Zum Inhalt springen
L

Das Video kommt von YouTube: erst beim Abspielen verbindet sich die Seite mit YouTube (Google).

Vom Abfall zum Rohstoff–wie Software die Kreislaufwirtschaft steuert | Welt der Wunder–Das Interview

Welt der Wunder11:37 49.107 Aufrufe veröffentlicht Auf YouTube

Das Wichtigste aus dem Video

Tipp auf eine Zeit – das Video springt genau dorthin.

Transkriptautomatisch erstellt · 88 Zeilen
Herunterladen
  1. Willkommen bei Welt der Wunder mit unserer Reihe Zukunft gestalten, Industrie, Bau und Technik im Gespräch. Obgiewende, Kreisaufwirtschaft oder
  2. nachhaltige Industrieprozesse Unternehmen müssen heute wirtschaftlich erfolgreich sein und zugleich steigende Nachhaltigkeitsanforderungen erfüllen.
  3. Dabei spielen intelligente Steuerung von Ressourcen und Prozessen für eine funktionierende Kreislaufwirtschaft eine große Rolle. Ein Unternehmen, das genau
  4. an dieser Schnittstelle arbeitet, ist Prologa mit Anjul Wasmer und Christoph Hilmann in der Führungsetage. Pologa ist ein deutsches IT-Unternehmen. Worauf
  5. haben Sie sich spezialisiert? Ja, ganz speziell auf Software für Entsorgungsunternehmen und auch Recycling Prozesse immer im Umfeld mit
  6. der SAP, also wenn der Kunde ein ein SAP im Einsatz hat als Finanzsystem, als HR-System, dann kommen wir im Prinzip dazu und bringen die die operativen
  7. Prozesse der jeweiligen Industrie mit, speziell für die Entsorgungsindustrie und für Recycling Prozesse. Am Ende des Tages ist es im Grunde der gesamte Endto
  8. Prozess, den Unternehmen haben, von ich beauftrage etwas, Contract Management, eine Abholung von Müll über ich plane die Routen mit einer Dispo, mit einer
  9. Automatisierung bis hinzu. Was passiert denn aus den Abfällen? Können die irgendwie wieder verwendet werden? Kann daraus ein anderes ähm Produkt wieder
  10. werden bzw. zurückgeführt werden in den Kreislauf? Da kriegst du ein bisschen das Wort Nachhaltigkeit raus. ist in aller Munde
  11. in jeder Industrie, natürlich auch in ihrer Ressourcen und Kreislaufmanagement, da hat das Ganze auch Einzug gehalten. Wie aktuell, wie
  12. groß ist denn das Thema? Das Thema ist enorm und wir sehen es am Markt, dass es immer mehr wächst tatsächlich, weil zum einen klar die
  13. Regulatorik immer wichtiger wird und da mehr mehr Regularien dazu kommen und auch immer mehr Anforderungen ähm nicht nur in Deutschland, sondern auch
  14. komplett EU-weit betrachtet. Ähm und zum zum anderen das Thema steigende Kosten. Wie effizient bin ich denn in meinen Produktionsprozessen und kann ich denn
  15. aus meinen keine Ahnung irgendwelchen Produkten, die rausgeschnitten worden sind, kann ich da wieder Dinge wieder gewinnen und die wieder in den
  16. Produktionsprozess zurückführen? Sie haben schon gesprochen von Regulatorien, also Vorschriften, das sind große Herausforderungen für die
  17. Unternehmen. Welche Hürden müssen genommen werden? Es sind vor allem äh sag mal ja regulatorische Vorgaben von der EU.
  18. ähm die sich dann aber nicht nur im europäischen Raum auswirken, sondern letztenendes weltweit, weil auch wenn ich in in Indien produziere und es in
  19. der EU verkaufen will, muss ich den EU-regulatorischen Vorgaben entsprechen. Und da geht's dann eben genau darum, jetzt jetzt habe ich ein Material, was
  20. Abfall ist eigentlich, ich will das recyceln. Jetzt muss ich einmal zwar der normalen Produktionsregulatorik wie ESG Compliance äh Reporting dementsprechend,
  21. aber gleichzeitig habe ich noch ein Zusatz Aspekt, nämlich das ist ein Abfall. Das heißt, den muss ich ja ganz anders über den Prozess äh verfolgen und
  22. irgendwann in dem Prozess auch sagen, okay, jetzt ist es kein Abfall mehr, sondern ein sekundär Rohstoff und diese Entscheidung, ab wann in dem Prozess ist
  23. es dann eigentlich so? Das ist definitiv eine Herausforderung. Aber das beginnt halt auch schon weit vorher, gerade bei Unternehmen, die die
  24. Abfälle einsammeln auch da. Was sind das denn eigentlich für Abfälle? sind das vielleicht sogar gefährliche Rohstoffe, irgendwelche Chemikalien oder wir fahren
  25. an dem Krankenhaus vorbei und nehmen irgendwelche OP Abfälle mit. Da gibt's halt dann auch schon Regularien, die eingehalten werden müssen und die die
  26. Unternehmen auch in irgendeiner Form transparent machen. Das klingt alles sehr komplex, ist es wahrscheinlich auch, wenn man an
  27. Entsorgung Recycling und Stoffströme denkt, da helfen ihre digitalen Plattformen. Absolut. Genau. Wir im Prinzip decken
  28. wir den kompletten operativen Prozess ab für diese Branche. Das heißt wirklich von dem äh Auftragsannahme, was wer möchte eigentlich was abgeholt bekommen,
  29. wer wird es transportieren bis hin zu dann äh in in der Logistik, wer wird es fahren? Da kommen wir wieder zu der Regulatorik. Welcher Fahrer darf denn
  30. überhaupt gefährliche Abfälle fahren? ähm planen das mit der Lösung und dann äh auch wenn der Transporter ein bisschen in die Entsorgungsanlage geht
  31. an der Waage, der Waagemeister sitzt dann wieder vor dem vor dem vor unserem System und ich habe im Prinzip den direkten Bezug zu dem ursprünglichen
  32. Vertrag mit dem Kunden zu diesem logistischen Auftrag. Ich weiß eigentlich über eine Fahrzeug ähm eine Kennzeichenerkennung sofort, welches
  33. Fahrzeug ist es, mit welchem Auftrag und kann dadurch natürlich den gesamten Prozess wieder tracken, weiß genau, welches Material ist da drin, zu welcher
  34. Qualität und zu welchem Preis. Also Kreislauf Wirtschaft, der Begriff, den kennt man, der ist schon ja recht alt, aber sie denken diesen Griff, höre
  35. ich gerade raus, völlig neu. Kann das sein? Ja, genau. Es ist es geht letztenendes ich mal ja Wiederverwendung kennt man irgendwie gerade wenn wir über
  36. Metalle und Schrotthändler reden, die machen das seit Jahrhunderten. Ähm, trotzdem geht es jetzt eben eigentlich darum, wir haben immer komplexere
  37. Produkte heute in unserer Welt im Vergleich zum zum Mittelalter auch. hat man schon Metalle recycelt in dem Sinne, aber es ist eben heute deutlich
  38. komplexer gerade wenn man so an Beispiel Batterien denkt, das Kunststoff da in verschiedene Metalle drin und damit [schnauben] ist auch der
  39. Recycling Prozess deutlich komplexer und ich muss irgendwie ja schauen, wie kann ich die Materialien da rausnehmen und bis zu welchem Grad macht es eigentlich
  40. Sinn, das dann zu recyceln oder auch vorher schon brauche ich muss ich überhaupt in den Recycling Prozess gehen oder kann ich die Batterie vielleicht
  41. auch einfach wieder verwenden über einen Refurbishment oder so? Wenn ich mir so vorstelle, es gab Produkte, ich sag jetzt mal Abfallprodukte, die heute viel
  42. viel mehr wert sein können, haben sie schon genannt. Da steht man auf einmal plötzlich für einen neuen Geschäftsmodell mit seinem Unternehmen.
  43. Müssen sich Unternehmen drauf einstellen, ihr komplette System umzustellen. Heißt neue Herangehensweisen an ihre Strukturen.
  44. Ja, das ist im Prinzip einmal für aus der Endsorgerperspektive. Es ist eine Verlängerung der Wertschöpfungskette. Was passiert denn
  45. jetzt mit dem Material, was ich auf meinem Recycling Hof eingesammelt habe? Wenn ich das noch ein bisschen weiter auseinandersortiere oder eben in den
  46. komplexeren Recycling Prozess gebe, hat es einen höheren Wert. kannst du also zu einem höheren Wert verkaufen und denselben Prozess schauen sich auch
  47. produzierende Unternehmen an als Teil der ihrer Lieferkette, um mehr Zugriff auf ihre Lieferkette zu zu geben, um eben auch den ganzen globalen
  48. Herausforderung heute eher zu begegnen und so eben den Mehrwert auch tatsächlich nachweisen zu können für das eigene Produkt. Wir haben einen Kunden,
  49. der ist eigentlich ein Bleiproduzent, schaut aber auf diesen Recycling Prozess als Teil seiner Lieferkette, vereinnahmt Altbatterien, nimmt die auseinander,
  50. holt sich das Blei daraus und kann am Ende genau sagen, in meiner in meinem Blei, was ich produziert habe, sind 25% Sekundärrohstoff drin und dafür kann er
  51. eben mehr verdienen und auch mehr Marge machen. Plus natürlich sind die Unternehmen generell ja diesem Thema konfrontiert.
  52. Wie kriege ich denn mehr Transparenz? Wie kriege ich mehr Transparenz in meinen Daten? Wie treibe ich denn auch Digitalisierung voran, um da auch
  53. positive Aspekte für mich rausziehen zu können? Und das sind halt all solche Punkte, die wir entsprechend versuchen mit abzudecken und da auch sehr sehr eng
  54. mit einigen Unternehmen zusammenarbeiten, um diese Anforderung auch immer wieder sich neu auf den Prü Prüfstand zu stellen. Und was wir merken
  55. ist, dass die Unternehmen das von selbst aber auch sehr intrinsisch getrieben machen. Zum einen klar um ich habe einen Kostendruck, ich habe aber auch eine
  56. eine Zeitthematik und gerade auch wenn wir an die Unternehmen denken, die die ähm Abfälle einsammeln und vereinnahmen. Ähm, natürlich auch solche Faktoren wie,
  57. na ja, die Benzinpreise sind enorm gestiegen. Wie wie kriege ich es denn hin, dass mir da meine komplette Kostenstruktur nicht um die Ohren
  58. fliegt, einfach weil ich ähm höhere Benzinpreise und höhere Kosten auf meinen Routen habe. Sind Sie auch so eine Art Brückenbauer,
  59. also zu den Technologien zum einen, aber auch Kooperationsanschubliefern sie auch äh dass Unternehmen miteinander arbeiten, die vorher gar nicht wussten,
  60. dass sie genau zusammenpassen? Tatsächlich. Ja, wir haben ähm gerade auch in Kombination mit SAP einen einen Firmen, also ein Format gefunden, was im
  61. Grunde ein Council ist, wo wir eben genau diese Unternehmen, die in unterschiedlichen ähm Unternehmungen unterwegs sind, auch in
  62. unterschiedlichen Branchen teilweise unterwegs sind und da eben über ihre Prozesse reden können, über ihre Anforderungen reden können und die wir
  63. im Grunde zwei Tage auch zusammenbringen formatseitig. Und was sich da auch ganz spannend entwickelt hat, das sind nicht nur Unternehmen aus Deutschland, sondern
  64. da sind auch Unternehmen, die teilweise aus Saudi-Arabien anfliegen, um eben genau diesen Austausch unter den Unternehmungen auch zu haben.
  65. Also, sie steckt mittendrin in der Zukunft, habe ich das Gefühl, und der Markt öffnet sich gerade. Viele neue Möglichkeiten auch für Sie.
  66. Ja, absolut. Also es ist auf der einen Seite natürlich ja, wir haben heute relativ starken Fußabdruck in in Europa, aber das Thema wird eben außerhalb
  67. Europas auch immer wichtiger. Auch in Lateinamerika oder in im Nahen Osten wird sich immer mehr mit dieser Nachhaltigkeit und Recycling Themen
  68. beschäftigt. Ähm, alleine Saudi-Arabien hat so ein Ziel 2030 über 60% des Materials nicht mehr in einer Deponie enden zu lassen, sondern eben wieder
  69. weiter zu verarbeiten. Äh, aber auch in Industrien, wir kommen eigentlich mal aus der Entsorgungsbranche, aber immer mehr äh Industrien, Chemieindustrie,
  70. Pharmaindustrie, Metallverarbeitung schauen jetzt auch auf Recycling Prozesse. Wie kann ich eben mir da den Input für meine Produktion sichern als
  71. Rohstoffe eigentlich? Mit ihrer menschlichen Intelligenz haben sie die Digitalisierung vorangetrieben. Aber kommen wir mal zu künstliche
  72. Intelligenz. Wie hält die denn bei Ihnen einzug? Natürlich ist das ein Thema, mit dem wir uns massiv beschäftigen. Sei es wir als
  73. Unternehmen in okay, wie können wir denn eigentlich auch in unserem Unternehmen schneller werden, sei es durch in der gerade wir sind entwicklungslastig
  74. Softwareunternehmen. Wie kann denn auch entwicklungsseitig KI helfen zukünftig? Aber wir sehen es natürlich auch immer mehr bei Unternehmen und je mehr das
  75. Thema ähm KI mit Einfluss nimmt, ist auch die Frage, wo liegen denn eigentlich meine Daten? Habe ich eine Transparenz über meine Daten? Weil wenn
  76. man die KI nutzen will, braucht man saubere Daten, die man als Ausgangspunkte dafür nehmen können und das ist halt was, was wir einfach mit
  77. auch über unser Produkt mit abdecken. Schwingt vielleicht hier und da mal sind Angst mit in Sachen Datensicherheit jetzt so viele Daten werden rüber
  78. gegeben, wie können Sie hier das untermauern, dass alles safe ist? Das ist tatsächlich ein gezieltes dann nur zugreifen auf die Daten, die relevant
  79. sind und vor allem natürlich ein nicht personalisiertes Set an Daten. Ich ein Beispiel, was wir in unserem Produkt mit mit haben, ist ein Thema, wenn wenn
  80. jetzt das Material vereinnahmt wird, entweder direkt, wenn die Tonne in das ähm Entsäugerungs Fahrzeug gekippt wird oder an der Waage, wenn man in den
  81. Container schaut, ist das tatsächlich jetzt das ursprünglich mal vereinbart im Vertrag, vereinbarte Material ist in der Biotonne auch wirklich nur Bionol oder
  82. ist da viel Plastik drin? Ähm und diese Identifikation kann ja unabhängig davon passieren, von wem das eigentlich kommt, wie ich da das Ergebnis nachher weiter
  83. verarbeite. Das ist wieder unabhängig von KI, aber zumindest die KI nicht weiß, von wem kommt das, welche Leute sind sind dahinter.
  84. Plus man muss ja sagen, wir sind sehr sehr eng mit SAP unterwegs und mit sehr sehr eng ist gemeint, wir sind tatsächlich mit in den SAP-Systemen
  85. eingebettet. Also es ist jetzt keine Standalone Lösung, wo wir komplett verantwortlich sind, was passiert denn da Datenstromseitig. sondern wir haben
  86. immer unseren großen Partner mit am an Bord und können da halt auch auf ganz viele Funktionalitäten zugreifen, die einfach SAP schon mitgibt und auch eben
  87. die Maßnahmen, die sie Security seitig dafür in Anspruch nehmen. Ressourcen und Kreislaufmanagement digital neugedacht mit Prolog. Vielen
  88. Dank für mehr Wissen hier bei Welt der Wunder.

Zum Nachlesen