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Über die Entwicklung der Freiheit - (Kath-Talk #37)

𝚔𝚘𝚗𝚜𝚎𝚚𝚞𝚎𝚗𝚝 𝚔𝚊𝚝𝚑𝚘𝚕𝚒𝚜𝚌𝚑48:45 1.465 Aufrufe veröffentlicht Auf YouTube

Das Wichtigste aus dem Video

Tipp auf eine Zeit – das Video springt genau dorthin.

Transkriptautomatisch erstellt · 385 Zeilen
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  1. Grüß Gott und herzlich willkommen zum neuen Cut Talk. Wie schon angekündigt, auch nicht mit Pastor Demski, sondern mit einem kleinen Überraschungsgast aus
  2. Bremen. Die einen oder anderen kennen den vielleicht schon. Marco, er war in der Ernst Jünger Folge dabei. Moin Marco.
  3. Moin. Ja, ich freue mich hier zu sein. Ich habe den weiten Weg auf mich genommen für ein tolles Glas Wasser, aber hoffe, dass das Gespräch ansonsten
  4. auch super wird. Aber gutes Wasser. Ja, das gefiltert britter Wasserfilter, damit die ganzen bösen Stoffe nicht unseren [gelächter] Geist hier
  5. verdunkeln. Wir reden über das Thema Freiheit, wie sie ja dem Titel und vielleicht dem Thumbnail, wenn es gelungen ist, schon
  6. entnehmen konnten. Und Marco hat sich so ein ja, ein kleines Beispiel ausgedacht oder erinnert aus einer TV-Serie aus dem bekanntlich freisten Land der Welt, den
  7. USA. die sind ja wirklich so frei, dass sie auch diese Freiheit regelmäßig auch gerne mal mit Hilfe ihrer regionalen Untertanen oder Freunde verbreiten. Ich
  8. werde nicht sagen, welche Freunde das sind, ist aber auch egal. Marco, was ist denn dieses Beispiel? Ja, also oder vielleicht noch
  9. eingänglich, wir hatten ja oder das letzte Mal, als ich da war, hatten wir die Ernst Jüngerfolge über den Waldgänger und haben wir auch ganz kurz
  10. schon das Konzept der Freiheit angesprochen und dann auch angemerkt, dass es offenbar in der Moderne verschiedene Freiheitsdefinitionen gibt
  11. und das möchten wir uns da möchten wir uns jetzt ein bisschen dran ranhangeln. Und als schönes Beispiel, vielleicht können sich die älteren Zuschauer noch
  12. daran erinnern, gab es in den 80er Jahren eine tolle TV-Sendung aus Amerika, nämlich Fackeln im Sturm, äh, die während des amerikanischen
  13. Sezessionskrieges spielt. Und da gibt es dann zwei Familiengeschichten, eine Nordstatlerfilie und eine Südstatlerfilie. Und die lernen sich
  14. dann vor dem Krieg kennen. Und dann geht's in der Serie darum, wie die Schicksale sich durch den Krieg äh ändern. Und am Anfang, wo die beiden
  15. sich kennenlernen, der Ori Main, der Südstatler, natürlich aus einer Plantagenfamilie, besucht seinen Nordstadlerfreund und dessen Familie
  16. besitzt ein Stahlwerk und dann wird ihm ganz stolz die die Fabrik präsentiert und am Ende der Tour kommen sie auch am Arbeiterviertel an, nicht? Und das ist
  17. zu einer Zeit gewesen, da kamen dann die armen Arbeiter ins Land. Das waren dann auch viele Deutsche oder Ehren und so weiter. Und mit Schrecken muss Ori dann
  18. feststellen, dass die Arbeiter in diesem Arbeitsviertel deutlich schlechter leben als die Sklaven bei denen auf der
  19. Plantage. Und dann gibt's erstmal eine kleine Diskussion zwischen den beiden und dann sagt sein Freund George dann einfach so: "Ja, aber dafür sind Sie
  20. wenigstens frei. Es zwingt sie niemand dort zu sein." Und das ist eigentlich ein ganz interessanter Gedanke. Jetzt nicht, also es soll jetzt heute nicht um
  21. Sklaverei gehen, aber eben um diesen Freiheitsbegriff. Und da wird auch schon gezeichnet, dass die Freiheit eben auch als höheres gut
  22. angesehen wird, sondern also wo die Freiheit wichtiger ist als vielleicht sogar die Lebensumstände. Es ist gewissermaßen
  23. vielleicht auch heute für uns als Gesellschaft, aber für uns als Individuen ist Freiheit eigentlich so unser höchstes Gut, könnte man schon
  24. fast sagen, ne? Also jetzt in diesem Beispiel, dann hast du ja diese Arbeiter, die brutalst leiden, ne? Und offensichtlich ist Sklaverei auch
  25. schlimm und denen geht's auch nicht gut. Also das müssen wir an dieser Stelle sagen. [gelächter] Also ein kleiner Disclaimer, Disclaimer
  26. nehmen immer so ein bisschen die Kantigkeit raus, aber das muss man ja sagen, weil sonst ist wieder einer in den Kommentaren, der sagt, oh, die
  27. wollen, dass Leute versklavt sind. Hauptsache, den geht's irgendwie lebig gut. Das ist nicht das ist nicht der Punkt, aber der Grundgedanke ist halt
  28. egal wie rudig und madig es dir geht, Hauptsache du bist frei und Freiheit frei halt auch in diesem Sinne eher so als Abwesenheit äußerer Zwänge. Ja, also
  29. die können entscheiden, was sie machen wollen, wie auch immer. Und das ist ja durchaus auch in Deutschland so oder überhaupt im Westen heutzutage. Wir
  30. sagen ja, die Leute sind frei und wenn dann einer anfängt irgendwie Drogen zu nehmen und sich damit völlig zugrunde richtet oder auf jeder Party irgendwie
  31. rumhurt, äh das ist egal, wenn der halt da völlig dran verendet, weil er ist ja frei und das ist gut und das darf man ihm auch nicht wegnehmen, auch wenn er
  32. selber darunter leidet. Genau. Und jeglicher Eingriff dain wäre ja eine Verletzung der Freiheit. Richtig. Richtig. Und es gibt da ja, es
  33. gab ja durchaus eine Entwicklung des Freiheitsbegriffes. Darüber wollen wir auch heute sprechen. Du bist da ein bisschen versiert. Ich will das jetzt
  34. auch nicht hier überhypen, [gelächter] aber auf jeden Fall versierter als ich. Ja, also im Gegensatz zur Waldgängerfolge habe ich mich diesmal
  35. etwas vorbereiten können, aber der Gedanke wäre jetzt von uns, dass wir einmal halbwegs chronologisch über diese über die Entwicklung des
  36. Freiheitsbegriffes reden, wie der sich über die Zeit entwickelt hat und vor allem auch wie er dann in dem in der Aufklärung sehr stark
  37. abgewandelt wurde oder vielleicht auch gar nicht so stark, aber wir fangen ganz normal in der Antike an. Griechische Antike, Urquell der der West der
  38. abendländischen Philosophie. sind alles nur Fußnoten, was danach geschehen ist. Ja, richtig. Genau. Also, das Wichtigste wurde ja schon erzählt. Und die erste
  39. Freiheitslehre, mit der wir beginnen, ist die von Sokrates. Und da könnte man eigentlich sagen, das ist auch die simpelste, was jetzt gar nicht wertend
  40. gemeint ist, aber die ist recht knapp formuliert. Und zwar sagt Sokrates, dass derjenige frei ist, dessen Entscheidungen
  41. frei zum Guten gehen und diese Entscheidung nicht von Begierden beeinflusst wird. Also genau in dem Beispiel, was du eben schon genannt
  42. hattest mit dem Junky, da wäre es eben nicht so, dass er frei ist, der Drogenabhängige, der sich jetzt frei entscheidet, Drogen zu nehmen. Also die
  43. Freiheit wird nicht dadurch bestimmt, einfach machen zu können, was man möchte, sondern in dem Falle wäre er sogar so würde Sokrates formulieren,
  44. Sklave seiner Begierde, die dann gar nicht oder die dann seinen Geist benebelt und er dann gar nicht mehr in der Lage ist, diese freie Entscheidung
  45. zum Guten zu wählen. Was das Gute ist, ist erstmal ein naturrechtlicher Begriff, aber das werden wir noch später aussen, aber das erstmal so zu dieser
  46. Grunddefinition von Sokrates und da beißt sich das vielleicht auch schon so ein bisschen mit so einem moderneren Freiheitsverständnis, was
  47. zumindest in der Gesellschaft vorherrscht. Ja, also wir werden es heute bestimmt auch machen, aber so ein bisschen dieses [räuspern] durch die
  48. Geistesgeschichte irgendwie gehen und sagen, da vor 500 Jahren hat mal einer gesagt, Freiheit ist das und daraus ist alles gekommen. Ähm, aber wir verstehen
  49. Freiheit heute vor allem halt politisch. Ja, also, dass das keine äußeren Zwänge gibt und es gibt ja diesen, wie ich finde, irgendwie furchtbaren Spruch:
  50. "Meine Freiheit endet dort, wo deine beginnt." Ja, das heißt, ich kann also quasi machen, was ich will. Ich kann zu Hause, was weiß ich, den ganzen Tag
  51. Harry Potter gucken und kiffen. Ähm und dann bin ich frei, weil daran hindert mich keiner. Das wäre [räuspern] da ja schon wieder z.B. das völlige Gegenteil.
  52. Genau. Ja. Und das ist bei Platon, da würde das dann ja auch, also es hat dann ja quasi Sokrates gesagt, manche würden sagen, den Sokrates hab das gar nicht
  53. auch wurscht. Da gibt es ja auch diese Leben, heute gibt es keine Verschwörungstheorien.
  54. Heute gibt es [gelächter] keine Verschwörungstheorien, die kommen nächstes Mal oder so, ne? Nee, aber da ist er ja auch diese verschiedenen
  55. Staatsformen durchgegangen und die vorletzte oder vorschlechteste war dann die Demokratie. Und es soll jetzt hier gar nicht um die Staatsform an sich
  56. gehen, aber die waren ja bei Platon auch immer verbunden mit so einem Menschentypus, der daraus entsteht entweder oder die gewissermaßen bedingt,
  57. meinetwegen. Und halt in der Demokratie war das vor bei ihm vor allem der demokratische Mensch, was der halt sagt ist, es gibt nicht wirklich bessere oder
  58. schlechtere Begierden. Ja, also wenn ich jetzt irgendwie arbeiten gehen will, um meine Familie zu ernähren, das ist eine Begierde und die
  59. kann man nicht wirklich in in eine Rangordnung stellen gegenüber z.B. will, ich will mich jetzt besaufen. So und der der demokratische Mensch, der sieht eben
  60. nicht so eine Rangordnung, der geht mal dem einen und mal dem anderen nach. Und wir leben ja auch in einer demokratischen Staatsform, ähm die
  61. natürlich jetzt anders ist als bei Platon. Das ist aber auch wurscht, aber das ist schon so das, was heute vorherrscht und bei Platon geht das ja
  62. eben über in die Tyrannei. Ja, also das aus dieser maximal aus diesem Übermaß an Freiheit, wie es dann halt ja, wie ich es eben beschrieben habe, die Tyrannei
  63. hervorgeht und zwar im Individuum auch hier wieder, weil dann halt die pure Begierde der Eros reinkommt und quasi zum Herrn der Seele wird. Ich sag zu oft
  64. quasi, das möge man mir nachsehen, da arbeite ich dran. Aber das wird quasi quasi der Herr der Herr der Seele und die Seele wird durch reine Begierde
  65. beherrscht und das ist dann die maximale Unfreiheit. Ganz genau. Das ist nämlich dieser platonische Freiheitsbegriff als Weiterentwicklung von dem, was Sokrates
  66. sagt oder so könnte man das sehen. Und er beschreibt dann noch die menschliche Seele und jetzt nicht diese Seele, wie wir das im christlichen Sinne verstehen,
  67. sondern aus eine Kombination aus drei Dingen. Das ist zum einen die Vernunft, der Mut und die Begierde. Und er sagt dann, man ist dann erst frei, wenn die
  68. Seele von der Vernunft bestimmt wird. Das ist dann eigentlich auch wieder anknüpfend an das, was Sokrates meint, ist, dass man dann über die Vernunft her
  69. sich wieder frei zum Guten entscheiden kann. Und das ist nämlich der genaue Gegenpunkt zu dem, was du jetzt beschrieben hast, wo die Begierde
  70. überhand nimmt über die Seele und man dann eben nicht diesen Entscheidungen der, die aus der Vernunft entspringen, folgen kann, sondern man
  71. dann, weil die Vernunft das stärkste Gut in der Seele ist, diese dann das wahre Gute erkennen kann und dann danach handeln kann. Das definiert er dann als
  72. freien Mensch und er hat da ja auch dieses Wagenlenkerbild, was ich ganz schön finde. Es kann man jetzt also auch als
  73. Katholik oder als Tomist, wie auch immer, nicht eins zu eins übernehmen. Es wird dann trotzdem manchmal gemacht. Taylor Marshall hat so ein kleines Ebook
  74. 50 Seiten Thomas von der Queen und da übernimmt er das dann schon halt. Die Vernunft ist ein Wagen, also mit Pferden natürlich und die Vernunft ist quasi der
  75. Wagenlenker. Ja, und da sind zwei Pferde dran und das eine Pferd, das ist der Mut, der strebt nach oben und das andere ist die Begierde, die zieht das nach
  76. unten und die Vernunft, die hat dann halt die Zügel in der Hand und dann könnte man sagen, es ist dann der Wille, ja, und muss diese beiden Begierden halt
  77. lenken zum Guten hin. Ja, und das ist ja, wie du schon, wie wir jetzt schon mehrmals meinten, das völlige Gegenteil von dem tyrannischen Menschen, der halt
  78. vor allem in der eigenen Seele eine Tyrannei der reinen Begierde hat. Ja, und wir haben jetzt über die Griechen gesprochen. Wir sind zwar Deutsche, aber
  79. wir sind halt auch Katholiken. Und die katholische Kirche oder die christliche Tradition generell hat ja sehr viel offensichtlich von den Griechen
  80. übernommen, ja, und zu Ende gedacht, sage ich mal, und auch auf Gott bezogen am Ende. Und da war dann vor allem über Thomas natürlich viel von Aristoteles
  81. auch dabei. Genau. Und ganz wichtig bei der menschlichen Seele aus katholischer Sicht, die müssen wir an dieser Stelle
  82. einmal grob abreißen, wenn wir dann später auch halbwegs fundiert die moderne Freiheit kritisieren wollen. Ja, also es gibt dann diese drei
  83. verschiedenen Seelenkräfte. Also es gibt das vegetative Leben, also das vegetiert buchstäblich, das ist dann Wachstum des Körpers, wie auch immer. Es gibt das
  84. sensitive Leben, was dann auch die Tiere haben und da ist vor allem halt das sinnliche Strebevermögen drin, also sinnliche Empfindung. Ähm z.B. ich sehe
  85. irgendein gut, ja, und ich denke, oh, das ist halt ein gut, ich sehe hier ein leckeres Essen. Das sinnliche Strebevermögen sagt, das will ich jetzt
  86. aber essen. Und so funktionieren ja auch die Tiere, ja? Also, wenn du wenn du jetzt, was weiß ich, der Ratte da ein bisschen Essen hinpackst, dann geht die
  87. Ratte dahin und frisst das. Und auch da schon wieder, da sieht man, wie das korrumpiert werden kann, wenn du der Ratte halt so ein Wasserspender mit Koks
  88. hinpackst, [gelächter] dann geht die halt immer nur noch zum Wasserspender mit dem Koks, weil halt dieses sinnliche Strebevermögen, die Liebe zu dieser
  89. Befriedigung sie da halt hinzieht und das, was uns als Menschen ja ausmacht und das ist das entscheidende, weil da auch unsere Gottes Ebenbildlichkeit
  90. sitzt, ist der die geistigen Seelenkräfte sind die geistigen Seelenkräfte, also Vernunft und Wille vor allem. Und das ist das, was uns
  91. Gottes Ebenbild zu Gottes Ebenbild macht. Und das ist auch gewissermaßen das höchste an unserer Seele. Genau. Und vor allem
  92. ist hier ja aber das Besondere, dass dieses seelische und körperliche Begierde, kann man es jetzt mal sen, dennoch irgendwie im Spiel miteinander
  93. stehen. Und Aristoteles führt es so aus, ein bisschen anknüpfend auch an das von Platon, aber er differenziert dabei und teilt dann die menschlichen
  94. Entscheidungen auf zwischen freiwillige und unfreiwillige Handlungen. Und das ist jetzt erstmal separat von dem eigentlichen Freiheitsbegriff, denn er
  95. sagt, es ist nur derjenige frei, der auch aus freiem Willen eine gute Tat vollübt und auch mit der Erkenntnis, dass es eine gute Tat ist. Wenn ich
  96. jetzt z.B. durch gesellschaftliche Gepflogenheiten oder durch äh durch die Staatsform oder so weiter gezwungen werde, böses zu tun oder Gutes zu tun,
  97. ist das in sich gesehen noch keine freie Handlung. Also, wenn wir jetzt bei den Begierten bleiben, wenn ich jetzt Hunger habe und ich dann essen gehe, dann ist
  98. es noch keine freie Entscheidung, weil ich ja im Sinne oder im übertragenen Sinne dieser Akt des Essens ja dann eine unfreiwillige Entscheidung ist.
  99. Mhm. Und das gleiche auch, wenn ich jetzt irgendwie gut oder nett zu meinem Chef auf der Arbeit bin. Das kann der gleiche
  100. Fall sein. Und in unterschiedlichen Fällen kann es entweder zu dem freiwilligen Begriff oder unfreiwillig Begriff passen. Und Aristoteles sagt
  101. dann erst, wenn man das aus freien Stücken tut und im Sinne dessen, dass es etwas Gutes ist, dann ist man es wirklich frei. Und diese Unterscheidung,
  102. wie wie läuft denn das? Er führt das darauf hinaus, dass man durch die Erkenntnis dadurch, was gut ist, seine Tugend schleifen kann oder verbessern
  103. kann und dass die Freiheit nicht eben eine momentane Aufnahme ist für jede Entscheidung an sich, sondern über einen längeren Zeitstrahl erfolgt und eben
  104. diese die Freiheit dann dadurch erfolgt, dass man die Tugend auf das Gute ausrichtet. Das ist jetzt vielleicht bisschen wörter Kauderwelsch gewesen,
  105. aber um noch mal zu diesem Beispiel zurückzukehren mit dem Chef ist, dass ich dann nicht nett zu meinem Chef bin, weil ich es sein muss, weil ich sonst
  106. irgendwie Angst habe, gekündigt zu werden oder weil ich mir dadurch etwas erhoffe, irgendwie anmaßend, dass ich dadurch dann gut bin, sondern dass ich
  107. das einfach aus reiner Nettigkeit mache, weil ich weiß, es ist gut und ich schleife auch meine Tugend so, dass ich auch zu allen Menschen nett bin. Er ist
  108. dann wäre diese Tat nett zu anderen Menschen zu sein, eine freie Entscheidung. Gleichzeitig aber diese Begierde
  109. meinetwegen oder halt dieser natürliche Impuls der niederen Seelenkräfte irgendetwas zu tun, der ist auch nicht per se schlecht. Das wird nur schlecht
  110. dadurch, wenn es halt den Willen, den freien Willen und die Vernunft übermannt. Genau. Also, die sind ja immer da. Ja,
  111. genau. Die sind immer da und wir sind dann nicht irgendwie bei der Stora, wo wir sagen, die müssen wir völlig wegschalten, so, sondern ähm der Wille,
  112. die Vernunft muss nur eben diese Zügel in der Hand behalten. Und dann auch ein Beispiel auch wieder mit dem Essen. Man sieht, ich äh esse gerne, ich sehe
  113. irgendwie den Bechereis im Kühlschrank und ich durch meine Leidenschaften denke ich mir, oh, das würde ich jetzt aber gerne essen, aber ich muss durch meine
  114. Vernunft erkennen, okay, ist jetzt aber hier ein höheres Gut, nämlich mein leibliches Wohlergehen. Und deswegen dürfte ich das eigentlich nicht tun,
  115. weil es meinem Körper halt schaden würde. So und dann müsste die Vernunft das erkennen und dann der Wille eine Entscheidung fassen. Nein, ich esse das
  116. jetzt nicht und wenn ich das halt nicht tue, dann wäre das etwas Schlechtes. Ganz genau. Und eben die Vernunft oder die geistigen Seelenkräfte sind das
  117. Höchste im Menschen und das haben auch alle oder das haben zumindest im Westen haben das die Tradition auf die wir uns berufen auch erkannt und angesehen. Das
  118. war eigentlich selbstverständlich, weil das halt auch was höheres eben ist oder bei uns ist das sitzt da eben das eben Bild Gottes sozusagen.
  119. Also dieses allgemein dieses Streben nach dem Guten. Genau. Und da muss man dann auch jetzt noch mal, warum ist es denn überhaupt
  120. so, dass die die sinnlichen Leidenschaften die Menschen übermannen? Das war ja nicht immer so. So Gott hat den Menschen halt in einem in der
  121. ursprünglichen Gerechtigkeit, in der Urgerechtigkeit hat Gott den Menschen erschaffen und die wurde vor allem dadurch gekennzeichnet, dass halt der
  122. Wille auf Gott auf das Gute ausgerichtet war und zwar fest. Und dann gab es noch die außernatürliche, also nicht übernatürliche Gabe der ursprünglichen
  123. Integrität. Dazu gehört halt okay, der Wille ist Gott untertan gleichzeitig, aber eben die Leidenschaften, die sinnlichen Leidenschaften, die gehorchen
  124. dem Willen auch. Also die, das ist noch nicht dieser Kampf des Fleisches gegen den Geist sozusagen. Und dann aber natürlich durch die Ursünde, die
  125. Erbsünde, in der wir ja alle geboren werden, durch den Sündenfall kam das kam diese Ordnung raus. Ja, und der Wille wurde von Gott abgerichtet. Das ist der
  126. formale Aspekt der Erbsünde und der materielle Aspekt ist eben die böse Begierlichkeit, die Konkubiszenz. Ja, also dass eben dieser Kampf zwischen den
  127. Leidenschaften und dem Geist und halt durch die Taufe ähm wird der Wille auch wieder auf Gott ausgerichtet. Der formale Aspekt der Erbsünde wird
  128. weggenommen, aber und das ist das Entscheidende und das ist der Ursprung dieser ganzen Problematik heute. Der materielle Aspekt, also sozusagen die
  129. Leiche der Absünde meinwegen, der bleibt halt erhalten und daran müssen wir arbeiten, eben durch das Tugendleben diesen Habitus zu bekommen, diese
  130. Integrität langsam im ganzen Leben, ist es ja auch ein Prozess auch hier wieder Prozess der Heiligung zurückzugewinnen.
  131. Äh ja, genau. [gelächter] Genau. So, das sind so, das sind, sag ich mal, die Basics, womit wir anfangen müssen. Und heute sehen wir das ja
  132. durchaus anders. Wir haben es ja eben schon gesagt, heute ist das irgendwie so eine Herrschaft der Begierde. Und wie hat sich der Freiheitsbegriff denn dann
  133. entwickelt? Wir machen jetzt wahrscheinlich einen größeren Sprung, weil wir nicht genug Zeit haben. Ja, genau. Also bisschen
  134. zusammengefasst. Jetzt kommen wir in die böse Aufklärung. M ganz böse. Genau. Alles Übel beginnen begann mit
  135. der Aufklärung und ein großer Denker dabei ist Emmanuel Kant. Also, wir beziehen uns jetzt hier auf die deutsche denke. Wir sind oder ich jedenfalls bin
  136. gar nicht so sehr in der westlichen Aufklärung behaftet, aber dieser Freiheitsbegriff, wie Kant ihn darstellt, ist nämlich ein anderer, weil
  137. jetzt haben wir die ganze Zeit eigentlich nur das Gut als höchstes anstrebenswerte gesehen und jetzt waren nur die Überlegungen, okay, wir kommen
  138. wie kommen wir dorthin? Kant jedoch spricht bei der Freiheit von anderen Prioritäten und zwar spricht er von der Autonomie und
  139. Autonomie könnte man vielleicht auch als Souveränität bezeichnen. Und das ist dann nämlich so als Kind der Aufklärung, dass man jetzt eben erkennt, okay, wir
  140. haben vorher diese christliche Moral gehabt und haben dieser ja nicht frei folgen können und wollen uns jetzt dieser entledigen.
  141. Und diese Autonomie bedeutet jetzt nicht direkt, dass man auch machen kann, was man möchte. Also, dass man jetzt nicht diesen Moralsystem di Moralsystem sich
  142. selber ausdenkt, sondern er sagt, der Mensch muss einem Moralsystem folgen, aber es diese Entscheidung ist erst frei, wenn wir das auch aus freien
  143. Willen machen. Das ist auch ein wenig so, wie Aristoteles vorher meinte, dass diese äußeren Umstände, also freiwillig unfreiwillig dann bestimmen, ob diese
  144. Entscheidung frei ist. Und das führt Kant etwas weiter, wenn er dann sagt, okay, ich wir haben dieses Moralsystem, das ja als das bestrebenswerte Gute ist,
  145. aber diese Definition, was denn jetzt eigentlich gut ist, ist ja in sich nicht freiwillig. Und dann sagt er: "Okay, wir sind erst frei, wenn wir uns
  146. freiwilligem Moralsystem anschließen können." Und hier sagt er jetzt aber, dass das nicht nur aufs Individuum äh bezogen ist, sondern schon allgemein.
  147. Und er gibt da, also gibt natürlich einige Beispiele, aber ein gutes Beispiel ist das des Lügens, wo er dann sagt: "Okay, für mich als Einzelperson
  148. habe ich jetzt einen Vorteil, wenn ich lüge. Das heißt, in meiner individuellen moralischen Welt hätte wäre es gut, wenn ich lüge. Aber da kommt auch wieder die
  149. Vernunft ins Spiel. Sagt er, wenn das jetzt die allgemeingültige Moral wäre und jeder Mensch lügen würde, dann hätte das Wort ja gar keine Kraft mehr und
  150. insgesamt wäre es dann schlecht für die Gesellschaft. Das heißt, ich entscheide mich aus freier Vernunft der Moral zu folgen, dass Lügen schlecht
  151. ist, weil es allgemein besser ist. Und da haben wir jetzt nämlich diesen Punkt, die die Wahl, welcher Moral man folgt, ist dann aus der Vernunft begründet,
  152. aber eben nicht verankert in einer in einer universellen Gutheit oder in dem in der in dem Göttlichen, wozu wir später noch kommen werden, sondern das
  153. ist dann ein bisschen wishy wasi, könnte man sagen. Und da geht das Problem halt gleich los, weil vielleicht so wie du das jetzt gesagt hast, möchte Kant auch
  154. nichts in den Mund legen. Aber es geht jetzt auch nicht nur darum, was Kant gesagt hat, so von wegen Kant hat mal gesagt das und daraus sind dann die
  155. Probleme entstanden. K sprach davon. K sprach davon. Hast du K gelesen? Nein, du nein. Ähm, das Ding ist halt, das
  156. setzt fast schon, wenn man jetzt sagen würde, okay, wir setzen darauf, dass die Menschen halt vernünftig aus eigenen Stücken erkennen, was richtig und gut
  157. ist und das auch selber durchsetzen. Das setzt ja so ein so ein kleinen Optimismus schon voraus, dass die das dann halt auch tun. Und bei Kant
  158. vielleicht, okay, Kant, der ist halt sein Leben leben lang nicht aus Königsberg rausgekommen, der hat da nur rumgesessen, der der war vielleicht so,
  159. aber die meisten sind es halt nicht. Ja, und das ist halt die Begierde und das ist auch so eine Sache, die man halt erkennen muss, dass durch eben die
  160. Erbsünde oder die Rückst Rückstände der Erbsünde durch die Begierlichkeit die meisten Leute zumindest oder zumindest viele, wie auch immer richtig richtig
  161. dumme Entscheidungen treffen. Ja, also die handeln halt nicht vernünftig und es gibt offensichtlich ganz viele Individuen, die halt entweder nicht
  162. erkennen, okay, wenn ich jetzt lüge und alle lügen würden, dann wird's hier den Bach runtergehen, sondern die einfach sagen: "Ja, aber wenn ich lüge, dann
  163. geht's mir ja gut und darum mache ich es halt, ne?" Ja. oder sie haben gar nicht die Kapazität darüber zu denken und folgen
  164. dann doch wieder unterbewusst oder bewusst irgendeinem System, ohne dass da jetzt irgendwie der die große Vernunft dahinter steckt.
  165. Wird halt nicht reflektiert. Genau. Es ist ja heute auch so. Also die meisten würden wahrscheinlich heute
  166. sagen, ne, ich finde, das ist so und so und also so Homosex finde ich richtig cool, aber eigentlich haben die darüber selber gar nicht nachgedacht, sondern
  167. die haben es halt so übernommen, wie es wie es gekommen ist. Genau, sie nehmen es auf. Also, wenn wir das zeitlich schaffen, können wir
  168. vielleicht ganz kurz noch Nietzsche reinbringen. Das ist natürlich schwierig zusammenzufassen, aber dann können wir wirklich das Nietzsche
  169. machen, dass [gelächter] wir ihn nicht gelesen haben. Ja, wir hat den schon Nietzsche gelesen. Ja, so ein paar Texte sollte man
  170. vielleicht schon gelesen haben, aber er sagt oder er kommt nämlich auch auf diese gleiche Beobachtung, dass es dann nämlich eben die gibt, ne, mit diesem
  171. oder anfangs könnte man sagen, wir sind jetzt in dieser postgöttlichen Welt mit diesem weltberühmten Satz Gottes Tod. Was meint er damit? dass wir jetzt
  172. nämlich eben nicht mehr diese göttliche Moral haben oder diese Moral zum Guten, sondern das, was wir jetzt eben unternt und dem Aufklärerischen ausgeführt
  173. haben, dass die Moral jetzt ein bisschen davon entkoppelt ist. Und wie du jetzt sagtest, haben die meisten gar nicht die Kapazität oder Vernunft, wie man es
  174. jetzt auch betiteln möchte, um jetzt konkret einem verschiedene Moralsysteme gegenüberzustellen und folgen dann
  175. einfach der gängigen Moral, sei es dann die gesellschaftliche, die jetzt durch die jetzt in diesem Fall durch die
  176. Demokratie und durch das Grundgesetz und so weiter bestimmt wird oder dass man irgendein Götzendienst schreibt er sogar, dass man dann irgendwelche
  177. Menschen als Ideal ansieht und dann denen folgt, so ohne diese ohne dieses Vernunftdenken.
  178. Und da sieht er ja dann diesen Unterschied zwischen dem normalen Menschen und was er dann schreibt dem Übermenschen, der sich nämlich darüber
  179. hinaussetzt und dann plötzlich nicht mehr zu dieser oder auch ganz kurz wieder zum Disclaimer Übermensch meint jetzt hier nicht im rassischen oder
  180. genetischen Sinne, wie es dann später von den Nationalsozialisten vereinnahmt worden ist, sondern er meint halt den Übermenschen des Geistes, dass dieser
  181. Geist sich immer einem Moralsystem unterwerfen muss und dem auch folgen muss, egal ob jetzt freiwillig oder nicht, dass der Übermensch sich dann
  182. darüber hinwegsetzen kann und dazu sind glaube ich die wenigsten in der Lage. So beschreibt er das ja auch. Aber du brauchst halt auch darum braucht
  183. es ja überhaupt Gesetze. So, du brauchst halt Gesetze, weil der Typ, der halt Harry Potter guckt und irgendwie, was weiß ich, sich wein intravenös
  184. reinversetzt, da gibt es ja auch so ein gutes Meme zu. Den musst du halt mit dem Knüppel kommen und sagen: "Nee, nee, das geht aber nicht, weil es schadet dir
  185. auch und so." Das ist ja einfach eine nüchterne Beobachtung. So ist es auch einfach. Ja, natürlich würden sind wir keine Nianer und würden jetzt irgendwie
  186. sagen, man muss sich über die christliche Moral oder wie über die sklavm Moral hinwegsetzen. Das natürlich nicht, aber diese Beobachtung, die ist
  187. halt auch schon richtig, ne? Und daher Gesetze sind auch richtig und gut, aber ne, wenn wenn sie denn aus einer guten Urquell kommen.
  188. Genau. Und das ist auch so ein Ding. Es gibt von Leo dem 13. So eine Enzyklika, Libertas Prestissimum oder irgendwie so ein lateinischer Titel. Die die lohnt
  189. sich auch zu lesen, die ist nämlich auch kurz. Das kriegen kriegen wir alle hin, auch Leute unserer Generation. Das wird ja schon mal angemerkt, dass die Gen die
  190. kann ja nicht lesen und solche Geschichten, aber das kriegt man schon hin. Ja. Und auch das weltliche Gesetz. Ja, es gibt einmal das Naturrecht, wo
  191. wir sicherlich vielleicht auch noch mal drauf zu sprechen kommen, aber das weltliche Recht, das darf halt aber nicht in dem Sinne über das Naturrecht
  192. hinweggehen und es muss sich auch immer, sage ich mal, seinem Ursprung in Gott und im Naturrecht bewusst sein. Ja, und wir haben mal über Hierarchie gesprochen
  193. vor einiger Zeit. Das weltliche Gesetz hätte z.B. auch nicht das Recht vorzuschreiben, dass man keine Kinder mehr haben darf oder halt gegen das
  194. menschliche Wesen äh zu verstoßen oder sogar ja meinetwegen dann Leute Unschuldige zu töten, umzubringen, zu ermorden, wie auch immer. Ist natürlich
  195. heute nicht mehr gegeben, weil der Staat sich schon irgendwie zumindest in der real gelebten Praxis als höchste höchste moralische Instanz dann sieht, wenn man
  196. mal ehrlich ist. Aber na ja, so ist es halt und die weltlichen Gesetze, die sollten halt vor allem dazu dienen, dass alle Bürger des Staates auch zur
  197. Vollkommenheit geling gelangen können und deswegen müssen solche Dinge wie Drogen halt verboten werden. Ja, ganz genau. Und da kommen wir
  198. langsam auch schon zu dem katholischen Aspekt. Er ist in gewissermaßen einfach eine Synthese von diesen antiken Vorstellungen der Freiheit, die wir
  199. eingangs erklärt haben, aber dass diese dieser Begriff des Guten, wir streben nach dem Guten, hier konkret auf Gott umgemünzt wird. Also wir streben nach
  200. dem nach dem Willen von Gott. Und die Freiheit ist jetzt nicht die Entscheidung an sich, sondern dass wir dann im jetzt haben wir wieder das Wort
  201. frei drin, dass wir dann in freier Kapazität äh zu dem Guten, also zu Gott hinstreben können.
  202. Und das ist die wahre Freiheit. Äh es gibt ein Buch, was ich mal empfehlen möchte und das wird von dem französischen, ich glaube es ist ein
  203. Dominikaner geschrieben und bei dem französischen Namen, die muss ich immer ablesen und ich kann sie trotzdem nicht richtig aussprechen. Wir blenden das
  204. bestimmt an dieser Stelle ein. Der heißt Servodor Pink, gehe ich mal von aus, dass man so ausspricht. Es gibt's leider nur auf Englisch The Sources of
  205. Christian Ethics und da beschreibt er halt auch verschiedene Freiheitsbegriffe auch innerhalb der theologischen Tradition, aber der entscheidende
  206. Begriff ist halt die Freiheit zur Exzellenz oder die Freiheit zum Guten. Und da muss man so ein bisschen ausholen, was bedeutet das z.B. Gott ist
  207. offensichtlich frei. Ja, ist komplett frei und die Heiligen im Himmel auch, aber die können halt nicht sündigen. So und wenn man jetzt so ein Verständnis
  208. davon hat, ich habe einfach diese ganzen Optionen und ich kann halt völlig frei zwischen den Optionen wählen, wenn man sagen, ja, Moment mal, aber dann sind
  209. sie ja gar nicht frei, weil sie können ja diese eine Sache nicht tun. Aber was hier gemeint ist, ist halt eben die Freiheit gut zu sein. Und entscheidend
  210. ist da auch, dass halt in der Vernunft und im Willen, da ist eine natürliche Neigung zum Wahren und zum Guten schon angelegt. Die
  211. Samen der Tugend werden die wird das dann genannt. Ja, also jeder Mensch hat in sein Herz geschrieben äh gewissermaßen und hat diese natürlichen
  212. Neigung, dass er halt dazu tendiert, das Wahre zu erkennen und danach zu streben, weil es auch das Gute ist. Und diese Freiheit zur Exzellenz wäre halt die
  213. Fähigkeit zu entwickeln auch im geistlichen Leben durch die Tugend das halt auch konsequent zu tun und eben nicht durch die Leidenschaften davon
  214. abgebracht zu werden. Ja, ganz genau. Das ist auch so wie Thomas von Queen dann diese Lehre weiterführt. Genau wie du gesagt hast,
  215. dass eben nicht einfach das bloße entscheiden zwischen gut und böse oder göttlich und nicht göttlich entscheidend ist, sondern eben, dass man diese seine
  216. Tugend auslegen kann auf das Gute. Mhm. Und ein Beispiel, was es auch in diesem Buch gibt, was das gut veranschaulicht, ist mit Instrumenten.
  217. So, also wir stellen uns jetzt ein Kind vor, meinetwegen einen Zehnjährigen, der hat irgendwie dann das Verlangen, Klavier zu spielen oder Orgel
  218. meinetwegen. Und dieses Natür Orgel nehmen wir natürlich als katholisches natürlich [gelächter] als Katholiken
  219. nehmen wir die Orgel. Also vergessen Sie bitte das Klavier oder was auch immer es da sonst noch gibt. Der hat da irgendwie so ein Verlangen nach in seiner Seele,
  220. das will ich machen. So. Und und wie geht das dann los? Ja, er geht dann zu einem Lehrer und das brauchen wir auch im moralischen Leben. Wir brauchen ja
  221. auch gewissermaßen Lehrer und er unterwirft sich eben diesem Lehrer, also im Bereich des Lernens und muss sich dadurch auch erstmal gewissen Regeln des
  222. Klavierspielens unterwerfen. Ja, also was weiß ich, ich kann diese Tasten nur drücken oder bei der Orgel, da musst du dann noch irgendwelche Pedale oder so
  223. treten. Ich bin kein Orgelpieler, ich habe diesen Impuls nie gehabt. Aber so ist es ja und gerade anfangs, wenn er anfängt, beschränkt ihn das. Ja,
  224. und der nimmt das vielleicht auch als was schlechtes war so, oh, jetzt muss ich erstmal, ich muss überhaupt zur Stunde gehen und dann dem Lehrer auch
  225. noch zuhören und ich muss das halt so machen, wie er das sagt. Ja, ich darf nicht die Tasten so und so drücken, dass dann halt was schlechtes bei rauskommt.
  226. Und in diesem Moment fühlt er sich vielleicht in seiner Freiheit irgendwie eingeschränkt, aber wenn er das dann so Stück für Stück lernt und auch so ein
  227. Gefühl fürs Klavier spielen bekommt und für das gut, was dahinter steckt, dann fängt er irgendwann an a das zu verinnerlichen, aber halt eben auch zu
  228. verstehen, darum ist das richtig und darum entspricht das auch diesem Impuls, den ich hatte, ja, ich will Klavier spielen und indem er dann lernt, wird er
  229. erst frei, ein Klavierspieler zu sein. Genau. Aber die Erkenntnis zu dem Guten in dem Falle dieses Ausüben des Spielens war schon von vorne rein da und alles
  230. davor oder alles danach ist dann einfach nur eine ja Schärfung der Tugend, eine Hinarbeitung zu diesen guten hin. Und eben diese Regel, die er am Anfang
  231. vielleicht schwierig findet, das ist nur, weil er noch nicht versteht, dass die seiner natürlichen Veranlagung zum gut Klavier spielen, dass die dazu
  232. gehören. Und wenn man das jetzt aufs moralische Leben überträgt, halt nicht jeder hat das die natürliche Neigung dazu, Klavier oder Orgel zu spielen,
  233. aber jeder hat eine natürliche Neigung zum Guten. Jeder hat da so ein Gespür für in seinem Herzen. Und im moralischen Leben diese Freiheit kommt halt dadurch,
  234. wenn man erkennt, okay, wenn ich mich an die Regeln halte in diesem Sinne, dann entspricht das dieser natürlichen Neigung und man muss seinen Willen damit
  235. gewissermaßen vereinigen. Und deswegen ist es auch keine reine Unterwerfung. Ja, du hast eine Stelle aus dem Katechismus, die du vortragen möchtest.
  236. Ganz genau. Also, das fasst eigentlich ganz gut zusammen, worüber wir hier sprechen und äh die Männer, die das hier geschrieben haben, sind, glaube ich,
  237. bisschen versierter mit den Wörtern. Also können wir das vielleicht hier noch mal genauer aus die Hardcore Tradis finden das schon
  238. wieder schlecht, den neuen Katis moderne Katechismus gut ausgeklammert. Aber vielleicht ist der ja auch im Alten. So, dieser Teil. Hier geht es
  239. nämlich auch um die Freiheit des Menschen, wer es nachlesen möchte. Es gibt verschiedene Punkte dazu unter 1730 bis 40 45, wie auch immer. Aber hier
  240. haben wir die beiden Punkte 31 und 32. Die würde ich einfach vortragen, die beschreiben oder die fassen das, was wir jetzt besprochen haben, sehr gut
  241. zusammen, wie ich finde. Die Freiheit ist die in Verstand und Willen verwurzelte Fähigkeit zu handeln oder nicht zu handeln, dieses oder jenes zu
  242. tun und so von sich aus bewusste Handlungen zu setzen. Durch den freien Willen kann jeder über sich selbst bestimmen. Durch seine Freiheit soll der
  243. Mensch in Wahrheit und Güte wachsen und reifen. Die Freiheit erreicht dann ihre Vollendung, wenn sie auf Gott, unsere Seligkeit ausgerichtet ist.
  244. Und auch da eben wieder die Freiheit wird vollendet, wenn sie auf einen fixen Punkt in diesem in diesem Sinne Gott und das höchste gut ausgerichtet ist und
  245. nicht, wenn sie wählen kann zwischen Gott und irgendwie weiß ich nicht dem Stripclub oder was auch immer, ne? Ganz genau.
  246. Und ja. Ja. Hier geht's dann noch weiter. Solange sich die Freiheit nicht endgültig an Gott ihr höchstes Gut
  247. gebunden hat, liegt in ihr Möglichkeit zwischen Gut und Böse zu wählen. Also entweder an Vollkommenheit zu wachsen oder zu versagen und zu sündigen. Die
  248. Freiheit kennzeichnet die im eigentlichen Sinn menschlichen Handlungen. Sie zieht Lob und oder Tadel, Verdienst oder Schuld nach sich.
  249. Mm. Es gibt dann noch eine Stelle, die ich noch einbringen möchte, die ist, glaube ich, eine Seite weiter.
  250. Die Gnade Christ, die beeinträchtigt unsere Freiheit keineswegs, falls diese dem Sinn für das Wahre und Gute entspricht, den Gott in das Herz der
  251. Menschen gelegt hat. Ja, also das ist dann diese Freiheit zum Guten, diese Freiheit zur Exzellenz. Und ich glaube, dass das auch wichtig ist für uns heute
  252. zu verstehen und gerade die Bedeutung der Tugend und auch Tugend wirklich als ein als ein Habitus. Es ist immer so schwierig mit den lateinischen Worten
  253. das dann gut zu übersetzen. Also auch doch irgendwo mehr als nur eine Gewohnheit, ja, sondern wirklich als ein Habitus der Seele, ein beständiges
  254. Verhalten. Das fällt mir jetzt schwer in Worte zu fassen. Ich bin auch gerade am Überlegen. Ja, es ist das ist sowieso diese diese Krise
  255. ist auch noch mal ein anderes Thema halt, wenn man Theologie betreibt und dann auch sowas mit Verstand oder so da die richtigen Übersetzungen zu finden,
  256. weil Latein ist halt eine Sprache, die wird nicht aktiv gesprochen, aber Deutsch schon und Verstand oder Vernunft, dann denkt man, das ist halt
  257. gleich so behaftet auch, was weiß ich damit Kant oder so, ne? Und es gibt da ein Problem äh vielleicht auch in der Theologie. Jetzt haben wir
  258. diese Auffassung der Freiheit und des freien Willens besprochen. Auch bei Thomas ist es so, der Freiwille, der ist quasi Teil des Willens. Aber die
  259. tatsächliche Entscheidung, also die die ausgelebte Freiheit, also die Entscheidung, die getroffen wird, der applizierte freie Wille, das ist die
  260. Freiheit, die kommt aus Willen und Vernunft, also aus beiden gleichsam. Ja, und der die Vernunft, die erkennt eben das Gute und der Wille geht dann darauf
  261. zu. Und es gab aber auch in der Theologie, in der westlichen Theologie natürlich ganz viel unheilvollen Kram, das ist klar. Und einer, der da immer
  262. wieder richtig Flag abbekommt, ist halt Wilhelm von Ockem. Und ich hasse Okem auch. Und es ist mittlerweile ein Meme geworden. Darum man muss sich immer in
  263. so ein paar äh Hüllen der Ironie stopfen, weil wenn wenn man erstmal zu Meme geworden ist, das ist ganz kritisch. ist halt so ein Meme geworden
  264. zu sagen, alles Böse kommt von Okem, so auch Nominalismus und so, aber in diesem Sinne ist das schon ein guter Gedanke, weil Ok halt sehr doll auch die völlige
  265. Souveränität und die Freiheit des Willens betont hat. Ja, also der Wille, der ist wirklich so frei, dass der es gibt zwar so natürliche Neigungen zum
  266. Guten, aber der Wille ist vollkommen frei und darf dadurch auch nicht beeinträchtigt werden und dann auch nicht durch die Vernunft und
  267. kann dadurch natürlich dann gelenkt werden und so, aber ist auf jeden Fall freier als bei Thomas. So verstehe ich das. Ähm, vielleicht haben wir jetzt
  268. hier irgendwie ein Em Fan oder Scotus oder so in den Kommentaren, der mich da korrigiert. Wichtig hierbei ist halt auch noch ein anderer Aspekt und das ist
  269. so so eine richtig noch mal schlimme Nummer. Em hat dann auch so eine schelastischen Spiele betrieben, wo er halt gesagt hat, ähm, es geht dann halt
  270. in der moralisches Handeln ist halt, wenn man diesen sehr freien Willen dem Willen Gottes einfach unterwirft. Ja, und er hat außerdem halt noch betont,
  271. dass Gottes Wille halt auch so frei ist, dass er sich quasi zumindest in der Theorie völlig ändern würde. Also hat dann das Beispiel von Gott könnte jetzt
  272. befehlen halt das erste Gebot umkehren. Gott könnte jetzt befehlen, dass man Gott hassen soll und weil man halt einfach seinen Willen diesem arbitrieren
  273. oder theoretisch arbitrieren Willen Gottes unterwerfen soll, wäre das dann moralisch richtig Gott zu hassen, wenn Gott das vorschreibt. Und vielleicht ist
  274. es in der Theorie richtig, keine Ahnung, da bin ich jetzt auch nicht tief genug drin. Er hat dann halt gesagt, okay, aber im im geregelten Verlauf der Dinge,
  275. im ordentlichen Verlauf der Dinge ändert Gott halt nicht seine Meinung. Also, man steht schon auf dem festen Grund, aber er hat dann halt schon gesagt, okay,
  276. theoretisch könnte Gott das aber befehlen und daraus ergibt sich so ein so als Omnippotentes Wesen. Genau, dann ändert
  277. sich dieser diese Definition des Guten. Ja, genau. Weil das Gute halt wirklich einfach ist, sich dem Willen Gottes zu unterwerfen. Der könnte den noch ändern,
  278. wenn man das beides jetzt mal zusammenkt. So, mein Wille, der ist halt so frei, dass der auch zwar gewissermaßen vielleicht inkliniert
  279. werden kann, aber trotzdem am Ende immer noch die völlig freie Entscheidungsmacht hat und gleichzeitig könnte Gottes Wille sich auch ändern und dann wird das so
  280. ein richtig düsteres System, wo ich halt einfach eingemacht und niedergestampft werden soll und ich muss meinen Willen einfach dem unterwerfen, was Gott sagt,
  281. was halt auch schon wieder theoretisch richtig ist. Aber daraus kann man dann schon irgendwie nachvollziehen, wie sich vielleicht auch wenn Leute nicht mehr
  282. gelernt haben, wie wichtig die Tugenden sind, vielleicht auch in den Jahren VMKonil, da lief ja auch nicht alles richtig, dann einfach gesagt wurde, Gott
  283. will A, B und C und du musst das jetzt mal machen und wenn du damit Probleme hast, ja, dann hast du halt Pech und dass man halt eben vielleicht nicht
  284. genug betont hat, ich war da noch nicht am Leben, aber es gibt dann ja doch den einen oder anderen Zeitzeugen oder man kriegt mit, wie es bei den Großeltern in
  285. in Schlesien war oder so, dass das einfach sehr stumpf gesagt wurde und dann ergibt sich halt auch so Widerstand vielleicht in der Seele, dass man sagt,
  286. ich will aber nicht der kleine Hund sein, der einfach immer macht, weil die nicht mehr gelernt haben, hey, eigentlich ist das auch dein Wille und
  287. wenn du deinen Willen und deine Freiheit richtig ausbilden würdest, dann würdest du einfach deinem Willen folgen und dann werden die Regeln nicht nebensächlich,
  288. aber du hättest sie halt richtig verinnerlicht und würdest auch nicht mehr so eingeschränktlich fühlen in deiner Freiheit.
  289. Genau. Man wird ja eigentlich nur dazu gedrängt, unfreiwillig dem Guten zu folgen und nämlich nicht mehr aus Inklination der Vernunft, weil man das
  290. als etwas Erstrebenswertes ansieht. Ja, richtig. Und irgendwann müssen wir mal eine Folge vielleicht machen, hatten die Boomer recht und wir sind keine
  291. Freunde der Boomer als als Kollektiv. Wir haben auch einige Boomer Zuschauer und die schätzen wir sehr. Ihr seid in Ordnung.
  292. Es geht es geht mir wirklich Ordnung es geht mir ja, wir sind jetzt mal perd du. Es geht mir wirklich um diesen Boomer Geist, der halt gesagt hat: "Oh, weißt
  293. du was? Ich habe keinen Bock mehr auf Regeln. Ich will einfach machen, worauf ich Bock habe, dass ich das vielleicht aus einem Übermaß ergeben hat von nein,
  294. nein, nein, hier kommt der Stiefel, zack, der Priester sagt und du musst machen. Weil man es den Leuten vielleicht auch nicht mehr zugetraut
  295. hat, aber es ist schon in jedem veranlagt diese Möglichkeit eben zur Freiheit der Exzellenz und nicht eben diese, also der der Franzose, den ich
  296. vorhin erwähnt habe, der nennt das dann die Freiheit der Indifferenz, wo der Wille quasi immer völlig frei und indifferent gleichgültig entscheiden
  297. kann. Äh, in welcher Zeit hat er das geschrieben? Das ist noch nicht noch nicht alt. Ich glaube es erst 20 Jahre oder so. Also,
  298. der lebt auch noch, also auch ein, also für mich, ich habe äh bin mit dem nicht versiert, das klingt für mich auch wieder so als als
  299. diese Weiterführung dieses Aufklärerischen, dass man sich nun eben von dieser alten Moral befreien möchte, weil die eben nicht freigewählt ist. Man
  300. könnte jetzt halt auch wieder, wenn man diese Spiele treiben will, oberste gut zumindest, richtig, aber wenn man dieses Spiel
  301. treiben will, hat mal gesagt vor irgendwie 800 Jahren und daraus ist diese ganze Mist entwachsen, dass ich dadurch halt auch unter anderem bedingt,
  302. das macht auch der Franzose, dieses Argument, da habe ich keine Ahnung, ich will es jetzt nicht unreflektiert übernehmen. Ähm, er sagt auch, daraus
  303. hat sich dann mit der Zeit eben diese Tyrannei des Willens ergeben und auch anderen gegenüber. Ich habe halt meinen Willen und den will ich anderen einfach
  304. mit purer Gewalt über überstülpen sozusagen und die können das eigentlich gar nicht nachvollziehen und ist auch völlig egal und mein Ziel ist auch gar
  305. nicht ähm die da zur Vollendung zu führen als da meinetwegen guter Herrscher, ein guter Lehrer, wie auch immer.
  306. Ja, genau. Also jetzt haben wir uns ein wenig verhaspelt. Ich denke, die genauen Punkte sind jetzt bisschen hoffentlich klar geworden. Wir haben jetzt einige
  307. Standpunkte gegenübergestellt und verglichen und jetzt können wir vielleicht noch abschließend einen Blick auf die jetzige Situation werfen. Und
  308. hier ist es ja auch so, dass wir jetzt gerade als Katholiken das Problem oder die Möglichkeit haben, dass diese Freiheitsbegriffe irgendwie parallel
  309. voneinander stehen. haben auch gesagt, jetzt wo diese oberste moralische Instanz weg ist, kann man vielleicht den Staat oder die Gesellschaft dann als den
  310. Bestimmer des Gutens sehen. Und gleichzeitig [räuspern] haben wir dann unseren christlichen katholischen Blick darauf immer noch mit diesem antiken
  311. objektiven Guten. Und ja, wie geht man nun damit um? Also gerade im eigentlichen Leben und auch vielleicht, wenn man irgendwie Leute davon
  312. überzeugen möchte, wenn wir jetzt in diesem Begriff um diesen Begriff äh Freiheit irgendwelche Debatten haben. Ja, wie könnte man damit vielleicht
  313. umgehen und auch wenn man versucht Leute zu konvertieren, diese beiden Wege zu vereinen, weil im grundsätzliche Wille oder Voraussetzung einer Moral zu
  314. folgen, die steckt wohl offenbar überall drin. die steckt überall drin und das Ziel wäre halt auch durch die Regeln die Leute auch zu erziehen zum tunthaften
  315. Leben und das wäre dann ja auch der Zweck der Kirche natürlich der Zweck der Eltern, der Zweck der Erziehung, der Zweck der natürlich äh der der
  316. politischen Gesetze. kommst du sehr schnell an deine Grenzen, weil dann halt auch bei den Leuten heute vor allem der Gedanke ist, ja, der Staat kann
  317. festlegen, was man tun soll oder was nicht, aber der soll mich einfach möglichst weit in Ruhe lassen und der soll mir nur verbieten, dass ich
  318. irgendwie rausgehe und jemanden absteche. Aber der soll mir bitte nicht irgendwie erzählen und auch die Kirche soll mir nicht erzählen, was ich zu tun
  319. habe. Z.B. dann in den letzten Jahrzehnten dieses riesen innerkirchliche Problem um die Verhütung. Das war ja genau das. Nee,
  320. nee, die Kirche, die darf mir doch nicht erzählen, wie ich mein eigenes Leben zu gestalten habe. Und wie man da genau vorgeht, ist wirklich wirklich eine
  321. schwierige Frage. Und ich glaube, so ganz wir da auch nicht zu einer Antwort kommen. Da kann der Zuschauer sich ja vielleicht äh überlegen, wie er das auf
  322. sein eigenes Leben anwenden kann. Aber wichtig ist auf jeden Fall diese Erkenntnis von diesen verschiedenen Freiheitsbegriffen, die wir halt heute
  323. kaum noch beachten. Ich meine, einer eines der grundsätzlichen Probleme ist auch, dass vor allem diese ursprünglichen
  324. Moralvorstellung sehr doll auf dem Naturrecht halt beruhen und dass das gute Leben, das hat man ja auch bei Aristoteles schon, das ist bei uns so
  325. und wie auch immer halt vor allem darin besteht, dem menschlichen Wesen, der menschlichen Natur gemäß zu leben und dass darin auch ein glückliches Leben
  326. besteht. Das ist ja, das ist ja, das ist ja eigent und dass diese Wahrheit auch universell und objektiv ist,
  327. richtig? Und das hat man heute halt gar nicht mehr, weil einmal so diese politische Freiheit, okay, Freiheit von äußeren Zwängen, aber dann hat man so
  328. diese existentialistische Denkweise. Ähm, was das Richtige und falsche ist, das hängt halt nicht von irgendeinem abstrakten, es ist ja eigentlich
  329. konkret, hängt nicht vom menschlichen Wesen ab, sondern ich schaffe mich dann selbst. Ich schaffe mich selbst auch diese ganze diese ganze Transdebatte
  330. oder wirklich gnostische Elemente hat langsam. Okay, ich bin zwar irgendwie weiß nicht, ich bin eine Frau, aber eigentlich bin ich das gar nicht und ich
  331. bin hier gefangen in diesem Körper und ich erschaffe jetzt mein eigenes Wesen und ich bin jetzt ein weiß ich nicht ein Fuchs, ich bin jetzt ein Furry.
  332. Gut, so nach dem Motto, ich bin ja nicht frei, weil ich es mir nicht selber ausgesucht habe. Genau. Aber eigentlich würde man da
  333. sagen, der Verstand ist dann halt auch durch eben die Sünde so dermaßen verdunkelt worden und die Leidenschaften, die haben den schon so
  334. in die Tiefe gezogen, dass das diesen Leuten ganz schwer fällt, das überhaupt zu erkennen. Ja. und sie sich auch immer weiter von
  335. der Menschlichkeit dadurch entfernen, also immer weiter von der Freiheit nach unserer Definition hin und gleichzeitig meinen sie immer freier zu werden. Und
  336. da haben wir diese diametrale Diskrepanz, dass das direkt gegenüber steht. Das was wir als oberste Freiheit sehen, sehen sie als größte Unfreiheit.
  337. Ja. Und überhaupt als das Gute, so ne. Und die verstehen auch nicht, dass sie dadurch erst glücklich werden. Das das versteht der moderne Mensch nicht, weil
  338. er so durch die Leidenschaften gelenkt ist, dass er denkt, das Glück besteht halt darin, diese Leidenschaften zu befriedigen. Er ist dann quasi in seiner
  339. Seele herrscht dann Platons Tyrannei meinetwegen. So und er denkt, ich bin nur glücklich, wenn ich halt irgendwie diesen Leidenschaften möglichst weit
  340. nachgehen kann. Und das führt ja zu diesem riesigen Unglück, was wir haben. Also die Leute hier im Westen, die sind ja unglücklicher als je zuvor gefühlt.
  341. Wahnsinnige Raten an Depression und auch Selbstmorde und all diese Geschichten. Und den Menschen fehlt einfach irgendwas, weil sie auch nicht erkennen,
  342. nein, du bist ein Mensch und du bist ja auch ein besonderer Mensch. Es gehört ja nicht nur dazu irgendwie vernunft begabtes Tier zu sein, so sondern du
  343. bist wirklich ein einzelner Mensch und Gott hat dir halt dein Ich und deine Person gegeben und nun ist deine große Aufgabe, die dir aufgetragen wurde durch
  344. die Erbsünde, die das leider erstmal verhindert hat, wodurch du dich schon von deinem Wesen entfremdet von deinem eigenen Wesen wurdest du geboren und
  345. deine große Aufgabe im Leben besteht da drin nun dieses eigene Wesen zu erkennen auch durch die Gnade natürlich und zu verwirklichen und dass das wirkliches
  346. gut ist und ja Ja, und das ist auch gleichzeitig die Schwierigkeit, die wir heutzutage haben, aber auch das Glück, das uns gegeben ist, denn diese
  347. Begierden werden einfach dadurch bestärkt, dass wir ja in dieser Konsumwelt leben, was ja technologisch äh ermöglicht worden ist, weil wir jetzt
  348. diesen ganzen Übermaß haben und mit vielen Dingen konfrontiert sind. Weiß nicht, ein Harry Potter Marathon, da hattest du ja darauf herumgehakt. Das
  349. sind Optionen, die hatte der Mensch von früher gar nicht. Also haben wir es jetzt deutlich schwieriger quasi die Vernunft äh oder haben wir es
  350. schwieriger, dass die Vernunft diese Begierden übertüncht, aber gleichzeitig eröffnet sich für uns dadurch die Möglichkeit, unsere Tugenden noch viel
  351. stärker zu schärfen, als es früher war, weil wir nämlich jetzt einen viel größeren Gegenwind haben und gerade jetzt aus unserer Sicht, vielleicht
  352. damit wir mit einem Silberstreif aus dieser Folge gehen können, äh kann man sagen, dass uns dann trotz allem schlechten, dass es doch
  353. irgendwie gut für uns ist, weil wir dadurch eben wie beim äh wie im Gym einfach durch schwerere Gewichte unsere Tugend auch stärker trainieren kön.
  354. Man sieht, wir beide machen das sehr viel im Also sind hier. Nein, müssten wir wahrscheinlich auch öfter machen, weil
  355. Pum Geiste. Ja, Pum Geiste. So, aber das ist halt dadurch hat, das wird ja oft gesagt, heute hat man viel viel mehr die
  356. Möglichkeiten große Heiliger zu werden und da ist halt was dran und wir müssten dann vor allem und es jetzt dann doch noch mal auch in die Politik zu ziehen,
  357. bevor wir aufhören, erkennen, dass auch die Kirche oder der Auftrag der Kirche, der Auftrag von uns auch als Katholiken, wo auch immer wir stehen, darin bestünde
  358. die Menschen zu der Freiheit der Exzellenz, der Freiheit zum Guten zu führen. Und deswegen wäre es, glaube ich, auch keine zumindest keine
  359. nachhaltige Lösung, wenn man jetzt sagen würde, so, wir ergreifen jetzt die politische Macht und wir verbieten jetzt einfach A, B und C und sagen den Leuten,
  360. du musst das jetzt lassen. Weil wenn wir nicht, wenn wir nicht den Leuten die Möglichkeit geben zu erkennen, warum das falsch ist und auch diese Freiheit zu
  361. entwickeln, dass sie das Gute erkennen und danach auch aus eigenem Antrieb und frei dann streben, dann wäre das wieder nur irgendeine äußere Einschränkung und
  362. das kracht dann irgendwann wieder wie ein Kartenhaus zusammen, wie es halt in den 60er Jahren und danach geschicken ist. Genau, die Leute müssen irgendwie
  363. daran hingeführt werden. Und ich meine, Thomas hat auch in einem seiner Werke dieses Beispiel genannt, dass Bordelle und so weiter ja etwas Schlechtes sind,
  364. aber das komplette Verbieten aus der Gesellschaft einfach nur dazu führt, dass diese Leute, die noch nicht diese Tugend entwickelt haben, plötzlich jetzt
  365. entrissen werden. Und da sagt er dann z.B. anstatt das gänzlich, also ich hoffe, ich misscharakterisiere das nicht, aber eine schwere Sünde,
  366. wahrscheinlich werde ich das machen. Thomas gelesen, [gelächter] ne? dass die äh dass die Lusthäuser und so weiter dann in diesen Rotlichtvierteln
  367. bleiben sollten, damit die Leute irgendwie diesen Begierden vielleicht nachgehen können, aber das trotzdem beschämend ist. Es hat diesen, es ist in
  368. diesem finsteren Viertel der Stadt. Es hat eine Konnotation, die Leute sehen, man geht dahin, man weiß durch diesen gesellschaftlichen Druck, es ist nicht
  369. gut, aber gleichzeitig gibt man den Leuten den Freiraum frei da rauszukommen, anstatt es einfach komplett zu entziehen, weil es dann
  370. nämlich nicht mehr die freie Entscheidung zwischen gut und böse ist, weil ja einem dann die schlechte Entscheidung genommen wird.
  371. Das könnte sehr kontrovers werden. Diese Charakterisierung setzt aber auch ein hohes Maß der Vernunft voraus.
  372. Aber das ist eben dieser dieser Gelang ein totalitäres System, wo du den Leuten einfach mit brutalster Gewalt die kleinsten Fehltritte dann schon
  373. irgendwie bestrafst irgendwie. Da ist eine Kamera und die filmt dich, wie du bei Rot über die Ampel gehst und dann was heißt ich wird dir vom Social Credit
  374. System was abgezogen. Das scheint vielleicht in einer Welt, wo die Leute im Straßenverkehr sich richtig daneben verhalten, irgendwo verlockend, aber es
  375. ist auch nicht die richtige Lösung. Das heißt natürlich jetzt auch nicht, dass man keine Regeln im Straßenverkehr oder so haben sollte, aber da muss man schon
  376. so ein Mittelmaß fassen und deswegen ist auch immer dieser Vorwurf des Totalitarismus oder wir sind alles Faschisten oder so eigentlich nicht
  377. nicht richtig bei uns Katholiken, weil das durchaus auch nicht das wäre, wonach wir streben würden. So, jetzt sind wir es einmal durchgeritten.
  378. Das ganze Alphabet das ganze Alphabet einmal durchgeritten. Das ganze Alphabet der Freiheit. Hoffentlich haben wir auch frei
  379. gehandelt und zwar der richtigen Freiheit zufolge. Ich hoffe, es hat Ihnen gefallen. Wir hoffen, es hat Ihnen gefallen. Kommentieren Sie gerne, teilen
  380. Sie uns Ihre Gedanken mit. Wir haben uns gefreut. Wir schauen mal, wie sich das entwickelt. Das war jetzt hier ein erster Versuch. Wir sitzen übrigens
  381. wieder am Glastisch. Ähm, der Glastisch, der ist der ist ganz furchtbar einfach. Ich bin kein Fan von Glastischen. Und zu modern,
  382. der ist uns zu modern und man sieht auch so halt unter den Glastisch, das ist irgendwie das passt einfach nicht. Wir werden eine Tischdecke rüberlegen. Aber
  383. gut, kleiner Exkurs. Geben Sie ein Kommentar, hypen Sie das Video. Marco, danke, dass du dabei warst.
  384. Ja, hat mich sehr gefreut in dieser Folge mitwirken zu können, auch bisschen direkter dann als in der Waldgängerfolge und ich hoffe auch wieder dabei sein zu
  385. können. Sehr gut. Gelobt sei Jesus Christus in Ewigkeit. Amen.

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