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Wirtschaftskrise in Baden-Württemberg: Zwischen Insolvenzen, Stellenabbau und Zukunftsangst
Das Wichtigste aus dem Video
Tipp auf eine Zeit – das Video springt genau dorthin.
Transkriptautomatisch erstellt · 64 Zeilen
- Unterwegs in einem Land, das um sein Selbstverständnis ringt mit zwei Menschen, deren Job die Krise ist. 25 und auch 24 waren schon heftige Jahre
- für die Arbeitnehmerinnen, Arbeitnehmer hier in Badenwürtemberberg. Das Thema Deindustrialisierung, das ist nicht nur in in Wort, sondern das ist
- das passiert gerade tatsächlich. Sie nehmen uns mit, wollen zeigen, was da gerade passiert in der Badenwürtemberbergischen Industrie und
- was das mit den Menschen macht. Erste Station Mühlhausen im Te. Hier ist der Hauptsitz der Huba Automotive AG bzw. war. Der Betrieb wird stillgelegt.
- In die Insolvenz gehen im Moment hauptsächlich kleinere mittlere Unternehmen, Zuliefer ähm die einfach hier keine Chance haben ähm zu
- überleben. Da fehlt dann einfach das Geld, die Unterstützung. Über 100 Menschen arbeiteten hier, bauten Elektronikteile für die großen
- Autohersteller. Doch die verlagern im großen Stil ins Ausland und zu größeren Zulieferern. Und so arbeiten sie hier nur noch die letzten Aufträge ab. Einer
- von ihnen ist Andreas Scherer. Ich habe halt das Ding halt 23 Jahre lang mit aufbaut und immer wieder ist traurig bis jetzt we alles der Bach
- geht. Ich gehe mal von hier aus in die Rente habe ich gedacht, aber jetzt mittlerweile es kommt halt sechs Monate lang auch von Gesellschaft und
- Arbeitslosigkeit vielleicht gut ich bin brennen ein paar Sachen, aber ich habe hier nicht schlecht verdient und über wo ich jetzt bis jetzt gefragt habe hat
- Zimmergeisen ja so viel muss sch mal gucken wo du bleibst gibt's was was in Hoffnung macht ich habe glaube in Deutschland verloren
- hört nicht aus weil das das Rad das reicht n rum das ist da muss Wunder geschehen.
- Da ist dieses Gefühl der Ohnmacht, der Hilflosigkeit auch bei Brigitte Beute. Glaube, dass sich was ändert. Warum?
- Weil weil die letzte Jahre auch anders war, egal welt h ganz. Was hätte diese Insolvenz verhindern können? Diese Frage quält hier viele und
- viele sehen die Verantwortung dafür auch bei der Politik. Politik kann sicherlich den Beitrag leisten. Ja, wir haben, denke ich mal,
- extrem hohe Energiekosten. Ja, was uns hier und da das Genick einfach bricht. Insolvenzen, Sparprogramme, Stellenabbau. Die Krise ist für
- Arbeitnehmer längst Alltag, sagt Barbara Resch. Seit zwei Jahren ist sie Chefin der Igim Metall in Badenwürtemberg. Es geht ja hinter diesen ganzen Zahlen,
- die man sich da anschaut, ist ja immer ein menschliches Schicksal und nicht nur ein Mensch, sondern da sind Familien ähm dahinter und der Druck macht mit uns
- allen was und der Druck macht natürlich auch mit mir was ganz persönlich. [musik] Betriebsbesuch bei der Tüssengrup
- Automotive Body Solutions. Der Zuliefer ist spezialisiert auf Karosseriebau und in den letzten Jahren mächtig unter Druck.
- Serieproduktion sind wir ja grundsätzlich eigentlich unabhängig von E-Fahrzeuge oder Verbrenner, aber wir haben uns für Projekte entschiedet, die
- in Richtung E-Fahrzeuge gehen und da werde die Stückzahl einfach nicht abgerufen. Das Unternehmen kündigt deshalb an, 300
- Stellen sollen weg. Nach harten Verhandlungen mit dem Betriebsrat verlieren rund 150 Menschen ihren Job. [musik]
- Vergeht da keine Sekunde, in der man sich keine Gedanken macht. Es gab einige Trennungsgespräche, in den Tränkflosse sind, in denen einfach totale
- Verzweiflung ausspürbar war und das lässt ein als Betriebsrad natürlich auch nicht kalt. Die Stimmung sei seither gedrückt und
- dann noch diese Forderungen aus Politik und Wirtschaft, dass die Deutschen endlich mehr arbeiten müssten. Für, also die Stimmung ist auf jeden
- Fall nicht, ich fühle mich persönlich verarscht, wenn ich solche Sprüche höre, wenn man solche Sachen raushaut, dass die Beschäftigten irgendwie Schuld sind.
- Also das ist in meinen Augen ist es schm. Ich glaube nicht, dass man irgendwie ein Motivationsproblem haben, ja, und irgendwie Faus sind, sondern ja,
- es ist einfach äh Auftragslage. Zurück bei Martin Mucha. Wir sind auf dem Weg zum nächsten Termin. Seit 26 Jahren ist der Insolvenzverwalter.
- Noch nie musste er so viele Unternehmen schließen wie derzeit. das was eigentlich sie sich hier zusammenbraut und was was am Ende des Tages auch ähm
- voraussichtlich dann ähm passieren wird, nämlich noch mehr Insolvenzen ähm dass man hier äh noch mehr ähm sich verabschieden muss von von Industrien,
- die man hier über Jahrzehnte, Jahrhunderte hatte. Wir haben ja eine wahnsinnige Geschwindigkeit und die wird gefühlt von ähm Monat zu
- Monat mehr. Ankunft in Alpstadt bei Meer und K. Eigentlich ein Unternehmen wie aus dem schwäbischen Bilderbuch. Über 120 Jahre
- Tradition, ein Familienunternehmen, ein Weltmarktführer und Insolvent. Es war natürlich immer mein Plan schon als als Kind hier einzusteigen. Wusste
- dann, als die Zeit reif war, dass es ein schwieriges Business ist. Das war nie ein Selbstläufer, das war wie klar. Doch lange Zeit läuft es gut. Die
- Strickmaschinen von der schwäbischen Alp verkaufen sich in der ganzen Welt. Bis vor Jahren noch Rekordaufträge, es fehlten Fachkräfte. Jetzt führt er uns
- durch leere Hallen. Hätte ich mir nicht träumen lassen, muss man muss man wirklich sagen. Ja, ich ich hätte mir immer vorstellen können ein
- ein schleichender Prozess, dass das Produkt vielleicht nicht mehr funktioniert, aber dass es wirklich innerhalb 2 d Jahre dann so ein Turning
- Point ins Negative gibt. Ähm und das dann das das Resultat von der ganzen Geschichte ist, das hätte ich mir also nicht träumen lassen. vom
- Weltmarktführer in die Insolvenz innerhalb kürzester Zeit. Was ist da passiert? Weil eben China seine Industriepolitik vor vier Jahren
- komplett geändert hat und das schlägt hier ein wie eine Bombe. Ja, in der Automobilindustrie, in der Automobil Zuliefererindustrie,
- im Maschinenbau, in der Chemie, überall, wo wir eigentlich stark sind als deutsche Unternehmen, merken wir jetzt, wie wir, man könnte fast sagen, von den
- Chinesen bei lebendigem Leibi aufgefressen werden. Trotz der aggressiven Subventionspolitik Chinas, bis zuletzt hat Benjamin Meer noch
- gekämpft um sein Unternehmen und um seine Familiengeschichte. Am Ende ohne Erfolg. Seinen rund 300 Mitarbeitern musste er kündigen. Viele
- kennt er seit Kindheitstagen. Wir sind ja in der Kleinstadt mit ca. 50.000 Einwohnern. Nicht ganz so klein, aber trotzdem klein genug, dass dass
- sich viele Leute eben kennen und natürlich ja, also ist hier verwurzelt. Ich wohne auch hier, kennen viele Leute, viele Leute kennen mich und dann ist es
- natürlich noch mal was anderes. Schicksale, die auch einen erfahrenen Insolvenzverwalter wie Martin Muchad lassen.
- Natürlich denkt man da auch über die äh Schicksale der Mitarbeiter nach. Es ist ja nicht nur dieses Unternehmen, was in schweren Fahrwasser ist, sondern es sind
- ja ganze Industrien ähm große Konzerne, die die Entlassungswählen haben. Doch da sind auch Unternehmen, die trotz aller Krisen erfolgreich sind. Gemeinsam
- mit der IG Metallchefin besuchen wir einen Kolbenhersteller. Was unseren Wachstum jetzt noch fördert oder pusht, sage ich mal, sind die KI
- Rechenzentr Notstromversorgung ähm mit Großmotoren wird es durchgeführt und da sind unsere Kolben drin und das
- fördert unser Markt noch mal zusätzlich. Trotz guter Auftragslage spüren sie auch hier, dass sich in ihrer Region gerade etwas verändert. Dadurch, dass ein ähm
- Traditionsunternehmen aus der Region die Produktion verlagert hat, haben wir tatsächlich profitiert, dass wir sehr viele Fachkräfte bekommen
- haben. Sie sind stolz darauf, dass es bei Ihnen gerade gut läuft, sie neue Stellen schaffen. Damit das so bleibt, dürfte
- die Politik aber Mittelständle wie Sie nicht vergessen. Ich habe so das Gefühl, in der Politik wird zurzeit mehr über die großen
- Konzerne geredet einfach und der Mittelstand etwas außen vorgelassen. Aber ich sag immer, der Mittelstand fängt eigentlich dann oder puffert das
- ganze ab, wo dann die großen Konzerne mal in die Knie gehen. Da steht viel auf dem Spiel im Industrieland Badenwürtemberg.
- Gewissheiten, Wohlstandsversprechen die Bröckeln. Umso mehr seien jetzt auch die Unternehmen in der Pflicht. Mir passiert einfach zu wenig, ne?
- passiert auch zu wenig, dass auch ein Unternehmer ähm hier ins Risiko geht und was unternimmt, damit er Arbeitsplätze erhält und indem er Geschäftsmodelle
- kreiert, s das Wertschöpfung hier in Badenwürttemberg erhalten bleibt, weil das war einfach der Garant ähm für Wohlstand.
- Über Jahrzehnte machte die Industrie Badenwürtemberberg reich. Kaum eine Region auf der Welt profitierte so von der Globalisierung. Kommt das gerade an
- ein Ende? Wir sind immer noch die drittstärkste Wirtschaftsmacht in in der Welt und wir machen ja auch sehr viel richtig. So muss einfach ähm im großen
- und ganzen schauen, dass wir hier ähm auf die richtigen ähm Pferde setzen und Dinge, die ähm wo die Zeit drüber gegangen ist, dass man sich von denen
- verabschiedet. Badenwürtemberberg vor der Wahl. Ein ganzes Bundesland ringt um seine Identität.