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Cajun-Musik

Cajun-Musik [ˈkeidʒn̩] () ist die jahrhundertealte traditionelle Musik der frankophonen, Cajuns genannten Einwanderer, die im Cajun Country im …

Inhalt6 Abschnitte
  1. 1. Definition und Bedeutung
  2. 2. Entstehung und Überlieferung
  3. 3. Instrumente und musikalische Entwicklung
  4. 4. Tanz, Aufführung und Inhalte
  5. 5. Bekannte Musiker und Einflüsse
  6. 6. Cajun-Musik im Film

Definition und Bedeutung

Cajun-Musik ist die jahrhundertealte traditionelle Musik der frankophonen Einwanderer, die Cajuns genannt werden und im Cajun Country des US-Bundesstaats Louisiana leben. Sie gehört zusammen mit der französisch geprägten Sprache Cajun French, den Tänzen und der Cajun-Küche zur kulturellen Identität dieser Bevölkerungsgruppe.

Die Musik wird bis heute vor allem mündlich und durch gemeinsames Spielen weitergegeben; geschriebene Noten gibt es traditionell nicht. Stilistisch und geografisch ist sie mit der Zydeco-Musik verwandt.

Entstehung und Überlieferung

Die historischen Wurzeln liegen in Akadien, einer ostkanadischen Region. Nachdem der britisch-französische Krieg Mitte des 18. Jahrhunderts zugunsten der Briten geendet hatte, wurden viele französische Siedler von dort vertrieben. Nach langen Fluchtwegen gelangten zahlreiche Akadier nach Louisiana. Das Gebiet war damals gerade von Frankreich an Spanien übergegangen, hatte aber seinen französischen Gouverneur behalten. Nach einem kurzen erneuten Übergang an Frankreich verkaufte Napoléon Bonaparte Louisiana 1803 im Louisiana Purchase an die USA.

Die Akadier brachten ihre französische Kultur, Sprache und Musik mit. Ihre Sprache entwickelte sich in Louisiana zum Cajun French; ihre über Generationen überlieferte Musik wird heute Cajun-Musik genannt.

Instrumente und musikalische Entwicklung

Ursprünglich wurden die Lieder nur auf Fiddles, also Geigen, gespielt. Für den Rhythmus sorgten Löffel, die sogenannten Cajun spoons, und der „Tit-fer“ („kleines Eisen“), ein Triangel.

Um 1880 brachten deutsche Einwanderer das deutsche Melodeon nach Louisiana. Dieses Instrument ist eine Handharmonika beziehungsweise ein diatonisches Knopfakkordeon und wird heute Cajun Accordion genannt. Um 1920 wurde es auf die Tonarten C-Dur und D-Dur umgestellt, die besser zu den Fiddles passten. Danach wurde es schnell in die Cajun-Musik aufgenommen, weil es robust und ausreichend laut war.

In den 1930er Jahren kam die Gitarre hinzu, anschließend wurden auch Kontrabass und Schlagzeug verwendet. Später ergänzten die aus der Country-Musik stammende Pedal-Steel-Gitarre und gelegentlich das Banjo aus dem Bluegrass die Besetzung.

Swing, Rock ’n’ Roll und Country-Musik verringerten zeitweise die Beliebtheit der Cajun-Musik und veränderten ihren Stil stark. Musiker wie Iry LeJeune hielten jedoch am klassischen Stil fest. Ende der 1960er Jahre begann eine Renaissance, also eine Wiederbelebung der Musik.

Tanz, Aufführung und Inhalte

Cajuns spielen ihre Musik noch heute abends mit Freunden zu Hause auf der Veranda. Am Wochenende trifft sich die Bevölkerung in großen Hallen und Schuppen zum Tanz. Ein solcher Tanzabend heißt „au bal“ oder „Fais Do Do“. „Fais Do Do“ bedeutet „schlaf ein“ und erinnert daran, dass der abendliche Ball früher den Erwachsenen vorbehalten war, während die Kinder nebenan schlafen gelegt wurden.

Da die Veranstaltungen laut waren und zunächst keine elektrische Verstärkung zur Verfügung stand, mussten die Sänger in den Hallen sehr kräftig singen. Die Musik und ihre Tänze bestehen hauptsächlich aus schnellen Two-Steps und Stomps sowie langsamen Walzern.

Die Texte behandeln den Alltag und die harte Arbeit, traurige und lustige Ereignisse, Liebe, gutes Essen und den Tanz am Samstagabend. Dazu passt das Motto der Cajuns „Laissez les bons temps rouler“, sinngemäß: „Genießt das Leben“.

1952 machte der Country-Musik-Hit „Jambalaya“ von Hank Williams die Cajun-Musik, das Cajun Country und die typische Cajun-Küche weltweit bekannt.

Bekannte Musiker und Einflüsse

Zu den bekannten zeitgenössischen Cajun-Musikern aus Louisiana gehören der Geiger Michael Doucet mit seiner Band Beausoleil sowie Steve Riley and the Mamou Playboys. In Deutschland spielen unter anderem Le Clou und Cajun Roosters diese Musik.

Der Cajun-Stil wirkt auch auf andere Musikrichtungen ein. Der amerikanische Rockgitarrist Sonny Landreth spielt mit deutlichem Cajun-Einfluss. In der Country-Musik verwenden Mary Chapin Carpenter und Jimmy C. Newman Elemente der Cajun-Musik.

Cajun-Musik im Film

Cajun-Musik erscheint in mehreren Filmen und Dokumentationen. Genannt werden „Die letzten Amerikaner“, „Schultze Gets the Blues“, „The Big Easy – Der große Leichtsinn“, „In the Electric Mist“ sowie der Dokumentarfilm „J'ai été au bal (I Went to the Dance)“ aus dem Jahr 1989.

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