 2,5 Pistenkilometern, Brévent/Flégère mit 56 Pistenkilometern und Les Houches mit 55 Pistenkilometern. Les Houches ist auch von Saint-Gervais-les-Bains mit der Tramway du Mont-Blanc erreichbar.
Eine besondere Rolle spielt die Aiguille du Midi. Sie erschließt die Abfahrt durch das Gletschertal Vallée Blanche. Diese Abfahrt hat mit 2753 Höhenmetern den größten Höhenunterschied der Alpen, ist aber weder präpariert noch markiert. Wegen des hochalpinen Geländes wird sie nur mit Bergführer empfohlen. Die Aiguille du Midi ist außerdem ein Ausgangspunkt für Bergsteiger, die den Mont Blanc besteigen wollen, und für die Gletscherabfahrt durch das Vallée Blanche und über das Mer de Glace.
Das Skigebiet umfasst laut Artikel 69 Pisten mit insgesamt 152 km Länge: 52 km leicht, 70 km mittel und 30 km schwer. Die längste Abfahrt ist Les Grands Montets mit 2,1 km Höhenunterschied. Genannt werden außerdem 54 Schneekanonen und 47 Liftanlagen, darunter 12 Gondeln, 16 Sessellifte und 19 Schlepplifte. Die Saison dauert von Dezember bis April. Mit dem Skipass „Mont Blanc Unlimited“ sind alle genannten Gebiete sowie Megève/Saint-Gervais-les-Bains nutzbar; ab zwei Tagen zusätzlich Courmayeur und ab sechs Tagen Verbier/4 Vallées.
Chamonix ist auch ein Zentrum für Freeriding und Extremskifahren. Freeriding bedeutet Skifahren abseits präparierter Pisten; Extremskifahren bezeichnet besonders schwierige und riskante Abfahrten im alpinen Gelände. In Chamonix befindet sich zudem das Centre Nationale du Ski et de l’Alpinisme, das nationale Zentrum für Skisport und Alpinismus. Der Ort ist Ausgangspunkt der Haute Route, einer hochalpinen, mehrtägigen Skidurchquerung durch die Walliser Alpen bis nach Zermatt in der Schweiz. Außerdem startet oder findet hier der Ultra-Trail du Mont-Blanc statt, einer der anspruchsvollsten Bergmarathons weltweit.
Sommer, Partnerschaften und Personen
Auch im Sommer ist Chamonix ein wichtiger Ort für Bergsport. Es ist Ausgangsort für zahlreiche Trekkingtouren, darunter die Tour du Mont-Blanc. Trekking meint längere Wanderungen, oft über mehrere Tage und in anspruchsvollem Gelände. Jährlich im Juni findet der Marathon du Mont Blanc statt. Außerdem ist bei Chamonix Base-Jumping möglich, also das Springen mit Fallschirm von festen Absprungpunkten wie Felsen oder Bauwerken.
Chamonix unterhält Städtepartnerschaften mit Garmisch-Partenkirchen in Deutschland, Courmayeur in Italien, Cilaos auf Réunion in Frankreich, Davos in der Schweiz, Aspen in Colorado in den Vereinigten Staaten und Fujiyoshida in Japan. Diese Partnerschaften zeigen die internationale Vernetzung des Ortes, besonders mit anderen bekannten Berg- und Wintersportregionen.
Der Artikel nennt zahlreiche Persönlichkeiten, die mit Chamonix verbunden sind, vor allem aus Bergsport, Wintersport und Alpinismus. Dazu gehören Michel-Gabriel Paccard, Arzt und Alpinist, Jacques Balmat, Bergführer, Bergsteiger und Kristallsucher, sowie Michel Croz, Bergführer und Erstbesteiger des Matterhorns. Viele weitere genannte Personen stammen aus Sportarten wie Skirennen, Biathlon, Eishockey, Curling, Freestyle-Skiing, Nordischer Kombination und Skispringen. Dadurch wird deutlich, dass Chamonix nicht nur ein Tourismusort ist, sondern auch stark mit alpiner Sportgeschichte und Wintersport verbunden ist.