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Fahrenheit 451 to go (Bradbury in 10,75 Minuten)

Sommers Weltliteratur to go10:47 104.992 Aufrufe veröffentlicht Auf YouTube

Das Wichtigste aus dem Video

Tipp auf eine Zeit – das Video springt genau dorthin.

Transkriptautomatisch erstellt · 80 Zeilen
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  1. Guten Tag, meine Herrschaften. Mein Name ist Feuerwehrmann Beatty. Hände über die Bettdecke. Ich habe gesehen, dass einige von ihnen Bücher besitzen und sie auch
  2. noch lesen, aber damit ist jetzt Schluss, gell? Sie wissen, dass das verboten ist. Bücher machen unglücklich. Deshalb sind wir von der Feuerwehr ja
  3. auch dafür da, sie zu verbrennen und auf euch aufzupassen. Wir sehen euch. Ja, vielen Dank erstmal Hauptmann Beatty. Willkommen zu Fahrenheit 451 von
  4. Ray Bradbury. Außerdem mit dabei sind Guy Montag, einer von Beatty's besten Leuten, eigentlich ganz normal und mit Freude bei der Arbeit, wenn ihm nicht
  5. die junge Clarisse McClellan einen Floh ins Ohr setzen würde. Die ist nämlich ganz schlimm. Ja, asozial, geht gern zu Fuß und in die Natur und so und
  6. irgendwie findet er sie fasziniert. Dabei hat Montag eine ganz tolle Frau namens Mildred, die im Prinzip den ganzen Tag in ihrem Drei-Wand-Fernseher
  7. mit ihren Kopfhörern versunken ist. Dann erwähnen wir noch Faber, einen alten Ex-Literaturprofessor mit technischem Basteltalent, den der Montag zufällig im
  8. Park kennengelernt hat. Ray Bradbury entwickelte seinen Roman 1953 aus einer Kurzgeschichte, die er etwas früher geschrieben hatte. Und
  9. natürlich spielte die Erfahrung des Zweiten Weltkriegs und die gerade stattfindende Kommunistenjagd in den USA dabei eine große Rolle. Es schien ihm,
  10. als sollten möglichst alle Menschen zu hirnlosen Konsumenten abgerichtet werden. Los geht's in einer amerikanischen Stadt in der nicht allzu
  11. fernen Zukunft. Burn, Baby, burn! Boah, es macht so Spaß, mit dem Flammenwerfer Bücher zu verbrennen. Ja, dann hat er aber Feierabend und begegnet auf dem
  12. Heimweg dem neuen Nachbarsmädchen Clarisse. Wieso habe ich den Eindruck, dass sie immer hinter der Ecke auf mich gewartet hat? Hallo, Sie sind der
  13. Feuerwehrmann, ne? Ja, ich bin Clarisse, ich bin 17 und verrückt, ich schaue mir manchmal den Sonnenaufgang an, aber ich habe gar
  14. keine Angst vor ihnen. Ja, wieso sollten Sie denn auch Angst vor mir haben? Na ja, weil sie Feuerwehrmann sind. Lesen Sie eigentlich auch manchmal die Bücher,
  15. die sie verbrennen? Nee, das ist ja illegal. Na klar, stimmt es eigentlich, dass Feuerwehrleute früher Brände gelöscht haben? Nee. Zuhause. Hallo
  16. Millie, ich bin wieder zu Hause. Stellte erstmal fest, dass sie eine Überdosis Schlaftabletten genommen hat. Nein, und er holt die Rettung und die sagen, fahr
  17. schon mal den Magen leer, Harry. Den Pumpen wir aus und dann kriegst du noch eine Bluttransfusion und bang, kann sie morgen wieder von vorne anfangen, aber
  18. das macht 50 Dollar. Bitteschön. Und am nächsten Morgen sie so, warum habe ich denn so einen Hunger? Ich weiß gar nicht, warum hatten wir eine
  19. Party? Und er so, du hast alle Schlaftabletten genommen. Nee, doch. Nee, nee, das würde ich doch nicht machen. Also gut, und was machst du
  20. heute dann so den ganzen Tag über? Du, heute gibt es ein interaktives Rollenspiel in der Videowand, da spiele ich mit, da muss ich zwei Sätze sagen.
  21. Und worum geht es da? Ja, zwei Sätze. Du, wir müssen unbedingt noch eine vierte Videowand haben. Haben wir unser eigenes Holodeck zu Hause? Ja, aber wir
  22. haben doch die dritte noch gar nicht abbezahlt. Ja, dann geh mal ein bisschen mehr arbeiten. Und in der nächsten Woche begegnet er immer wieder Clarisse auf
  23. dem Heimweg, die solche miesen Sachen zu ihm sagt, wie, du liebst überhaupt niemanden. Doch. Auf der Feuerwache gibt es diesen üblen
  24. kleinen Roboterhund, der alles und jeden aufspürt und dann per Injektion vergiftet. Der hat mich angeknurrt. Ach, das kann
  25. überhaupt nicht sein, das ist ja schließlich ein Roboter. Und weil Clarisse Gedankengift schon in ihm arbeitet, sagt er, sag mal, haben
  26. Feuerwehrleute eigentlich früher nicht Feuer gelöscht? Wie bitte? Das ist ja lächerlich. Nee, nee. Benjamin Franklin hat 1790 die Feuerwehr gegründet, um uns
  27. gegen böse Bücher aus England zu schützen. Da ist Alarm. Die Feuerwehr muss ausrücken, um die Bücher einer verbrecherischen alten Frau zu töten.
  28. Und die steht dann noch rum, als sie so arbeiten und der Montag so, wieso ist denn die noch hier? Und die Bücher werden mit Kerosin übergossen. Er klaut
  29. verstohlen ein Buch und steckt es ein und die so ihr könnt meine Bücher nicht haben, sie kennen das Gesetz verschwinden sie nein, gut, na gut, ja,
  30. aber wir können die doch nicht hier lassen, du hast die Lady gehört, sie will hier bleiben ganz genau und sie zündet ein Streichholz an und wusch
  31. verbrennt sie mit ihren Büchern. Dieses Ereignis nagt ziemlich an Montag und zu Hause sagte dann zu Mildred sag mal weißt du eigentlich wo Clarisse ist das
  32. Mädchen von nebenan? Ach, die ist von dem Auto überfahren worden und die Familie ist dann weggezogen was und das nimmt ihn irgendwie mit und er wird
  33. krank und legt sich hin und sie so du kannst nicht krank sein, geh zur Arbeit, reiß dich zusammen, aber wir haben eine Frau verbrannt. Ja und das war eine
  34. Verbrecherin Milli, ich muss mit diesem Job aufhören, du willst alles aufgeben und was ist mit der vierten Videowand? Aber da steht auch schon Captain Beatty
  35. im Raum und sagt na, ich wollte mal nach dem Kranken gucken, wieso kommen Sie darauf? Jeder
  36. Feuerwehrmann hat meine Krise, ich erzähle dir mal was und dann hält er einen sehr unheimlichen Vortrag, denn vieles von dem was er sagt ist heute
  37. schon Realität. Irgendwann wollten die Leute nicht mehr lesen, sondern nur noch so kurze Klassiker to go anhören und anschauen. Es wurde alles immer
  38. schneller und dann haben wir irgendwann die Bücher verboten. Stattdessen rasen die Leute mit dem Auto rum, sie treiben Sport bis zum Unfall und schlagen Autos
  39. zum Spaß kaputt und erschießen sich gegenseitig, aber ein bisschen Schwund ist ja immer. Hauptsache sie denken nicht, das ist Spaß und wir sichern
  40. diesen Spaß als Feuerwehr Feuerwehr, klar? In 24 Stunden gibst du ja das Buch ab und dann bist du wieder im Dienst Tschü mit Ö. Und obwohl ihn Beatty so
  41. ins Gewissen geredet hat, fängt sich Montag nicht, sondern er holt sogar noch mehr gerettete Bücher. Er hatte also schon früher damit angefangen Bücher vor
  42. dem Verbrennen zu retten aus einem Versteck und sagt dann zu Milli mach den Fernseher aus und sie so wie bitte, aber das ist doch meine Familie da im
  43. Fernsehen, ich will jetzt mit dir lesen, aber der wird sie hysterisch, denn das kann sie nicht verstehen. Nein und er so ich habe doch neulich im Park diesen
  44. komischen alten Typen getroffen. Ich glaube, das war ein heimlicher Intellektueller. Den ruft er erst an und er kriegt einen Megaschock, aber dann
  45. geht er einfach zu ihm und obwohl er natürlich am Anfang sehr skeptisch ist, und er so, ich habe nichts gemacht, glaubt er Montag doch, ich will nur mit
  46. Ihnen reden. Ich will neu lesen lernen und verstehen, was so megamäßig schief gelaufen ist. Wissen Sie das? Na ja, dazu habe ich drei Sachen zu sagen.
  47. Erstens, Bücher haben halt Tiefe. Massenmedien sind nur Oberfläche. Zweitens, die Leute sind ständig medial betäubt und haben keine Ruhe. Drittens,
  48. wir müssen was machen. Ja, und was sollen wir machen? Hm. Also, ich kenne von früher diesen alten Drucker, mit dem könnten wir vielleicht Bücher drucken,
  49. ja? Und hier habe ich ein In-Ear-Funkgerät für Sie. Damit bin ich immer bei Ihnen, höre, was Sie hören und kann Ihnen was sagen. Montag lässt ihm
  50. die Bibel da. Zuhause hat Milli sich Verstärkung geholt, nämlich zwei Freundinnen zum Fernsehen eingeladen und er so, ich ertrage das nicht und er
  51. schaltet den Fernseher ab und die so, was? Was soll denn das? Dann versucht er mit ihnen zu reden. Der Krieg wurde erklärt. Das kam in den Nachrichten.
  52. Interessiert euch das denn gar nicht? Und die so, Spaßbremse. Und dann schnappt er sich ein Buch und liest ihnen ein Gedicht vor, nämlich Dover
  53. Beach von Matthew Arnold. Darin heißt es z.B. Doch höre ich zu unserer Zeit nur traurig dröhnen, das im langen Schwund zurück sich zieht, dort, wo der
  54. Nachtwind fällt, hinab die Klippen trostlos breit und in den nackten Strände dieser Welt. Eine weint, schluchzt, eine schreit
  55. und der Skandal ist perfekt. Montag versteckt noch ein paar Bücher im Garten, damit Milli sie nicht verbrennt, die hat nämlich schon angefangen damit.
  56. Dann geht er zur Feuerwache und drückt seinem wartenden Chef ein Buch in die Hand, er sollte es ja zurückgeben und dann versucht er ihn fertig zu machen.
  57. Na, ein bisschen Bildung ist gefährlich. Entweder man liest richtig oder gar nicht. Wenn man nur dran nippt, wird man verwirrt. Und er so,
  58. Faber in seinem Ohr versucht ihn zu beruhigen. Halt durch! Er tut fast was Unüberlegtes, aber da ist wieder Alarm. Diesmal rast die Feuerwehr durch die
  59. Stadt zu Montags Haus und er so: "Was? Millie!" Die hat ihren Koffer gepackt und verschwindet grußlos und er so: "Hat die mich verpfiffen?" Und er so: "Genau
  60. und du räucherst jetzt diese Bücherhöhle aus." Das erledigt Montag schweren Herzens mit seinem Flammenwerfer fackelt sein Haus ab und dann kommt der
  61. Beatty und sagt: "So und jetzt?" Bang! Er haut ihm auf den Kopf, sodass der in ihr Kopfhörer rausfällt, den hebt er auf und sagt: "Aha, wusste ich's doch, du
  62. bist ein Verräter und deine Komplizen sind auch dran." "Nein!" Und er tötet ihn mit dem Flammenwerfer, dann springt der Roboterhund ihn an tschack und er
  63. so: "Nein, das Mistvieh hat mich gepiekst, jetzt bist du dran." Und das wird auch noch flambiert und ist tot und jetzt kann er nur noch
  64. humpeln, aber er entkommt erstmal zu Faber schlurftock schlurftock und er sagt zu ihm: "Die verfolgen dich schon, es wird live im Fernsehen übertragen.
  65. Folg den Bahngleisen aus der Stadt, da leben ein paar Intellektuelle im Widerstand und er so: "Okay, gib mir Klamotten von dir und dann verbrenn
  66. alles, was ich berührt habe." Damit gelingt es ihm tatsächlich den neuen Hund, den sie jetzt auf seine Fährte gesetzt haben, von Faber abzulenken,
  67. damit der nicht auch noch dran ist, dann taucht er selber im Fluss ab, die Hubschrauber sind schon über ihm, aber dann drehen sie ab. Und er geht an Land
  68. und befindet sich im Wald. Boah, ist das hier still im Wald? Hä, ein Reh? Hä, da hinten ist ein Feuer. Und er sieht tatsächlich, wie Faber es
  69. gesagt hat, ein paar alte Leute am Lagerfeuer sitzen und plötzlich ruft einer von denen: "Komm ruhig zu uns, Montag."
  70. Woher wissen Sie, wie ich heiße? Ja, wir haben hier so einen kleinen tragbaren Fernseher, da haben wir die Verfolgung gesehen. Jetzt nehmen sie übrigens
  71. gerade einen Unschuldigen fest, den Misserfolg darf es bei der Regierung ja nicht geben. Ich heiße übrigens Granger. Und wer seid ihr? Wir sind die
  72. Büchermenschen. Ja, wir wir haben eine Technik entwickelt, mit der jeder sein fotografisches Gedächtnis aktivieren kann. Deswegen können wir alle
  73. unterschiedliche Bücher auswendig, für die Zeit, wenn das alles hier vorbei ist, dann schreiben wir sie einfach wieder auf. Also, ich bin beispielsweise
  74. Platos Staat, Mr. Simmons hier ist Marc Aurel, dann gibt's Gullivers Reisen, Darwin, Schopenhauer, Einstein. Hast du auch was anzubieten?
  75. Der Prediger Salomo aus der Bibel. Na, wunderbar. Und sie machen sich auf den Weg, denn sie ziehen immer so undercover wie Penner durchs Land. Da wird die
  76. nahegelegene Stadt aus der Montag kommt durch einen Bombenangriff ausradiert. Die Druckwelle nietet sie alle um. Aua! Es passiert ihnen aber nichts und der
  77. Granger sagt, also, dann machen wir uns doch mal auf den Weg, um die Stadt wieder aufzubauen. Und Montag zitiert schon mal aus dem Prediger Salomo und
  78. sagt, ein jegliches hat seine Zeit und alles Vornehmen unter dem Himmel hat seine Stunde. Und jetzt ist die Stunde des Handys vorbei, deswegen hört mal auf
  79. diese Videos zu gucken. Nehmt lieber ein Buch in die Hand, lest mal oder denkt in aller Ruhe nach. Und das, liebe Gemeinde, war Fahrenheit 451 von Ray
  80. Bradbury. Vielen Dank.

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