Vom Abfall zum Rohstoff–wie Software die Kreislaufwirtschaft steuert | Welt der Wunder–Das Interview Welt der Wunder https://www.youtube.com/watch?v=uzNAbWLJ3S8 Transkript (automatisch erstellt) 0:07 Willkommen bei Welt der Wunder mit unserer Reihe Zukunft gestalten, Industrie, Bau und Technik im Gespräch. Obgiewende, Kreisaufwirtschaft oder 0:15 nachhaltige Industrieprozesse Unternehmen müssen heute wirtschaftlich erfolgreich sein und zugleich steigende Nachhaltigkeitsanforderungen erfüllen. 0:25 Dabei spielen intelligente Steuerung von Ressourcen und Prozessen für eine funktionierende Kreislaufwirtschaft eine große Rolle. Ein Unternehmen, das genau 0:33 an dieser Schnittstelle arbeitet, ist Prologa mit Anjul Wasmer und Christoph Hilmann in der Führungsetage. Pologa ist ein deutsches IT-Unternehmen. Worauf 0:43 haben Sie sich spezialisiert? Ja, ganz speziell auf Software für Entsorgungsunternehmen und auch Recycling Prozesse immer im Umfeld mit 0:50 der SAP, also wenn der Kunde ein ein SAP im Einsatz hat als Finanzsystem, als HR-System, dann kommen wir im Prinzip dazu und bringen die die operativen 0:59 Prozesse der jeweiligen Industrie mit, speziell für die Entsorgungsindustrie und für Recycling Prozesse. Am Ende des Tages ist es im Grunde der gesamte Endto 1:08 Prozess, den Unternehmen haben, von ich beauftrage etwas, Contract Management, eine Abholung von Müll über ich plane die Routen mit einer Dispo, mit einer 1:18 Automatisierung bis hinzu. Was passiert denn aus den Abfällen? Können die irgendwie wieder verwendet werden? Kann daraus ein anderes ähm Produkt wieder 1:27 werden bzw. zurückgeführt werden in den Kreislauf? Da kriegst du ein bisschen das Wort Nachhaltigkeit raus. ist in aller Munde 1:33 in jeder Industrie, natürlich auch in ihrer Ressourcen und Kreislaufmanagement, da hat das Ganze auch Einzug gehalten. Wie aktuell, wie 1:43 groß ist denn das Thema? Das Thema ist enorm und wir sehen es am Markt, dass es immer mehr wächst tatsächlich, weil zum einen klar die 1:51 Regulatorik immer wichtiger wird und da mehr mehr Regularien dazu kommen und auch immer mehr Anforderungen ähm nicht nur in Deutschland, sondern auch 1:59 komplett EU-weit betrachtet. Ähm und zum zum anderen das Thema steigende Kosten. Wie effizient bin ich denn in meinen Produktionsprozessen und kann ich denn 2:10 aus meinen keine Ahnung irgendwelchen Produkten, die rausgeschnitten worden sind, kann ich da wieder Dinge wieder gewinnen und die wieder in den 2:17 Produktionsprozess zurückführen? Sie haben schon gesprochen von Regulatorien, also Vorschriften, das sind große Herausforderungen für die 2:24 Unternehmen. Welche Hürden müssen genommen werden? Es sind vor allem äh sag mal ja regulatorische Vorgaben von der EU. 2:32 ähm die sich dann aber nicht nur im europäischen Raum auswirken, sondern letztenendes weltweit, weil auch wenn ich in in Indien produziere und es in 2:38 der EU verkaufen will, muss ich den EU-regulatorischen Vorgaben entsprechen. Und da geht's dann eben genau darum, jetzt jetzt habe ich ein Material, was 2:47 Abfall ist eigentlich, ich will das recyceln. Jetzt muss ich einmal zwar der normalen Produktionsregulatorik wie ESG Compliance äh Reporting dementsprechend, 2:57 aber gleichzeitig habe ich noch ein Zusatz Aspekt, nämlich das ist ein Abfall. Das heißt, den muss ich ja ganz anders über den Prozess äh verfolgen und 3:06 irgendwann in dem Prozess auch sagen, okay, jetzt ist es kein Abfall mehr, sondern ein sekundär Rohstoff und diese Entscheidung, ab wann in dem Prozess ist 3:12 es dann eigentlich so? Das ist definitiv eine Herausforderung. Aber das beginnt halt auch schon weit vorher, gerade bei Unternehmen, die die 3:18 Abfälle einsammeln auch da. Was sind das denn eigentlich für Abfälle? sind das vielleicht sogar gefährliche Rohstoffe, irgendwelche Chemikalien oder wir fahren 3:28 an dem Krankenhaus vorbei und nehmen irgendwelche OP Abfälle mit. Da gibt's halt dann auch schon Regularien, die eingehalten werden müssen und die die 3:35 Unternehmen auch in irgendeiner Form transparent machen. Das klingt alles sehr komplex, ist es wahrscheinlich auch, wenn man an 3:40 Entsorgung Recycling und Stoffströme denkt, da helfen ihre digitalen Plattformen. Absolut. Genau. Wir im Prinzip decken 3:48 wir den kompletten operativen Prozess ab für diese Branche. Das heißt wirklich von dem äh Auftragsannahme, was wer möchte eigentlich was abgeholt bekommen, 3:58 wer wird es transportieren bis hin zu dann äh in in der Logistik, wer wird es fahren? Da kommen wir wieder zu der Regulatorik. Welcher Fahrer darf denn 4:06 überhaupt gefährliche Abfälle fahren? ähm planen das mit der Lösung und dann äh auch wenn der Transporter ein bisschen in die Entsorgungsanlage geht 4:15 an der Waage, der Waagemeister sitzt dann wieder vor dem vor dem vor unserem System und ich habe im Prinzip den direkten Bezug zu dem ursprünglichen 4:23 Vertrag mit dem Kunden zu diesem logistischen Auftrag. Ich weiß eigentlich über eine Fahrzeug ähm eine Kennzeichenerkennung sofort, welches 4:31 Fahrzeug ist es, mit welchem Auftrag und kann dadurch natürlich den gesamten Prozess wieder tracken, weiß genau, welches Material ist da drin, zu welcher 4:38 Qualität und zu welchem Preis. Also Kreislauf Wirtschaft, der Begriff, den kennt man, der ist schon ja recht alt, aber sie denken diesen Griff, höre 4:46 ich gerade raus, völlig neu. Kann das sein? Ja, genau. Es ist es geht letztenendes ich mal ja Wiederverwendung kennt man irgendwie gerade wenn wir über 4:53 Metalle und Schrotthändler reden, die machen das seit Jahrhunderten. Ähm, trotzdem geht es jetzt eben eigentlich darum, wir haben immer komplexere 4:59 Produkte heute in unserer Welt im Vergleich zum zum Mittelalter auch. hat man schon Metalle recycelt in dem Sinne, aber es ist eben heute deutlich 5:07 komplexer gerade wenn man so an Beispiel Batterien denkt, das Kunststoff da in verschiedene Metalle drin und damit [schnauben] ist auch der 5:15 Recycling Prozess deutlich komplexer und ich muss irgendwie ja schauen, wie kann ich die Materialien da rausnehmen und bis zu welchem Grad macht es eigentlich 5:21 Sinn, das dann zu recyceln oder auch vorher schon brauche ich muss ich überhaupt in den Recycling Prozess gehen oder kann ich die Batterie vielleicht 5:28 auch einfach wieder verwenden über einen Refurbishment oder so? Wenn ich mir so vorstelle, es gab Produkte, ich sag jetzt mal Abfallprodukte, die heute viel 5:36 viel mehr wert sein können, haben sie schon genannt. Da steht man auf einmal plötzlich für einen neuen Geschäftsmodell mit seinem Unternehmen. 5:42 Müssen sich Unternehmen drauf einstellen, ihr komplette System umzustellen. Heißt neue Herangehensweisen an ihre Strukturen. 5:50 Ja, das ist im Prinzip einmal für aus der Endsorgerperspektive. Es ist eine Verlängerung der Wertschöpfungskette. Was passiert denn 5:57 jetzt mit dem Material, was ich auf meinem Recycling Hof eingesammelt habe? Wenn ich das noch ein bisschen weiter auseinandersortiere oder eben in den 6:04 komplexeren Recycling Prozess gebe, hat es einen höheren Wert. kannst du also zu einem höheren Wert verkaufen und denselben Prozess schauen sich auch 6:11 produzierende Unternehmen an als Teil der ihrer Lieferkette, um mehr Zugriff auf ihre Lieferkette zu zu geben, um eben auch den ganzen globalen 6:19 Herausforderung heute eher zu begegnen und so eben den Mehrwert auch tatsächlich nachweisen zu können für das eigene Produkt. Wir haben einen Kunden, 6:27 der ist eigentlich ein Bleiproduzent, schaut aber auf diesen Recycling Prozess als Teil seiner Lieferkette, vereinnahmt Altbatterien, nimmt die auseinander, 6:35 holt sich das Blei daraus und kann am Ende genau sagen, in meiner in meinem Blei, was ich produziert habe, sind 25% Sekundärrohstoff drin und dafür kann er 6:43 eben mehr verdienen und auch mehr Marge machen. Plus natürlich sind die Unternehmen generell ja diesem Thema konfrontiert. 6:50 Wie kriege ich denn mehr Transparenz? Wie kriege ich mehr Transparenz in meinen Daten? Wie treibe ich denn auch Digitalisierung voran, um da auch 6:56 positive Aspekte für mich rausziehen zu können? Und das sind halt all solche Punkte, die wir entsprechend versuchen mit abzudecken und da auch sehr sehr eng 7:04 mit einigen Unternehmen zusammenarbeiten, um diese Anforderung auch immer wieder sich neu auf den Prü Prüfstand zu stellen. Und was wir merken 7:12 ist, dass die Unternehmen das von selbst aber auch sehr intrinsisch getrieben machen. Zum einen klar um ich habe einen Kostendruck, ich habe aber auch eine 7:20 eine Zeitthematik und gerade auch wenn wir an die Unternehmen denken, die die ähm Abfälle einsammeln und vereinnahmen. Ähm, natürlich auch solche Faktoren wie, 7:31 na ja, die Benzinpreise sind enorm gestiegen. Wie wie kriege ich es denn hin, dass mir da meine komplette Kostenstruktur nicht um die Ohren 7:37 fliegt, einfach weil ich ähm höhere Benzinpreise und höhere Kosten auf meinen Routen habe. Sind Sie auch so eine Art Brückenbauer, 7:45 also zu den Technologien zum einen, aber auch Kooperationsanschubliefern sie auch äh dass Unternehmen miteinander arbeiten, die vorher gar nicht wussten, 7:54 dass sie genau zusammenpassen? Tatsächlich. Ja, wir haben ähm gerade auch in Kombination mit SAP einen einen Firmen, also ein Format gefunden, was im 8:05 Grunde ein Council ist, wo wir eben genau diese Unternehmen, die in unterschiedlichen ähm Unternehmungen unterwegs sind, auch in 8:12 unterschiedlichen Branchen teilweise unterwegs sind und da eben über ihre Prozesse reden können, über ihre Anforderungen reden können und die wir 8:19 im Grunde zwei Tage auch zusammenbringen formatseitig. Und was sich da auch ganz spannend entwickelt hat, das sind nicht nur Unternehmen aus Deutschland, sondern 8:26 da sind auch Unternehmen, die teilweise aus Saudi-Arabien anfliegen, um eben genau diesen Austausch unter den Unternehmungen auch zu haben. 8:33 Also, sie steckt mittendrin in der Zukunft, habe ich das Gefühl, und der Markt öffnet sich gerade. Viele neue Möglichkeiten auch für Sie. 8:40 Ja, absolut. Also es ist auf der einen Seite natürlich ja, wir haben heute relativ starken Fußabdruck in in Europa, aber das Thema wird eben außerhalb 8:48 Europas auch immer wichtiger. Auch in Lateinamerika oder in im Nahen Osten wird sich immer mehr mit dieser Nachhaltigkeit und Recycling Themen 8:54 beschäftigt. Ähm, alleine Saudi-Arabien hat so ein Ziel 2030 über 60% des Materials nicht mehr in einer Deponie enden zu lassen, sondern eben wieder 9:03 weiter zu verarbeiten. Äh, aber auch in Industrien, wir kommen eigentlich mal aus der Entsorgungsbranche, aber immer mehr äh Industrien, Chemieindustrie, 9:12 Pharmaindustrie, Metallverarbeitung schauen jetzt auch auf Recycling Prozesse. Wie kann ich eben mir da den Input für meine Produktion sichern als 9:20 Rohstoffe eigentlich? Mit ihrer menschlichen Intelligenz haben sie die Digitalisierung vorangetrieben. Aber kommen wir mal zu künstliche 9:26 Intelligenz. Wie hält die denn bei Ihnen einzug? Natürlich ist das ein Thema, mit dem wir uns massiv beschäftigen. Sei es wir als 9:33 Unternehmen in okay, wie können wir denn eigentlich auch in unserem Unternehmen schneller werden, sei es durch in der gerade wir sind entwicklungslastig 9:40 Softwareunternehmen. Wie kann denn auch entwicklungsseitig KI helfen zukünftig? Aber wir sehen es natürlich auch immer mehr bei Unternehmen und je mehr das 9:49 Thema ähm KI mit Einfluss nimmt, ist auch die Frage, wo liegen denn eigentlich meine Daten? Habe ich eine Transparenz über meine Daten? Weil wenn 9:57 man die KI nutzen will, braucht man saubere Daten, die man als Ausgangspunkte dafür nehmen können und das ist halt was, was wir einfach mit 10:03 auch über unser Produkt mit abdecken. Schwingt vielleicht hier und da mal sind Angst mit in Sachen Datensicherheit jetzt so viele Daten werden rüber 10:10 gegeben, wie können Sie hier das untermauern, dass alles safe ist? Das ist tatsächlich ein gezieltes dann nur zugreifen auf die Daten, die relevant 10:19 sind und vor allem natürlich ein nicht personalisiertes Set an Daten. Ich ein Beispiel, was wir in unserem Produkt mit mit haben, ist ein Thema, wenn wenn 10:27 jetzt das Material vereinnahmt wird, entweder direkt, wenn die Tonne in das ähm Entsäugerungs Fahrzeug gekippt wird oder an der Waage, wenn man in den 10:35 Container schaut, ist das tatsächlich jetzt das ursprünglich mal vereinbart im Vertrag, vereinbarte Material ist in der Biotonne auch wirklich nur Bionol oder 10:42 ist da viel Plastik drin? Ähm und diese Identifikation kann ja unabhängig davon passieren, von wem das eigentlich kommt, wie ich da das Ergebnis nachher weiter 10:52 verarbeite. Das ist wieder unabhängig von KI, aber zumindest die KI nicht weiß, von wem kommt das, welche Leute sind sind dahinter. 10:59 Plus man muss ja sagen, wir sind sehr sehr eng mit SAP unterwegs und mit sehr sehr eng ist gemeint, wir sind tatsächlich mit in den SAP-Systemen 11:07 eingebettet. Also es ist jetzt keine Standalone Lösung, wo wir komplett verantwortlich sind, was passiert denn da Datenstromseitig. sondern wir haben 11:14 immer unseren großen Partner mit am an Bord und können da halt auch auf ganz viele Funktionalitäten zugreifen, die einfach SAP schon mitgibt und auch eben 11:23 die Maßnahmen, die sie Security seitig dafür in Anspruch nehmen. Ressourcen und Kreislaufmanagement digital neugedacht mit Prolog. Vielen 11:33 Dank für mehr Wissen hier bei Welt der Wunder.