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Bordbuch des Christoph Kolumbus

Kolumbus verfasste das Bordbuch nicht für sich selbst, sondern für das spanische Herrscherpaar. Damit konnte er beweisen, dass er „Indien“ entdeckt hatte. Als …

Inhalt4 Abschnitte
  1. 1. Gegenstand und Bedeutung
  2. 2. Überlieferung der Urschrift
  3. 3. Wiederentdeckung und wissenschaftliche Bearbeitung
  4. 4. Übersetzungen

Gegenstand und Bedeutung

Das Bordbuch des Christoph Kolumbus, spanisch Diario de a bordo del primer viaje de Cristóbal Colón, ist das Logbuch seiner ersten Amerikafahrt von 1492 bis 1493. Kolumbus verfasste es nicht nur als persönlichen Reisebericht, sondern für das spanische Herrscherpaar Ferdinand und Isabella. Es sollte belegen, dass er „Indien“ entdeckt hatte. Der Bericht enthält damit die entscheidenden Überlieferungen über die sogenannte „Entdeckung Amerikas“.

Überlieferung der Urschrift

Die Urschrift des Bordbuchs ist nicht erhalten. Überliefert ist nur eine Kopie, die der Dominikaner Bartolomé de Las Casas (1484/85–1566) besaß beziehungsweise in seine Historia de las Indias übernahm.

Nach Kolumbus’ Rückkehr überreichte er die Urschrift am Königshof, wo er von Ferdinand und Isabella empfangen wurde. Ein Hofschreiber fertigte sofort eine Kopie an; Kolumbus erhielt diese noch vor seiner zweiten Ausfahrt. Später gelangte die Kopie vermutlich an Las Casas. Dieser zitierte das vollständige Bordbuch in direkter und indirekter Rede. Deshalb sind besonders die wichtigen Passagen über die erste Amerikafahrt als wörtliche Abschrift erhalten.

Die weitere Besitzgeschichte ist unsicher. Zunächst kam die Kopie in der Erbfolge an Diego Colón, den erstgeborenen Sohn des Kolumbus, und danach an dessen Sohn Luis Colón. Don Luis verkaufte zahlreiche geerbte Schriften. Für das Bordbuch erhielt er 1554 die Genehmigung zur Veröffentlichung. Dieses Jahr gilt zugleich als letztes Datum, zu dem die Kopie sicher noch existiert haben muss. Zu einem Druck kam es jedoch weder damals noch später. Vermutlich verkaufte Don Luis das Werk an einen bibliophilen Adeligen. Die Kopie könnte sich möglicherweise noch in einem unbeachteten Privatarchiv befinden; das Original ging in den königlichen Archiven wohl unwiederbringlich verloren.

Wiederentdeckung und wissenschaftliche Bearbeitung

Erst am Ende des 18. Jahrhunderts holte der Marineoffizier Martín Fernández de Navarrete Überlieferungen zur Entdeckung Amerikas aus spanischen Archiven hervor. Darunter befand sich auch die Kopie des Bordbuchs. Navarrete fertigte eine erste Übertragung an, die 1826 gedruckt wurde. Dadurch wurde der berühmte Amerikabericht des Kolumbus wieder allgemein zugänglich.

Seitdem entstanden zahlreiche weitere Übertragungen und Übersetzungen in viele Sprachen. Moderne Wissenschaft und Technologie ermöglichen außerdem eine genaue Untersuchung der erhaltenen Abschrift, sodass heute jedes einzelne Zeichen der Kopie ausgewertet werden kann.

Übersetzungen

Zu den genannten deutschen Ausgaben gehören:

  • Christoph Kolumbus: Das Bordbuch. Leben und Fahrten des Entdeckers der Neuen Welt 1492. Übersetzt von Anton Zahorsky, mit einer Einführung von Rinaldo Caddeo, Edition Erdmann, Wiesbaden 2013, ISBN 978-3-86539-849-9.
  • Christoph Kolumbus: Bordbuch. Mit einem Nachwort von Frauke Gewecke, Insel Verlag, Frankfurt am Main/Leipzig 2006, in der Übersetzung von Anton Zahorsky, ISBN 978-3-458-34861-0.
  • Stefan Rinke (Hrsg.): Das Bordbuch des Christoph Kolumbus. Neu übersetzt aus dem spanischen Original von Stephanie Fleischmann, WBG Theiss, Freiburg 2025, ISBN 978-3-534-61029-7.

Eine genannte englische Ausgabe ist The Journal of Christopher Columbus, übersetzt von Cecil Jane, überarbeitet und kommentiert von L. A. Vigneras, mit einem Anhang von R. A. Skelton und 1960 von der Hakluyt Society veröffentlicht.

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