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Was sind Morpheme? Freies, gebundenes, lexikalisches und grammatisches Morphem

Linguistik - einfach einfach5:53 50.453 Aufrufe veröffentlicht Auf YouTube

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Transkriptautomatisch erstellt · 45 Zeilen
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  1. Schön, dass ihr wieder dabei seid, denn in diesem Video geht es um die Frage, was ein Morphém ist. Wörter sind aus
  2. Einheiten aufgebaut, die eine Bedeutung haben. Und diese Einheiten nennt man Morpheme. In der Linguistik sagt man
  3. dann Morpheme, ja, das sind die kleinsten bedeutungstragenden Einheiten einer Sprache. Dazu ein Beispiel. Ich
  4. habe Schlafmangel. In wie viele Einheiten, die alle für sich selbst eine Bedeutung tragen, kannst du diesen Satz
  5. zerlegen. Ja, wahrscheinlich denkst du an, ich habe Schlaf und Mangel. Schlaf und Mangel werden getrennt, da sowohl
  6. Schlaf als auch Mangel eine eigene Bedeutung trägt. Man sagt dazu, dass sie eine lexikalische Bedeutung haben, also
  7. als Wort verwendet werden können. Doch das ist nicht ganz richtig. Es sind fünf Morpheme, ich habe, E, Schlaf und
  8. Mangel. Das Wort habe besteht aus zwei Morphemen, also aus zwei Einheiten, die jeweils eine Bedeutung tragen. Das
  9. Morphem hab bedeutet Besitz oder Besitzen. Und welche Bedeutung hat die Endung E? Ja, das wird deutlich, wenn
  10. man diese Endung durch eine andere z.B. en ersetzt. Ich haben Schlafmangel. Ja, und das ist kein grammatisch korrekter
  11. Satz mehr. Die Ändung E, die scheint also wichtig zu sein und irgendeine besondere Funktion zu haben. Man kann
  12. daraus aber ganz einfach wieder einen grammatisch korrekten Satz machen, indem man das Subjekt anpasst. Wir haben
  13. Schlafmangel. Wir stellen also fest, dass Subjekt in diesem Fall die erste Person, ja, ich, das Personalpronen, das
  14. muss im Deutschen mit der entsprechenden Person des Prädikats übereinstimmen. Und das ist die Endung E, die zum
  15. Subjekt Ich passt. Ich verweist also auf die erste Person im Singular und genau darum ist es nicht möglich zu sagen, ich
  16. haben Schlafmangel oder ich hat Schlafmangel. Somit trägt die Endung E in habe die
  17. grammatische Bedeutung erst Person singular präsen indikativ aktiv. Wir halten also fest, viele Wortformen
  18. bestehen aus einem Morphem. Ich, bei schnell. Einige haben aber mehrere Morphäe. Habe
  19. das E oder schneller eher am Ende. Morphäme unterteilt man in freie und gebundene Morpheme und diese können aber
  20. jeweils noch einmal unterteilt werden in lexikalische und grammatische Morpheme. Insgesamt gibt es also vier verschiedene
  21. Morphemarten. Freie lexikalische Morpheme, freie grammatische Morpheme, gebundene
  22. lexikalische Morpheme und gebundene grammatische Morpheme. Zuerst zu den freien Morphemen.
  23. Prima Winter, Tisch, das, weil das sind alles freie Morpheme und sie können als eigenständige Wörter alleine in einem
  24. Satz stehen. kann man ganz einfach das Wort Tisch, ohne dass es an ein anderes Wort gebunden werden muss, in einem Satz
  25. wie der Tisch steht in der Ecke verwendet werden. Ja, wie bereits gesagt, unterteilt man die freien
  26. Morpheme weiter in lexikalische und grammatische Morpheme. Die Morpheme Prima und Tisch und Winter sind freie
  27. lexikalische Morpheme, weil sie eine eigene Wortbedeutung haben. Sie stehen für etwas reales. Kann etwas konkretes
  28. sein wie ein Busch. Es kann aber auch etwas abstraktes sein wie Frieden oder etwas vorgestelltes, imaginäres, Hexe.
  29. Freie grammatische Morphäme, das sind z.B. das oder weil, weil sie keine eigenständige Bedeutung tragen, sondern
  30. eine grammatische Funktion haben. Es sind sogenannte Funktionswörter. In eine Wörterbuch ist hierbei auch
  31. nicht an ihre Bedeutung angegeben, sondern ihre Funktion, weil verbindet ein Hauptsatz mit einem Nebensatz. Das
  32. ist die Funktion von Weil und eben nicht die Bedeutung. Eine Wortbedeutung wie Tisch hat, weil eben nicht.
  33. Gebundene Mophä müssen im Gegensatz zu freien Mophemen immer ein anderes Mophem gebunden werden.
  34. Das E in Tische, das ist gebunden. Das T in lachte und das S in sagst und das un in ungleich. Ja, das sind alles
  35. gebundene Morpheme. Sie können nicht alleine stehen und sind auch nicht verschiebbar. Sie müssen also immer an
  36. ein anderes Morphem angehängt werden, um verwendet werden zu können. So ist das E von Tische an das Mophem Tisch gebunden.
  37. Es kann auch nicht einfach vor das Morphemisch geschoben werden. Auch bei den gebundenen Morphemen unterscheidet
  38. man zwischen grammatischen und lexikalischen Morphemen. Viele gebundene Morpheme sind
  39. grammatische Morphäe. Sie geben nämlich grammatische Kategorien an wie Singular oder Plural oder die Zeit.
  40. So steht das Mophem E in Tische für Plural. Es hat keine Wortbedeutung, sondern eine Funktion.
  41. Gebundene lexikalische Morphäme, ja, die sind eher selten. Die Vorsilbeun in ungleich, das ist z.B. ein solches
  42. gebundenes lexikalisches Morphem. Es kann nicht frei als Wort in einem Satz verwendet werden und bedeutet das
  43. Gegenteil. Auch der Teil Fleder in Fledermaus ist ein gebundenes lexikalisches Morphem,
  44. das tatsächlich mit dem Wort flattern verwandt ist, aber nicht mehr alleine stehen kann. Zuletzt eine Übung für
  45. euch. Aus wie vielen Morphäen besteht das Wort Fischfangvorschriften? Schreibt die Antwort in die Kommentare.

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