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USA: Trumps Wirtschaftspolitik verstehen | ARTE Hintergrund
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Transkriptautomatisch erstellt · 99 Zeilen
- [Musik] Donald Trump Trump vernichtet mit seiner wissenschaftsfeindlichen Ideologie ganz einfach all das, was den strukturellen
- Reichtum der US-Wirtschaft ausmachte. [Musik] Herzlich willkommen bei den geopolitischen Aspekten. Über die
- Bedeutung der Politik von Donald Trump für die US-Wirtschaft und die Weltwirtschaft sprechen wir heute mit Erik Eer. Herzlich willkommen. Guten
- Tag. Sie leiten die Abteilung Analyse und Prognose der Denkfabrik OFC. Vielleicht können Sie uns ein paar Grundlagen zu Zöllen vermitteln. In der
- Schule haben wir gelernt, dass durch die Globalisierung der weltweite Handel mit allen Mitteln erleichtert werden soll und zwar durch eine möglichst umfassende
- Abschaffung von Zöllen. Man hat den Eindruck, dass Donald Trump mit der Anhebung der Einfuhrzölle genau das Gegenteil tut. Ist Trump also ein
- Globalisierungsgegner? Zumindest mag Trump die derzeitige Globalisierung nicht, denn er hat den
- Eindruck, dass die USA bei dieser Globalisierung zu den Verlierern gehören und dass andere Länder die USA ausnutzen. Weltweit ist der Außenhandel
- immer ausgeglichen. Einem Gebiet mit einem Überschuss steht immer ein Gebiet mit dem entsprechenden Defizit gegenüber.
- Und die Handelsbilanz der USA weist seit etwa 30 Jahren ein Defizit auf, während China, die Eurozone und Japan große Handelsbilanzüberschüsse
- aufweisen. Der Gedanke, die Globalisierung ein wenig zu ändern, ist nicht neu. Das wollte Trump bereits in seiner ersten Amtszeit tun. Und auch Joe
- Biden hat das in seiner Amtszeit versucht. Nun geht Trump noch weiter. Das macht ihn nicht zum Globalisierungsgegner, aber er will die
- Weltwirtschaftsordnung ändern. Können Sie uns mehr über dieses strukturelle Defizit der Handelsbilanz der USA
- sagen? Die Handelsbilanz ist die wertmäßige Differenz aus allen Waren, die ein Land exportiert und den Waren, die es
- importiert. Allgemein gesagt verbrauchen die USA sehr viel. Die Haushalte und die Unternehmen verschulden sich, um zu konsumieren und je mehr sie konsumieren,
- umso mehr importieren sie. Das Problem der USA ist, dass sie nicht so viel exportieren, wie sie importieren. Sie verbrauchen zu viel.
- Dazu kommen große Haushaltsdefizite. Sie kurbeln den Verbrauch immer weiter an und würden gern mehr Waren
- exportieren. Das erreicht man entweder, indem man Marktanteile im Ausland erobert, um mehr auszuführen oder indem man weniger einführt. Und das versucht
- Donald Trump zu tun, indem er sagt, er werde Zölle auf eingeführte Waren erheben. Er hofft, dass ausländische Unternehmen ihre Produktion in die USA
- verlagern und so die Handelsbilanz ein wenig ausgeglichen wird. Das war meine nächste Frage. Was genau verspricht sich Donald Trump für die
- US-Wirtschaft von der Anhebung der Zölle? Steckt eine belastbare Theorie dahinter? Was ist sein
- Plan? Eine Möglichkeit wäre, dass er durch die Ankurbelung der US-Wirtschaft durch bedeutende Steuersenkungen mehr Kaufkraft generieren will.
- Doch wenn er das macht und andere Länder im Gegenteil ihre Defizite durch eine Sparpolitik verringern, dann wird sich das Handelsbilanzdefizit noch
- verschärfen. Darauf würde er reagieren, indem er die Einfuhren mit Zöllen belegt und sie damit verringert. Das wäre die eine Art, seine
- haushaltspolitische Wirtschaftsförderung ein wenig wirksamer zu gestalten. Das ist also die erste Möglichkeit, aber sie scheint mir nicht sehr wahrscheinlich.
- [Musik] Die zweite Möglichkeit wäre, dass er sich sagt, ich möchte sehr viel haben. Ich möchte mir die kanadischen Gewässer
- einverleiben. Ich möchte die Bodenschätze aus Grönland haben und ich möchte seltene Erden aus der Ukraine
- bekommen. Außerdem sollen die Europäer mehr von mir kaufen und deshalb wende ich alle Mittel und Wege an, um das zu
- erreichen. An die Zölle glaube ich nicht. Er sagt, dass er Zölle erheben wird, aber das sind erst einmal nur Drohungen. Er verwendet das nur, um zu
- sagen, wenn du nicht tust, was ich will, dann erhöhe ich die Zelle. Die dritte Möglichkeit ist eher politische Art. Er ist für ein
- Wahlprogramm gewählt worden, das enorme Steuersenkungen und weniger öffentliche Ausgaben beinhaltet. Die Kürzungen hat er Elon Musk anvertraut, aber die
- gleichen die Steuersenkungen nicht aus. Deshalb wird das Haushaltsdefizit durch seine Politik stark ansteigen. Und wenn man sich nun die Höhe der Zölle ansieht,
- dann entspricht die mehr oder weniger den Steuersenkungen. Vielleicht will er so seine Ankurbelung der Wirtschaft finanzieren. Nur reagieren die Börsen
- auf diese wirtschaftlichen Theorien Trumps eher verhalten, denn Mexiko, die USA und Kanada sind wirtschaftlich eng miteinander
- verflochten. So werden z.B. die USFahrzeuge in Werken auf der mexikanischen Seite der Grenze gefertigt. Die Folgen einer Zollerhöhung
- sind also für beide Seiten negativ. Das müsste Trump eigentlich wissen. Warum tut er es
- trotzdem? Wahrscheinlich, weil er seine Ziele vor allem mit Drohungen erreichen will. Trump sagt sich, ich will das nicht tun. Ich weiß ganz genau, dass
- kurzfristig die Inflation in meinem Land steigen wird und dass die Börsenkurse sinken
- werden, denn er hat ja versprochen, die Inflation zu senken und die Aktienkurse in die Höhe zu treiben. Er stellt sich also selbst ein
- Bein. Ich glaube, dass er hoffte, die anderen Länder würden seinen Drohungen nachgeben und alles tun, was er will. Das fällt also in gewisser Weise auf ihn
- zurück. Er hat es nicht mehr in der Hand und bisher funktioniert das noch mit der Methode, Achtung, das sind
- Drohungen. Aber auch wenn die Wirtschaft keine exakte Wissenschaft ist, weiß man doch zumindest, dass es, wenn alle Länder Zölle erheben, nur Verlierer
- gibt. wäre schwer verständlich, wenn Trump und seine Berater mit dieser Politik weitermachen.
- Er wird also entweder im letzten Moment einen Rückzieher machen oder anlässlich der Zwischenwahlen seine Strategie ändern, um eher das zu tun, was er
- versprochen hat. mehr Kaufkraft für die US-amerikanischen Verbraucher. Im Börsenmilie liest man natürlich die konservative britische
- Tageszeitung Financial Times, die allerdings ins Lager der Gegner von Trump übergegangen zu sein scheint. Könnte Trump vom eigenen Lager überredet
- werden, seine Politik zu ändern? Inzwischen deutet sich an, dass das Vertrauen schwindet und die Börsenkurse haben in den USA seit seinem Amtsantritt
- 6% an Wert verloren, während sie in Europa 4% an Wert gewonnen haben. Wenn sich das bestätigen und noch verstärken sollte, dann könnten einige Medien in
- der Tat ihre Meinung ändern und zwar Medien, die bisher hinter Trump standen. muss natürlich seine Reaktion abwarten, aber das könnte ihn seine
- Meinung ändern lassen. Neben Amerika und Europa gibt es noch Asien im Allgemeinen und China im Besonderen. Welcher dieser großen
- Weltregionen könnte die Politik der Strafzölle, die Donald Trump ja trotzdem erheben will, am meisten weh tun?
- Wenn man in Betracht zieht, was angekündigt wird, aber das ändert sich ja täglich, dann kann man sagen, dass der große Verlierer Mexiko ist und
- danach Kanada und die USA. Erst weit dahinter kommen China und Europa. Die großen Gewinner des Ganzen sind die anderen großen Länder und
- Regionen, die bisher überhaupt nicht von Trumps Politik betroffen sind. Donald Trump. Lassen Sie uns über die massiven Haushaltskürzungen sprechen,
- für die insbesondere Elon Musk zuständig ist. Wie werden sich die auf die Wirtschaft und auf die Gesellschaft in den USA
- auswirken? Meiner Meinung nach schießt sich da Donald Trump selbst ins Knie. Trump Trump vernichtet mit seiner wissenschaftsfeindlichen Ideologie ganz
- einfach all das, was den strukturellen Reichtum der US-Wirtschaft ausmachte. Dazu braucht man nur die Berichte von Mario Dragi oder Jean Tirol
- lesen. Darin steht, dass Europa gegenüber den USA seit etwa 20 Jahren ins Hintertreffen [Musik]
- gerät und verantwortlich dafür sei vor allem, dass wir in Europa aufgehört haben, in neue Technologien und Bildung zu investieren. Und genau das machte den
- Reichtum der USA aus. Durch die massiven Kürzungen bei den Ausgaben für Bildung, Gesundheit,
- Forschung und Entwicklung wird der komparative Kostenvorteil zu nichte gemacht, durch den die Produktivität hoch war und der trotz eines nicht
- besonders ausgeprägten Sozialsystems immerhin Wachstum und eine relativ niedrige Arbeitslosenquote
- ermöglichte. Nur zwei Beispiele, um Ihnen beizupflichten. Erneuerbare Energien und Elektroautos.
- In beide Bereiche hatte die vorherige Regierung unter Joe Biden erheblich investiert. Trump ändert diese Politik nun und man hat das Gefühl, dass er
- damit seinem Rival in China ein großes Geschenk macht. Ja, Joe Biden stand ja vor dem gleichen Problem wie Donald Trump.
- Er fragte sich, wie es kommen konnte, dass die USA ein Handelsbilanzdefizit aufweisen und alle anderen Länder überschüsse.
- Deindustrialisierung wurde ja auch von Joe Biden thematisiert, aber beidens Reaktion war, wir werden eine Wiederansiedlung
- fördern, indem wir die Unternehmen subventionieren, die in den USA produzieren. Egal, woher sie stammen, aus China, Spanien, Frankreich oder
- Deutschland. Wenn sie in den USA produzieren, haben Sie Anrecht auf Subvention.
- Alle europäischen Politiker, ob von der Lion, Macron oder damals Scholz, kamen zu Joe Biden und sagten ihm, das kannst du nicht machen. Dadurch wird Europa
- noch weiter von den USA abgehängt. Das hätte wirklich katastrophale Folgen für die Wirtschaft
- in Europa und China haben können. Nun sagt Trump, dass das eine schlechte Strategie gewesen sei und man sie nun ändern werde, indem man Zölle
- erhebt. Damit macht er in der Tat diesen Volkswirtschaften ein Geschenk, denn sie hätten wohl unter beidens Strategie gelitten, weil sie nicht die gleichen
- Haushaltsmöglichkeiten haben wie die USA. Aber Donald Trump hat den Amerikanern einen historischen Aufschwung
- versprochen. Er hat versprochen, dass wieder nach Öl gebohrt wird, dass die Steuern sinken und dass die Inflation sinkt. Wollen Sie sagen, dass er keins
- dieser Versprechen einhalten kann? Seine Wahlversprechen widersprechen einander ja zum Teil. Wenn er z.B. Drill Baby Drill sagt und
- dermaßen die Suche nach Öl fördert, dann wird der Barrelpreis auf 50$ sinken und bei einem Barrelpreis von 50$ lohnt es sich nicht mehr nach Öl zu bohren. Die
- Ölförderung in den USA ist teuer und die OPEC wird versuchen, den Preis bei etwa 70$ zu halten. Das Versprechen kann er so nicht einhalten. Das ist ein
- Weltmarkt. Anschließend ist es merkwürdig, die Inflation senken zu wollen, indem man Einfuhrzölle erhebt, denn das treibt die Inflation
- automatisch an, zumindest in den ersten zwei Jahren. Danach kann man auf strukturelle Änderungen hoffen, aber die werden auch
- nicht unbedingt eintreten. Die Widersprüche sind also offensichtlich. Diese Widersprüche kommen daher, dass er die Wirtschaft nur
- als Drohmittel einsetzen wollte und nicht auf die Folgen abzielte, die man von solchen Maßnahmen erwartet. Mir scheint, dass er das nicht umsetzen
- will. Jeder Berater wird ihm sagen: "Passen Sie auf, das treibt die Inflation in die Höhe. Die Verbraucher werden ihr Vertrauen verlieren und die
- Börsenkurse werden einbrechen. Das ist das Realitätsprinzip. Wenn man Geschäfte machen will, muss man
- in einer starken Position in Verhandlungen eintreten und über gute Waffen verfügen. Trump weiß, dass die USA eine
- Großmacht sind und dass solange sich die Spirale dreht, man ihm zutraut, das Spiel sehr weit zu treiben. Die Drohungen umzusetzen, ob in
- militärischer oder wirtschaftlicher Hinsicht, das wäre letztendlich kein guter Plan.
- Eine letzte Frage. Trumps Schwäche für Kryptowährungen ist bekannt. Können Sie uns kurz deren Prinzip erklären und was Trump damit zu tun
- hat? Kryptowährungen haben mehrere Eigenschaften. Zum einen sind sie nicht sehr transparent. Man kann anonym bleiben und wenn man anonym bleibt, hat
- das einerseits Vorteile. Andererseits kann es aber auch schmutziges Geld sein, das im Umlauf ist. Das zweite, was Trump daran
- interessieren dürfte, sind die großen Kursschwankungen. Der Wert kann sehr hoch steigen und sehr tief fallen. Man kann also Geld damit
- verdienen. Und das dritte Element ist geradezu revolutionär, denn nicht mehr die Staaten oder die Zentralbanken kontrollieren die Währung. Und das
- dürfte Trump gefallen, denn erstens mag er die Zentralbank nicht. Seit seiner ersten Amtszeit ist Jerome Paul
- US-Notenbankchef und den hat er auf dem Kicker, denn Paul sagt nein zu allem. Eine Währung zu schaffen, die nicht von der Zentralbank kontrolliert wird, das
- gefällt ihm. Dazu kommt etwas, worüber nur wenig gesprochen wird. Trump hat das Gesetz
- zum Verbot von Bestechung einfach abgeschafft. Regeln zu nutzen, die ein wenig in die Unterwelt führen, das macht ihm nichts aus.
- Und Kryptowährungen sind eine Möglichkeit Sachen zu tun, die nicht ganz sauber sind. Vielen Dank für das
- Gespräch. Eric Eier leitet die Abteilung Analyse und Prognose des OFCE. Vielen Dank. Ihnen zu Hause danke ich für Ihre Aufmerksamkeit und für Ihr Interesse.
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Zum Nachlesen
Donald TrumpDonald John Trump [ˈdɑn.əld dʒɑn tɹɐmp] (* 14. Juni 1946 in Queens, New York City) ist ein US-amerikanischer Politiker der Republikanischen Partei.
WeltwirtschaftDie Weltwirtschaft hat sich im 19. Jahrhundert bedingt durch die Industrialisierung gebildet und war stark abhängig von der Entwicklung der internationalen …
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