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Braunkohlen- und Brikett-Industrie AG
Die Braunkohlen- und Brikett-Industrie AG, kurz BUBIAG, war ein deutsches Unternehmen der Kohlewirtschaft. Die BUBIAG betrieb im Niederlausitzer, …
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Unternehmen und Bedeutung
Die Braunkohlen- und Brikett-Industrie AG, kurz BUBIAG, war ein deutsches Unternehmen der Kohlewirtschaft. Als Aktiengesellschaft wurde sie am 29. Juni 1900 gegründet und 1971 aufgelöst. Grund für die Auflösung war die Fusion mit der Elektrische Licht- und Kraftanlagen AG (Elikraft).
Die BUBIAG betrieb mehrere Braunkohlebergwerke im Niederlausitzer, später auch im Mitteldeutschen und im Nordhessischen Revier. Zur Weiterverarbeitung der geförderten Braunkohle gehörten Brikettfabriken, Schwelwerke und Kraftwerke. Briketts sind gepresste Brennstoffe aus Braunkohle; Schwelwerke verarbeiten Kohle durch Erhitzen unter weitgehendem Luftabschluss.
Gründung und Aufstieg
Gegründet wurde die BUBIAG im Jahr 1900 durch den jüdischen Kohlengroßhändler Fritz Friedländer aus Gleiwitz, mit finanzieller Beteiligung der AEG. Den Grundstock bildeten zwei kurz zuvor von Friedländer erworbene beziehungsweise aufgeschlossene Braunkohlengruben bei Lauchhammer in der Niederlausitz: die Grube „Bismarck“ in Poley und die Grube „Milly“ in Bockwitz.
In den folgenden Jahren, besonders im zeitlichen Umfeld des Ersten Weltkrieges, wuchs das Unternehmen rasch und wurde zu einem der bedeutendsten Bergbauunternehmen des Lausitzer Reviers. Danach dehnte es seine Tätigkeit auf das Mitteldeutsche, das Nordhessische und das Rheinische Revier aus.
Auf dem stark umkämpften Kohlemarkt der Industrialisierung des frühen 20. Jahrhunderts behauptete sich die BUBIAG gegen Konkurrenz und Übernahmeversuche, insbesondere durch die Brüder Ignaz und Julius Petschek. Sie blieb eigenständig. Ab den 1920er Jahren arbeitete sie häufiger mit der Ilse Bergbau AG und den schlesischen Gräflich Schaffgotsch’schen Werken zusammen. Diese Werke, später Schaffgotsch-Bergwerksgesellschaft genannt, übernahmen in den 1930er Jahren von der Friedländer-Gruppe die Aktienmehrheit an der BUBIAG.
Technische Entwicklung und Einschnitt nach 1945
1934 war die BUBIAG Gründungsmitglied der Braunkohle-Benzin AG (BRABAG). In diesem Zusammenhang erhielt sie einen Generallizenzvertrag für die gemeinsam mit den Didier-Werken entwickelten Bubiag-Didier-Generatoren. Bis 1945 wurden diese Generatoren in fast allen Fischer-Tropsch-Anlagen verwendet. Die größten Bubiag-Didier-Anlagen entstanden im BRABAG-Werk Schwarzheide.
Der Geschäftsbetrieb in den ostdeutschen Revieren endete nach dem Zweiten Weltkrieg. Nach der Besetzung Ostdeutschlands durch die Rote Armee wurden Betriebe und Anlagen 1945 durch die Sowjetische Militäradministration in Deutschland (SMAD) schrittweise und entschädigungslos enteignet.
Nach dem Verlust der Güter und Betriebe in Ostdeutschland und Schlesien verlegte die Familie Schaffgotsch 1948 den Sitz der verbleibenden Unternehmensgruppe einschließlich der BUBIAG nach München. Der operative Verwaltungssitz der BUBIAG lag anschließend in Hannoversch Münden. Vom Bergbau blieben vor allem die nordhessischen Gruben: die Anlagen im Borkener Revier, die 1923 erworbenen Gruben bei Frielendorf, darunter der heute renaturierte Silbersee, sowie die Tagebaue Grebestein und Kalbe auf dem Meißner. Versuche, im Rheinischen Revier Fuß zu fassen, wurden bald aufgegeben.
Fusion und spätere Entwicklung
1951 übernahm die BUBIAG die Aktienmehrheit an der Elektrische Licht- und Kraftanlagen AG (Elikraft). 1971 verschmolz die Schaffgotsch-Gruppe die BUBIAG mit ihrer Tochtergesellschaft Elikraft unter deren Firma. Elikraft wurde damit zur zentralen Holding-Gesellschaft der Schaffgotsch-Gruppe. Eine Holding-Gesellschaft ist eine Gesellschaft, die vor allem Beteiligungen an anderen Unternehmen hält und verwaltet. 1976 verlegte Elikraft ihren Sitz nach Frankfurt am Main.
Nach dem Ende des nordhessischen Braunkohlebergbaus, schweren Verlusten und Kapitalschnitten in den 1970er und 1980er Jahren war Elikraft überwiegend eine reine Verwaltungsgesellschaft ohne echtes operatives Geschäft. Ende der 1980er Jahre übernahm die Familie Rudolph aus Borken-Dillich die Mehrheit und verlegte den Sitz 1989 nach Borken. Zuletzt, im Jahr 2011, betrieb Elikraft mehrere Parkhäuser sowie zwei Wasserkraftwerke.
Genannte Persönlichkeit
Karl Büren war von 1916 bis 1934 Generaldirektor der Braunkohlen- und Brikett-Industrie AG.