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Betriebsinformatiker

Betriebsinformatiker (VWA) ist eine berufliche Weiterbildung mit verschiedenen Studienschwerpunkten an Verwaltungs- und Wirtschaftsakademien.

Inhalt5 Abschnitte
  1. 1. Einordnung und aktueller Abschluss
  2. 2. Aufgaben und Prüfungsinhalte
  3. 3. Zugang und Aufbau der Prüfungen
  4. 4. Förderung, Studium und berufliche Perspektiven
  5. 5. Verdienst, Einordnung und Auszeichnung

Einordnung und aktueller Abschluss

Der Betriebsinformatiker war eine berufliche Weiterbildung im IT-Bereich. Sie wurde von den einzelnen Handwerkskammern (HWK) durch Rechtsvorschriften im Rahmen der Handwerksordnung geregelt. Der vermittelte Wissensstand war mit einem Handwerks-Meisterabschluss vergleichbar. Seit dem 8. September 2023 gilt eine neue Prüfungsordnung im Rahmen der „Besonderen Rechtsvorschriften für die Fortbildungsprüfung zum anerkannten Abschluss Bachelor Professional in Betriebsinformatik“.

Die Weiterbildung vermittelte neben IT-Fachwissen auch Kenntnisse in Mitarbeiterführung und Projektmanagement. Der „Ausbildung der Ausbilder“-Schein (AdA) gehört jedoch nicht zur Fortbildung und muss gesondert erworben werden.

Daneben gibt es eine Umschulung zum Betriebsinformatiker mit Abschluss vor der Industrie- und Handelskammer (IHK). Diese Möglichkeit richtet sich an Studierende mit mindestens sechs Studiensemestern an einer deutschen Hochschule. Außerdem bezeichnet „Betriebsinformatiker (VWA)“ eine Weiterbildung mit verschiedenen Studienschwerpunkten an Verwaltungs- und Wirtschaftsakademien.

Aufgaben und Prüfungsinhalte

Durch die Prüfung soll festgestellt werden, ob die Teilnehmenden über die notwendigen Qualifikationen verfügen, um leitende Aufgaben eigenverantwortlich, administrativ und organisatorisch wahrzunehmen. Zu den zentralen Tätigkeitsfeldern gehören:

  • technische Leitung von IT-Projekten;
  • Optimierung und Abbildung betrieblicher Prozesse mit Standardsoftware;
  • Einweisung von Anwendern in Programme und Entwicklung rationeller Problemlösungen;
  • Konzeption und Planung von Internetauftritten und Präsentationen;
  • Projektierung von IT-Netzwerken unter Berücksichtigung organisatorischer, rechtlicher und personeller Anforderungen;
  • Analyse und Optimierung besonderer Anforderungen bei der Installation und Betreuung von IT-Systemen;
  • Beurteilung von Software in betrieblichen Prozessabläufen sowie Entwicklung geeigneter Lösungen.

Diese Aufgaben verbinden technische Kenntnisse mit organisatorischen, rechtlichen und personellen Anforderungen. Als Quelle wird die Prüfungsordnung zum Betriebsinformatiker der HWK München und Obby vom 13. Juli 2006 genannt.

Zugang und Aufbau der Prüfungen

Die Weiterbildung kann in einem Bildungs- und Technologiezentrum (BTZ) der Handwerkskammer absolviert werden. Der Abschluss Betriebsinformatiker (HWK) setzt drei staatlich anerkannte Prüfungen voraus:

  • Professioneller EDV-Anwender;
  • Netzwerkservicetechniker;
  • Anwendungsentwickler.

Für die Zulassung ist ein Berufsabschluss in einem anerkannten Ausbildungsberuf sowie entweder der Computerschein A (Qualifizierter EDV-Anwender) oder eine langjährige einschlägige Berufserfahrung im EDV-Bereich erforderlich. Diese Berufserfahrung umfasst in der Regel sieben Jahre und muss durch eine Feststellungsprüfung nachgewiesen werden.

Die Vorbereitungskurse in den BTZ sind nicht verpflichtend. Es ist daher möglich, nur die drei Prüfungen abzulegen. Die Prüfungen können in beliebiger Reihenfolge absolviert werden.

Vor der Einführung der neuen Prüfungsordnungen wurde der Titel des staatlich geprüften Betriebsinformatikers (HWK) nach einer zusätzlichen staatlichen Prüfung verliehen. Danach wurden die Inhalte dieser Zusatzprüfung in die drei genannten Prüfungen integriert. Der Titel wird auf Antrag und nach Vorlage der Prüfungszeugnisse verliehen.

Unter bestimmten Voraussetzungen können auch Leistungen anderer staatlicher Prüfungen anerkannt werden, zum Beispiel der Abschluss als IHK-Fachkraft Netzwerkbetreuer, IHK-Fachkraft Netzwerkadministrator, IHK-Fachkraft Anwendungsentwickler oder Projektleiter IHK. Für Fachinformatiker (IHK) bestehen besondere Möglichkeiten zur Verkürzung.

Förderung, Studium und berufliche Perspektiven

Die Fortbildung zum Betriebsinformatiker (HWK) ist Meister-BAFÖG-fähig. Lehrgangs- und Prüfungsgebühren können mit bis zu etwa 55,5 % gefördert werden. Unter den üblichen Voraussetzungen kann außerdem ein sbb-Begabtenstipendium des Bundesministeriums für Bildung und Forschung vergeben werden. Als Beispiele für Voraussetzungen nennt der Artikel ein Alter unter 25 Jahren sowie gute Leistungen im Gesellenbrief oder Abschlusszeugnis.

Weitere Fördermöglichkeiten bestehen durch die Bildungsprämie des Bundesministeriums für Bildung und Forschung, den Berufsförderdienst der Bundeswehr oder nach der AZWV durch die Bundesagentur für Arbeit.

Seit 2009 wird der Abschluss als allgemeine Hochschulzugangsberechtigung anerkannt. Dadurch ist der Zugang zu allen Studiengängen an Hochschulen und Universitäten möglich. Der Artikel nennt außerdem eine Regelung, nach der der Betriebsinformatiker (HWK) beziehungsweise Wirtschaftsinformatiker (HWK) seit 2009 in zehn von sechzehn Bundesländern zu nahezu jeder Form eines fachähnlichen Bachelor- oder Masterstudiums berechtigt.

Als weitere Qualifikation kann die Weiterbildung zum Wirtschaftsinformatiker (HWK) folgen. Den Abschluss Wirtschaftsinformatiker (HWK) können einige Fachhochschulen und Studiengänge als Credit Points anrechnen. Im öffentlichen Dienst kann der Abschluss den Zugang zum gehobenen technischen Dienst sowie zu gleichwertigen Angestelltenverhältnissen eröffnen, beispielsweise ab EG9 nach TV-L oder TVöD.

Verdienst, Einordnung und Auszeichnung

Der Verdienst hängt vor allem vom Tätigkeitsbereich, der Berufserfahrung und dem jeweiligen Unternehmen ab. Nach verschiedenen Statistiken liegt er durchschnittlich höher als bei den gängigen IHK-Ausbildungsberufen. Gleichzeitig ist er etwas niedriger als beim staatlich geprüften Informatiker oder Wirtschaftsinformatiker und deutlich niedriger als bei Hochschulabsolventen IT-bezogener Studiengänge.

In der berufskundlichen Systematik der Agentur für Arbeit gehört der Beruf zur Gruppe „Techniker“. Die Berufs-ID lautet 15033, die Systematiknummer 43113-112. Als englische Übersetzungen werden „Business Computer Scientist (Chamber of Crafts and Trades)“ und „Business Computer Scientist (Chamber of Industry and Commerce)“ angegeben.

Die besten 20 % aller bayerischen Absolventen erhalten den Meisterpreis der Bayerischen Staatsregierung.

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