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Nudging: Neoliberal oder notwendig? – Ep. 321
Das Wichtigste aus dem Video
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Transkriptautomatisch erstellt · 427 Zeilen
- [Musik] Wohlstand für alle über Geld sprechen Ole Nymon und Wolfgang M. Schmidt. Hallo und herzlich willkommen. Hallo
- Wolfgang. Hallo Ole. Heute wollen wir uns mit Notching beschäftigen. Damit nehmen wir uns ein wichtiges Thema der
- Verhaltensökonomie vor, dass die üblichen Grenzen des neoklassischen Denkens sprengt, da die Rationalität des Homoökonomikus in Frage gestellt wird:
- To nutch somebody heißt jemanden anstupsen. Wie kann man fragen sich Verhaltensökonomen, Menschen dazu bringen, das Richtige zu tun?
- Ginge man von einem Homoökonomikus aus, wie er im Lehrbuch steht, dann könnte man die Frage leicht beantworten, oftmals durch finanzielle Anreize. Das
- ist auch nicht per se falsch. Man kann sich das relativ leicht ähm verständlich machen. Nehmen wir z.B. folgendes Szenario. Wir haben einen Händler, der
- möchte, dass ein Kunde eine Rechnung möglichst schnell bezahlt. Und was kann man da machen? Man kann z.B. 2% Konto anbieten. Diese Ersparnis und 2% sind
- oft schon genug finanzielle Anreiz, um eine Rechnung innerhalb von 3 Tagen zu begleichen. Oder auch sonst sind Preise häufig handlungsleiten. Sagen wir,
- Bäcker wollen möglichst viele Brötchen verkaufen. Bcker Lutze will möglichst viele Brötchen loswerden. Wolfgang, was macht er da? Er macht das fose Angebot.
- Man kriegt drei Brötchen zum Preis von zwei Brötchen und auch wenn man vielleicht in Laden ging und sagte, ich brauche nur eins, geht man doch mit drei
- nach Hause. Oder Unternehmen investieren in erneuerbare Energien, wenn es zugleich eine staatliche Förderung gibt. Das sind alles Momente, in denen
- Menschen Entscheidungen treffen, die sie vielleicht sonst nicht unbedingt getroffen hätten durch finanzielle Anreize.
- Da sind wir noch nicht im Reich des Nutchings. Dazu kommen wir gleich. Wir wollen aber zunächst noch darauf hinweisen, dass die neue Folge von
- Wohlstand für alle Literatur erschienen ist. Wir sprechen über Rabbit Run Hasenherz von John Abdike. John Abdik ist einer der ganz großen
- US-Schriftsteller in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Wir sind uns nicht so ganz einig über die Qualität seines Romans.
- So viel sagen wir schon. Es ist jedenfalls so, dass es ein Roman ist, der beschreibt, wie diese amerikanische Mittelschicht äh recht Sinn entlehrt in
- den 60er Jahren. In eine Zukunft blickt, in der sich nicht mehr so viel bietet. Man kann nach oben in den Himmel schauen, aber Gott antwortet da auch
- nicht. Es ist jedenfalls ein neuer Realismus, der dann hineinkommt in die Literatur. Das gilt auch für Christian Kracht für seinen Text Faserland, diesen
- Roman, der ja so ein Grundstein für die deutsche Popliteratur ist und manche sagen auch, das sei auch zugleich äh schon der Grabstein für die Popliteratur
- in einem. Über diesen jedenfalls Kultroman, könnte man sagen, sprechen wir in diesem Monat dann in Wohlstand für alle Literatur.
- Und wer das hören möchte und auch sonst alle bereits erschienenen Folgen von Speak Easy Bar und Wohlstand für alle Literatur, der kann uns unterstützen und
- zwar bei Steady, bei Apple und bei Patreon. Die Links stehen wie immer in der Episodenbeschreibung und wir machen das jetzt ja nun schon ziemlich genau
- zwei Jahre. Da haben sich also äh schon knappe 50 Bonusinhalte, fast 50 Bonusinhalte mittlerweile angesammelt. Das lohnt sich also durchaus.
- Nun wissen wir ja, dass wir nicht immer rational handeln, so sehr wir es manchmal auch wollen. Beispielsweise ist uns der kurzfristige Genuss mit
- Unterlieber als der äh ja langfristige Verlust oder das langfristige Problem, das damit einhergeht. Die Zigarette oder das Stück Kuchen sind im Moment genossen
- wunderbar, dauerhaft natürlich gesundheitsschädigend. Nun wollen wir uns hier nicht zu den großen Gesundheitsaposteln aufschwingen,
- aber wir alle kennen die Situation, in denen wir wieder die Vernunft handeln. Es wäre gesünder und meist auch billiger, es ist nicht zu tun, aber wir
- machen es trotzdem. Das betrifft ja nicht nur das individuelle Handeln. Wir sehen auch gleich noch, dass das natürlich weit darüber hinausgeht.
- Jedenfalls sind wir da in dem Bereich, wo uns so ein neoklassisches Modell eigentlich nicht mehr weiterhelfen kann. Ja. Und was ist nun also zu tun, wenn
- man irrationales und ungutes verhandeln äh Handeln verhindern möchte? Nun, das ist eine Frage, die kann man auf der gesellschaftlichen Ebene stellen. Ja,
- also wie wird bestimmtes Handeln mehr oder weniger attraktiv, was vielleicht auch soziale Folgen haben kann, aber man kann sich natürlich auch erstmal selbst
- natchen ganz individuell. Auch das tun wir laufend. Also, wenn man z.B. sagt, ich möchte mich einer Diät unterziehen, sollte man wahrscheinlich nicht vorher
- noch mal Süßigkeiten einkaufen gehen und die in den Schrank legen für die Zeit nach der Diät. Das wird man hoffentlich nicht tun. Die Gefahr des Rückfalls ist
- relativ groß, ähnliches, wenn man mit dem Rauchen aufhören will. Wer dazu neigt, mit viel Bargeld in der Tasche auch viel auszugeben, der wird im besten
- Fall nur kleine Beträge am Geldautomaten ziehen. Da liegt also die Verantwortung beim Individuum. Man stupst sich gewissermaßen selbst in die Richtung,
- die die Vernunft einem vorgibt. Richard H. Ther oder Thail und K Sunstein haben sich in ihrem erstmal 2008 erschiedenen
- Buch Natch, wie man kluge Entscheidungen anstößt, vor allem damit beschäftigt, wie eine Regierung oder internationale Organisation Individuen und in
- Unternehmen in die richtige Richtung schubsen können. Es soll ein Gegenentwurf zu autoritärem Handeln sein. So gegen Zwang und Verbot sprechen
- sich die Autoren nicht per se aus, aber sie sagen, es gibt da noch andere Möglichkeiten. Zunächst einmal haben sich Taylor und Sunstein selbst
- genatscht, denn das Buch ist dann 2022 in einer Neuausgabe erschienen und die heißt die endgültige Ausgabe. Und indem Sie diesen Untertitel gewählt haben,
- wollen sie damit verhindern, dass in ein paar Jahren erneut Sie auf die Idee kommen, das Buch zu überarbeiten. Endgültig ist schließlich endgültig. Das
- Buch schlug 2008 wirklich ein wie eine Bombe. Unternehmen und Politiker stürzen sich auf das Konzept. Sowohl der britische Premierminister Cameron als
- auch Bundeskanzlerin Merkel ließen sich Konzepte entwickeln, wie man wirksamer durch Nching regieren kann. So sollte dann auch beispielsweise
- ein vereinfachtes Energielabel oder ein Ernährungslabel dafür sorgen, dass die Bürger angestupst sind, sich in die richtige Richtung zu bewegen, also sich
- gesünder zu ernähren und weniger Energie zu verbrauchen. Ja, und das kennen wir ja auch jetzt heute solche Labels, die sind dann alle
- so entstanden. Vielen Dank an Thail und Sandstein an dieser Stelle, die erklären ein Nutsch, wie wir den Begriff verwenden, ist jeder Aspekt der
- Entscheidungsarchitektur, der das Verhalten von Menschen auf vorhersehbare Weise verändert, ohne ihnen Optionen zu verbieten oder ihre
- wirtschaftlichen Anreize wesentlich zu verändern. Ja, also es geht um die Freiheit, dass man immer noch die Freiheit hat, sich zu entscheiden und
- dass die wirtschaftlichen Anreize nicht geändert werden. Deshalb war das, was ich eben vorgetragen habe, diese ökonomischen Entscheidungen, ja, man
- bietet Konto oder es gibt Subvention, das wäre dann kein Natching. Um als bloßer Anschluss zu gelten, muss die Intervention leicht und
- kostengünstig zu umgehen sein. Anstöße sind keine Vorschriften. Obst in Augenhöhe zu platzieren gilt als Anstoß, das Verbot von Junkfood hingegen nicht.
- Die beiden Leugner natürlich nicht das auch verbot nützlich sein können. Sie sind sich auch darüber am klaren, dass man nicht alle Probleme mit Nat lösen
- kann, aber sie wollen eben auch Alternativen aufzeigen. Verbote und Pflichten sind manchmal hilfreich, bisweilen aber kontraproduktiv, vor
- allem wenn man sie als Drohkulisse verwendet. War es wirklich sinnvoll, könnte man z.B. fragen, mit einer Impfpflicht zu drohen, oder hat nicht
- z.B. für die kostenlose Bratwurst, die es an manchen Orten gab, oder die mobile Impfung vor dem Betrieben unter Einkaufszon eher für Akzeptanz gesorgt.
- Sanin und Taylor leugnen nicht die Rationalität des Menschen, aber sie kritisieren, dass viele Modelle aus BWL und VWL alle Menschen eigentlich wie Mr.
- Spock aus Star Trek betrachten. Wir sein aber häufig eher so wie Hom Simpson. Deshalb pläieren die Autoren für einen liberalen Paternalismus. Das ist ja
- erstmal ein Widerspruch, denn wo Freiheit ist, kann noch nicht gleichzeitig Paternalismus sein. Sie meinen aber schon, es soll also in den
- Situationen, die Sie beschreiben, darum gehen, dass die Menschen durchaus die Freiheit der Wahl haben. Also, sie können sagen, ja, du hältst mir zwar
- hier gerade die Banane hin, aber ich gehe trotzdem zu den Süßigkeiten und kauf sie mir dort. Aber es bleibt es bleibt also damit eine individuelle
- Entscheidung. Der Panternalismus liegt aber daran, dass man sagt, doch, wir rücken das Obst nach vorn und die Süßigkeiten mehr nach hinten. Der Staat
- soll also durchaus paternalistisch sorgend eingreifen dürfen, weil es, sagen Sie, legitim ist, wenn staatliche Stellen und Institutionen sich dafür
- einsetzen, dass z.B. die Menschen besser, gesünder, länger leben. Sie schreiben, wenn man einen Blick in volkswirtschaftliche Lehrbücher wirft,
- stellt man fest, dass der Homoökonomikus, wie Albert Einstein denken kann, so viele Informationen zu speichernver Mark
- wie Google in der Cloud und die Willenskraft von Martand besitzt, aber die gewöhnlichen Menschen, mit denen wir täglich zu tun haben, sind nicht so. Das
- ist also eine Reaktion, muss man um das vielleicht bisschen ideeschichtlich einzuordnen darauf, dass in den 70er, 80er Jahren, also mit dem theoretischen
- Neoliberalismus dann in den Wirtschaftswissenschaften plötzlich man glaubte, man könne alles berichten. Wir haben hier schon mal Garybecker
- vorgestellt, der sagte: "Ja, ich kann euch auch noch eine Gleichung aufschreiben, ab wann es sich lohnt, dass man Kinder haben will und wie viele
- man haben will und inwi weit das ein Risiko ist und eine Investition und so weiter und so fort." Und das hat er ja für alle möglichen Dinge für Rassismus
- und so weiter durchgerechnet. Da diese Forschung auch mit äh Nobelpreisen bedacht wurde und so weiter, entwickelt sich dann eigentlich
- sehr stark in den 90er Jahren dieses Denken, das sagt, na ja, der Mensch funktioniert eigentlich doch ein bisschen komplexer und wir kommen mit
- den Modellen da nicht hinreichend weiter und dann kommt diese Verhaltensökonomie plötzlich so sehr ins Rampenlicht. Ja, die die Autoren sagen, Econs seien immer
- unvoreingenommen, aber keine wirklichen Menschen, denn menschliche Vorhersagung sind fehlerhaft. Voreinstellungen oder sogar Vorurteile werden oftmals
- übernommen. Und jetzt könnte man natürlich sagen, diese Einflussnahme hat etwas autoritäres. Äh klingt vielleicht sogar wenig demokratisch, da können wir
- nachher noch mal drüber ähm sprechen. Aber dem halten die Autoren entgegen, das erste Missverständnis besteht in dem Glauben, es sei möglich, eine
- Einflussnahme auf die Entscheidungen der Menschen zu vermeiden. Das heißt also, man kann nicht nicht beeinflusst werden. Die alle werden permanent von unzähligen
- Faktoren beeinflusst. Wenn wir vor dem Supermarktregal stehen, sind wir keine unbeschriebenen Blätter, die jetzt eine Pro Kontrabilanz anstellen. Wir greifen
- vielleicht nur deshalb nach der einen Nussnougatcreme, weil wir sie seit unserer Kindheit mit etwas Positiven verbinden oder weil uns die Stars
- gefallen, die für diesen Brotaufstrich Werbung machen. Und das heißt also, wenn wir zu bestimmten Produkten weiß gar nicht, was du meinst. Ja.
- Ja. Wolfgang, sagst du der, die oder das? Ich sage das Nutella. Ja, ich auch. Gott sei Dank. Bei uns ist
- Deutschland aber normal. Aber äh das ist ja völlig klar, ne? Also, ich meine, wir sind alle permanent schon vorgeprägt und wenn dann quasi z.B. ein Staat sagt:
- "Ja, jetzt muss man mal auf die Gesundheit gucken oder auf die Umwelt und deshalb gibt es vielleicht bestimmte Labels, die Sachen angeheftet werden, um
- Leute in die andere Richtung zu stupsen. Dann ist es nicht so, dass es eine Bevormundung ist von Menschen, die total freie Entscheidungen treffen, die
- vollkommen unbeeinflusst sind, sondern diese sonstigen Entscheidungen wäre natürlich auch schon unter Beeinflussung entstanden."
- Ja, und wir kennen das ja auch alle. Wer es am besten verstanden hat zu natchen, sind die Digitalkonzerne. Wenn wir ein Smartphone kaufen, dann sind da Dinge
- vorinstalliert. Warum verwenden wir alle diesen Browser? Wir haben ja nicht noch mal getestet, ob ein anderer vielleicht besser ist, sondern wir haben gesagt,
- ach ja, wunderbar, das ist ja schon voreingestellt, dann nehmen wir ihn doch. Äh natürlich gibt's dann noch vielleicht die Möglichkeit, zumindest
- wird das ja dann kartellrechtlich immer wiederhergestellt, dass man auch wechseln kann, dass man aus diesen Gefängnissen, die da gebaut wurden, mit
- unter aussteigen kann. Aber ja, es funktioniert natürlich sehr stark, dass man dorthin getrieben wird. Uns fällt rationales Denken oft schwer.
- Wenn die Intuition uns dann die perfekte Lösung anbietet oder die vermeintlich perfekte Lösung anbietet, dann fällt es uns besonders schwer. Wir beißen uns die
- Zähne an eigentlich simplen Fragen aus, weil die Intuition uns oft in die falsche Richtung drängt. Also, nehmen wir mal so ein Rechenbeispiel.
- Ein Baseballs Schläger und ein Baseball kosten zusammen 1,10 €. Der Schläger kostet 1 € mehr als der Ball. Wie viel kostet der Ball?
- Wir antworten jetzt intuitiv. Der Ball kostet 10 Cent. Aber das ist falsch und das kann man ja
- mal selbst nachrechnen. Toll. Dann du bist der der rational aufgeklärte Mensch. Du bist der Homoökonomikus. Du musst gar nicht
- genatscht werden. Ich hab schon in den 29ern gehört vor ein paar Monaten. Das Beispiel. Ja, siehst du.
- Ja, dann weißt du, dass ausgerechnet, bevor ich was falsches sage. Ja, sehr gut. Äh, der Herdentrieb spielt
- natürlich auch eine Rolle. Also manche werden das Experiment von Solomon Ash kennen. Es gibt ja verschiedenen, die so in diese Richtung experimentiert haben.
- Also, man hat ja dann ähm Versuchspersonen genommen in kleinen Gruppen und hat denen Linien aufgezeichnet und äh jede Person sah
- dann eine Referenzlinie und drei Vergleichslinien, von denen eine eindeutig gleich lang war. Und in jeder Gruppe saßen dann mehrere Eingeweihte,
- die auch vorher verabredeten kritischen Durchgängen, so wurde das genannt, absichtlich eine offensichtlich falsche Antwort gaben und die echte
- Versuchsperson antwortete dann jeweils zuletzt. Und das Ergebnis war natürlich, dass viele Teilnehmer sich der Mehrheitsmeinung angeschlossen haben und
- ebenfalls die falsche Linie genannt haben. Äh weil sie dann sagten, na ja, wenn das die schon vorher gesagt haben, dann wird es schon stimmen. Und man hat
- natürlich dann ABest vorgenommen und stellt fest, wenn die Leute alleine sind und nicht in der Gruppe entscheiden müssen, dann entscheiden sie sich viel
- mehr richtig, als wenn sie das in der Gruppe tun, wo so einzelne Personen extra da sind, die versuchen die Meinung in die andere Richtung zu manipulieren.
- Ja, dann geht es weiter wie folgt. Das zweite Missverständnis besteht in der Vorstellung, der Paternalismus gehe stets mit Zwang einher.
- Und hier sagen sie dann ganz klar: "Nein, wir werden ohnehin immer beeinflusst." Also eine macht befreite Welt gibt es nicht. Und wenn der Staat
- nun auftritt, dann muss das nicht per se mit einem Zwang passieren, sondern es geht auch zurückhalten da. Und für Tayor und Sunstein ist klar, das ist jetzt
- weder per sehen ein rechtes noch ein linkes Konzept. Menschen sind nicht per se irrational und dumm, aber sie sind fehlbar. Der Mensch nimmt gerne
- Abkürzungen und hält sich an Faustregeln und das erleichtert vieles, führt aber oft auch zum Beis und man setzt gern auf Vertrautes. Nun ist es so, dass
- Politiker wie Merkel ja nicht einfach die Welt verbessern wollten, sondern die eigene Macht absichern. Und auch da wurde gewissermaßen genatscht. Als
- Merkel diese berühmte Antwort gab, warum man sie wählen sollte, dann kam die Frage, sie kennen mich, dann war das auch wie ein Natsch. Die Inhalt spielen
- keine Rolle. Kanzerduell war das, wo sie dann einfach so in die Kamera blickte und sagte, sie kennen mich. Ja, bei diesen Abschlussplers ist, warum
- man well warum man sie wellen soll und sie sagt einfach sie kennen mich und das ist natürlich nching. Die Person ist glaubwürdig, man kennt
- sie bereits, man weiß was man zu erwarten hat und das ist gut, denn die Frau wurde ja schon mal gewählt und das spielen die Inhalte eigentlich auch
- keine Rolle. Vertrauen Sie auf das, was Sie schon kennen. Ja, so funktionieren ja alle Markenprodukte. Wir kennen sie und
- kaufen sie deshalb. Fast keiner von uns weiß, ob das Wasch oder Putzmittel aus der Werbung, das wir seit Ewigkeiten kennen, wirklich besser ist. Ja, man
- müsste ja chemisches Wissen haben oder zumindest mal vergleichen, verschiedene Tests durchführen, Waschungen durchführen und dann schauen, ob es
- irgendwie Verbesserungen, Verschlechterungen gibt. Wir greifen also mit so einer souveränen Geste äh nach dem Produkt, aber wir tun
- das eigentlich relativ unfrei, könnte man wieder sagen. Das macht es ja dann auch Konkurrenten schwierig, äh denn wenn sich da einen Name erstmal
- etabliert hat, dann wird das äh kompliziert. Kann aber auch schädlich werden für den Verbraucher, wenn eine Firma auf ihrem guten Ruf sich so sehr
- ausruh, dass das Produkt dann irgendwann immer schlechter wird. Wirklich problematisch wird es jedoch dann, wenn wir dorthin genatscht werden, wo es
- richtig teuer wird. Nehmen wir z.B. ein Bausparvertrag oder ein Fondsparen, da geht es ja oft um richtig viel Geld. Wer liest da schon das Kleingedruckte? Und
- da ist dann die Frage, wie klein darf das Kleingedruckte sein? oder müssen gewisse Informationen gleich nach oben gestellt werden. Also da von handelt
- das, was The Tayl und Sunstein schreiben dann auf vielen Seiten. Also, sie reden z.B. über Kreditkarten und sagen, dass 43% der Salten im Monat nicht
- vollständig getilgst werden bei Kreditkarten. Das heißt, also die Leute sammeln immer Schulden an mit den Kreditkarten und die Amerikaner zahlen
- dann Milliarden an Zinskosten jährlich, aber äh sie müssten es zum Teil gar nicht, denn es sind Leute, die könnten sich durchaus leisten, die ähm
- Kreditkarte wieder ähm Plank zu machen, nämlich da heißt es bemerkenswert ist, dass 20% aller Einnahmen aus Verspätungsgebühren mit Kreditkarten von
- Kunden erzielt werden, die eine hohe Kreditwürdigkeit haben. Selbst Personen, die gut verdienen, können achtlos sein. Und das habe ich jetzt gemerkt, dass ich
- eine neue Kreditkarte bekommen habe, dass das schon alles so voreingestellt war, dass ich unglaubliche Mühe hatte in der in der App einzustellen, dass am
- Monatsende das komplett getilkt wird, weil man gleich mich in der Rate bringen wollte, dass sollte, dass ich dann 30, 40 € im Monat abstottere für irgendein
- Betrag von 500 €. Also völlig obskur und das das war wirklich ganz klar zu sehen, dass es nur darum ging, mir möglichst hohe Kosten aufzuhalten, denn äh es war
- äh zugleich nie irgendeinen Zahlungsauswahl oder so. Es war jetzt nicht so, dass jetzt die Kreditkarten, das Kreditkarteninstitut meinte, na ja,
- der hat's eh nicht, deswegen müssen wir schon mit Raten da kommen, sondern hat wirklich versucht, mich in diese Raten hineinzubringen und versucht's immer
- noch mit irgendwelchen E-Mails, die ich erhalte. Oh Gott. Ja, sehr nette Leute und wir können ja mal bei diesen Finanzprodukten
- bleiben, z.B. Forschn. Wer kennt die TER? Vielleicht noch einige, die vor einem knappen Jahr aufmerksam zugehört haben.
- In Folge 275 hatten wir über Investition an der Börse gesprochen, sollten Linke an der Börse investieren und da haben wir über den T gesprochen. Das ist die
- Total Expense Ratio, also die Gesamtkosten pro Jahr, wenn man z.B. in ETFs investiert und die bringen einem 7% Rendite. Ähm oder nehmen wir nicht ETFs,
- nehmen wir aktiv gemanagte Fonds und sagen wir mal die bringen 7% Rendite und dann hat man aber vielleicht T von 2% dann bleiben einem nur noch 5% übrig.
- Ja, das ziemlich viel weg. Wenn man jetzt so ein passiven Fond hat, ETFs z.B. dann gibt es bei seriösen Anbietern ein T von unter 0,2%. und hat also 1,8%
- Punkte dort gespart. Wer von Banken geschickt genatsztcht wird, der weiß gar nicht, was ihm da an Geld entgeht. Vielleicht kriegt man von manchen Banken
- sogar auch so passive Produkte äh und kriegt trotzdem eine riesen TR da untergejubelt. Jetzt werden manche vielleicht sagen, ja, 1,8% sind doch
- keine Tragödie. Doch, das macht eine ziemliche Menge aus. Wenn man z.B. sagt, ich investiere 100 € im Monat und dann macht man das über 20 Jahre. Da hat man
- bei 7% Verzinsung 52 000 € raus. Bei 5,2% hingegen nur 42 000 €. Das heißt einmal in die Irre genatzt und schon hat man 10.000 € verloren. Klar über den
- Zeitraum von 20 Jahren, aber das sind immer noch durchschnittlich dann 500 € pro Jahr, die man verloren hat. Taylor und Sunstein sprechen da vom
- Present Bias. Also die Gegenwart triumphiert meist über die ferne Zukunft. Soll ich mich jetzt ins Kleingedruckte vertiefen,
- ich weiß nicht, 1,8% ist das viel. Aber wenn man gesagt, bekäme, du bekommst jetzt gleich 10.000 1000 € abgezogen vom Konto, da würde man sofort sagen, ich
- muss da noch mal genauer nachlesen. Die Autoren widmen der privaten Altersvorsorge sehr viele Seiten. Wir gehen da jetzt nicht drauf ein, weil das
- auch sehr amerikanisch dann in vielen Varianten ist, wie das dort geregelt ist und dann blicken Sie auf andere Länder. Wir wollen das hier nicht ausführen,
- aber wir können schon mit dieser simplen Rechnung, die du jetzt eben aufgemacht hast, zeigen, wie wichtig das ist, sich mit Notching zu beschäftigen. Auch von
- links. Also, wenn man jetzt versucht Politik zu gestalten, verbraucherfreundliche Politik zu gestalten, da muss natürlich
- genau so etwas passiert passieren, dass diese Hinweise, was kostet das eigentlich, wenn ich ein Fond oder so abschließe, was kostet Bausparen und so,
- dass das sofort sichtbar ist und dass man nicht Finanzexperte werden muss, um überhaupt zu wissen, was die Bank einem dort auflastet. Das ist also ein ganz
- großes Problem. Da sollte man keine Scheu haben, sich äh von Dings genau mit dieser Kleinteilig auchkeit zu beschäftigen, denn die kostet Millionen
- von Menschen sehr viel Geld. Dann äh vielfach sind ja auch schon gewisse Lockangebote eingeschränkt, aber das geht ja alles noch nicht weit genug. Und
- meine Anekdote dazu Kreditkarte und der App hat das ja gezeigt, dass es echt eine komplizierte Angelegenheit ist. oder denken wir an Kantinen von
- öffentlichen Einrichtungen. Auch dort wird genatzt oder kann genatzt werden und zwar je nachdem, wie die Lebensmittel platziert sind. Und das
- stellt sich jetzt die Frage, was ist die Aufgabe der Kantine? Geht es darum, möglichst viele Speisen von jenen Lieferanten zu verkaufen, die die
- höchsten Spielgelder geben? Maximiert man den Gewinn? Sorgt man dafür, dass die Besucher vor allem auf gesunde Lebensmittel Lust haben? Also je
- nachdem, was man da wichtiger findet, werden die Lebensmittel unterschiedlich platziert. Jedenfalls ist klar, wer die vegetarischen und nicht allzu fettigen
- Angebote in der hintersten Ecke versteckt, wird die Nachfrage klein halten und den Homer Simpson in uns stärken, der einfach nur sagt, das macht
- Fett und sich dann das Schitzel mit Bratkartoffeln nimmt oder mit Pommes. Ja, die Autoren sprechen immer wieder von Entscheidungsarchitektur und das ist
- auch das, was es heißt zu gestalten politisch. Also, wie äh kann man etwas ähm bauen, damit das, was man eigentlich als Ziel vor Augen hat, dann auch
- erreicht werden kann ohne äh großen Zwang, aber eben damit, dass äh die Leute das äh eher auch intuitiv wahrnehmen, dass sie sagen, ich bewege
- mich lieber in diese Richtung. Und so ein ganz einfaches Beispiel, das jetzt keine große Politik meint, ist das äh Orinal. Also, da wird dann dieser kleine
- Aufkleber reingesetzt mit der Fliege und dann sorgt das dafür, äh, dass ähm das alles doch ein bisschen sauberer auf der Herrentoilette von Statten geht. Und das
- kann man aber natürlich dann noch viele weitere Dinge übertragen und dabei ist auch mal die Frage, was ist gerade verfügbar und was sollte nicht verfügbar
- sein. Also, man kann das auch z.B. natürlich auf ganz harte Politik setzen. Wir wissen, es gibt äh ein sehr liberales Waffenrecht in den USA und
- dann sagen natürlich die Verteidiger dieses Rechts immer: "Ja, wir schützen uns vor Angreifern, vor Mördern." Aber die Tatsache ist auch, das beschreiben
- dann Sailor und Sunstein, dass die Suizidwahrscheinlichkeit sich verdoppelt, wenn man eine Waffe besitzt. Also das ist dann direkt das Notching in
- dem Sinne, da ist eine hohe Verfügbarkeit da oder eigentlich diese ganzen Räuber und Mörder ihre Waffen wiederumher.
- Tja, das wäre auch eine interessante Frage. Ja, dem könnte man natürlich auch nachgehen. Ja. Ja. Und äh was auch noch ein interessantes
- Ding ist, ist äh was Sie als Verankerung äh bezeichnen. Äh also es gibt so eine Ankerheuristik, nennen sie das. Das heißt äh man orientiert sich oft an dem,
- was man schon mal gehört hat oder was schon zu sehen ist. Äh man kann das übrigens auch für sich persönlich einsetzen, z.B. wie bei
- Honorarverhandlungen. Also, ich habe das jetzt dort gelesen und will es unbedingt mal ausprobieren. Und zwar ähm ist es so, dass wenn eine
- Zahl schon im Raum ist, die muss nichts mit der mit dem mit der eigentlichen Thematik zu tun haben, dann orientiert sich sehr viel an dieser Zahl. Also,
- nehmen wir mal an, äh du sagst, ich habe mir gerade eine Uhr gekauft für 2000 €. erzählst das so im in der Honorarverhandlung und dann 3 Minuten
- später wirst du gefragt, wie viel wollen Sie denn haben für Ihren Vortrag? Und dann ist diese 2000 € die waren jetzt schon mal so genannt, die sind so ein
- Anker da und dann äh könntest du quasi eher in diese Richtung kommen und sagen, ich hätte gerne 1500 € oder 1800 € weil diese Zahl schon da war. Es hat
- sicherlich Grenzen. Also, wenn du jetzt sagst, ich hab mir eine Uhr für 2000 € für für 10.000 1000 € gekauft. Weiß ich nicht, ob das dann so ein Sprung auch
- mitmacht. Jedenfalls ist das eine Sache, die ähm absolut äh verifiziert ist, dass also so ein Anker äh wichtig äh sein kann. Und das gilt natürlich dann nicht
- nur für Gehaltsverhandlung oder so, sondern man kann generell natürlich diese Anker setzen, um zu sagen, das will ich eigentlich erreichen. Das wäre
- also jetzt um das mal runterzubrechen. Wenn man ein Mindestlohn von 15 € will, ist es eigentlich besser einen höheren Anker zu
- setzen schon mal in vielleicht auch direkt in dem Bereich. Ja, also das ist das ist absolut wichtig. Und was sie auch sagen, äh man
- findet so eine Ankerstruktur auch wieder, wenn man beispielsweise äh im Taxi mit einer Taxi App äh so eine Trinkgeldstruktur vorgegeben hat. Also
- viele versuchen sich dann da zu orientieren. Also sie sagen z.B. auch, dass äh sehr viele den mittleren Betrag dann wählen, der angezeigt ist, weil man
- will nicht zu großzügig sein, aber will sich auch nicht lumpen lassen. Also solche Strukturen sind natürlich da auch entscheidend.
- Ja, und nun könnten manche denken, ja, Nachschäen, das sei so eine Herrschaftspraxis äh die dann angewandt wird gegen die ungebildeten Menschen,
- aber das ist keineswegs so. Also Vieleinschätzungen erleben wir überall. Auch gut gebildete oder besser gebildete Menschen schätzen sich permanent falsch
- ein. Failer z.B. gibt gerne sein BWL-Studies ein Online Fragebogen zum Semesterstart und die sollen dann angeben, die jungen Leute, wie gut sie
- im Kurs abschneiden werden. Wir werden sie im Verhältnis zu den anderen sein. Die große Mehrheit sieht sich in den obersten beiden Dezilen. Das kann nicht
- sein, denn die obersten Dezil, die zwei heißt, das sind die obersten 20%. Es können nicht 80% in den obersten 20% zahlen.
- Nein, dann heißt es normalerweise rechnen weniger als 5% der Studenten damit, dass ihre Note unter dem Medianwert dem
- 50%zentil liegen wird, während mehr als die Hälfte davon ausgeht, in den obersten zwei Dezilen zu landen. Und die größte Gruppe von Studierenden ordner
- sich durchweg im zweiten Dezil ein. Der Grund dafür ist höchstwahrscheinlich Bescheidenheit. Die meisten Studierenden rechnen in Wahrheit damit im obersten
- Ziel zu landen, sind jedoch zu zurückhaltend, um es auch zu sagen. Also, da sehen wir, einerseits gibt es im Durchschnitt eine totale
- Überschätzung und gleichzeitig kommen sich die Leute dabei noch wahnsinnig bescheiden vor, weil sie sich immerhin nur zu den zweitbesten 10% zählen und
- nicht zu den allerbesten 10%. Ja, und wir alle wissen auch, dass wir mit unter vor uns selbst beschützt werden möchten. Also Sailor hat dann
- noch so ein weiteres Beispiel. Äh, er hat Leute zum Abendessen zu Gast und hatte vorher aber dort solche Schalen aufgestellt mit Nüssen und dann fangen
- die Leute an Nüsse zu knappern und dann essen die immer mehr, bis sie dann eigentlich schon satt sind, eh, das Abendessen kommt. Und dann hat er das
- gesehen und die Asen und Asen hat dann einfach die Nüsse weggetragen in die Küche. Da wären die zwar auch noch hingekommen, aber dann waren äh sie
- nicht mehr vor den Augen der Gäste. Und dann haben sie das Essen von Nüssen eingestellt und haben sich dann bei ihm bedankt dafür, dass er das getan hat.
- Denn diese Option, man könnte ja einfach ein paar Nüsse essen und dann ist ja gut, die war so schwer, dass sie lieber sagen, ich könnte jetzt alle Nüsse hier
- aufessen, aber noch besser wäre, wenn ich keine Nüsse essen kann oder zumindest die Hürde dazwischen liegt, nämlich ich müsste in die Küche extra
- dafür gehen, um die Nüsse zu essen. Äh ja, und das ist ja auch etwas, was eigentlich jeder kennt, wenn man mal in eine Bar geht oder so und man bekommt da
- genauso was hingestellt, so ein Glas Nüsse, man fängt da an zu knappern und irgendwann hat man das dann zu viert
- leer und denkt sich, gut, jetzt ist aber auch gut und dann kommt wieder der Kellner oder die Kellner und es stellt dann noch mal so eine neue Schüssel
- dahin und denkt man sich, ja, gut, also ganz unberührt kann man sie jetzt auch nicht und dann geht das wieder von vorne los.
- Ja, ich versuche auch einfach zu widerstehen, keine Nüse zu essen, das ist das Sinnvollste. Und das gilt natürlich für November Wolfgang.
- Was ist denn das? Das kannst du mal googeln. Das gibt es äh November da geht's nicht um Nüsse.
- Ach so, okay. Ich google es mal. Wahrscheinlich lachen mich jetzt gerade alle aus, weil ich wieder was nicht weiß, was
- was ihr verrückten Leute so wisst. Ja, mach mal weiter. Ist recht. Wie sieht denn erfolgreiches staatliches Nothing aus? Texas hatte
- lange Zeit ein Problem mit Müll am Straßenrand. Obwohl es verboten ist, warfen die Autofahrer einfach auf dem Highway ihren Müll aus dem Fenster. Und
- auch sonst habe ich den Eindruck, ist das in den USA ein Phänomen. Hier New York sind zwar alle stets besorgt um Ratten und Kakalaken, aber auch hier
- stehen die Müllbeutel permanent auf der Straße. Da gibt's keine Tonnen wie in Deutschland größere, wo das dann einfach reinkommt. Und dann begann man in Text
- das mit einer großen Plakatkampagne. Auf den Plakaten stand Don't mess with Texas, unterstützt von der Country Legende Willy Nelson. Ja, war glaube ich
- einer der vier Highwayman zusammen mit äh Chris Christopher und Johnny Cash und noch einem laut Taylor und Sunst
- lebt ja auch immer noch. Genau, das ist das ist der letzte vier von den vieren, der noch lebt. Der macht lebt und kifft noch
- und der macht auch noch Auftritte. Ich habe das extra mal nachgeschaut gehabt. Ähm, aber leider ist nichts bei mir.
- Das wst nicht auch noch antun oder? Das hätte ich schon ein bisschen lustig gefunden, noch mal so eine Country Legende zu sehen. Ich ich mag ja Country
- gerne, ganz besonders dann, wenn mehr gesprochen als gesungen wird. Also bei Chris Christopherson z.B. wird ja oft mehr gesprochen als gesungen oder es
- gibt ja auch oft in Country und Western Songs so Bridges, die einfach nur mit tiefer Stimme gesprochen sind. Ähm ja, aber der hat ja so eine so eine
- Stimme, also so so eine so eine quälckende Stimme, also wie der hat so es gibt so ein Duett mit Julio Ecclesias. To all the girls l before
- travel. Das ist Willly Nelson. Also das so eine Ja, also ich schade, dass wir nicht mehr dir zerleben
- konnest. Jedenfalls das hat ja was gebracht mit unserem Willy Nelson. Exakt. Also da klang dann diese Kampagne so ein bisschen nach La Order, obwohl es
- das eigentlich nicht war. Es adressierte das patriotische und lokalpriotische Gefühl, ja, haltet Amerika und Texas sauber und das Problem mit dem Müll in
- Texasank innerhalb eines Jahres um 29%. Denken wir auch an die Plastiktüten, für die wir 20 Cent zahlen müssen.
- Da würde man ja sagen, aber das ist ja dann dann doch wieder Kostenanreiz, aber da sagen sie: "Nein, äh das sind kleine saliente Kosten, die aber ein starkes
- Verhalten auslösen." Also man könnte natürlich sagen, ab sofort kostet jede Plastiktüte 10 € und dann ist völlig klar, dass keiner mehr Tüte nimmt. Aber
- warum geht das trotzdem bei 10 oder 20 Cent? Und da schreiben Sal und Sen, das liegt an der Verlustaversion. Äh und da hat man auch zugleich noch
- diese niedrige Friktion. Man muss jetzt sein Geld rauskramen, muss also da extra noch mal eine Tüte kaufen und dann sagt man, dann lasse ich es lieber. Und das
- ist oft schon ausreichend. Also so ein Nutsch, ja, es verhindert jetzt nicht. Also ist jetzt nicht so, dass macht arme Leute können sich keine Plastiktüten
- mehr leisten. 10 Cent hat jeder. Aber es reicht aus, dass äh die Leute das äh dann doch nicht mehr machen. Da ist dann das Beispiel England genannt. Also dort
- ging dann äh die äh Konsumtion von Plastiktüten um 90% zurück innerhalb weniger Jahre. Oder gucken wir auf die Steuererklärung.
- Schweden operiert mit voreingereichten Steuererklärungen. Durch vorausgefüllte Erklärungen und die Möglichkeit per SMS oder App zu bestätigen wird der Aufwand
- stark reduziert. Und der Vergleich innerhalb der OECD zeigt, dass in Schweden bereits vor mehr als einer Dekade etwa 70% der vorausgefüllten
- Steuererklärungen keiner Änderung mehr bedürften und die Digitalisierung hat diese Friktionen weitergesenkt. Das heißt, hier wurde Slutch reduziert, wie
- die Autoren schreiben. Das heißt, wir haben ja also auf der einen Seite Nutsch und es gibt aber auch Slutch und damit ist jeder Aspekt der
- Entscheidungsarchitektur gemeint, der aus Reibungen besteht, die es den Menschen erschweren, ein Ergebnis zu erzielen, das ihnen zugute kommt.
- Ja, man muss dadurch so einen Schlamm warten, bis man dann am Ende am Ziel ist und das kann ja nicht in der Lösung sein. Es gibt aber auch Nutching, das
- nicht funktioniert. Hier ein Beispiel, dass ich live miterlebt habe. Düsseldorf hatte sich gedacht, wir müssen ein bisschen was gegen die vielen Autos tun
- und dann haben sie, wenn man nach Düsseldorf reinfährt, äh das ist zweispurig, plötzlich das nur noch einspurig gemacht für Verbrennerautos.
- äh auf der linken Seite konnten die fahren und rechts äh durften nur noch Busse und E-Autos fahren. Aber das führt jetzt ja natürlich nicht dazu, dass ich
- da reinfahre nach Düsseldorf, da im Stau stehe und dann sage: "Ja, ich fahre jetzt ins nächste Autohaus und kaufe mir für 50.000 € ein Tesla oder so, sondern
- man ist einfach nur verärgert und hat aber keine wirkliche Alternative. Wenn man jetzt von außen kommt, äh wenn man in Düsseldorf vielleicht wohnt ist das
- noch anders. Jedenfalls hat das für sehr viel Ärger gesorgt und für unglaublich viel Staus und wahrscheinlich hat man damit die Luft auch ordentlich verpestet
- und dann hat man das wieder gelassen, denn so einfach geht's natürlich nicht zu sagen, na ja, das ist jetzt nicht mehr so angenehm auf dieser Spur zu
- stehen, denn dafür ist dann die Investition zu hoch. Ja, also das müsste man dann mit einem Genau. Dazu brauchest etwas, was kein dazu ist. Dann brauchst
- du halt wirklich einen ökonomischen Anreiz, womit ich jetzt nicht pläieren will für Prämien für E-Autos. Äh, ich bin ja nur der letzte, der jetzt hier
- dem Individualverkehr das Wort redet, aber es ist zumindest klar, auf diese Weise mit so einem Natsch dafür zu sorgen, dass Leute ein Auto, was sie
- schon haben, stehen lassen und durch eintausende Euro teures E-Auto ersetzen. Das ist eine Milchmädchenrechnung. Ja, da wäre sinnvoll gewesen, man bte
- kostenloses Park and Ride an, dann ging es, ne? Dann würde man vielleicht sagen, okay, ist ehemmer so teuer für 20 € noch im da reinfahren in die Stadt. Soll ich
- mir das antun? Ich kann hier parken und werde dann mit dem Bus reingefahren. Das wäre eine Option, aber das andere dann nicht. Ich habe dann in diesem Buch was
- gelesen, was ich hochteressant fand. Äh nämlich es geht da um die Einkommenssteuer. Im Jahr 1967
- war Kalifornien der einzige Bundesstaat mit Einkommenssteuer, der kein Geld von den Gehaltschecks der Arbeitnehmer einbehielt. Das heißt, also die bekamen
- das erstmal alles ausgezahlt in den gesamten Protoloon. Stattdessen mussten die Steuerzahlenden den gesamten Betrag einmal im Jahr abführen. Im Kongress,
- also eigentlich ein bisschen wie bei selbständigen. Ähm, im Kongress von Kalifornien wurde eine Gesetzesvorlage eingebracht, obwohl es da ja auch eine
- äh Steuer dann gibt und so im Kongress von die Quartalsweise dann berechnet wird oder so, im Kongress von Kalifornien wurde eine Gesetzesvorlage
- eingebracht, um die Steuern wie in den übrigen Bundesstaaten jeden Monat von Löhnen und Gehältern abzuziehen. Aber Gouverneur Ronald Reagan, der ein
- Fiskalkonservativer war, lehnte das ab. Zur Begründung seiner Haltung sagte er, die Steuern müssen weh tun, doch die demokratische Mehrheit im Kongress setze
- die Änderung gegen seinen Willen durch. Also auch das verstand er dann unter Natching. Wenn die Leute sehen, hier wird mir einmal im Jahr so eine
- riesensumme abgezogen, dann werden die Leute so wütend sein auf diesen gierigen Staat, dass die meine Austeritätspolitik weiter mitmachen wollen und ich weiter
- den Staat verschlanken kann. Ja. Ja. Und äh das wohl gemerkt noch als Gouverneur und als er noch nicht Präsident war, da war schon diese Idee
- da, man agitiert damit die Leute. Ja, klar, weil man sie damit in ein riesiges Problem bringt. Du hast es ja eben gesagt, eigentlich ist es genau
- umgekehrt wie bei Selbständigen, weil bei Selbstständigen ist es ja so, der Staat hat ja gerade Angst, dass der Selbstständige seine Steuer nicht
- richtig abführt. Deshalb der Staat dann z.B. sagt, alle Viertel Jahre musst du eine Umsatzsteuer Voranmeldung machen äh und schon mal äh grob deine Umsatzsteuer
- abführen und auf der Basis vorheriger Jahre wird die Quartalsweise schon mal eine Einkommenssteuer abgezogen und das wird später dann mit der tatsächlich zu
- entrichtenden Einkommenssteuer verrechnet. Das heißt, der Staat weiß natürlich, okay, wenn ich jetzt diesem selbständigen, wenn ich den ein Jahr
- lang Geld einnehmen lasse und dann am Ende sage, jetzt gibst du mir die Steuern, dann kann das Geld natürlich einfach schon weg sein, ja, dass der da
- nicht ordentlich gehaushaltet hat. Und das ist hier wahrscheinlich genauso gewesen. Ich meine, ist ja auch sehr verständlich, wenn man als normaler
- Bürger erstmal ein Riesenbatzen Geld bekommt, sagt man halt ja, was kann ich mir davon schönes kaufen? Und dass man dann vielleicht später in die Breduio
- kommt, oh Gott, ich kann meine Steuern gar nicht mehr bezahlen. Hat genau den Effekt, den du benannt hast. Man ist sauer auf den Staat, was man sonst gar
- nicht in der Form gewesen wäre, wenn es einem von Anfang an abgezogen worden wäre. Und der Staat hat weniger Einnahmen und deshalb eine
- Rechtfertigung, warum er sich verschlanken muss. Ja, also alles im Sinne von Ronald Dragon ist sch Wut auf den Start und gleichzeitig kann man dann
- sagen, ja, wir können auch nichts machen, wir haben kein Geld, wir müssen jetzt leider äh weiter noch mal den Sozialstaat
- einschränken. Kommen wir zur Kritik an dem NZ. Ähm, was auch nicht einfach nur von außen vorgetragen wurde, sondern Failer
- und sonstin haben selbst schon festgestellt, bei all seinen Vorzügen gibt der Markt den Unternehmen oft einen starken Anreiz auf unsere Schwächen
- einzugehen und von ihnen zu profitieren, anstatt zu versuchen, sie zu beseitigen oder ihre Auswirkungen zu verringern. Heißt also natürlich die Unternehmen
- haben ja nicht einfach das im Sinne, was für die Bürger gut ist, sondern haben erstmal ihren Profit im Sinne. Und wenn man z.B. eher mit fettigem, ungesundem,
- lebensverkürzendem Essen oder mit Zigaretten und Alkoholprofite macht, dann wird das auch natürlich gefördert, beworben und so weiter, um die Leute zu
- naten, das zu konsumieren. Das heißt, da hat erstmal der freie Markt negative Auswirkungen. Das verrückt und die Frage ist ja jetzt, wie kann der
- Staat genau wollen, dass sich das ändert? Und und das ist jetzt das Interessante, weil
- hier der Staat als so ein Gegenstück imaginiert wird, also vorgestellt wird eine Regierung, die das quasi wieder ausgleicht, die einfach nur das Beste
- für alle will. Und nun ist ja wirklich die Frage, ist das denn überhaupt so? Also ganz systemisch betrachtet würden wir ohnehin sagen, nein, eigentlich
- nicht. Der kapitalistische Staat ist ganz sicher nicht dafür da, dass seine Bürger sich ein nettes Leben machen können, sondern dieser Staat will, dass
- die Menschen viel arbeiten, um das Kapitalreicher zu machen. Dann gibt es noch dazu natürlich oder darüber hinaus ganz besondere Partikularinteressen.
- Also, der Staat dient dem Kapital im ganzen, aber natürlich gibt es dann auch immer bestimmte Kapitalfraktionen, die sich beim Staat vorstellig oder beim
- Staat vorstellig werden und ihre Interessen dort durchsetzen, warum es dann z.B. sehr lange dauert. dass auch nur sowas halbgares wie Warnhinweise auf
- Zigaretten abgedrückt wird oder so. Auch denen wird ja gedient. Ja. Ja. Und es stimmt, keine Regierung wünscht
- sich Bürger, die unproduktiv werden, weil sie sich nur noch schlecht ernähren, nur noch Kette rauchen, nur noch in der Ecke liegen. Aber was
- andererseits dem BEP hilft, muss bekanntermaßen nicht gleich für alle gut sein. Ja, du hast das an, du hast das schon gesagt mit den verschiedenen
- Kapitalfraktionen, da ist das ja nicht so. oder äh wir haben natürlich einen Staat, der auf das BEP insofern ausgelegt ist, dass äh insofern als wir
- uns da fragen müssen, geht es wirklich darum, dass es allen gut geht auch bis zu ihrem Lebensende. Also, wir sehen ja beispielsweise in Kanada, dass dort die
- Sterbehilfe so weit gelockert wurde und der Grund, warum man ähm einen assistierten Tod beantragen kann, soweit gelockert wurde, dass nun Menschen, die
- in finanziellen Nöten sind, plötzlich auch äh dazu übergehen, sich aus dem Leben zu verabschieden. Und dann ist schon da die Frage, geht es also darum,
- dass es allen Menschen gut geht oder sagt man, na, die sind ja eh schon auch recht alt und unproduktiv. Und wenn die das dann auf diese weise beenden, das
- jetzt ein sehr drastisches Beispiel, dann ist äh dann ist uns das gar nicht unrecht. Ja, das wird natürlich nicht in dieser Weise kommuniziert, aber man
- braucht das nur mal googeln, wie das da in Kanada mit der Stabehilfe aussieht. Und das sind wirklich erschreckende Geschichten, die sich da abspielen oder
- wie dann auch ähm ja nahgelegt wird, ob man noch mal drüber nachdenken will, man sei doch jetzt auch schon sehr krank und alt und so etwas. Und da sehen wir also
- schon dieses sehr positive Verständnis vom Staat, was da gezeichnet wird von Sunstein und Thailer. Also, dass sie so eine Idee haben von der Staat will
- eigentlich dafür Sorge tragen, dass es allen gut geht, dass das doch eine ganz große Illusion ist. Und an manchen Stellen werden sie ja dann mal sehr
- deutlich, wenn sie zeigen, wie man z.B. Nching auch in eine undemokratische Richtung betreiben kann, wie also auch das von einer ganz anderen Seite aus in
- Anschlag gebracht werden kann, wenn der Staat nicht nur treusorgend ist. Da schreiben Sie, wenn wir die Leute vom Wähler abhalten wollen, könnten wir die
- Briefwahl und die vorzeitige Stimmabgabe verbieten und die Zahl der Wahllokale verringern. Wenn wir die Einwanderung in unser Land bremsen wollen, können wir
- Migranten zwingen, zahlreiche Formulare auszufüllen. Wir können sie monatelang auf einen positiven Bescheid warten lassen oder natürlich nicht per E-Mail,
- sondern auf dem Postweg zugestellt wird, äh der dann auf dem Postweg zugestellt wird. Wenn wir Arme daran hindern wollen, Sozialhilfe in Anspruch zu
- nehmen, können wir sie zwingen, sich auf einer verwirrenden Website zurechtzufinden und zahlreiche Fragen zu beantworten. Na ja, und der Witz ist
- natürlich jetzt hier äh das ist nicht das, was Sailor und Sunstein wollen. Was sie hier aber auch sagen wollen, ist ja vielfach wird ja genau das so gemacht.
- Also, wir wissen das ja, Helena Steinehaus berichtet ja tagtäglich darüber, wie viele Hürden z.B. die Menschen in den Weg gestellt werden,
- damit sie gar nicht an die Hilfen kommen, die ihnen eigentlich zustehen. Also natürlich ist das so gemacht, dass man gar nicht in der Lage ist, als seine
- soziale Hilfen, die man äh eigentlich von Gesetzeswegen bekommen könnte, abruft. Und das gilt natürlich auch bei der Frage der Migration, dass dort so
- viele Hürden extra aufgestellt werden. Man kann dann immer noch sagen, formal ist alles in Ordnung. Aber ja, die Realität sieht dann so aus, dass äh
- quasi man dorthin genatscht wird, dass man erkennt, hier in diesem Land ist offenbar kein Platz für mich. Ja. Ja. Und äh wenn notwendig macht man
- es ja einfach ohne Nutsching. Also da werden die Leute dann halt mal aus dem Schlauchboot genutscht oder so. ähm von unseren Kollegen von Frondex und Co. Äh
- was auch schön war, also jetzt zynisch gesprochen war jetzt ja die Wahl in Moldau, das war ein großes Hoffnungszeichen. Moldau öffnet sich
- nach Westen. Auch das ging nicht völlig ohne solches Nutchging, wie du es eben beschrieben hast, dass man da die Wahl für die etwas schwierigeren Wähler
- verunmöglicht. Moritz Gartmann ist ein Reporter für den Stern, der ist sehr unverdächtig, freund russischer Einflussname zu sein. Und selbst der hat
- auf Twitter geschrieben, die Regierung die Regierung bemühte sich diesmal auch den Einfluss von Wählern aus der abtrünnigen Region Transnistrien zu
- reduzieren. Die Zahl der Wahllokale wurde von 30 auf 12 reduziert. Mehrere Wahllokale wurden kurzfristig weiterentfernt von der Region eröffnet
- und am Wahltag selbst wurden mehrere Brücken über den Denestr. die Transist mit dem Festland verbinden wegen Reparaturen gesperrt, weshalb es zangen
- Staus kam. Statt wie üblich um die 30.000 stimmten diesmal nur etwa 12000 Menschen ab, 50% pro Russisch etwa ein Drittel für die PAS. Man kann das alles
- machen und gegenüber den westlichen Partnern als notwendige Maßnahmen gegen den russischen Einfluss anführen. Sauber ist es nicht. Ja, und ich sag mal so, äh
- da wird zwar viel über Wahlfreiheit und so gesprochen und wie toll ist es, dass man bei uns in Europa so schön frei wählen darf, wenn dann der potenzielle
- zukünftige Partner da mal hier und da ein paar Leute von der Wahl ausschließt, weil da ganz dringend am Wahltag spontane Brücke repariert werden muss.
- Äh, da hört man dann wenig Kritik. Mhm. Na ja, das ist schon ziemlich skandalös. Sachen Sunstein blenden ja auch diese widerstreitenden Interessen
- völlig aus. Also, das ist so eine Idee, wenn man das Buch liest von der Regierung, die aus weisen Menschen besteht, die nur
- noch nicht so richtig kommuniziert hat und umgesetzt hat, was denn zum Wohle aller umgesetzt werden sollte. Aber wenn man das dann mit so einem Nutsch Konzept
- einmal verbinden würde, dann kommt man da tatsächlich in äh eine wunderbare Ehre. Und ich würde sagen, dieses Natchkonzept ist gerade so im Rahmen des
- Verbraucherschutzes enorm wichtig und da ist es auch augenöffnend, was sie da zusammengetragen haben. Aber politisches Handeln ist doch auf dieser Grundlage
- arg begrenzt. Besonders deutlich wird das, wenn es in einem Kapitel über den Kampf gegen den Klimawandel geht. Da wird diese Tragik
- der Almende angesprochen, die oftmals in der Volkswirtschaftslehre bemüht wird. Und zwar ist das etwas, was z.B. Paul Smilson als erster herausgestellt hat.
- Was der Umwelt hilft, hilft zwar allen, aber nicht dem einzelnen Unternehmer oder Konsumenten. Also, wenn man gemeinschaftlich Ressourcen nutzt,
- entsteht das Problem, dass jeder einzelne ein Anreiz hat, möglichst viel zu nutzen, da die Kosten auf alle verteilt werden. Das heißt, wenn ich
- jetzt z.B. sage, ich verbrate wenig, also es gibt ein CO2 Budget, dass die Menschheit im ganzen verbraten dürfte, ohne dass es problematisch wird. Und
- jetzt stehe ich vor dem Problem, okay, ich würde ich wäre vielleicht sogar individuell bereit ähm so und so viel zu konsumieren, aber ich weiß ja, die
- anderen tun es nicht. Und das heißt, also äh man steht immer vor dem Problem, was man selbst tut, kann gar nicht ausgleichen, was die anderen tun. So,
- das heißt also, man hat immer einen Anreiz möglichst viel zu nutzen, da die Kosten ja ohnehin auf alle verteilt werden, die sich daraus ergeben bzw.
- vor allem nicht auf alle gleichmäßig. Also jetzt z.B. der reiche Westen wird weniger stark betroffen sein vom Klimawandelara
- oder aber hier wird erstmal von so einer neutralen Idee ausgegangen. Frische Luft brauchen wir alle. Ja. Okay. Ja. Und sagen wir mal, man hat
- dieses individuelle rational erscheinende Verhalten, das führt aber kollektiv zu Übernutzung und schließlich zur Schädigung oder Zerstörung der
- Ressource. Also der Markt kann hier nicht dafür sorgen, dass diese Ressourcen äh gut genutzt werden oder also das ist gerade die Frage in
- der Ökonomie. Also viele Ökonomen sagen ja ähm ganz im Gegenteil, es muss alles privatisiert werden, dann wird das nämlich nicht mehr gemeinschaftlich
- genutzt und dann wird das quasi perfekt gemacht. Man kann natürlich aber auch äh umgekehrt sagen, der freie Markt kann in solchen Fällen kein optimales Ergebnis
- hervorbringen, weil die Anreize zur Kooperation fehlen. Und dann fällt Thilor und Sunstein aber auch nicht so richtig was ein, was man da machen
- könnte. Ja, also ja, man kann irgendwie die CO2 Bepreisung noch mal stärker in den Fokus nehmen. Man kann sich mit Abkommen verpflichten, die Treibhausgase
- zu reduzieren. Also, die Staaten können das tun, aber ob das dann eingehalten wird, ist eine sehr andere Frage. Ja, sie bringen dann noch dieses
- öffentliche Güterspiel mit in ihre Argumentation und zeigen auch da noch mal das Dilemma und da würde ich auch sagen, das ist aber dann nichts, was mit
- Notching so richtig zu lösen ist. Und zwar ist dieses öffentliche Güterspiel wie folgt. Man hat eine Gruppe von Menschen, jeder
- bekommt 5 € und man stellt ein Topf in die Mitte und sagt, also ihr könnt jetzt jeder die 5 € behalten. Oder ihr werft die 5 € oder zumindest ein Teil davon in
- den Topf und in alles was in dem Topf ist, da verdoppelt sich dann die Summe und wird dann alle gleich ausgezahlt. Würde also bedeuten, wenn alle die 5 €
- reinwerfen würden, dann hätten alle am Ende 10 €. Ja, weil es sich ja dann verdoppelt. Aber man taktiert natürlich und denkt, hm, ja, aber werden jetzt
- wirklich alle die 5 € reinzahlen? Manche werden sie vielleicht einfach doch behalten. Und dann stellt sich so heraus, es gibt ähm die Hälfte des
- Geldes, die landet im im Topf. Also das Risiko geht man ein, so viel vertraut man den anderen. Äh, sie sprechen dann von bedingt kooperierenden, so seinen
- die Menschen. Aber was sich dann auch herausstellt, ist, wenn man diese Experimente wiederholt, dann rechnen die Menschen immer mehr durch. Das ist dann
- wie in den Verhandlungen, ja, 1,5° Ziel, wo müssen wir was tun? Man rechnet immer weiter durch, guckt, ob man dem anderen doch noch ein Cent mehr aus der Rippe
- leiert, aber den selbst will man behalten. Und das führt dann zu einer abnehmenden Kooperation und führt dann auch eben dazu, dass ja solche äh solche
- solche Gemeinschaftsprojekte wie z.B. Bekämpfung des Klimäwandels sehr schwer werden. Sie sagen dann wiederum: "Ja, aber die Kooperation lässt sich erhöhen.
- Wer nicht kooperiert, den könnte man leicht bestrafen oder so, aber dann sind wir eigentlich schon wieder bei so einer Kostennutzen Geschichte da und dann sind
- wir eigentlich schon wieder sehr weit weg vom vom Nutching. Und hinzuommt ja auch noch, dass gerade wo wir dann auf der internationalen Ebene sind, ja,
- diese Staaten bereit sein müssten, sich diesen Spielen überhaupt in dieser Weise auszusetzen. Also, da müsste ja fast so eine übergeordnete Instanz da sein, die
- das alles lenkt und äh die Spielregeln aufstellt und da wissen wir ja, das gibt es ja so nicht. Ja, also du kannst innerhalb eines Starts natürlich ganz
- viel an Regeln erlassen und kannst auch da versuchen zu monitoren, wer was weiß ich, welche Fabrik verbraucht, wie viel CO2 und das dann zu bepreisen. Alles
- kann man natürlich machen, aber auf internationaler Ebene gibt es das Problem, dass da ja kein übergeordneter Akteur mehr ist. Es gibt keine
- Weltpolizei in dem Sinne, die guckt, ob die Staaten sich wirklich anders halten, wozu sie sich offiziell verpflichten. Und das ist ja genau das, was wir in den
- letzten Jahren auch gesehen haben. Ja, es gibt immer wieder Klimakonferenzen und da wird dann so getan, als würde man sich selbst die Hände binden. Aber am
- Ende des Tages, wenn dann ein Krieg losgeht und die Energieversorgung äh muss doch mal auf neue Füße gestellt werden, da wird doch noch mal die Kohle
- verheizt, oder? wie man es jetzt halt sieht, dann hat man in Präsidenten wie den USA, der ohnehin Klimaabkommen für vollkommen irrelevant hält. Und sobald
- natürlich die größte und mächtigste Nation der Welt das macht, sieht auch vieler Orts der Welt nicht mehr ein, warum man sich dran binden sollte. Außer
- eben man ist der Meinung, es geht günstiger am Mittelfristig dann natürlich schon. Also deshalb wä große Umbruch in China, dass man da trotzdem
- versucht neben der Kohleverbrennung quasi eine riesige grüne Wände voranzutreiben. Niemand, also kein Staat will sich
- selbst zu sehr schaden. Und gerade beim Klima kommt man mit Natching nicht weiter. Es sei dann, man würde jetzt wirklich ganz auf die Konsumenten
- setzen. denen kann man umweltfreundliche Produkte natürlich in Griff weiter platzieren und Alternativen sichtbar machen, aber das ist halt wirklich nur
- ein Tropfen auf den heißen Stein. Ja, wir müssen eigentlich noch darüber reden, dass dies ja eine Strategie ist,
- die hier als Natching der Verhaltensökonomie und so weiter vorgestellt wird, die im Marketing ja über Jahrzehnte schon vorher bekannt
- ist. Also Marketing operiert ja genauso. Wo muss ich etwas hinstellen, damit Leute danach greifen, damit sie bereit sind mehr auszugeben, obwohl sie das
- Produkt doch eigentlich schon kennen, plötzlich noch mal eine neue Erfahrung machen, was auch immer. Also sind ja alles Marketingstategien und die werden
- ja jetzt eigentlich in die politische Sphäre getragen. Äh weshalb man sich jetzt natürlich zum einen da kritisch gegenstellen kann und sagen kann, ja,
- das ist so ein neoliberales Konzept. Ich glaube aber, man macht es sich damit zu einfach, denn wir haben schon gesagt, Macht generell ist da und beeinflusst
- werden wir so oder so. Die Frage ist dann, wie und von wem und wie könnte man es anders machen? Deshalb kann da schon Inspiration geholt werden für eine linke
- Strategie. Also, wenn jetzt beispielsweise der Bürgermeisterkandidat von New York Mamdami sagt, ich will hier ähm Supermärkte selbst betreiben, äh wo
- es günstige Sachen gibt, dann ist es natürlich ein politisches Konzept erstmal, ja, das umgesetzt werden muss. Aber es hat auch eigentlich schon was
- mit Notching zu tun. Also den Leuten zu sagen, du hast doch heute eingekauft hier, es war wieder verdammt teuer. Wäre das nicht besser, das wäre günstiger.
- Ja, also wo wir wirklich so auf dieser Verbraucherbene sind, der Wähler als Verbraucher, da glaube ich kommt man mit Notching tatsächlich weit auch von
- linker Seite aus. Ich glaube, generell ist ja erstmal, also das Konzept, das sagen die Autoren, ja, ist per se weder links noch rechts, sondern und das finde
- ich stimmt auch erstmal das brauchst in jeder Gesellschaft, also in jeder Gesellschaft, egal wie die organisiert wäre, es ist ja einfach so, es gibt
- dieses Problem, dass sie Menschen Verhaltensweisen haben, die kollektiv auch Schäden produzieren, die man aber bis zu ein gewissen Grad ja auch haben
- will. Also, wir alle haben Lust mal ein Glas Wein zu trinken, auch wenn dadurch sowohl individuell als auch gesamtgesellschaftlich bestimmte Kosten
- entstehen, ja, bestimmte Gesundheitsfolgen und sonst was, um nur ein Beispiel zu nennen. Oder ich würde jetzt auch den Leuten nicht das Rauchen
- per se verbieten wollen, auch wenn es wahrscheinlich das vernünftigste wäre. Und dann muss man ja schon gucken, wie schafft man es, die Leute z.B. zu einer
- gewissen Verantwortung, zu einer bestimmten Kultur zu bringen, dass man beispielsweise solchen Genüssen nachgeht, ohne dass die Hälfte der
- Bevölkerung paar Jahre später Schwerst Drogen und Alkoholabhängig ist und alle Gesundheitssysteme überlastet sind. So, also jede Gesellschaft muss das in
- irgendeiner Form machen. Ähm und das kann man über Zwang machen, das kann man auch über äh solche Werbungen machen. Ich meine, ich denke da an die
- Sowjetunion, an dieses bekannten Jetposter, ja, wo dieser Mann den Alkohol ablehnt, weil das ja in der Sowjetunion und auch im heutigen
- Russland ein riesiges Problem war, bzw. ist mit dem Alkoholismus. So. Und das brauch es einfach immer. Das finde ich total selbstverständlich. Was ich eher
- interessant finde, ist ja, dass das überhaupt so ein großer Begriff werden kann, also dass man so eine eigentlich total triviale Idee hat und dann
- schreibt man da so hunderte Seiten mit voll und regierende in aller Welt sagen auf einmal Wahnsinn, da habe ich ja noch nie drüber nachgedacht. Obwohl die das
- natürlich in Wahrheit jeden Tag auch in irgendeiner Form praktizieren. So, ja, das finde ich einerseits interessant und ich glaube schon, dass es ein
- neoliberales Element hat und zwar, weil wir gesagt haben, es ist eine Anreizstruktur, die aber nicht über finanzielle Anreize funktioniert. Und
- gerade das ist dann natürlich auch gut möglich, wenn man jetzt so ein neoliberalen Ökonom sich vorstellt, dass er dann z.B. sagt, ach, wir brauchen
- doch kein Kindergeld mehr als Anreiz. Wir können doch auch einfach schöne Plakate basteln oder wir müssen das Kindergeld nur alle 20 Jahre erhöhen. Äh
- äh also müssen es nicht weiter erhöhen äh sondern man macht eigentlich nur so ein bisschen ideologische Propaganda fürs Kinderkriegen. Also, dass man auf
- diese Art und Weise natürlich auch einen Staat hat, der die ganze Zeit nur noch äh stupst, aber überhaupt keine finanziellen Anreize mehr hat, die
- tatsächlich für die Bürger interessant sind. Ja, das ist ja auch so bei den Autoren, die sagen zwar, wir sind nicht rechts
- noch links äh oder zumindest argumentieren sie nicht in diese Richtung, tun es aber dann meines Erachtens schon dann, wenn sie so
- unglaublich viele Seiten dafür aufwenden über Altersvorsorge, private Altersvorsorge zu sprechen und völlig aus dem Blick gerät, dass man vielleicht
- auch Dinge noch anders regeln könnte, als damit, dass Leute in irgendwelche Fonds ihr Artverdienstes Geld einlegen, dass man möglicherweise doch mit einer
- gesetzlichen Krankenversicherungen viel viel weiterkommen könnte und das wird da sehr ausgeblendet und man kann natürlich hier
- bei mit Renten, das wird natürlich jetzt hier auch wiederkommen, glaube ich, dieses Nutchling Experiment aus der neoliberalen Seite, wenn wir jetzt
- tatsächlich dieses Fanbahn für Kinder bekommen sollten ab 6 Jahren oder wie es dann eingeführt wird, jeden Monat 10 €. Das soll natürlich auch so ein bisschen
- in die Richtung pushen, dass man sagt, hier werdet doch ähm private äh Vorsorger, ihr braucht euch doch gar nicht mehr auf den Staat zu verlassen
- und dass damit auch so ein Umdenken geschieht. Ach so, hier ist das alles auf meinem Konto, ich brauche da gar nicht den großen Staat für. Und damit
- kann man natürlich den Sozialstaat dann sehr klein halten. Das ist sehr stark angelegt, wenn gleich ich aber hinzufügen will. Bei manchen wünscht man
- sich dann schon mal äh, dass sie ein bisschen was von Nutching verstehen. Wir beide kennen doch auch alle oder alle kennen die Wahlplakate, auf denen so
- viele Sachen stehen oder die transparente. Bei manchen bei Nee, nee, nee, wenn es ein Wort ist, ne, ich meine jetzt eher so die woching nicht
- funktioniert. Also, ich kann mich an Jahre erinnern, da hatte z.B. wie die linke Wahlplakate. Äh da hätte man ja, um die lesen zu müssen, mit dem Auto
- erstmal anhalten müssen, Scheibe runterkurbeln und dann längeren Fließtext lesen. Das ist jetzt nicht so ein geschicktes Natching, würde ich
- sagen, sondern das natscht eher zum nächsten Wahlplakat des Gegenkandidaten und da kann man sich quasi ein bisschen Marketing drauf schaffen über den
- Begriff Natching. Ja, aber so oder so, also ich glaube, es ist tatsächlich ein erst einmal triviales Prinzip, was relativ unpolitisch ist, aber was
- natürlich in unserer Gesellschaft, du hast es gesagt, für genau solche neoliberale äh Ziele eingespannt wird. Ähm dieses Thema mit dieser äh Rente,
- die jetzt die CDU vorhat oder diese Rentenunterstützung, ja, dass da der Staat 10 € im Monat einführt, ist ja auch streng genommen kein Judging, weil
- das ja finanzielle Anreize beinhaltet. Nutching meinst du? Was habe ich gesagt? Chuldigung. Judging.
- Oh, es ist kein Nutching. Genau. Auch wenn es finanzielle Anreize beinhaltet, wenn gleich man auch durchaus sagen kann, die sind so gering. Ja, also das,
- was da bei diesen 10 € im Monat am Ende bei Rom kommt, das also was dadurch an Geld rauskommt, das ist wirklich so geringfügig, dass man es eigentlich auch
- fast gar nicht mehr als finanziellen Anreiz behaupten muss. Ja, ich glaube, es geht schon da primär um Mentalitätswechsel.
- Ja, glaube ich auch. Sonst würde man im übrigen auch ab 0 Jahren anfangen. Also es ergibt ja gar keinen Sinn erst mit 6 Jahren dann
- anzufangen. Warum nicht ab null? Denn man weiß ja, der Zinsiszseffekt funktioniert am besten über eine sehr lange Laufzeit. Aber es geht da schon um
- Mentalitätswechsel. Insofern wird uns dieser Begriff erhalten bleiben bzw. können wir mit diesem Begriff ganz gute aktuelle Phänomene bestimmen. Jetzt ist
- aber erst einmal Schluss für heute denn Zeites Geld Prosid.