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SPARTA Doku - Ein Volk das zum Mythos wurde PART 1 | WissenDE

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Das Wichtigste aus dem Video

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Transkriptautomatisch erstellt · 152 Zeilen
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  1. gewundert und gefürchtet. Ihr Name steht noch heute für Verzicht und
  2. Disziplin. Sie erfanden die Kaserne und das staatliche Schulsystem. Die Spartaner, ein Volk, das zum Mythos
  3. [Musik] wurde. 480 vor
  4. Christus, ein schmaler Bergpass an den Thermopylen, knapp 130 km nördlich von Athen. Der Schauplatz einer blutigen Schlacht, deren Ausgang den Namen Sparta
  5. unsterblich werden [Musik] lässt. Die Schlacht an den Thermopylen ist ein Mythos geworden. Eine wahrhaft
  6. klassische Geschichte, wie sie selbst Shakespeare nicht besser hätte erfinden können. 7000 Griechen stellen sich hier einer Übermacht von mehr als 200.000
  7. Persern. An der Spitze der griechischen Armee 300 Spartaner entschlossen, ihr Leben zu geben. Ihre Geschichte wird zum klassischen Beispiel, wie man eine
  8. Schlacht verliert und den Krieg gewinnt. Die Thermopylen sind zum Synonym geworden für die menschliche Bereitschaft, dem Tod zu
  9. trotzen und sein Leben zu. Zum ersten Mal in der Geschichte kämpfen Männer nicht nur für ihre Heimat,
  10. sondern auch für Ideale, an die sie glauben. Ideale einer Gesellschaft, die vieles vorwegnahm, was die Geschichte
  11. bis heute prägen wird. Die Spartaner stehen für eine wichtige Seite der menschlichen Natur.
  12. Die Sehnsucht nach Einfachheit, Ordnung und Harmonie. Eine Sehnsucht, die den Mut verleiht, dem Tod ins Auge zu sehen und eine
  13. Sehnsucht, die uns für ein Ideal wie die Freiheit um jeden Preis kämpfen lässt. Im Rückblick gilt Athen als strahlende Wiege der westlichen Kultur.
  14. Doch im alten Griechenland wurde vor allem ein Stadtstaat bewundert, Sparta. Sie wurden damals als eine Art Ideal angesehen, eine Utopie, die sich auf
  15. Tugenden gründete, dem Dienst an der Gemeinschaft, Selbstbeschränkung und Geschlossenheit. Spatas Geschichte geht zurück bis ins 12. Jahrhundert vor
  16. Christus, eine Zeit des Umbruchs in der Antike. Ägyptens Macht ist im Niedergang begriffen. Das neue Kraftzentrum heißt Babylon.
  17. Der Legende nach kommen damals dorische Einwanderer aus dem Norden auf den Pelipones, die sich selbst als Nachfahren des Herkules betrachten. Ihr
  18. legendärer König Lucky Diamond nennt den Landstrich nach sich selbst Laakonien. Dem wichtigsten Ort gibt er den Namen seiner Königin
  19. Sparta. Noch 300 Jahre nach der dorischen Einwanderung ist Sparta eine unbedeutende Siedlung, die aus vier großen Dörfern besteht. bis ins
  20. Jahrhundert vor Christus. Starkes Bevölkerungswachstum zwingt zu Expansion. Das Ziel heißt Messenien im Westen
  21. [Musik] Spartas. Vor der Eroberung Assiens gab es überhaupt nichts, was Sparta irgendwie hervorhob oder zu etwas
  22. Besonderem machte. Missenien gehört zu den fruchtbarsten Gegenden des
  23. Pelepones. Hier sollen die besten Oliven Griechenlands gedeihen. Außerdem gibt es in den umliegenden Bergen Eisenvorkommen. Im Altertum
  24. Voraussetzung für militärische Rüstung. Doch Missenien ist schon besiedelt, bevor die Spartaner [Musik]
  25. kommen. Die Messenia waren gerade dabei, eigene Stadtstaaten zu gründen. Sie wehrten sich und wollten unabhängig bleiben, aber die Spaaner
  26. siegten. Der Krieg dauert fast 100 Jahre. Am Ende ist Sparta mit 8000 Quadrk der größte aller griechischen
  27. Stadtstaaten. Die Messenia werden mit Gewalt gezwungen, Sparta mit Lebensmitteln zu versorgen, als unfreie Bauern, sogenannte Eloten.
  28. [Musik] Kein anderer Stadtstaat hat versucht, einen ganzen Volksstamm zu unterdrücken. Es gab 250 000 Menschen in Messenien und
  29. die Spartaner hatten nur 10 000 Krieger. Sie waren also zahlenmäßig stark unterlegen. Die neue Lage zwingt die Spartaner zu tiefgreifenden Änderungen.
  30. Damit die Heloten dauerhaft unterdrückt werden können, ist ein starker Staat ebenso entscheidend wie eine schlagkräftige
  31. Armee. Sie sind die einzigen in Griechenland, die sich wirklich ausschließlich der Kriegskunst widmeten. Die Verteilung der Macht in
  32. Sparta ist wie eine Pyramide aufgebaut. Ganz oben stehen 10 000 Männer der spartanischen Oberschicht. Homoy. Zu Deutsch die gleichen. Jeder von ihnen
  33. mit den gleichen Rechten, Pflichten und gleichgroßem Besitz. Das Ziel war eine Gesellschaft von gleichen zu schaffen und eine
  34. kampfstarke Armee. Dafür war vor allem Geschlossenheit sehr wichtig. Unterhalb der Homoyu stehen zwischen 50 und 60.000 sogenannte
  35. Periöken. Sie leben am Rand der spartanischen Siedlungen, gelten zwar als frei, haben aber keine politischen Rechte.
  36. [Musik] Der Großteil der handwerklichen Produktion, die notwendig war für
  37. Sparta, wurde den Periöken überlassen. Irgendwer musste ja all die Waffen schmieden. Ganz unten und zahlenmäßig die größte Gruppe sind die
  38. Heloten. Ebenso rechtlos wie die Frauen aus allen Schichten. Für die knapp 10.000 Krieger der Herrenschicht erlaubt dieses System sich ausschließlich dem
  39. Staat zu [Musik] widmen. Sie waren entschlossen, auch mit extremen Maßnahmen einen Stat zu
  40. schaffen, wie die Welt noch nie und nie wieder gesehen hat. Diese Maßnahmen beginnen schon an der Wiege. Nach jeder Geburt eines Kindes
  41. entscheiden staatliche Aufseher, ob das Kind leben darf oder nicht. Kränkliche, schwache oder missgebildete Babys werden in der Wildnis ausgesetzt oder von einem
  42. Felsen geworfen. Das wirkt natürlich sehr brutal, aber das Ziel war einfach gute Krieger zu
  43. produzieren und die Neugeborenen haben sie nur unter diesem Gesichtspunkt betrachtet. Auch die weiblichen Babys wurden
  44. entsprechend selektiert, ob sie leben sollten oder in den Abgrund geworfen wurden. Die überlebenden Mädchen werden aufgezogen, um vor allem eins zu sein.
  45. Mütter, künftiger Krieger. Die Jungen der Oberschicht werden erzogen, Homoyu zu werden. Stimmberechtigte Spartaner in der
  46. Versammlung der gleichen. Mitverantwortlich für die Unterdrückung der Heloten. Wer ein Amt übernimmt, auch die
  47. beiden jeweiligen Könige, ist den Homooi Rechenschafts schuldig. Ein System, das 400 Jahre lang stabil funktioniert. Doch mit Demokratie hat das nichts zu
  48. [Musik] tun. Die Freiheit des Einzelnen ist ja ein Kernstück der Demokratie. Die Freiheit zu sagen und zu denken, was man
  49. möchte. Aber Redefreiheit etwa spielte in Sparta überhaupt keine Rolle. Die Spartaner hielten Freiheit nicht einmal für eine gute Idee. Freiheit
  50. gehörte einfach nicht zu den Tugenden, die einem Spartaner beigebracht worden. Die Kontrolle über die Heloten sichert rohe militärische Gewalt.
  51. Sie wussten genau, dass sie verhasst waren. Ein Zeitgenosse von damals hat berichtet, dass die Heloten ihre Herren wohl am liebsten bei lebendigem Leib
  52. verspeist hätten. Die erste Amtshandlung jeder Regierung besteht darin, den Heloten offiziell den Krieg zu
  53. erklären. Es war eine Art formalisierte Erlaubnis, dass die Spartaner jeden Heloten jederzeit einfach töten durften. Ein Staat in dauerhaftem
  54. Kriegszustand nach innen. Die Gesellschaft der Spartaner fußt auf Terror und [Musik]
  55. Gewalt. Auch die Sprache richtet sich nach der Staatsraon. Die Spartaner waren darin geübt, sich besonders kurz zu
  56. fassen. Diese verbale Schlichtheit war typisch für einen spartanischen Krieger. Lakonisch zu sprechen ist gut, um knappe Entscheidungen auf dem
  57. Schlachtfeld zu treffen, aber es ist nicht gut, um über die wirklich wichtigen Dinge nachzudenken. Und das war wohl eines der größten Probleme in
  58. Spartachter. Im Alter von 7 Jahren verlassen spartanische Jungen die Familie und
  59. beginnen mit der Ausbildung in einer Art Militärakademie, der Agog. Mit sieben wurde ein Junge in die spartanische Männerwelt aufgenommen und
  60. dort blieb er, solange er lebte und überlebte. Auf mich wirkt dieser Männerbund wie ein Wolfsrudel aus der Hölle.
  61. Die ersten fünf Jahre stehen vor allem Grundwissen und Körperertüchtigung auf dem Lehrplan. Bestrafungen für mangelnde Disziplin werden von älteren und
  62. kräftigen Schülern durchgeführt mit großer Härte wie zeitgenössische Quellen [Musik] berichten. Spartanische Erziehung hatte
  63. vor allem ein Ziel Schwächen aufzuspüren und auszumerzen. Sein ganzes Leben lang musste ein spartanischer Krieger Angst haben vor dem Urteil seiner Kameraden.
  64. Sie haben sich gegenseitig kontrolliert, ständig auf der Suche nach einem Anzeichen von
  65. Schwäche. Spartanische Mädchen werden nur zu Hause erzogen. Auch die Mädchen wurden von Kindheit an trainiert, stark zu sein,
  66. vor allem körperlich stark, um bis zu einem gewissen Grad selbständig zu sein. Weil ihre Daseinsberechtigung darin bestand, kräftige Krieger zu
  67. gebären, bekamen sie gut zu essen und rieben auch viel Sport. Sie waren in erster Linie
  68. Gebärmaschinen. Mit 12 beginnt für die Jungen die zweite Phase der Ausbildung. Jeder Schüler bekommt einen Umhang, den er das ganze Jahr tragen muss. Weitere
  69. Kleidung ist nicht erlaubt. Auch Schuhe sind verboten. Barfuß gehen und frieren im Dienst bedingungsloser Auslese, auch im
  70. Winter. Jeder, der schon mal im Winter in Laakien gewesen ist, weiß, dass dort Barfurzugehen mit nur einem dünnen
  71. Gewand jeden modernen Amerikaner in Minuten töten würde. Dazu kommt wahrhaft spartanische Ernährung. Das Abendessen wurde gekocht,
  72. wenn man das überhaupt dazu sagen kann, von Dienern und sie haben offenbar schreckliches Essen zubereitet. Das berüchtigste spartanische Gericht war
  73. eine Blutsuppe mit Schweinefleisch, das in einer Menge Blut schwamm. Schon im Altertum gilt spartanische Küche als
  74. ungenießbar. Ein Besucher hat seinen Eindruck für die Nachwelt festgehalten. Er kam nach Sparta und probierte die Suppe. Dann war ihm klar,
  75. warum die Spartaner so wenig Angst vor dem Tod hatten. Die Kost ist nicht nur schlecht, sondern auch zu knapp.
  76. Sie bekommen genug zu essen, um zu überleben, aber nicht genug, um satt zu sein. Und dann wird ihnen beigebracht, um mehr essen zu können, muss man
  77. stehlen. Das war eine gute Strategie, den Jungen Gerissenheit beizubringen und ihre Instinkte zu schulen, um zu überleben. Ein spartanischer Krieger
  78. sollte in der Lage sein, sich selbst aus der Natur zu versorgen, falls das einmal nötig sein sollte.
  79. Ein Junge aus Sparta, der sich beim Stehlen erwischen ließ, wurde bestraft. Ein Junge, der nicht Stahl, galt als Schwächling. Nur ein guter Dieb, der
  80. sich nicht schnappen ließ, wurde anerkannt. Als Stütze während der Ausbildung ist jedem Schüler ein erwachsener Mentor
  81. zugeteilt. Eine Verbindung fürs ganze Leben. Ein Mentor war ziemlich weitgehend verantwortlich für seinen
  82. Schützling. Er überwachtet die ganze Erziehung und sollte dabei großen Wert auf Charakter und Benehmen legen.
  83. Die moderne Wissenschaft vermutet, dass die Beziehung zum Mentor auch sexuelle Seiten [Musik]
  84. hatte in Situationen, wenn Frauen ausgeschlossen sind. Etwa beim Militär gibt es ja eine viel höhere
  85. Wahrscheinlichkeit für zumindest homoerotische Beziehung. Es gab die Erwartung, dass jede sexuelle Beziehung zu beenden sei, wenn die
  86. Jungen zu Erwachsenen Aber es wurde auch erwartet, dass diese Beziehungen als besonders enge Freundschaften weiterbestehen. Daraus entstand dann ein
  87. Netz von Freundschaften zwischen ehemaligen Mentoren und ihren Schützlingen. Ein Netz, das maßgeblich zum Zusammenhalt der spartanischen
  88. Gesellschaft beitrug. Immer wenn Spartas hier in die Schlacht zog, standen in seinen Reihen Männer
  89. Seite an Seite, die allerbeste und allerste Beziehungen zueinander hatten. Der Zusammenhalt von Einheiten ist ja entscheidend in der Schlacht und
  90. kann man sich etwas geschlosseneres vorstellen als eine Truppe, die von solchen Männern gebildet
  91. wird. Am Ende ihrer Ausbildung erwartet die jungen Spartaner ein grausamer Charaktertest. Die besten von ihnen werden ausgewählt
  92. in der Kryptaia zu dienen. Eine Art Geheimdienst, zuständig für den Terror gegen die Heloten. Die Männer der Kryptea leben in
  93. der Wildnis außerhalb Spartas und nutzen den Schutz der Dunkelheit für Mordanschläge gegen
  94. Heloten. Die Krypta war eine merkwürdige Organisation. Sie sorgte dafür, dass die besten und klücksten Spartaner das Leben derjenigen zur Hölle machten, die mit
  95. ihrer Arbeit den Staatsparta überhaupt erst ermöglichten. Wenn sie ein besonders gut aussehender Helot waren, wenn Sie ein
  96. Helot waren, der sich landwirtschaftliche Verbesserungen ausgedacht hatte oder einer, der in irgendeiner anderen Form etwas
  97. Besonderes war, dann mussten sie in der ständigen Furcht leben, dass die Kryptea sie finden und töten
  98. würde. Nach der Ausbildung leben die Krieger in Gruppen zu je 15 Mann zusammen. Diesen Einheiten sind sie mehr verpflichtet als der eigenen Familie,
  99. auch wenn sie heiraten. Über das Verhältnis der Geschlechter in Sparta kursieren schon im Altertum Gerüchte. Spartanische
  100. Frauen gelten als die attraktivsten Griechenlands. Schon die schöne Helena aus der Troja Sage ist Spartanerin. Doch in Wahrheit ist die
  101. Liebe in Sparta nichts anderes als ein weiterer Dienst am St. Durch die Erziehung voneinander getrennt, haben junge Frauen und Männer
  102. vor der Hochzeit so gut wie keinen Kontakt. Es wirkt wie zwei getrennte Welten und das Ritual der Hochzeit unterstreicht
  103. das. Ehchließungen werden nur vereinbart. Es gibt keine Feier. Stattdessen eine Art inszenierter Entführung. Das Haar der Braut wird kurz
  104. geschoren und sie legt Männerkleidung an. Dann in der Nacht schleicht sich der Bräutigam ins Haus und muss die Ehe vollziehen. So begann eine Ehe Sparta.
  105. Ein einzigartiges Ritual ohne Freude, ohne Liebe. Sehr typisch. Auch nach der Hochzeit ist den frisch vermählten Kriegern nur des Nachts
  106. gestattet, ihre Frauen zu [Musik] besuchen. Das war ein Teil des alten Gesetzes. Die Liebenden sollten es
  107. schwer haben zusammenzukommen, um die Leidenschaft zu erhalten. Nur nachts immer heimlich. Und dann musste er schnell wieder zurück in die
  108. Gemeinschaft der Männer. Es heißt, in Sparta sei es nichts ungewöhnliches gewesen, wenn ein Ehemann seine Frau nicht bei Tageslicht zu sehen bekam,
  109. bevor er 30 wurde. Oberste Priorität im Eheleben hat die Zeugung von möglichst viel
  110. Nachwuchs. Gibt es Probleme, sind die Spartaner selbstlos. Wir haben Berichte in den Quellen, nach denen Ehemänner, jüngere Männer zu sich
  111. nach Hause einluden, um mit der Ehefrazuschlafen, in der Hoffnung, dass sie bessere Erzeuger sein würden als sie selbst.
  112. aus. Ob das den Familienfrieden stört, ist nicht bekannt. Spartaner sind gewohnt, sich der Staatsraon zu
  113. [Musik] fügen. Wir wissen nicht, ob die Spartaner tief in ihrem Herzen wirklich von ihrer Tugendhaftigkeit überzeugt
  114. waren oder ob sie im Innersten dachten: "Wow, ich wünschte mir, ich könnte ab und zu mal ein Wochenende in Athen drauf machen und ein bisschen Spaß
  115. haben. Aber was wir sicher wissen ist, dass die Spartaner nach außen hin den Eindruck aufrechhielten, sie sein völlig zufrieden mit ihrem freudlosen
  116. Dasein. Ein Militärstaat voller Rätsel, die beste Armee der Antike. Doch Krieg führt Sparta nur sehr [Musik]
  117. selten. Es ist eine unglaubliche Militärmaschine, aber die Spartaner wollten sie nicht einsetzen. Kein Risiko. Die Bewunderung reicht. Lass uns
  118. nur die Schilde polieren, aber wir benutzen sie nicht, bis wir wirklich müssen. 490 vor. Christus ist es soweit. Aus dem Osten droht Gefahr. Der
  119. Perserkönig Dareos I. schickt sich an Griechenland seinem Riesenreich einzuverleiben. Persien ist die stärkste Macht des fünften vorchristlichen
  120. Jahrhunderts. Die persische Armee, die größte ihrer Zeit. Die griechischen Stadtstaaten, notorisch in Kleinkriege verwickelt, schließen
  121. sich gegen den mächtigen Feind zusammen. Die Führung übernimmt die Seemacht Athen. Nur die Spartaner zieren sich, geben vor, ein Fest zu ehren Apollons
  122. verzögere den Abmarsch ihres Heeres. In der Ebene von Marathon nah der Küste kommt es zum ersten Gefecht.
  123. Die Athener müssen alle ihre Kräfte schicken, jeden Mann, den sie haben, rund 9000 schwer bewaffnete Infanteristen. Und in der Ebene von
  124. Marathon marschieren sie auf gegen die Perser, die ihnen vielleicht zwei oder drei zu ein überlegen sind. In der heißen Augustsonne stehen
  125. sich beide Heere tagelang untätig gegenüber. Vergeblich warten die Griechen auf die versprochene Verstärkung aus Sparta. Dann befehlt
  126. General Miltiades aus Athen den Angriff. Die Perser werden aufgeregt. Die hochgerüsteten Athena sind mindestens eine Nummer zu groß für die
  127. nur leicht bewaffneten persischen Infanteristen. Es ist ein Massaker. Die Sieger schicken einen Läufer zurück nach Athen, der den Triumph verkünden soll.
  128. Plötzlich erscheinen doch noch 2000 spartanische Hauptliten, schwer gepanzerte Fußsoldaten. Doch es gibt keinen Gegner
  129. mehr. Als das spartanische Heer endlich im Marathon eintrifft, zeigen ihnen die Athener stolz die toten Perser, die so leicht besiegt worden sind. Das mussten
  130. die Spartaner erstmal verkraften. Die Perser schwören Rache. 486 vor Christus ernt Dareos seinen Sohn Xerxes zum
  131. Nachfolger. Der beginnt sofort mit der Vorbereitung für die größte Invasion, die die Geschichte bis dahin gesehen hat. Ein Weltreich schlägt zurück.
  132. Um 480 vor. Christus ist klar, dass Xerxis 4 Jahre lang eine enorme Armee mobilisiert hat. Wahrscheinlich mehr als 250 000 Mann, um endlich stark genug in
  133. Griechenland einfallen zu können. Wieder sorgt die Gefahr für Einigkeit unter den Griechen. Xerxis, der sich großer König nennen lässt,
  134. kommandiert die persische Riesenarmee persönlich. Allein die Logistik des Vormarsch gehört zu den großen Leistungen des
  135. [Musik] Altertums. Die Armeen des Xeres verbrauchen täglich Millionen Liter Wasser, Millionen Kilo Getreide, Futter
  136. und Fleisch. Die Griechen zahlenmäßig weit unterlegen, beraten lange, wo sie der
  137. Gefahr begegnen sollen. Dann fällt die Entscheidung auf die Thermopylen. Zudeutsch die heißen Tore. Ein Bergpass auf dem Weg in den
  138. Süden, der für seine Schwefelquellen bekannt ist. [Musik] Auf der engen Passhöhe, damals nur gut
  139. 20 m breit, wollen die Griechen die Flut der persischen Soldaten aufhalten. Sie wissen, was auf dem Spiel steht.
  140. Ich glaube, es war einer dieser Momente in der Geschichte, in dem Menschen klar war, dass es jetzt darauf
  141. ankommt. Und wenn sie nicht standhalten, dann wäre das Problem nicht, dass die Perser diesen einen Pass überqueren, sondern dass die Moral der
  142. Griechen auf einen Tiefpunkt sinken würde und sie den Krieg verlieren. Die griechischen Truppen an den Thermopylen stehen unter dem
  143. Kommando des spartanischen Königs Leonidas. Ein erfahrener Befehlshaber, zum äußersten bereit.
  144. Das Orakel von Delphi hatte vorausgesagt, entweder wird der Perserkönig ganz Griechenland erobern oder ein spartanischer König muss
  145. sterben. Leonidas war sich dessen sehr bewusst und er wusste auch genau, dass die Griechen einen heldenhaften Moment brauchten, um nach den Thermopylen
  146. weiter Widerstand leisten zu können. Sie brauchten einfach etwas, auf das sie stolz sein
  147. konnten. Die größte Hoffnung ruht auf 300 spartanischen Elitekriegern. [Musik] Die Spartaner und auch Leonidas wussten,
  148. dass sie dort sterben würden. Dafür waren sie ihr Leben lang trainiert worden und ihnen war auch klar, welche Bedeutung ihr Kampf für den Rest der
  149. Griechen haben würde. Es war als würden sie eine tödliche Tragödie aufführen, um ganz Griechenland neuen Mut zu
  150. geben. Anfang August nähert sich das persische Heer den Thermopylen. Langsam, aber scheinbar unaufhaltsam.
  151. Der große König Xis selbst mit seinem Hofstad führt die Armee an. Das Kräfteverhältnis ist fatal. 200.000 Perser gegen 7000 Griechen,
  152. darunter nur 300 Spartaner. Dass es nur so wenige sind, ist kühle Berechnung.

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