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Cash Crops
Cash Crops (englisch für „Bargeld-Pflanzen“) ist ein Begriff aus der Agrarökonomie, der in der Literatur nicht einheitlich verwendet wird.
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Begriff und unterschiedliche Definitionen
Cash Crops („Bargeld-Pflanzen“) sind ein Begriff der Agrarökonomie, der nicht einheitlich verwendet wird. Je nach Definition heißen sie auf Deutsch Exportfrüchte oder Marktfrüchte; das Gegenstück sind Food Crops.
Mindestens vier Definitionen sind gebräuchlich. Cash Crops können alle vermarkteten Überschüsse sein, alle Erzeugnisse außer Grundnahrungsmitteln, landwirtschaftliche Erzeugnisse außer Nahrungsmitteln oder landwirtschaftliche Erzeugnisse, die exportiert werden. Zusammenfassend sind damit Produkte aus Pflanzen-, Tier- oder Forstproduktion gemeint, die für den Markt und nicht zur Selbstversorgung der Bauern oder des Landes hergestellt werden. Beispiele sind Bananen und Kaffee.
Umstrittene Folgen
Simon Maxwell und Adrian Fernando stellten 1989 eine kontroverse Debatte über Cash Crops fest. Sie betrifft Wirtschaftswachstum, die Verteilung von Einkommen und Armut, Nahrungsmittelsicherheit, Abhängigkeit und Umwelt. Bis 1989 gab es zu den Folgen für das Wirtschaftswachstum nur sehr wenige Fallstudien; ihre Ergebnisse unterschieden sich.
Armut, Einkommen und Anbauformen
1989 überwog die Auffassung, Cash Crops hätten negative Verteilungswirkungen. Eine wachsende Zahl von Fallstudien zeigte jedoch, dass arme Haushalte direkt oder über den Arbeitsmarkt profitieren können.
In Tansania überwanden besonders jene Bauern Armut, die ihre Landwirtschaft diversifizierten: Neben Nahrungsmitteln für den Eigenverbrauch bauten sie Cash Crops wie Gemüse, Obst und Vanille an und hielten Vieh. In traditionelleren Systemen blieb Armut eher bestehen. Auch in Uganda war Armutsüberwindung mit höherer Produktivität und einer Diversifizierung in kommerzielle Pflanzen verbunden. In Malawi erzeugen Kleinbauern 70 % des hauptsächlich exportierten Tabaks; dies ermöglichte ihnen einen sozioökonomischen Aufstieg. In Vietnam führte die Liberalisierung der Agrarmärkte zu stärkerer Marktorientierung von Kleinbauern, deutlich steigenden Einkommen und einem drastischen Rückgang ihrer Armutsquote.
Nahrungsmittelsicherheit
Kritiker wie Food First sehen Cash Crops als Gefahr für die Ernährungssicherheit. Moore Lappé und Collins (1977) argumentierten, die Ernährung armer Bevölkerungsgruppen sei nicht mehr gesichert, wenn Entwicklungsländer ihre Nahrungsmittelproduktion exportierten. Maxwell und Fernando bezeichnen diese Sicht als gefährliche Vereinfachung.
Per Pinstrup-Andersen (1983) kritisierte die Annahme, eine Umstellung von Cash Crops auf Grundnahrungsmittel löse das Hungerproblem. Sie berücksichtige weder möglichen Nutzen des Handels noch die unterschiedlichen Möglichkeiten von Gruppen, Nahrung zu erwerben. Von Braun und Kennedy (1986) fanden keine Hinweise auf einen Zielkonflikt zwischen Cash Crops und Grundnahrungsmitteln: Die meisten Länder erzielen entweder bei beiden Wachstum oder bei keinem.
Auf Haushaltsebene ist die Wirkung auf die Ernährung laut von Braun und Kennedy (1986) nicht eindeutig. Das Modell von Fafchamps (1992) legt nahe, dass Kleinbauern erst dann verstärkt Cash Crops anbauen, wenn sie Nahrungsmittel zu stabilen Preisen kaufen können, etwa durch ausreichende Transportinfrastruktur und Marktintegration. In diesem Zusammenhang ist Nahrungsmittelsicherheit eine Voraussetzung für den Anbau von Cash Crops durch Kleinbauern.
Abhängigkeit und Umwelt
Cash Crops können bestehende Abhängigkeiten verstärken oder neue schaffen. Kaffeeproduzenten können etwa vom Nachfrageverhalten der Konsumenten in reichen Ländern abhängen und unter Krisen leiden. Susan George (1985) warnte vor einer Abhängigkeit von multinationalen Konzernen bei der Vermarktung sowie von reichen Ländern bei der Lebensmittelversorgung. Laut UNCTAD kontrollierten 1980 drei der größten sechs multinationalen Konzerne 85–90 % des Kaffeehandels, 85 % des Kakaohandels und 70–75 % des Bananenhandels.
Eine Analyse kleinbäuerlicher Kakaoerzeugung in Indonesien zeigte, dass lokale Erzeugerpreise eng mit Weltmarktpreisen zusammenhängen. Die Kleinbauern erhielten im Durchschnitt jedoch hohe 70,2 % der Weltmarktpreise. Maxwell und Fernando (1989) hielten die Ansicht für übertrieben, Landwirte verlören durch die Produktion für den Weltmarkt die Kontrolle über ihre Produktionsentscheidungen.
Für eine stärkere Umweltbelastung durch exportorientierte Landwirtschaft gibt es laut Maxwell und Fernando (1989) keine Hinweise im Vergleich zur kommerziellen Nahrungsmittelproduktion für den Haushaltskonsum.