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Bab al-Futuh

Das Bab al-Futuh (arabisch باب الفتوح , DMG Bāb al-Futūḥ ‚Tor der Eroberungen') ist eines der drei heute noch erhaltenen Stadttore der mittelalterlichen …

Inhalt5 Abschnitte
  1. 1. Bedeutung und Lage
  2. 2. Entstehung von al-Qahira
  3. 3. Hauptstraße und Stadtzentrum
  4. 4. Neubau der Befestigung
  5. 5. Architektur der Tore

Bedeutung und Lage

Das Bab al-Futuh ist eines der drei erhaltenen Stadttore der mittelalterlichen Stadt al-Qahira. Diese 969 gegründete Palaststadt der Fatimiden-Dynastie gab dem heutigen Kairo, der Hauptstadt Ägyptens, ihren Namen. Das Tor liegt im Norden der al-Muizz-Straße und führt ebenso wie das Bab an-Nasr nach Norden aus der Stadt. Das dritte erhaltene Tor, das Bab Zuweila, bildet einen Weg nach Süden. Heute ist das Bab al-Futuh eine bedeutende Sehenswürdigkeit Kairos.

Entstehung von al-Qahira

Nach der Eroberung Ägyptens durch den fatimidischen Feldherrn Dschauhar as-Siqillī im Jahr 969 wollte der bisher in Kairuan in Tunesien residierende Kalif al-Muizz li-Din Allah seine Residenz nach Ägypten verlegen. Er beauftragte Dschauhar, nahe der bisherigen Hauptstadt al-Fustat eine neue Palaststadt zu errichten.

Ab 970 entstand nordöstlich von al-Fustat die Stadt al-Qahira. Sie umfasste Paläste, Gärten und Wohnquartiere für Würdenträger und Soldaten der Besatzungsmacht. Eine Mauer aus Lehmziegeln umschloss die Stadt; mehrere Tore führten in verschiedene Richtungen.

Hauptstraße und Stadtzentrum

Im Zentrum der Palast- und Garnisonsstadt lag der große Platz Baina al-Qasrain, dessen Name „zwischen den beiden Palästen“ bedeutet. Durch ihn verlief die Hauptstraße al-Qahiras vom Bab al-Futuh im Norden bis zum Bab Zuweila im Süden. Die fatimidischen Kalifen nutzten diese Straße für prunkvolle Paraden und Umzüge.

Die frühere Hauptverkehrsachse heißt heute al-Muizz-Straße. Wegen der zahlreichen dort erhaltenen islamischen Baudenkmäler ist sie eine wichtige Touristenattraktion in Kairo.

Neubau der Befestigung

Im 11. Jahrhundert geriet das Fatimidenreich durch einen Staatsbankrott und mehrere Aufstände an den Rand der Auflösung. Kalif al-Mustansir übertrug dem Statthalter von Damaskus, Badr al-Dschamali, weitreichende Sondervollmachten. Dieser übte damit faktisch die Regentschaft aus, besiegte die Seldschuken, ordnete Staatsverwaltung und Finanzwesen neu und förderte Wirtschaft und Handel.

1087 ließ Badr al-Dschamali eine vollständig neue Steinmauer um al-Qahira bauen. Sie ersetzte die alte Lehmziegelmauer und sollte weitere Angriffe der Seldschuken abwehren. Ihr Verlauf lag überwiegend knapp außerhalb der bisherigen Stadtgrenze. Im Norden schloss sie nun auch die zuvor außerhalb gelegene al-Hakim-Moschee ein. Unmittelbar westlich dieser Moschee entstand das bis heute sichtbare Bab al-Futuh; weiter östlich lag in derselben Nordmauer das Bab an-Nasr. Im Süden wurde die Stadt um einen breiten Streifen erweitert. Dort entstand um 1091/1092 das neue Bab Zuweila.

Architektur der Tore

Nach Ansicht von Architekturhistorikern weisen das Bab al-Futuh, das Bab an-Nasr und das Bab Zuweila Merkmale des byzantinischen Stils auf. Der Kairener Historiker al-Maqrīzī berichtet, Badr al-Dschamali habe drei christliche Mönche aus Edessa in Ostanatolien mit dem Bau der drei Tore beauftragt. Diese seien vor den Seldschuken nach al-Qahira geflohen.

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