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Bakterielle Infektion

Eine bakterielle Infektion ist das aktive oder passive Eindringen von Bakterien in einen pflanzlichen, tierischen oder menschlichen Wirt, deren Vermehrung …

Inhalt3 Abschnitte
  1. 1. Begriff und Bedeutung
  2. 2. Übertragungs- und Eintrittswege
  3. 3. Beispiele humanpathogener Bakterien und Erkrankungen

Begriff und Bedeutung

Eine bakterielle Infektion ist das aktive oder passive Eindringen von Bakterien in einen pflanzlichen, tierischen oder menschlichen Wirt. Die Bakterien vermehren sich dort. Nach Ablauf der Inkubationszeit, also der Zeit zwischen Ansteckung und Auftreten von Beschwerden, folgt in der Regel eine Reaktion des Organismus in Form einer Erkrankung. Diese Erkrankung heißt bakterieller Infekt.

Bakterien können aus der Umwelt aufgenommen werden, etwa über die Atmung oder Nahrung. Beim Menschen sind besonders oft die Schleimhäute des Atem- und Verdauungstrakts betroffen. Die Haut hat die höchste Inzidenz, also Häufigkeit, bakterieller Infektionen, weil sie als Grenzorgan den Körper von der Umwelt abgrenzt. Viele Infektionen sind harmlos; abhängig vom Keim, vom Ort der Infektion und von der Immunität können sie jedoch gefährlich sein. Die ICD-10-Klassifikation A49.- bezeichnet eine „Bakterielle Infektion nicht näher bezeichneter Lokalisation“.

Übertragungs- und Eintrittswege

Bakterien erreichen ihren Wirt auf unterschiedlichen Wegen. Sie können durch verunreinigte Nahrungsmittel oder Wasser übertragen werden. Bei aerogener Übertragung gelangen sie als Tröpfcheninfektion über die Atemluft in den Körper.

Eine weitere Quelle ist die Normalflora. Das ist die Gesamtheit der normalerweise nicht krank machenden Mikroorganismen auf äußeren und inneren Körperoberflächen; sie besteht größtenteils aus Bakterien. Bei geschwächter Abwehrlage kann sie eine opportunistische Erkrankung verursachen. „Opportunistisch“ bedeutet hier, dass Bakterien vor allem bei einer geschwächten Immunabwehr krank machen.

Bei intakten Barrieren wie Haut und Schleimhäuten erfolgt das Eindringen aktiv: Bakterien haften zunächst artspezifisch an Zielstrukturen. Diese Anheftung heißt Adhärenz. Dafür nutzen sie Adhäsine, die an Rezeptoren ihrer Zielstrukturen binden. Sind Haut oder Schleimhäute geschädigt, können Bakterien passiv eindringen.

Beispiele humanpathogener Bakterien und Erkrankungen

Humanpathogene Bakterien sind Bakterien, die beim Menschen Krankheiten verursachen können. Wichtige Gruppen sind Streptokokken, Staphylokokken, Enterokokken, Enterobakterien, Klebsiellen, Rickettsien, Legionellen, Mykobakterien, Neisserien, Pseudomonaden, Chlamydien, Salmonellen, Shigellen, Yersinien, Vibrionen, Clostridien, Listerien und Borrelien.

Zu den Streptokokken gehören Streptococcus mutans, Streptococcus sobrinus und Streptococcus salivarius als Verursacher von Karies. Streptococcus pneumoniae kann Pneumonie, Sinusitis, Otitis media, Mastoiditis und bakterielle Endokarditis verursachen. Streptococcus pyogenes ist unter anderem mit Impetigo, Erysipel, Phlegmone, Tonsillitis, Scharlach, Sepsis, septischem Schock und nekrotisierender Fasziitis verbunden. Viridans-Streptokokken können eine bakterielle Endokarditis, die Endocarditis lenta, verursachen.

Staphylococcus aureus kann beispielsweise Furunkel, Karbunkel, bullöse Impetigo, Wundinfektionen, Sepsis, Endokarditis nach Herzklappenersatz, Osteomyelitis, bakterielle Gelenkentzündung und Pneumonie auslösen. Koagulasenegative Staphylokokken wie Staphylococcus epidermidis und Staphylococcus saprophyticus sind Opportunisten der Normalflora von Haut und Schleimhäuten. Staphylococcus intermedius ist vor allem ein Kommensale der Haut der Analregion und kann bei Pyodermie, Otitis externa, Pyometra und Wundinfektionen als fakultativer Erreger auftreten.

Enterokokken können fakultativ pathogen Harnwegsinfekte, Sepsis und Endokarditis verursachen. Escherichia coli kann außerhalb des Darms unter anderem Harnwegsinfekte, Bauchfellentzündung und Hirnhautentzündung auslösen. Enterohämorrhagische Escherichia coli können symptomfrei bleiben, aber auch Gastroenteritis, enterohämorrhagische Colitis oder ein hämolytisch-urämisches Syndrom (HUS) verursachen. Enteroaggregative Escherichia coli sind mit Durchfall und Reisediarrhoe verbunden.

Weitere Beispiele sind Neisserien mit Meningitis, Waterhouse-Friderichsen-Syndrom und Gonorrhoe, Bordetellen mit Pertussis, Corynebacterium diphtheriae mit Diphtherie, Campylobakterien mit Durchfall-Erkrankungen, Borrelien mit Borreliose und Treponema pallidum mit Syphilis.

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