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Brigitte Kasten

Weitere wichtige Schwerpunkte ihrer Arbeiten sind der Komplex von Lehnswesen, Landleihe und Prekarie in frühen und hohen Mittelalter, private und herrscherliche …

Inhalt3 Abschnitte
  1. 1. Person und akademischer Werdegang
  2. 2. Forschungsschwerpunkte
  3. 3. Wichtige Veröffentlichungen

Person und akademischer Werdegang

Brigitte Kasten (* 6. Oktober 1955 in Corrientes, Argentinien) ist eine deutsche Historikerin mit Schwerpunkt Mittelalter. Sie studierte bis 1979 an der Universität Düsseldorf Germanistik und Geschichte und absolvierte anschließend das erste und zweite Staatsexamen.

1985 wurde sie bei Josef Semmler in Düsseldorf mit einer Biographie über Adalhard von Corbie promoviert. Ihre Habilitation, also die wissenschaftliche Qualifikation für eine Professur, erfolgte 1996 an der Universität Bremen bei Dieter Hägermann. Die Arbeit trug den Titel „Königssöhne und Königsherrschaft. Untersuchungen zur Teilhabe am Reich in der Merowinger- und Karolingerzeit“.

Nach Tätigkeiten an den Universitäten Düsseldorf und Bremen sowie als DFG-Stipendiatin im Nordrhein-Westfälischen Hauptstaatsarchiv erhielt sie 2002 eine Professur für Geschichte des Mittelalters an der Universität des Saarlandes. Seit dem 1. April 2020 ist sie im Ruhestand.

Forschungsschwerpunkte

Ein zentraler Schwerpunkt Kastens ist die politische Verfassungsgeschichte der Karolingerzeit. Sie untersucht dabei handlungsleitende Normen, also Regeln und Vorstellungen, nach denen Menschen handelten, sowie Formen des Konfliktaustrags innerhalb der Herrscherfamilie.

Weitere Arbeitsgebiete sind Lehnswesen, Landleihe und Prekarie im frühen und hohen Mittelalter. Eine Prekarie bezeichnet dabei eine Form der Landüberlassung. Außerdem erforscht sie private und herrscherliche Testamente sowie Hofhaltung und Verwaltung spätmittelalterlicher Fürsten.

Kasten veranstaltete internationale Tagungen zur frühmittelalterlichen Grundherrschaft in Bremen 2003 und zu Herrscher- und Fürstentestamenten im Früh- und Hochmittelalter in Saarbrücken 2006. Von 2002 bis 2011 leitete sie ein DFG-Projekt über Prekarie und Landleihe in Alemannien und im Elsass bis zum Jahr 1300.

Wichtige Veröffentlichungen

Zu ihren Monographien gehören „Adalhard von Corbie. Die Biographie eines karolingischen Politikers und Klostervorstehers“ (1986) und „Königssöhne und Königsherrschaft. Untersuchungen zur Teilhabe am Reich in der Merowinger- und Karolingerzeit“ (1997; zugleich Habilitationsschrift von 1996).

Sie gab unter anderem die Bände „Mönchtum – Kirche – Herrschaft 750–1000“ (1998, mit Dieter R. Bauer, Rudolf Hiestand und Sönke Lorenz), „Tätigkeitsfelder und Erfahrungshorizonte des ländlichen Menschen in der frühmittelalterlichen Grundherrschaft (bis ca. 1000)“ (2006) und „Herrscher- und Fürstentestamente im westeuropäischen Mittelalter“ (2008) heraus.

Zum 65. Geburtstag erschien 2020 die Festschrift „Frankenreich – Testamente – Landesgeschichte. Festschrift für Brigitte Kasten zum 65. Geburtstag“.

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