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Canal de Pommerœul à Condé
Der Canal de Pommerœul à Condé (deutsch: Pommerœul-Condé Kanal) ist der kanalisierte Unterlauf der Haine im Grenzgebiet zwischen Frankreich, …
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Bedeutung und Funktion
Der Canal de Pommerœul à Condé (deutsch: Pommerœul-Condé-Kanal) ist der kanalisierte Unterlauf der Haine im Grenzgebiet zwischen Frankreich und Belgien. Er verbindet den belgischen Canal Nimy-Blaton-Péronnes mit der kanalisierten Schelde und dient damit als grenzüberschreitende Wasserstraße. Seine Gesamtlänge beträgt etwa 13 Kilometer.
Verlauf
Der Kanal zweigt bei Pommerœul in der belgischen Region Wallonie vom Canal Nimy-Blaton-Péronnes ab. Dort befindet sich die erste Schleuse. Anschließend verläuft er in Richtung des Unterlaufs der Haine und schwenkt bei Hensies auf diesen ein. Zunächst liegen Kanal und Fluss nebeneinander; nach der zweiten und letzten Schleuse vereinigen sie sich.
Kurz danach erreicht die Wasserstraße bei Saint-Aybert die französische Grenze. Zwischen Fresnes-sur-Escaut und Condé-sur-l’Escaut mündet sie in die kanalisierte Schelde. Auf belgischer Seite führt sie durch den Naturpark Schelde-Ebenen, auf französischer Seite durch den Regionalen Naturpark Scarpe-Schelde.
Entstehung und Ausbau
Der Bau begann Anfang des 19. Jahrhunderts während der Regierungszeit Napoleons. 1817 wurde der Kanal in Betrieb genommen. Ursprünglich begann er bei der belgischen Stadt Mons und trug deshalb den Namen Canal de Mons à Condé.
Von 1823 bis 1826 entstand der Canal Pommerœul-Antoing. Dadurch musste Kohle aus dem Borinage, der Industrielandschaft um Mons, auf dem Weg zur Schelde nicht mehr durch Frankreich transportiert werden.
Bei der Modernisierung des belgischen Kanalnetzes wurde der Abschnitt Mons–Pommerœul in den 1960er Jahren durch den größeren, für die Großschifffahrt ausgelegten Canal Nimy-Blaton-Péronnes ersetzt. Der französische Abschnitt wurde erst 1982 auf die Schiffsnorm Grand Gabarit, also auf Abmessungen für größere Binnenschiffe, ausgebaut.
Sperrung und Wiedereröffnung
1992 wurde der Kanal auf französischer Seite für die Schifffahrt gesperrt. Schiffe, die von der kanalisierten Schelde nach Charleroi oder Brüssel fahren wollten, mussten seitdem einen Umweg von mehr als 20 Kilometern zurücklegen. Deshalb gab es mehrfach Bestrebungen, die Verbindung wieder zu öffnen.
Seit 2016 wurde der Kanal ausgebaut; am 30. November 2023 erfolgte die Wiedereröffnung. Die Kosten von 116 Mio. € trugen die Französische Republik, die Region Oberfrankreich, der Öffentlichkeitsservice der Wallonie und die Europäische Union. Vor der Schließung war der Kanal für Schiffe mit bis zu 1350 t Fracht geeignet, seit der Wiedereröffnung sind Schiffe mit bis zu 3000 t zugelassen.
Verbindung Seine–Schelde
Der Kanal steht im Zusammenhang mit dem Projekt Liaison Seine-Escaut, das die Flusssysteme von Seine und Schelde verbinden soll. Dazu wurde der Bau des 107 Kilometer langen und 54 Meter breiten Canal Seine-Nord Europe (SNE) beschlossen. Seine Fertigstellung ist für 2030 geplant.