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Warum jedes Elektron DAS GLEICHE ist – Feynmans wahnsinnigste Idee || Physik einfach erklärt

Erklären wie Feynman14:19 647 Aufrufe veröffentlicht Auf YouTube

Das Wichtigste aus dem Video

Tipp auf eine Zeit – das Video springt genau dorthin.

Transkriptautomatisch erstellt · 98 Zeilen
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  1. Stell dir vor, jedes einzelne Elektron im gesamten Universum ist in Wahrheit dasselbe Teilchen, nicht ähnlich, nicht gleich aufgebaut, sondern ein und
  2. dasselbe. Das, was deinen Bildschirm gerade zum Leuchten bringt und das Elektron, das in einer fernen Galaxie um einen Atomkern kreist, sind identisch
  3. dieselbe Sache. Klingt verrückt? Genau das hat einer der größten Physiker aller Zeiten, Richard Feinmann, im Jahr 1940 ernsthaft vorgeschlagen und das Beste
  4. mathematisch funktioniert es. Bleib dran, in den nächsten 18 Minuten erkläre ich dir Feinmanns wahnsinnigste Idee, so einfach, dass du sie deiner Oma erklären
  5. kannst. Ich bin's, dein Feinmann auf Deutsch und heute zerlegen wir das One Elektron Universum. Die Theorie, die John Wheeler 1940 mit einem einzigen
  6. Telefonanruf in Feinmannskopf gepflanzt hat. Du wirst lernen, erstens, warum alle Elektronen exakt gleich sind. Zweitens, wie ein einziges Teilchen
  7. durch die Zeit reisen kann. Drittens, warum diese Idee am Ende doch nicht ganz stimmt, aber trotzdem die moderne Physik revolutioniert hat. Hol dir was zu
  8. trinken, das wird wild. Fangen wir mit einer Tatsache an, die jeder Physiker akzeptiert, aber niemand wirklich erklären kann. Alle Elektronen sind
  9. absolut identisch. Masse gleich exakt 9,99 10.1 1 kg 30 kg= exakt-ement A Ladung Spin gleich. Es gibt keine alten oder jungen Elektronen, keine großen
  10. oder kleinen. Stell dir vor, du hast eine Kiste mit Murmeln und jede einzelne ist auf 40 Nachkommastellen genau gleich. Das ist seltsam, sehr seltsam.
  11. Feinmann hat das so erklärt. Stell dir vor, du gehst in eine Fabrik und findest eine Milliarde Schrauben und jede einzelne ist auf das Atom genau
  12. identisch. Was würdest du denken? Wahrscheinlich die kommen alle aus derselben Maschine. Oder noch besser, die sind in Wahrheit dieselbe Schraube,
  13. die nur an verschiedenen Orten erscheint. Genau diese zweite Idee hat Wier an Feinmann herangetragen und sie ist viel weniger absurd als sie klingt.
  14. Frühling 1940. Princeton. Ein Telefon klingelt. Der junge Dr. Rand Richard Feinman hebt ab. Am anderen Ende sein Doktorvater John Wheeler. Wheelers erste
  15. Worte und ich zitiere fast wörtlich waren Feinemann. Ich weiß, warum alle Elektronen die gleiche Ladung und die gleiche Masse haben. Feinmann, warum?
  16. Weil sie alle dasselbe Elektron sind. Stille. Und dann die Erklärung, die alles veränderte. Widers Idee war so einfach wie irsinnig. Ein einziges
  17. Elektron zittert durch Raum und Zeit. mal vorwärts, mal rückwärts, es zickzackt durch die gesamte Geschichte des Universums. Wenn wir zu einem
  18. bestimmten Moment einen Querschnitt machen, sagen wir jetzt, dann schneiden wir diesen Zickzackpfad an vielen Stellen gleichzeitig. Jeder dieser
  19. Schnittpunkte ist das, was wir als ein Elektron wahrnehmen, aber in Wahrheit ist es immer dasselbe Teilchen. Lass uns das visualisieren. Zeichne in deinem
  20. Kopf eine Linie, die wie der Buchstabe so aussieht. Nein, noch wilder wie ein irrer Zickzack, der überall durch die Zeit spürt. Diese Linie ist der
  21. Weltlinienpfad des einen Elektrons. Wenn du jetzt mit einem Lineal horizontal durch dieses Wir fährst, schneidest du die Linie an 20 Stellen.
  22. Plötzlich siehst du 20 Elektronen, aber es ist immer noch nur eins. Verstehst du, wie verblüffend das ist? Aber hier kommt der eigentliche Hammer. Wenn das
  23. Elektron rückwärts durch die Zeit reißt, sieht es für uns aus wie etwas ganz anderes, nämlich wie ein Positron, das Antiteilchen des Elektrons. Gleiche
  24. Masse, aber positive Ladung. Feinmann erkannte, ein Positor ist nichts anderes als ein Elektron, das gegen den Zeitstrom schwimmt. Diese Erkenntnis,
  25. nicht die Einelektrontheorie selbst, sollte ihm später den Nobelpreis einbringen. Stell dir das so vor, du filmst ein Auto, das von links nach
  26. rechts fährt. Wenn du den Film rückwärts abspielst, sieht es so aus, als würde ein anderes Auto von rechts nach links fahren. Gleiches Auto, aber im
  27. Rückwärtsmodus wirkt es wie sein Spiegelbild. Genau das macht ein Positron. Es ist ein Elektron im Rückwärtsmodus der Zeit und nach Wheeler
  28. CD ist all das nur ein einziges Teilchen, das ständig die Richtung wechselt. Feinmann war zunächst fasziniert, dann skeptisch. Er
  29. antwortete Wier: "Aber Professor, das kann nicht sein. Wenn das stimmen würde, müsste es genauso viele Positronen wie Elektronen geben."
  30. "Tut es aber nicht." Wheelers Antwort war typisch Wheeler. Vielleicht stecken die Positronen einfach alle in den Protonen drin. Diese Erklärung war
  31. Unsinn, aber die zugrunde liegende Idee. Antiteilchen als zeit umgekehrte Teilchen war genial. Auch wenn die ein Elektron Teas als Ganzes nicht haltbar
  32. war, nahm Feinmann einen entscheidenden Gedanken mit. Man kann Antiteilchen mathematisch aus Teilchen behandeln, die rückwärts in der Zeit reisen. Diese Idee
  33. wurde zum Fundament der Quantenelektrodynamik Kurz Kate jener Theorie, die heute beschreibt, wie Licht und Materie
  34. miteinander weg so wirken. Und ja, sie ist die genaueste Theorie, die die Menschheit je geschaffen hat. Du hast bestimmt schon mal von
  35. Feinmanndiagrammen gehört. Das sind diese kleinen Zeichnungen mit Pfeilen und Wellenlinien, die Physiker an Tafeln malen.
  36. Jedes dieser Diagramme zeigt Teilchen, die durch Raum und Zeit wandern. Manchmal vorwärts, manchmal rückwärts. Und der Ursprung dieser Methode genau
  37. das Telefongespräch von 1940. Willers wilde Idee hat Feinmann die Sprache gegeben, mit der wir heute das gesamte Mikrokosmos beschreiben.
  38. Jetzt haten wir kurz inne. Hast du gerade verstanden, was ich dir erklärt habe? Ein einziges Teilchen könnte zumindest mathematisch das gesamte
  39. Materieinventar des Universums erklären. Das ist nicht Science Fiction. Das wurde an einer der renommiertesten Universitäten der Welt ernsthaft
  40. diskutiert. Und im zweiten Teil dieses Videos wird es noch krasser. Wir schauen uns an, warum die Theorie scheitert und was dafür wirklich stimmt. Das
  41. fundamentale Problem mit Wheelers Idee ist simpel. Wenn das eine Elektron zickzackt mal vorwärts mal rückwärts, dann müsste es im Universum genauso
  42. viele Elektronen wie Positronen geben. Punkt. Die Pfade müssen sich ausgleichen. Aber in unserem Universum gibt es
  43. massenhaft mehr Materie als Antimaterie. Das nennen Physiker die Barion Asymmetrie und sie ist eines der größten ungelösten Rätsel der modernen Physik,
  44. was ich an Feinmann am meisten liebe. Er war ehrlich. In seiner Nobel Price Rede 1956 erwähnte er die Einelektrontheorie
  45. explizit und sagte sinngemäß: "Diese Idee hat nie wirklich funktioniert, aber sie hat mich auf den richtigen Weggebracht." "Das ist echte
  46. Wissenschaft, nicht, ich hatte recht, sondern ich habe etwas falsches gedacht und daraus wurde etwas Richtiges. Wenn du eine einzige Lektion aus diesem Video
  47. mitnimmst, dann diese. Trotz aller Probleme, die Grundfrage ist nicht beantwortet. Warum sind alle Elektronen wirklich identisch? Bis heute haben wir
  48. keine Erklärung. Im Standardmodell der teilchenphysik akzeptieren wir es einfach als gegeben als axiomatisch. Aber akzeptieren ist nicht verstehen.
  49. Vielleicht hatte Wier in einem tieferen Sinn recht. Vielleicht sind alle Elektronen wirklich eine einzige Sache, die wir nur falsch zählen. Hier eine
  50. moderne Analogie. Stell dir das Universum vor wie ein gigantisches Streamingv. Du siehst auf deinem Bildschirm Millionen von Pixeln
  51. gleichzeitig, aber dahinter steckt ein einziger Datenstrom, der die Pixel nacheinander aktualisiert. Vielleicht ist das Universum so, was wir
  52. als Milliarden separate Elektronen sehen, ist in Wahrheit einziger zugrunde liegender Prozess, eine Welle, ein Feld, ein Algorithmus. Genau dahin geht die
  53. moderne Quantenfeldtheorie. In der Quantumfell Theorie, der heutigen Sprache der Teilchenphysik, existieren Elektronen nicht als kleine Kügelchen.
  54. Sie sind Anregungen eines einzigen allgegenwärtigen Elektronfeldes, das den gesamten Raum durchzieht. Wenn ich hier ein Elektron habe und du
  55. in Japan auch eines, dann sind das nicht zwei getrennte Dinge, sondern zwei Beulen imselben Feld. Wier war also auf eine andere Art, doch näher an der
  56. Wahrheit als irgendjemand dachte. Du bist immer noch hier. Respekt. 9 Minuten Quantenfeld Theorie sind kein Spaziergang. Schreib mir in die
  57. Kommentare ein, wenn du bis hier durchgehalten hast. Ich werde jeden einzelnen leaken. Und jetzt zur vielleicht verrücktesten Konsequenz der
  58. ganzen Idee. Wenn alle Elektronen wirklich dasselbe sind, dann gibt es keine echte Identität im Universum. Du, ich, ein Stern, wir bestehen aus
  59. denselben austauschbaren Bausteinen, die nirgendwo wissen, wo sie sind. Physiker nennen das die prinzipielle Ununterscheidbarkeit identischer
  60. Teilchen. Tausche zwei Elektronen miteinander aus. Das Universum bemerkt nichts. Es gibt keine Markierung, keine Seriennummer, keinen Unterschied. Das
  61. ist nicht nur Philosophie. Es hat harte mathematische Konsequenzen. Z.B. das Paulyprinzip: Zwei Elektronen können nicht denselben Quantenzustand
  62. einnehmen. Warum? Weil sie identisch sind. Genau deshalb existiert die Chemie, wie wir sie kennen. Denkt mal nach, ohne die Ununterscheidbarkeit der
  63. Elektronen würde es kein Periodensystem geben, keine Schalenstruktur, keine Atombindungen, keine Moleküle, kein
  64. Wasser, kein Leben. Die gesamte Chemie und damit die gesamte Biologie beruht auf der mysteriösen Tatsache, dass alle Elektronen exakt gleich sind. Wiers
  65. Frage war also keine Spielerei. Sie war eine der tiefsten Fragen, die man der Natur stellen kann. Ein konkretes Beispiel, wo Ununterscheidbarkeit
  66. messbar wird, das berühmte Doppelspaltexperiment. Schießt du Elektronen durch zwei Spalte, erzeugen sie auf dem Schirm ein
  67. Interferenzmuster, als ob jedes Elektron mit sich selbst interferiert. Warum? Weil das Elektron nicht weiß, durch welchen Spalt es ging. Es war beide Wege
  68. gleichzeitig als dasselbe Teilchen. Genau diese Logik liegt auch Welers Idee zugrunde. Feinmann hat in seinem Buch Quade eine wunderbar einfache Methode
  69. entwickelt, das alles zu beschreiben. Pfeile, die sich drehen. Jedes Elektron bekommt einen kleinen Pfeil, der sich wie ein Uhrzeiger dreht, während es sich
  70. bewegt. Alle möglichen Pfade werden addiert. Die Summe über Geschichten. Das Ergebnis. Genau die Wahrscheinlichkeiten, die wir im
  71. Experiment messen. Pure Magie und der Ursprung dieses Bildes. Wheelers verwückte ein Elektronidee. Konkret, wenn ein Elektron vom Punkt A nach Punkt
  72. B reisen will, dann nimmt es nicht einen Weg. Es nimmt alle Wege gleichzeitig über den Mond durch deinen Kaffee, rückwärts
  73. durch die Zeit zu Käer. Klingt absurd, ja, aber mathematisch ergibt die Summe all dieser Wege exakt das Ergebnis, dass wir im Experiment messen. Die Natur
  74. rechnet alle Möglichkeiten gleichzeitig durch. Das ist nicht meine Meinung, das ist messbare Realität. Wie gut funktioniert das alles? Brutal gut. Die
  75. Quantenelektrodynamik sagt das magnetische Moment des Elektrons voraus mit einer Genauigkeit von 12 Nachkommerstellen.
  76. Zum Vergleich, das ist, als würdest du die Entfernung Erdemond auf dem Bruchteil eines Haves genau messen. Keine andere Theorie der
  77. Menschheitsgeschichte wurde so präzise bestätigt und ihr Fundament eine verrückte Idee, die 1940 am Telefon entstanden ist. Was lernen wir aus
  78. dieser Geschichte? Drei Dinge. Erstens, die verrücktesten Ideen sind auf die fruchtbarsten, auch wenn sie am Ende falsch sind. Zweitens, die Natur ist
  79. seltsamer, als wir uns vorstellen können. Teilchen können rückwärts in der Zeit reisen, alle Wege gleichzeitig nehmen, identisch sein, ohne ein
  80. Original zu haben. Drittens, stelle die Fragen, die niemand stellt, denn dort liegen die größten Entdeckungen verborgen. Es gibt eine philosophische
  81. Lesart, die mir besonders gefällt. Vielleicht sind wir alle Mensch, Tier, Stern, Galaxie, Manifestationen desselben Grundprozesses.
  82. nicht im esoterischen Sinn, sondern physikalisch konkret. Wir bestehen aus Elektronen, die alle dasselbe sind. Wir bestehen aus Quarks, die alle dasselbe
  83. sind. Die Grenze zwischen Ich und du ist letztlich willkürlich ein praktisches Etikett für identische Bausteine. Damit kommen wir zur wirklich tiefen
  84. Frage. Wenn alle Elektronen identisch sind, warum gibt es überhaupt verschiedene Teilchen? Warum unterscheidet sich ein Elektron von
  85. einem Ion? Beide haben dieselbe Ladung, denselben Spin, nur die Masse ist anders. Das Standardmodell hat 17 fundamentale
  86. Teilchen mit 19 freien Parametern. Warum genau diese? Niemand weiß es. Das ist die nächste Wer Frage und vielleicht beantwortest du sie eines Tages. Es gibt
  87. einen modernen Ansatz, der Welers Idee fast wörtlich nimmt, die Strinktheorie. Dort sind alle Teilchen verschiedene Schwingungsmoden derselben Seite. Ein
  88. Elektron ist eine bestimmte Note, ein Photon eine andere, ein Quark eine Dritte. Aber die Seite ist immer dieselbe. Genau wie eine Geigenseite je
  89. nach Druck verschiedene Töne erzeugt. Wilers Geist lebt weiter, nur dass jetzt nicht ein Elektron, sondern eine Seite der Ursprung von allem ist. Wier selbst
  90. hat später gesagt, ich glaube nicht mehr, dass es nur ein Elektron gibt, aber ich glaube weiterhin, dass diese Frage die wichtige Art von Frage ist.
  91. Das ist Wissenschaft in ihrer reinsten Form, Mut zu falschen Ideen, bei sie zu richtigen Fragen führen. Und genau dieser Mut fehlt heute oft in der
  92. Physik. Wir akzeptieren das Standardmodell. Aber niemand traut sich zu fragen, warum ist es so? Jetzt zu dir. Ich will, dass du in den nächsten
  93. sieben Tagen etwas ungewöhnliches machst. Stelle einer selbstverständlichen Tatsache eine kindliche Frage. Z.B. Warum ist Wasser
  94. nass? Warum ist morgen nicht heute? Warum gibt es überhaupt etwas und nicht nichts? Schreib deine Frage in die Kommentare und ich verspreche dir, ich
  95. gehe persönlich durch und antworte den besten Fragen mit einem eigenen Erklärvideo. Das ist meine sieben Tage Challenge an dich. Lass uns
  96. zusammenfassen. Alle Elektronen sind exakt identisch. Masse, Ladung, Spinnen. Niemand weiß warum. Im Jahr 1940 schlug John Wheeler Richard Feinmann eine wilde
  97. Idee vor. Es gibt nur ein einziges Elektron, das durch Zeit und Raum zickzackt und dabei als alle Elektronen erscheint, die wir sehen. Wenn es
  98. rückwärts reißt, sehen wir es als Positon.

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