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Antje Gerdes
NAME, Gerdes, Antje ; KURZBESCHREIBUNG, deutsche Chiropraktikerin ; GEBURTSDATUM, 13. Mai 1885 ; GEBURTSORT, Kirchdorf (Aurich) ; STERBEDATUM, 26. April 1954.
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Antje Gerdes als Knochenbrecherin
Antje Gerdes (* 13. Mai 1885 in Kirchdorf bei Aurich; † 26. April 1954 in Aurich) war eine deutsche Chiropraktikerin. Sie gilt als bekannteste ostfriesische „Knochenbrecherin“. Dieser volkstümliche Ausdruck bezeichnet einen traditionellen alternativen Heilkundler.
Herkunft und Tätigkeit
Gerdes war die Tochter des Landgebräuchers und Gastwirts Fokke Gerdes Saathoff, der bereits in großem Umfang als Knochenbrecher arbeitete. Sie lebte bis zu ihrem 23. Lebensjahr bei ihrem Vater und wurde von ihm angelernt. Eine medizinische Ausbildung absolvierte sie nie.
Am 4. April 1908 heiratete sie den Hengstbeschneider Garrelt Gerdes aus Ihlowerfehn (1881–1965). Das Paar hatte vier Kinder. Seit 1910 führte Antje Gerdes eine eigene Praxis als Knochenbrecherin. 1920 zog die Familie nach Sandhorst, 1931 weiter nach Aurich. Dort wurde sie 1934 Mitglied im Heilpraktikerbund Deutschlands.
Rechtliche Erlaubnis zur Heilkunde
Bis 1939 war die Ausübung der Heilkunde in Deutschland durch die Reichsgewerbeordnung nach den Grundsätzen der Kurierfreiheit geregelt. Die Erste Durchführungsverordnung zum Heilpraktikergesetz (HeilprGDV 1) vom 17. Februar 1939 verlangte für eine berufsmäßige Tätigkeit eine Unbedenklichkeitsbescheinigung nach einer amtsärztlichen Prüfung.
Obwohl Gerdes nur von ihrem Vater unterrichtet worden war und keine medizinische Ausbildung hatte, erlaubte ihr der Landrat des Kreises Aurich die berufsmäßige Ausübung der „Heilkunde ohne Bestallung“, wie sie im Heilpraktikergesetz genannt wurde. Sie starb am 26. April 1954 in Aurich.