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Behind the Screen
Behind the Screen – Das Leben meines Computers ist ein österreichischer Dokumentarfilm der Filmemacher Stefan Baumgartner, Simon Fraissler und Sandra …
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Film und Thema
„Behind the Screen – Das Leben meines Computers“ ist ein 60-minütiger österreichischer Dokumentarfilm von Stefan Baumgartner, Simon Fraissler und Sandra Heberling aus dem Jahr 2011. Er untersucht den weltweiten Produktlebenszyklus von Computern: von der Gewinnung der Rohstoffe über die Herstellung und Nutzung bis zur Entsorgung als Elektronikschrott. Damit zeigt der Film soziale und ökologische Folgen einer dezentralisierten, global organisierten Elektronikindustrie.
Der Film entstand als Koproduktion aus Österreich, Deutschland, Ghana und der Tschechischen Republik. Gesprochen wird Deutsch, Englisch, Twi, Tschechisch und Slowakisch. Die Altersfreigabe lautet FSK 0. Regie führte Stefan Baumgartner; das Drehbuch verfasste er gemeinsam mit Simon Fraissler. Produzentin war Sandra Heberling.
Stationen im Lebenszyklus eines Computers
Der Film ist in vier Kapitel gegliedert:
- Rohstoffabbau von Gold in Ghana
- Fertigung von Computern in Fabriken in der Tschechischen Republik
- Computernutzung
- Verschrottung auf Elektronikmüllhalden in Ghana
Diese Gliederung macht deutlich, dass Herstellung, Gebrauch und Entsorgung eines Computers geografisch weit voneinander getrennt sind. Nach Angaben des Films werden weltweit sieben Computer pro Sekunde produziert.
Rohstoffe, Fertigung und Elektroschrott
In Ghana beobachtet der Film junge Goldschürfer, die im Regenwald unter großer körperlicher Belastung mit Schaufeln und Spitzhacken arbeiten. Zugleich beuten große Minenkonzerne das Land aus. Quecksilber und Zyanid, die beim Goldabbau verwendet werden, vergiften Flüsse. Das gewonnene Gold gelangt später in die Leiterplatinen von Computern.
Die nächste Station ist die Tschechische Republik, wo Arbeiter Computer zusammensetzen. Der Film beschreibt, dass fallende Elektronikpreise und der globale Konkurrenzkampf zulasten der Beschäftigten gehen. Der ehemalige Fließbandarbeiter Janko berichtet in Pardubitz von zwölf Arbeitsstunden täglich an sechs Tagen pro Woche und einem Stundenlohn von zwei bis drei Euro. Manche Arbeiter würden ohnmächtig oder zusammenbrechen. Gleichzeitig sinke die Lebensdauer der Computer, während ständig neue Modelle auf den Markt kämen.
Ausrangierte Geräte führen die Dokumentation zurück nach Ghana. Auf der Elektronikmüllhalde Agbogbloshie stapeln sich Computerbildschirme, Drucker und Tastaturen. Jeden Monat gelangen laut Film 500 Containerladungen Elektroschrott aus Industrieländern nach Ghana. Obwohl die Geräte offiziell als Secondhand-Ware deklariert sind, seien 90 % bereits bei ihrer Ankunft Müll. Kinder zerlegen Rechner mit bloßen Händen, zertrümmern Bildschirme und verbrennen Kunststoffummantelungen, um Metallreste verkaufen zu können. Dabei sind sie giftigen Dämpfen ausgesetzt und erhalten nur einen geringen Verdienst. Der Film stellt diese gesundheitlichen und ökologischen Schäden als toxisches Erbe des Informationszeitalters dar.
Mitwirkende und Perspektiven
Im Mittelpunkt stehen vor allem Menschen, die unmittelbar an der Wertschöpfungskette beteiligt sind. Dazu gehören der Goldschürfer Emanuel Kwofie, der Dorfälteste Kwaku Anyam, der Goldschmied Nikolas Bkoe, der frühere Foxconn-Fließbandarbeiter Janko, der Besitzer eines Secondhand-Computerladens Tony Nana-Asamte Adjei und der Elektroschrottarbeiter Abduhl Rashid Isaahak.
Ergänzend ordnen Experten, Gewerkschafter und Umweltaktivisten die Zusammenhänge ein. Zu ihnen zählen der Wirtschaftsgeograf Christian Zeller, der Umweltaktivist Mike Anane, der IG-Metall-Gewerkschafter Wolfgang Müller, der Foxconn-Betriebsrat Tomas Formanek und der Wirtschaftswissenschaftler Leonhard Plank.
Produktion, Veröffentlichung und Auszeichnungen
Produziert wurde der Film vom österreichischen Filmproduktionsunternehmen Fuzion Collective. Finanzielle Unterstützung kam von Kulturland Salzburg, Kulturland Oberösterreich, Wien Kultur und Graz Kultur. Die österreichische Kinopremiere fand am 12. August 2011 in Salzburg statt; die Fernsehpremiere folgte am 27. September 2013 auf 3sat. Sixpackfilm übernahm den Verleih, außerdem wurde der Film auf der österreichischen VoD-Plattform Flimmit als Stream angeboten.
2012 erhielt „Behind the Screen“ den Goldenen Delphin der Cannes Corporate Media & TV Awards, den Fokus Preis Nachhaltigkeit beim International Students Film Festival Sehsüchte, den Student Prize des International Movie Trailer Festival sowie den 2. Platz in der Kategorie Dokumentarfilm beim Siciliambiente Dokumentarfilmfestival. 2013 folgte der Documentary Gold Award der Deauville Green Awards.