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Bernhard Sutor

Bernhard Sutor (* 11. April 1930 in Waldböckelheim, Landkreis Bad Kreuznach; † 31. Januar 2024 in Eichstätt) war ein deutscher Politikwissenschaftler …

Inhalt5 Abschnitte
  1. 1. Person und Bedeutung
  2. 2. Ausbildung und beruflicher Weg
  3. 3. Kirchliches und gesellschaftliches Engagement
  4. 4. Thematische Schwerpunkte seiner Schriften
  5. 5. Auszeichnungen

Person und Bedeutung

Bernhard Sutor (* 11. April 1930 in Waldböckelheim, Landkreis Bad Kreuznach; † 31. Januar 2024 in Eichstätt) war ein deutscher Politikwissenschaftler und christlicher Sozialethiker. Seine wissenschaftlichen Schwerpunkte waren die Didaktik der Sozialkunde beziehungsweise der Politischen Bildung und später zusätzlich die Christliche Soziallehre. Damit beschäftigte er sich besonders mit der Frage, wie politische Zusammenhänge, demokratische Werte und sozialethische Probleme vermittelt werden können.

Ausbildung und beruflicher Weg

Sutor studierte von 1949 bis 1955 an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz und der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg. 1956 legte er das erste Staatsexamen für das Höhere Lehramt in Latein, Geschichte, Philosophie und Theologie ab; 1957 folgte das zweite Staatsexamen für den Höheren Schuldienst des Landes Rheinland-Pfalz.

Nach einer Tätigkeit als Assessor unterrichtete er am Abendgymnasium des Bischöflichen Konvikts in Mainz und später am Mainzer Ketteler-Kolleg. 1965 wurde er in Mainz mit einer Arbeit über den Zusammenhang von Geschichtsphilosophie und Politik bei Karl Jaspers promoviert. Als Studiendirektor beteiligte er sich an der Erneuerung von Lehrplänen sowie an der Fort- und Weiterbildung von Lehrkräften in Rheinland-Pfalz.

Nach einem Lehrauftrag an der Universität Mainz wurde Sutor 1978 als Ordinarius an die Katholische Universität Eichstätt berufen. Dort leitete er den Lehrstuhl für Didaktik der Politischen Bildung und Sozialkunde. 1985 wurde dessen Aufgabenbereich um die Christliche Soziallehre erweitert. 1995 wurde Sutor emeritiert, also aus dem aktiven Professorendienst in den Ruhestand versetzt.

Kirchliches und gesellschaftliches Engagement

Von 2005 bis 2007 leitete Sutor an der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt das Zentralinstitut für Ehe und Familie in der Gesellschaft (ZFG). Darüber hinaus engagierte er sich ehrenamtlich in kirchlichen Gremien und Institutionen. Von 1986 bis 1994 war er Vorsitzender des Eichstätter Diözesanrats, von 1993 bis 2001 Vorsitzender des Landeskomitees der Katholiken in Bayern.

Thematische Schwerpunkte seiner Schriften

Sutors Veröffentlichungen verbinden vor allem politische Bildung, Didaktik, Philosophie und christliche Sozialethik. Zu seinen grundlegenden Arbeiten gehören „Didaktik des politischen Unterrichts. Eine Theorie der politischen Bildung“ (1971), die zweibändige „Neue Grundlegung politischer Bildung“ (1984) und „Politische Bildung als Praxis. Grundzüge eines didaktischen Konzepts“ (1992).

Weitere Werke behandeln Werte und ethische Fragen in Staat und Gesellschaft, darunter „Grundwerte im freiheitlichen Verfassungsstaat“ (1980), „Politische Ethik. Gesamtdarstellung auf der Basis der Christlichen Gesellschaftslehre“ (1991), „Kleine politische Ethik“ (1997) und „Katholische Soziallehre als politische Ethik. Leistungen und Defizite“ (2013). Außerdem schrieb Sutor über Friedenserziehung, das Gemeinwohl, christliche Verantwortung in der Demokratie sowie den Wandel von der Vorstellung des gerechten Krieges zum gerechten Frieden. Mehrere von ihm herausgegebene oder mitverfasste Lehr- und Studienbücher richteten sich an den Politikunterricht, die Sekundarstufe II, den zweiten Bildungsweg, die Erwachsenenbildung und das Studium.

Auszeichnungen

Für sein Wirken in Wissenschaft, politischer Bildung und Kirche erhielt Sutor mehrere Ehrungen:

  • 1997 das Verdienstkreuz 1. Klasse des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland
  • 2001 den Bayerischen Verdienstorden
  • 2006 die Bayerische Verfassungsmedaille in Silber
  • 2015 den erstmals verliehenen „Preis der Deutschen Vereinigung für Politische Bildung (DVPB) für besondere Verdienste um die politische Bildung in Rheinland-Pfalz“; dieser sollte künftig zweijährlich als „Bernhard-Sutor-Preis“ vergeben werden
  • 2018 die Ehrensenatorwürde der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt

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