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Blutplasma

Blutplasma dient als Transportmedium für Glukose, Lipide, Hormone, Stoffwechselprodukte, Kohlenstoffdioxid und Sauerstoff. ... Die Sauerstofftransportkapazität …

Inhalt3 Abschnitte
  1. 1. Definition und Aufgaben
  2. 2. Menge, Gewinnung und Aussehen
  3. 3. Zusammensetzung des Plasmas

Definition und Aufgaben

Blutplasma, kurz Plasma, ist der flüssige, zellfreie Anteil des Blutes. Es entsteht, wenn eine Blutprobe durch einen Gerinnungshemmer ungerinnbar gemacht und anschließend zentrifugiert wird. Dabei werden die Blutzellen abgetrennt: Erythrozyten (rote Blutkörperchen), Thrombozyten (Blutplättchen) und Leukozyten (weiße Blutkörperchen) sind dann nicht mehr im Plasma enthalten.

Anders als Blutserum enthält Blutplasma weiterhin alle Gerinnungsfaktoren. Diese Stoffe sind für die Blutgerinnung wichtig. Plasma dient außerdem als Ausgangsmaterial für die Plasmafraktionierung, bei der Bestandteile des Plasmas gewonnen werden.

Blutplasma transportiert im Körper Glukose, Lipide, Hormone, Stoffwechselprodukte, Kohlenstoffdioxid und Sauerstoff. Seine Fähigkeit, Sauerstoff zu transportieren, ist jedoch wesentlich geringer als die von Hämoglobin in den roten Blutkörperchen. Unter hyperbaren Bedingungen, also bei erhöhtem Druck, kann die Sauerstofftransportkapazität steigen. Die Plasmaproteine helfen zudem, den kolloidosmotischen Druck des Blutes aufrechtzuerhalten. Dieser Druck trägt zur Verteilung von Flüssigkeit zwischen Blutgefäßen und Gewebe bei.

Menge, Gewinnung und Aussehen

Am Blutvolumen haben Männer etwa 50–59 % und Frauen etwa 54–73 % Blutplasma. Bezogen auf das Körpergewicht beträgt sein Anteil ungefähr fünf Prozent. Bei einem Menschen mit 70 kg Körpergewicht entspricht dies etwa 3,5 Litern Plasma. Seine Dichte liegt bei rund 1025 g/l.

Blutplasma wird durch Plasmapherese gewonnen: Blut wird zunächst beispielsweise mit Natriumcitrat als Gerinnungshemmer vermischt und dann zentrifugiert. Normalerweise ist das gewonnene Plasma gelblich-klar. Es kann für Plasmaspenden verwendet werden und wird dabei als Fresh Frozen Plasma bezeichnet.

Milchig-weißes Plasma heißt lipämisch („verfettet“) und wird nicht zur Transfusion freigegeben. Als mögliche Ursachen nennt der Artikel ein Problem des Fettstoffwechsels beim Spender oder eine unmittelbar zuvor gegessene fettreiche Mahlzeit. Rötliches bis rotes Plasma wird hämolytisch genannt. Dann sind rote Blutkörperchen geplatzt; es ist eine Hämolyse aufgetreten.

Zusammensetzung des Plasmas

Blutplasma besteht zu 90 bis 91 Gew.-% aus Wasser. Der übrige Anteil enthält gelöste Stoffe, darunter Blutproteine, anorganische Elektrolyte, Glukose und Harnstoff. Die Menge der Plasmaproteine beträgt 60 bis 80 g/l, die von Glukose 4,5 bis 5,5 mmol/l.

Zu den stickstoffhaltigen Stoffen zählen Nicht-Protein-Stickstoff mit 15 bis 30 mmol/l, Harnstoff-Stickstoff mit 3,5 bis 7,0 mmol/l und Aminosäuren-Stickstoff mit 3 bis 5 mmol/l. Kreatinin liegt bei 70 bis 140 μmol/l, Kreatin bei 25 bis 70 μmol/l und Harnsäure bei 150 bis 400 μmol/l.

Die Gesamtmenge der Lipide beträgt 4,5 bis 8,5 g/l. Genannt werden unter anderem Triglyzeride mit 0,6 bis 2,4 mmol/l, Gesamtcholesterin mit 4,0 bis 6,5 mmol/l, Phospholipide mit 2,0 bis 3,0 mmol/l und freie Fettsäuren mit 0,3 bis 0,9 mmol/l. Organische Säuren kommen mit 4 bis 6 mmol/l vor; dazu gehören Laktat mit 1 bis 2 mmol/l, Pyruvat und Citrat mit jeweils 0,1 bis 0,2 mmol/l sowie Ketonkörper mit 0,3 bis 0,5 mmol/l.

Wichtige Elektrolyte sind Na⁺ mit 135 bis 150 mmol/l, K⁺ mit 3,5 bis 4,5 mmol/l, Ca²⁺ mit 2,3 bis 2,6 mmol/l, Mg²⁺ mit 0,8 bis 1,2 mmol/l, Cl⁻ mit 99 bis 112 mmol/l, HCO₃⁻ mit 22 bis 26 mmol/l und PO₄³⁻ mit 0,77 bis 1,55 mmol/l.

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