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Vom Abfall zum Rohstoff–wie Software die Kreislaufwirtschaft steuert | Welt der Wunder–Das Interview
Das Wichtigste aus dem Video
Tipp auf eine Zeit – das Video springt genau dorthin.
Transkriptautomatisch erstellt · 88 Zeilen
- Willkommen bei Welt der Wunder mit unserer Reihe Zukunft gestalten, Industrie, Bau und Technik im Gespräch. Obgiewende, Kreisaufwirtschaft oder
- nachhaltige Industrieprozesse Unternehmen müssen heute wirtschaftlich erfolgreich sein und zugleich steigende Nachhaltigkeitsanforderungen erfüllen.
- Dabei spielen intelligente Steuerung von Ressourcen und Prozessen für eine funktionierende Kreislaufwirtschaft eine große Rolle. Ein Unternehmen, das genau
- an dieser Schnittstelle arbeitet, ist Prologa mit Anjul Wasmer und Christoph Hilmann in der Führungsetage. Pologa ist ein deutsches IT-Unternehmen. Worauf
- haben Sie sich spezialisiert? Ja, ganz speziell auf Software für Entsorgungsunternehmen und auch Recycling Prozesse immer im Umfeld mit
- der SAP, also wenn der Kunde ein ein SAP im Einsatz hat als Finanzsystem, als HR-System, dann kommen wir im Prinzip dazu und bringen die die operativen
- Prozesse der jeweiligen Industrie mit, speziell für die Entsorgungsindustrie und für Recycling Prozesse. Am Ende des Tages ist es im Grunde der gesamte Endto
- Prozess, den Unternehmen haben, von ich beauftrage etwas, Contract Management, eine Abholung von Müll über ich plane die Routen mit einer Dispo, mit einer
- Automatisierung bis hinzu. Was passiert denn aus den Abfällen? Können die irgendwie wieder verwendet werden? Kann daraus ein anderes ähm Produkt wieder
- werden bzw. zurückgeführt werden in den Kreislauf? Da kriegst du ein bisschen das Wort Nachhaltigkeit raus. ist in aller Munde
- in jeder Industrie, natürlich auch in ihrer Ressourcen und Kreislaufmanagement, da hat das Ganze auch Einzug gehalten. Wie aktuell, wie
- groß ist denn das Thema? Das Thema ist enorm und wir sehen es am Markt, dass es immer mehr wächst tatsächlich, weil zum einen klar die
- Regulatorik immer wichtiger wird und da mehr mehr Regularien dazu kommen und auch immer mehr Anforderungen ähm nicht nur in Deutschland, sondern auch
- komplett EU-weit betrachtet. Ähm und zum zum anderen das Thema steigende Kosten. Wie effizient bin ich denn in meinen Produktionsprozessen und kann ich denn
- aus meinen keine Ahnung irgendwelchen Produkten, die rausgeschnitten worden sind, kann ich da wieder Dinge wieder gewinnen und die wieder in den
- Produktionsprozess zurückführen? Sie haben schon gesprochen von Regulatorien, also Vorschriften, das sind große Herausforderungen für die
- Unternehmen. Welche Hürden müssen genommen werden? Es sind vor allem äh sag mal ja regulatorische Vorgaben von der EU.
- ähm die sich dann aber nicht nur im europäischen Raum auswirken, sondern letztenendes weltweit, weil auch wenn ich in in Indien produziere und es in
- der EU verkaufen will, muss ich den EU-regulatorischen Vorgaben entsprechen. Und da geht's dann eben genau darum, jetzt jetzt habe ich ein Material, was
- Abfall ist eigentlich, ich will das recyceln. Jetzt muss ich einmal zwar der normalen Produktionsregulatorik wie ESG Compliance äh Reporting dementsprechend,
- aber gleichzeitig habe ich noch ein Zusatz Aspekt, nämlich das ist ein Abfall. Das heißt, den muss ich ja ganz anders über den Prozess äh verfolgen und
- irgendwann in dem Prozess auch sagen, okay, jetzt ist es kein Abfall mehr, sondern ein sekundär Rohstoff und diese Entscheidung, ab wann in dem Prozess ist
- es dann eigentlich so? Das ist definitiv eine Herausforderung. Aber das beginnt halt auch schon weit vorher, gerade bei Unternehmen, die die
- Abfälle einsammeln auch da. Was sind das denn eigentlich für Abfälle? sind das vielleicht sogar gefährliche Rohstoffe, irgendwelche Chemikalien oder wir fahren
- an dem Krankenhaus vorbei und nehmen irgendwelche OP Abfälle mit. Da gibt's halt dann auch schon Regularien, die eingehalten werden müssen und die die
- Unternehmen auch in irgendeiner Form transparent machen. Das klingt alles sehr komplex, ist es wahrscheinlich auch, wenn man an
- Entsorgung Recycling und Stoffströme denkt, da helfen ihre digitalen Plattformen. Absolut. Genau. Wir im Prinzip decken
- wir den kompletten operativen Prozess ab für diese Branche. Das heißt wirklich von dem äh Auftragsannahme, was wer möchte eigentlich was abgeholt bekommen,
- wer wird es transportieren bis hin zu dann äh in in der Logistik, wer wird es fahren? Da kommen wir wieder zu der Regulatorik. Welcher Fahrer darf denn
- überhaupt gefährliche Abfälle fahren? ähm planen das mit der Lösung und dann äh auch wenn der Transporter ein bisschen in die Entsorgungsanlage geht
- an der Waage, der Waagemeister sitzt dann wieder vor dem vor dem vor unserem System und ich habe im Prinzip den direkten Bezug zu dem ursprünglichen
- Vertrag mit dem Kunden zu diesem logistischen Auftrag. Ich weiß eigentlich über eine Fahrzeug ähm eine Kennzeichenerkennung sofort, welches
- Fahrzeug ist es, mit welchem Auftrag und kann dadurch natürlich den gesamten Prozess wieder tracken, weiß genau, welches Material ist da drin, zu welcher
- Qualität und zu welchem Preis. Also Kreislauf Wirtschaft, der Begriff, den kennt man, der ist schon ja recht alt, aber sie denken diesen Griff, höre
- ich gerade raus, völlig neu. Kann das sein? Ja, genau. Es ist es geht letztenendes ich mal ja Wiederverwendung kennt man irgendwie gerade wenn wir über
- Metalle und Schrotthändler reden, die machen das seit Jahrhunderten. Ähm, trotzdem geht es jetzt eben eigentlich darum, wir haben immer komplexere
- Produkte heute in unserer Welt im Vergleich zum zum Mittelalter auch. hat man schon Metalle recycelt in dem Sinne, aber es ist eben heute deutlich
- komplexer gerade wenn man so an Beispiel Batterien denkt, das Kunststoff da in verschiedene Metalle drin und damit [schnauben] ist auch der
- Recycling Prozess deutlich komplexer und ich muss irgendwie ja schauen, wie kann ich die Materialien da rausnehmen und bis zu welchem Grad macht es eigentlich
- Sinn, das dann zu recyceln oder auch vorher schon brauche ich muss ich überhaupt in den Recycling Prozess gehen oder kann ich die Batterie vielleicht
- auch einfach wieder verwenden über einen Refurbishment oder so? Wenn ich mir so vorstelle, es gab Produkte, ich sag jetzt mal Abfallprodukte, die heute viel
- viel mehr wert sein können, haben sie schon genannt. Da steht man auf einmal plötzlich für einen neuen Geschäftsmodell mit seinem Unternehmen.
- Müssen sich Unternehmen drauf einstellen, ihr komplette System umzustellen. Heißt neue Herangehensweisen an ihre Strukturen.
- Ja, das ist im Prinzip einmal für aus der Endsorgerperspektive. Es ist eine Verlängerung der Wertschöpfungskette. Was passiert denn
- jetzt mit dem Material, was ich auf meinem Recycling Hof eingesammelt habe? Wenn ich das noch ein bisschen weiter auseinandersortiere oder eben in den
- komplexeren Recycling Prozess gebe, hat es einen höheren Wert. kannst du also zu einem höheren Wert verkaufen und denselben Prozess schauen sich auch
- produzierende Unternehmen an als Teil der ihrer Lieferkette, um mehr Zugriff auf ihre Lieferkette zu zu geben, um eben auch den ganzen globalen
- Herausforderung heute eher zu begegnen und so eben den Mehrwert auch tatsächlich nachweisen zu können für das eigene Produkt. Wir haben einen Kunden,
- der ist eigentlich ein Bleiproduzent, schaut aber auf diesen Recycling Prozess als Teil seiner Lieferkette, vereinnahmt Altbatterien, nimmt die auseinander,
- holt sich das Blei daraus und kann am Ende genau sagen, in meiner in meinem Blei, was ich produziert habe, sind 25% Sekundärrohstoff drin und dafür kann er
- eben mehr verdienen und auch mehr Marge machen. Plus natürlich sind die Unternehmen generell ja diesem Thema konfrontiert.
- Wie kriege ich denn mehr Transparenz? Wie kriege ich mehr Transparenz in meinen Daten? Wie treibe ich denn auch Digitalisierung voran, um da auch
- positive Aspekte für mich rausziehen zu können? Und das sind halt all solche Punkte, die wir entsprechend versuchen mit abzudecken und da auch sehr sehr eng
- mit einigen Unternehmen zusammenarbeiten, um diese Anforderung auch immer wieder sich neu auf den Prü Prüfstand zu stellen. Und was wir merken
- ist, dass die Unternehmen das von selbst aber auch sehr intrinsisch getrieben machen. Zum einen klar um ich habe einen Kostendruck, ich habe aber auch eine
- eine Zeitthematik und gerade auch wenn wir an die Unternehmen denken, die die ähm Abfälle einsammeln und vereinnahmen. Ähm, natürlich auch solche Faktoren wie,
- na ja, die Benzinpreise sind enorm gestiegen. Wie wie kriege ich es denn hin, dass mir da meine komplette Kostenstruktur nicht um die Ohren
- fliegt, einfach weil ich ähm höhere Benzinpreise und höhere Kosten auf meinen Routen habe. Sind Sie auch so eine Art Brückenbauer,
- also zu den Technologien zum einen, aber auch Kooperationsanschubliefern sie auch äh dass Unternehmen miteinander arbeiten, die vorher gar nicht wussten,
- dass sie genau zusammenpassen? Tatsächlich. Ja, wir haben ähm gerade auch in Kombination mit SAP einen einen Firmen, also ein Format gefunden, was im
- Grunde ein Council ist, wo wir eben genau diese Unternehmen, die in unterschiedlichen ähm Unternehmungen unterwegs sind, auch in
- unterschiedlichen Branchen teilweise unterwegs sind und da eben über ihre Prozesse reden können, über ihre Anforderungen reden können und die wir
- im Grunde zwei Tage auch zusammenbringen formatseitig. Und was sich da auch ganz spannend entwickelt hat, das sind nicht nur Unternehmen aus Deutschland, sondern
- da sind auch Unternehmen, die teilweise aus Saudi-Arabien anfliegen, um eben genau diesen Austausch unter den Unternehmungen auch zu haben.
- Also, sie steckt mittendrin in der Zukunft, habe ich das Gefühl, und der Markt öffnet sich gerade. Viele neue Möglichkeiten auch für Sie.
- Ja, absolut. Also es ist auf der einen Seite natürlich ja, wir haben heute relativ starken Fußabdruck in in Europa, aber das Thema wird eben außerhalb
- Europas auch immer wichtiger. Auch in Lateinamerika oder in im Nahen Osten wird sich immer mehr mit dieser Nachhaltigkeit und Recycling Themen
- beschäftigt. Ähm, alleine Saudi-Arabien hat so ein Ziel 2030 über 60% des Materials nicht mehr in einer Deponie enden zu lassen, sondern eben wieder
- weiter zu verarbeiten. Äh, aber auch in Industrien, wir kommen eigentlich mal aus der Entsorgungsbranche, aber immer mehr äh Industrien, Chemieindustrie,
- Pharmaindustrie, Metallverarbeitung schauen jetzt auch auf Recycling Prozesse. Wie kann ich eben mir da den Input für meine Produktion sichern als
- Rohstoffe eigentlich? Mit ihrer menschlichen Intelligenz haben sie die Digitalisierung vorangetrieben. Aber kommen wir mal zu künstliche
- Intelligenz. Wie hält die denn bei Ihnen einzug? Natürlich ist das ein Thema, mit dem wir uns massiv beschäftigen. Sei es wir als
- Unternehmen in okay, wie können wir denn eigentlich auch in unserem Unternehmen schneller werden, sei es durch in der gerade wir sind entwicklungslastig
- Softwareunternehmen. Wie kann denn auch entwicklungsseitig KI helfen zukünftig? Aber wir sehen es natürlich auch immer mehr bei Unternehmen und je mehr das
- Thema ähm KI mit Einfluss nimmt, ist auch die Frage, wo liegen denn eigentlich meine Daten? Habe ich eine Transparenz über meine Daten? Weil wenn
- man die KI nutzen will, braucht man saubere Daten, die man als Ausgangspunkte dafür nehmen können und das ist halt was, was wir einfach mit
- auch über unser Produkt mit abdecken. Schwingt vielleicht hier und da mal sind Angst mit in Sachen Datensicherheit jetzt so viele Daten werden rüber
- gegeben, wie können Sie hier das untermauern, dass alles safe ist? Das ist tatsächlich ein gezieltes dann nur zugreifen auf die Daten, die relevant
- sind und vor allem natürlich ein nicht personalisiertes Set an Daten. Ich ein Beispiel, was wir in unserem Produkt mit mit haben, ist ein Thema, wenn wenn
- jetzt das Material vereinnahmt wird, entweder direkt, wenn die Tonne in das ähm Entsäugerungs Fahrzeug gekippt wird oder an der Waage, wenn man in den
- Container schaut, ist das tatsächlich jetzt das ursprünglich mal vereinbart im Vertrag, vereinbarte Material ist in der Biotonne auch wirklich nur Bionol oder
- ist da viel Plastik drin? Ähm und diese Identifikation kann ja unabhängig davon passieren, von wem das eigentlich kommt, wie ich da das Ergebnis nachher weiter
- verarbeite. Das ist wieder unabhängig von KI, aber zumindest die KI nicht weiß, von wem kommt das, welche Leute sind sind dahinter.
- Plus man muss ja sagen, wir sind sehr sehr eng mit SAP unterwegs und mit sehr sehr eng ist gemeint, wir sind tatsächlich mit in den SAP-Systemen
- eingebettet. Also es ist jetzt keine Standalone Lösung, wo wir komplett verantwortlich sind, was passiert denn da Datenstromseitig. sondern wir haben
- immer unseren großen Partner mit am an Bord und können da halt auch auf ganz viele Funktionalitäten zugreifen, die einfach SAP schon mitgibt und auch eben
- die Maßnahmen, die sie Security seitig dafür in Anspruch nehmen. Ressourcen und Kreislaufmanagement digital neugedacht mit Prolog. Vielen
- Dank für mehr Wissen hier bei Welt der Wunder.
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