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Was waren Zünfte und Gilden? | EINFACH ERKLÄRT
Das Wichtigste aus dem Video
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Transkriptautomatisch erstellt · 45 Zeilen
- Was waren Zünfte und Gilden? Tja, heute schauen wir uns das mal genauer an. Einfach erklärt. Klingt vielleicht erstmal nach angestaubtem
- Geschichtsunterricht, aber was, wenn ich dir sage, dass diese alten Clubs mehr mit deinem heutigen Job zu tun haben, als du vielleicht ahnst. Du wirst
- staunen, versprochen. Okay, stell dir das mal vor. Du lebst im Mittelalter, du bist jung, du willst was aus deinem Leben machen, einen Beruf
- lernen, Geld verdienen, vielleicht eine Familie gründen. Aber wie machst du das? Wo fängst du überhaupt an? Ja, genau. Kein Internet, keine Jobaps, keine
- Berufsschule, einfach nichts von alledem. Du konntest nicht mal eben googeln, welcher Bäcker in der Stadt einen Lehrling sucht. Absolut kein Plan.
- Es musste also irgendein System her, eine Struktur. Und genau hier kommen die Zünfte und Gilden ins Spiel. Genau. Die Lösung waren Zünfte und Gilden. Das
- waren sozusagen die exklusiven Berufsverbände des Mittelalters, die das komplette Arbeitsleben in den Städten ja organisiert und kontrolliert haben. Aber
- Moment, ganz wichtig, Zunft und Gilde sind nicht dasselbe. Also, der Unterschied ist eigentlich total simpel. Die Zünfte, das war der
- Club für die Handwerker. Denk an Bäcker, Schmiede, Maurer, also die, die wirklich was mit ihren Händen hergestellt haben. Und die Gilden, das waren die
- Vereinigungen der Kaufleute, die Händler, die z.B. mit teuren Stoffen oder exotischen Gewürzen gehandelt haben. Im Grunde also das gleiche
- Prinzip, nur für eine andere Berufsgruppe. Im Grunde waren Zümpfte und Gilden also ein Zusammenschluss von Leuten, die den gleichen Beruf hatten.
- Und warum haben die das gemacht? Na ja, um die wirklich wichtigen Dinge zu regeln. Also z.B. Beispiel die Qualität der Produkte sicherzustellen, feste
- Preise auszumachen und was super wichtig war für eine Art soziale Absicherung zu sorgen. Aber einfach so reinspazieren und mitmachen, näh, so lief das nicht.
- Es gab eine ganz klare Karriereleiter. Jede Sprosse musste einzeln erklommen werden. Und wie die aussah, das schauen wir uns jetzt mal genauer an.
- Also im Prinzip gab es immer diese drei Stufen. Ganz unten fängst du an als Lehrling. Das war quasi der Praktikant von damals. Hast du das überstanden,
- steigst du auf zum Gesellen. Das kannst du dir so ein bisschen wie einen Juniorangestellten heute vorstellen. Und ganz oben da stand der Meister, der
- Chef, der dann auch seinen eigenen Betrieb aufmachen durfte. Das war das große Ziel. Und allein diese erste Stufe ich Lehrling, die hatte es echt in sich.
- Wir reden hier von bis zu 7 Jahren. 7 Jahre, das ist eine verdammt lange Zeit, in der du dich komplett diesem einen Handwerk gewidmet hast. Und jetzt kommt
- der Haken oder besser gesagt der Deal. Als Lehrling gab es keine Kohle, gar nichts. Dein Gehalt war quasi Bett und was zu essen beim Meister. Du hast also
- mit deiner Arbeitskraft für deine Ausbildung bezahlt. Und klar, die ganzen einfachen Hilfsarbeiten im Haushalt und in der Werkstatt, die blieben natürlich
- auch an dir hängen. Okay. Und wie wurde man dann endlich Meister, also der Boss? Tja, dafür musstest du beweisen, was du wirklich drauf hast und zwar mit deinem
- Meisterstück. Das war im Prinzip deine Abschlussarbeit. Du musstest ein absolut perfektes Werkstück anfertigen, um den anderen Meistern zu zeigen: "Hey, seht
- her, ich kann's, ich bin bereit." Eine Zunft war aber viel mehr als nur ein Karriereplan. Stell sie dir wie einen Club vor, einen Club mit verdammt
- strengen Regeln und die hatten wie so oft ihre Vor und Nachteile. Schauen wir uns erstmal die guten Seiten an. Zum einen die Qualität. Die Zunft hat dafür
- gesorgt, dass nur gute Ware verkauft wird. Murx war absolut tabu. Dann die Preise, die waren fest. Das hieß kein ruinöser Preiskampf untereinander und
- ein sicheres Einkommen für alle. Und das ist vielleicht das Wichtigste. Die Zunft war ein soziales Netz. Ist ein Meister gestorben, hat sich die Zunft um seine
- Witwe und die Weisen gekümmert. Das gab eine unglaubliche Sicherheit. Aber und das ist ein großes Aber es gab natürlich auch Nachteile. Zünfte waren
- im Prinzip Monopole. Heißt, wenn du nicht im Club warst, durftest du in der Stadt deinen Job nicht machen. Konkurrenz gab's nicht, war verboten.
- Reinzukommen war super schwer. Oft wurden die Plätze einfach in der Familie weiter vererbt und diese ganzen strengen Regeln, die haben oft auch Fortschritt
- und neue Ideen einfach ausgebremst. Um das mal konkret zu machen, es gab z.B. bei den Hutmachern in London 1347 die Regel keiner Arbeit bei Nacht.
- Klingt erstmal komisch, oder? Aber der Grund war total logisch. Gearbeitet wurde nur bei Tageslicht, damit die Aufseher der Zunft jederzeit reinkommen
- und die Qualität checken konnten. So sollte Schummeln verhindert werden. Clever, aber auch ganz schon kontrollierend. Klar, so ein starres
- System konnte nicht für immer funktionieren. Die Welt hat sich weitergedreht und irgendwann haben die Zfte an Bedeutung verloren. Aber sind
- sie deshalb komplett von der Bildfläche verschwunden? Schauen wir mal, was aus ihnen geworden ist. Es waren vor allem drei große Dinge, die den Zünften den
- rausgemacht haben. Los ging es im 16. Jahrhundert mit der Reformation, die diesen starken religiösen Zusammenhalt aufgeweicht hat. Im 18. Jahrhundert kam
- dann der Kapitalismus um die Ecke mit der Idee vom freien Wettbewerb, also genau das Gegenteil von dem, was die Zünfte wollten. Und der letzte Nagel zum
- Sark war dann im 19. Jahrhundert die industrielle Revolution. Riesige Fabriken, Massenproduktion, da war das alte System einfach nicht mehr
- konkurrenzfähig. Okay, die alten Zünfte mit ihren seltsamen Regeln sind also weg, aber diese Grundidee, also, dass man sich in
- einem Beruf zusammenschließt, um Standards zu setzen und die eigenen Interessen zu schützen, ist die wirklich verschwunden?
- Überhaupt nicht. Schaut euch doch mal um. Handwerkskammern, die heute die Ausbildung und die Meisterprüfungen regeln, das ist die Zunftidee in
- Reinform. Oder denkt mal an Ärztekammern und Anwaltskammern, die entscheiden, wer überhaupt als Arzt oder Anwalt arbeiten darf. Das ist doch pures Zunfdenken.
- Selbstgewerkschaften, Gütesiegel für Qualität. Die Wurzeln von allem liegen genau hier und ja, sogar die Freimaurer haben hier ihren Ursprung. Die Idee ist
- also quick lebendig. Und das führt uns zu einer ziemlich spannenden Frage zum Schluss. Wenn wir uns das alles so ansehen, diese ganzen
- Kammern und Verbände, die heute unsere Berufe regeln, sind das dann nicht eigentlich einfach nur zümpfte 2.0, ein altes System im neuen Look? Was meint
- ihr? Denkt mal drüber nach. Wir hören uns.
Zum Nachlesen
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