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Wirtschaftskrise in Baden-Württemberg: Zwischen Insolvenzen, Stellenabbau und Zukunftsangst

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Transkriptautomatisch erstellt · 64 Zeilen
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  1. Unterwegs in einem Land, das um sein Selbstverständnis ringt mit zwei Menschen, deren Job die Krise ist. 25 und auch 24 waren schon heftige Jahre
  2. für die Arbeitnehmerinnen, Arbeitnehmer hier in Badenwürtemberberg. Das Thema Deindustrialisierung, das ist nicht nur in in Wort, sondern das ist
  3. das passiert gerade tatsächlich. Sie nehmen uns mit, wollen zeigen, was da gerade passiert in der Badenwürtemberbergischen Industrie und
  4. was das mit den Menschen macht. Erste Station Mühlhausen im Te. Hier ist der Hauptsitz der Huba Automotive AG bzw. war. Der Betrieb wird stillgelegt.
  5. In die Insolvenz gehen im Moment hauptsächlich kleinere mittlere Unternehmen, Zuliefer ähm die einfach hier keine Chance haben ähm zu
  6. überleben. Da fehlt dann einfach das Geld, die Unterstützung. Über 100 Menschen arbeiteten hier, bauten Elektronikteile für die großen
  7. Autohersteller. Doch die verlagern im großen Stil ins Ausland und zu größeren Zulieferern. Und so arbeiten sie hier nur noch die letzten Aufträge ab. Einer
  8. von ihnen ist Andreas Scherer. Ich habe halt das Ding halt 23 Jahre lang mit aufbaut und immer wieder ist traurig bis jetzt we alles der Bach
  9. geht. Ich gehe mal von hier aus in die Rente habe ich gedacht, aber jetzt mittlerweile es kommt halt sechs Monate lang auch von Gesellschaft und
  10. Arbeitslosigkeit vielleicht gut ich bin brennen ein paar Sachen, aber ich habe hier nicht schlecht verdient und über wo ich jetzt bis jetzt gefragt habe hat
  11. Zimmergeisen ja so viel muss sch mal gucken wo du bleibst gibt's was was in Hoffnung macht ich habe glaube in Deutschland verloren
  12. hört nicht aus weil das das Rad das reicht n rum das ist da muss Wunder geschehen.
  13. Da ist dieses Gefühl der Ohnmacht, der Hilflosigkeit auch bei Brigitte Beute. Glaube, dass sich was ändert. Warum?
  14. Weil weil die letzte Jahre auch anders war, egal welt h ganz. Was hätte diese Insolvenz verhindern können? Diese Frage quält hier viele und
  15. viele sehen die Verantwortung dafür auch bei der Politik. Politik kann sicherlich den Beitrag leisten. Ja, wir haben, denke ich mal,
  16. extrem hohe Energiekosten. Ja, was uns hier und da das Genick einfach bricht. Insolvenzen, Sparprogramme, Stellenabbau. Die Krise ist für
  17. Arbeitnehmer längst Alltag, sagt Barbara Resch. Seit zwei Jahren ist sie Chefin der Igim Metall in Badenwürtemberg. Es geht ja hinter diesen ganzen Zahlen,
  18. die man sich da anschaut, ist ja immer ein menschliches Schicksal und nicht nur ein Mensch, sondern da sind Familien ähm dahinter und der Druck macht mit uns
  19. allen was und der Druck macht natürlich auch mit mir was ganz persönlich. [musik] Betriebsbesuch bei der Tüssengrup
  20. Automotive Body Solutions. Der Zuliefer ist spezialisiert auf Karosseriebau und in den letzten Jahren mächtig unter Druck.
  21. Serieproduktion sind wir ja grundsätzlich eigentlich unabhängig von E-Fahrzeuge oder Verbrenner, aber wir haben uns für Projekte entschiedet, die
  22. in Richtung E-Fahrzeuge gehen und da werde die Stückzahl einfach nicht abgerufen. Das Unternehmen kündigt deshalb an, 300
  23. Stellen sollen weg. Nach harten Verhandlungen mit dem Betriebsrat verlieren rund 150 Menschen ihren Job. [musik]
  24. Vergeht da keine Sekunde, in der man sich keine Gedanken macht. Es gab einige Trennungsgespräche, in den Tränkflosse sind, in denen einfach totale
  25. Verzweiflung ausspürbar war und das lässt ein als Betriebsrad natürlich auch nicht kalt. Die Stimmung sei seither gedrückt und
  26. dann noch diese Forderungen aus Politik und Wirtschaft, dass die Deutschen endlich mehr arbeiten müssten. Für, also die Stimmung ist auf jeden
  27. Fall nicht, ich fühle mich persönlich verarscht, wenn ich solche Sprüche höre, wenn man solche Sachen raushaut, dass die Beschäftigten irgendwie Schuld sind.
  28. Also das ist in meinen Augen ist es schm. Ich glaube nicht, dass man irgendwie ein Motivationsproblem haben, ja, und irgendwie Faus sind, sondern ja,
  29. es ist einfach äh Auftragslage. Zurück bei Martin Mucha. Wir sind auf dem Weg zum nächsten Termin. Seit 26 Jahren ist der Insolvenzverwalter.
  30. Noch nie musste er so viele Unternehmen schließen wie derzeit. das was eigentlich sie sich hier zusammenbraut und was was am Ende des Tages auch ähm
  31. voraussichtlich dann ähm passieren wird, nämlich noch mehr Insolvenzen ähm dass man hier äh noch mehr ähm sich verabschieden muss von von Industrien,
  32. die man hier über Jahrzehnte, Jahrhunderte hatte. Wir haben ja eine wahnsinnige Geschwindigkeit und die wird gefühlt von ähm Monat zu
  33. Monat mehr. Ankunft in Alpstadt bei Meer und K. Eigentlich ein Unternehmen wie aus dem schwäbischen Bilderbuch. Über 120 Jahre
  34. Tradition, ein Familienunternehmen, ein Weltmarktführer und Insolvent. Es war natürlich immer mein Plan schon als als Kind hier einzusteigen. Wusste
  35. dann, als die Zeit reif war, dass es ein schwieriges Business ist. Das war nie ein Selbstläufer, das war wie klar. Doch lange Zeit läuft es gut. Die
  36. Strickmaschinen von der schwäbischen Alp verkaufen sich in der ganzen Welt. Bis vor Jahren noch Rekordaufträge, es fehlten Fachkräfte. Jetzt führt er uns
  37. durch leere Hallen. Hätte ich mir nicht träumen lassen, muss man muss man wirklich sagen. Ja, ich ich hätte mir immer vorstellen können ein
  38. ein schleichender Prozess, dass das Produkt vielleicht nicht mehr funktioniert, aber dass es wirklich innerhalb 2 d Jahre dann so ein Turning
  39. Point ins Negative gibt. Ähm und das dann das das Resultat von der ganzen Geschichte ist, das hätte ich mir also nicht träumen lassen. vom
  40. Weltmarktführer in die Insolvenz innerhalb kürzester Zeit. Was ist da passiert? Weil eben China seine Industriepolitik vor vier Jahren
  41. komplett geändert hat und das schlägt hier ein wie eine Bombe. Ja, in der Automobilindustrie, in der Automobil Zuliefererindustrie,
  42. im Maschinenbau, in der Chemie, überall, wo wir eigentlich stark sind als deutsche Unternehmen, merken wir jetzt, wie wir, man könnte fast sagen, von den
  43. Chinesen bei lebendigem Leibi aufgefressen werden. Trotz der aggressiven Subventionspolitik Chinas, bis zuletzt hat Benjamin Meer noch
  44. gekämpft um sein Unternehmen und um seine Familiengeschichte. Am Ende ohne Erfolg. Seinen rund 300 Mitarbeitern musste er kündigen. Viele
  45. kennt er seit Kindheitstagen. Wir sind ja in der Kleinstadt mit ca. 50.000 Einwohnern. Nicht ganz so klein, aber trotzdem klein genug, dass dass
  46. sich viele Leute eben kennen und natürlich ja, also ist hier verwurzelt. Ich wohne auch hier, kennen viele Leute, viele Leute kennen mich und dann ist es
  47. natürlich noch mal was anderes. Schicksale, die auch einen erfahrenen Insolvenzverwalter wie Martin Muchad lassen.
  48. Natürlich denkt man da auch über die äh Schicksale der Mitarbeiter nach. Es ist ja nicht nur dieses Unternehmen, was in schweren Fahrwasser ist, sondern es sind
  49. ja ganze Industrien ähm große Konzerne, die die Entlassungswählen haben. Doch da sind auch Unternehmen, die trotz aller Krisen erfolgreich sind. Gemeinsam
  50. mit der IG Metallchefin besuchen wir einen Kolbenhersteller. Was unseren Wachstum jetzt noch fördert oder pusht, sage ich mal, sind die KI
  51. Rechenzentr Notstromversorgung ähm mit Großmotoren wird es durchgeführt und da sind unsere Kolben drin und das
  52. fördert unser Markt noch mal zusätzlich. Trotz guter Auftragslage spüren sie auch hier, dass sich in ihrer Region gerade etwas verändert. Dadurch, dass ein ähm
  53. Traditionsunternehmen aus der Region die Produktion verlagert hat, haben wir tatsächlich profitiert, dass wir sehr viele Fachkräfte bekommen
  54. haben. Sie sind stolz darauf, dass es bei Ihnen gerade gut läuft, sie neue Stellen schaffen. Damit das so bleibt, dürfte
  55. die Politik aber Mittelständle wie Sie nicht vergessen. Ich habe so das Gefühl, in der Politik wird zurzeit mehr über die großen
  56. Konzerne geredet einfach und der Mittelstand etwas außen vorgelassen. Aber ich sag immer, der Mittelstand fängt eigentlich dann oder puffert das
  57. ganze ab, wo dann die großen Konzerne mal in die Knie gehen. Da steht viel auf dem Spiel im Industrieland Badenwürtemberg.
  58. Gewissheiten, Wohlstandsversprechen die Bröckeln. Umso mehr seien jetzt auch die Unternehmen in der Pflicht. Mir passiert einfach zu wenig, ne?
  59. passiert auch zu wenig, dass auch ein Unternehmer ähm hier ins Risiko geht und was unternimmt, damit er Arbeitsplätze erhält und indem er Geschäftsmodelle
  60. kreiert, s das Wertschöpfung hier in Badenwürttemberg erhalten bleibt, weil das war einfach der Garant ähm für Wohlstand.
  61. Über Jahrzehnte machte die Industrie Badenwürtemberberg reich. Kaum eine Region auf der Welt profitierte so von der Globalisierung. Kommt das gerade an
  62. ein Ende? Wir sind immer noch die drittstärkste Wirtschaftsmacht in in der Welt und wir machen ja auch sehr viel richtig. So muss einfach ähm im großen
  63. und ganzen schauen, dass wir hier ähm auf die richtigen ähm Pferde setzen und Dinge, die ähm wo die Zeit drüber gegangen ist, dass man sich von denen
  64. verabschiedet. Badenwürtemberberg vor der Wahl. Ein ganzes Bundesland ringt um seine Identität.

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