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Fahrenheit 451 to go (Bradbury in 10,75 Minuten)
Das Wichtigste aus dem Video
Tipp auf eine Zeit – das Video springt genau dorthin.
Transkriptautomatisch erstellt · 80 Zeilen
- Guten Tag, meine Herrschaften. Mein Name ist Feuerwehrmann Beatty. Hände über die Bettdecke. Ich habe gesehen, dass einige von ihnen Bücher besitzen und sie auch
- noch lesen, aber damit ist jetzt Schluss, gell? Sie wissen, dass das verboten ist. Bücher machen unglücklich. Deshalb sind wir von der Feuerwehr ja
- auch dafür da, sie zu verbrennen und auf euch aufzupassen. Wir sehen euch. Ja, vielen Dank erstmal Hauptmann Beatty. Willkommen zu Fahrenheit 451 von
- Ray Bradbury. Außerdem mit dabei sind Guy Montag, einer von Beatty's besten Leuten, eigentlich ganz normal und mit Freude bei der Arbeit, wenn ihm nicht
- die junge Clarisse McClellan einen Floh ins Ohr setzen würde. Die ist nämlich ganz schlimm. Ja, asozial, geht gern zu Fuß und in die Natur und so und
- irgendwie findet er sie fasziniert. Dabei hat Montag eine ganz tolle Frau namens Mildred, die im Prinzip den ganzen Tag in ihrem Drei-Wand-Fernseher
- mit ihren Kopfhörern versunken ist. Dann erwähnen wir noch Faber, einen alten Ex-Literaturprofessor mit technischem Basteltalent, den der Montag zufällig im
- Park kennengelernt hat. Ray Bradbury entwickelte seinen Roman 1953 aus einer Kurzgeschichte, die er etwas früher geschrieben hatte. Und
- natürlich spielte die Erfahrung des Zweiten Weltkriegs und die gerade stattfindende Kommunistenjagd in den USA dabei eine große Rolle. Es schien ihm,
- als sollten möglichst alle Menschen zu hirnlosen Konsumenten abgerichtet werden. Los geht's in einer amerikanischen Stadt in der nicht allzu
- fernen Zukunft. Burn, Baby, burn! Boah, es macht so Spaß, mit dem Flammenwerfer Bücher zu verbrennen. Ja, dann hat er aber Feierabend und begegnet auf dem
- Heimweg dem neuen Nachbarsmädchen Clarisse. Wieso habe ich den Eindruck, dass sie immer hinter der Ecke auf mich gewartet hat? Hallo, Sie sind der
- Feuerwehrmann, ne? Ja, ich bin Clarisse, ich bin 17 und verrückt, ich schaue mir manchmal den Sonnenaufgang an, aber ich habe gar
- keine Angst vor ihnen. Ja, wieso sollten Sie denn auch Angst vor mir haben? Na ja, weil sie Feuerwehrmann sind. Lesen Sie eigentlich auch manchmal die Bücher,
- die sie verbrennen? Nee, das ist ja illegal. Na klar, stimmt es eigentlich, dass Feuerwehrleute früher Brände gelöscht haben? Nee. Zuhause. Hallo
- Millie, ich bin wieder zu Hause. Stellte erstmal fest, dass sie eine Überdosis Schlaftabletten genommen hat. Nein, und er holt die Rettung und die sagen, fahr
- schon mal den Magen leer, Harry. Den Pumpen wir aus und dann kriegst du noch eine Bluttransfusion und bang, kann sie morgen wieder von vorne anfangen, aber
- das macht 50 Dollar. Bitteschön. Und am nächsten Morgen sie so, warum habe ich denn so einen Hunger? Ich weiß gar nicht, warum hatten wir eine
- Party? Und er so, du hast alle Schlaftabletten genommen. Nee, doch. Nee, nee, das würde ich doch nicht machen. Also gut, und was machst du
- heute dann so den ganzen Tag über? Du, heute gibt es ein interaktives Rollenspiel in der Videowand, da spiele ich mit, da muss ich zwei Sätze sagen.
- Und worum geht es da? Ja, zwei Sätze. Du, wir müssen unbedingt noch eine vierte Videowand haben. Haben wir unser eigenes Holodeck zu Hause? Ja, aber wir
- haben doch die dritte noch gar nicht abbezahlt. Ja, dann geh mal ein bisschen mehr arbeiten. Und in der nächsten Woche begegnet er immer wieder Clarisse auf
- dem Heimweg, die solche miesen Sachen zu ihm sagt, wie, du liebst überhaupt niemanden. Doch. Auf der Feuerwache gibt es diesen üblen
- kleinen Roboterhund, der alles und jeden aufspürt und dann per Injektion vergiftet. Der hat mich angeknurrt. Ach, das kann
- überhaupt nicht sein, das ist ja schließlich ein Roboter. Und weil Clarisse Gedankengift schon in ihm arbeitet, sagt er, sag mal, haben
- Feuerwehrleute eigentlich früher nicht Feuer gelöscht? Wie bitte? Das ist ja lächerlich. Nee, nee. Benjamin Franklin hat 1790 die Feuerwehr gegründet, um uns
- gegen böse Bücher aus England zu schützen. Da ist Alarm. Die Feuerwehr muss ausrücken, um die Bücher einer verbrecherischen alten Frau zu töten.
- Und die steht dann noch rum, als sie so arbeiten und der Montag so, wieso ist denn die noch hier? Und die Bücher werden mit Kerosin übergossen. Er klaut
- verstohlen ein Buch und steckt es ein und die so ihr könnt meine Bücher nicht haben, sie kennen das Gesetz verschwinden sie nein, gut, na gut, ja,
- aber wir können die doch nicht hier lassen, du hast die Lady gehört, sie will hier bleiben ganz genau und sie zündet ein Streichholz an und wusch
- verbrennt sie mit ihren Büchern. Dieses Ereignis nagt ziemlich an Montag und zu Hause sagte dann zu Mildred sag mal weißt du eigentlich wo Clarisse ist das
- Mädchen von nebenan? Ach, die ist von dem Auto überfahren worden und die Familie ist dann weggezogen was und das nimmt ihn irgendwie mit und er wird
- krank und legt sich hin und sie so du kannst nicht krank sein, geh zur Arbeit, reiß dich zusammen, aber wir haben eine Frau verbrannt. Ja und das war eine
- Verbrecherin Milli, ich muss mit diesem Job aufhören, du willst alles aufgeben und was ist mit der vierten Videowand? Aber da steht auch schon Captain Beatty
- im Raum und sagt na, ich wollte mal nach dem Kranken gucken, wieso kommen Sie darauf? Jeder
- Feuerwehrmann hat meine Krise, ich erzähle dir mal was und dann hält er einen sehr unheimlichen Vortrag, denn vieles von dem was er sagt ist heute
- schon Realität. Irgendwann wollten die Leute nicht mehr lesen, sondern nur noch so kurze Klassiker to go anhören und anschauen. Es wurde alles immer
- schneller und dann haben wir irgendwann die Bücher verboten. Stattdessen rasen die Leute mit dem Auto rum, sie treiben Sport bis zum Unfall und schlagen Autos
- zum Spaß kaputt und erschießen sich gegenseitig, aber ein bisschen Schwund ist ja immer. Hauptsache sie denken nicht, das ist Spaß und wir sichern
- diesen Spaß als Feuerwehr Feuerwehr, klar? In 24 Stunden gibst du ja das Buch ab und dann bist du wieder im Dienst Tschü mit Ö. Und obwohl ihn Beatty so
- ins Gewissen geredet hat, fängt sich Montag nicht, sondern er holt sogar noch mehr gerettete Bücher. Er hatte also schon früher damit angefangen Bücher vor
- dem Verbrennen zu retten aus einem Versteck und sagt dann zu Milli mach den Fernseher aus und sie so wie bitte, aber das ist doch meine Familie da im
- Fernsehen, ich will jetzt mit dir lesen, aber der wird sie hysterisch, denn das kann sie nicht verstehen. Nein und er so ich habe doch neulich im Park diesen
- komischen alten Typen getroffen. Ich glaube, das war ein heimlicher Intellektueller. Den ruft er erst an und er kriegt einen Megaschock, aber dann
- geht er einfach zu ihm und obwohl er natürlich am Anfang sehr skeptisch ist, und er so, ich habe nichts gemacht, glaubt er Montag doch, ich will nur mit
- Ihnen reden. Ich will neu lesen lernen und verstehen, was so megamäßig schief gelaufen ist. Wissen Sie das? Na ja, dazu habe ich drei Sachen zu sagen.
- Erstens, Bücher haben halt Tiefe. Massenmedien sind nur Oberfläche. Zweitens, die Leute sind ständig medial betäubt und haben keine Ruhe. Drittens,
- wir müssen was machen. Ja, und was sollen wir machen? Hm. Also, ich kenne von früher diesen alten Drucker, mit dem könnten wir vielleicht Bücher drucken,
- ja? Und hier habe ich ein In-Ear-Funkgerät für Sie. Damit bin ich immer bei Ihnen, höre, was Sie hören und kann Ihnen was sagen. Montag lässt ihm
- die Bibel da. Zuhause hat Milli sich Verstärkung geholt, nämlich zwei Freundinnen zum Fernsehen eingeladen und er so, ich ertrage das nicht und er
- schaltet den Fernseher ab und die so, was? Was soll denn das? Dann versucht er mit ihnen zu reden. Der Krieg wurde erklärt. Das kam in den Nachrichten.
- Interessiert euch das denn gar nicht? Und die so, Spaßbremse. Und dann schnappt er sich ein Buch und liest ihnen ein Gedicht vor, nämlich Dover
- Beach von Matthew Arnold. Darin heißt es z.B. Doch höre ich zu unserer Zeit nur traurig dröhnen, das im langen Schwund zurück sich zieht, dort, wo der
- Nachtwind fällt, hinab die Klippen trostlos breit und in den nackten Strände dieser Welt. Eine weint, schluchzt, eine schreit
- und der Skandal ist perfekt. Montag versteckt noch ein paar Bücher im Garten, damit Milli sie nicht verbrennt, die hat nämlich schon angefangen damit.
- Dann geht er zur Feuerwache und drückt seinem wartenden Chef ein Buch in die Hand, er sollte es ja zurückgeben und dann versucht er ihn fertig zu machen.
- Na, ein bisschen Bildung ist gefährlich. Entweder man liest richtig oder gar nicht. Wenn man nur dran nippt, wird man verwirrt. Und er so,
- Faber in seinem Ohr versucht ihn zu beruhigen. Halt durch! Er tut fast was Unüberlegtes, aber da ist wieder Alarm. Diesmal rast die Feuerwehr durch die
- Stadt zu Montags Haus und er so: "Was? Millie!" Die hat ihren Koffer gepackt und verschwindet grußlos und er so: "Hat die mich verpfiffen?" Und er so: "Genau
- und du räucherst jetzt diese Bücherhöhle aus." Das erledigt Montag schweren Herzens mit seinem Flammenwerfer fackelt sein Haus ab und dann kommt der
- Beatty und sagt: "So und jetzt?" Bang! Er haut ihm auf den Kopf, sodass der in ihr Kopfhörer rausfällt, den hebt er auf und sagt: "Aha, wusste ich's doch, du
- bist ein Verräter und deine Komplizen sind auch dran." "Nein!" Und er tötet ihn mit dem Flammenwerfer, dann springt der Roboterhund ihn an tschack und er
- so: "Nein, das Mistvieh hat mich gepiekst, jetzt bist du dran." Und das wird auch noch flambiert und ist tot und jetzt kann er nur noch
- humpeln, aber er entkommt erstmal zu Faber schlurftock schlurftock und er sagt zu ihm: "Die verfolgen dich schon, es wird live im Fernsehen übertragen.
- Folg den Bahngleisen aus der Stadt, da leben ein paar Intellektuelle im Widerstand und er so: "Okay, gib mir Klamotten von dir und dann verbrenn
- alles, was ich berührt habe." Damit gelingt es ihm tatsächlich den neuen Hund, den sie jetzt auf seine Fährte gesetzt haben, von Faber abzulenken,
- damit der nicht auch noch dran ist, dann taucht er selber im Fluss ab, die Hubschrauber sind schon über ihm, aber dann drehen sie ab. Und er geht an Land
- und befindet sich im Wald. Boah, ist das hier still im Wald? Hä, ein Reh? Hä, da hinten ist ein Feuer. Und er sieht tatsächlich, wie Faber es
- gesagt hat, ein paar alte Leute am Lagerfeuer sitzen und plötzlich ruft einer von denen: "Komm ruhig zu uns, Montag."
- Woher wissen Sie, wie ich heiße? Ja, wir haben hier so einen kleinen tragbaren Fernseher, da haben wir die Verfolgung gesehen. Jetzt nehmen sie übrigens
- gerade einen Unschuldigen fest, den Misserfolg darf es bei der Regierung ja nicht geben. Ich heiße übrigens Granger. Und wer seid ihr? Wir sind die
- Büchermenschen. Ja, wir wir haben eine Technik entwickelt, mit der jeder sein fotografisches Gedächtnis aktivieren kann. Deswegen können wir alle
- unterschiedliche Bücher auswendig, für die Zeit, wenn das alles hier vorbei ist, dann schreiben wir sie einfach wieder auf. Also, ich bin beispielsweise
- Platos Staat, Mr. Simmons hier ist Marc Aurel, dann gibt's Gullivers Reisen, Darwin, Schopenhauer, Einstein. Hast du auch was anzubieten?
- Der Prediger Salomo aus der Bibel. Na, wunderbar. Und sie machen sich auf den Weg, denn sie ziehen immer so undercover wie Penner durchs Land. Da wird die
- nahegelegene Stadt aus der Montag kommt durch einen Bombenangriff ausradiert. Die Druckwelle nietet sie alle um. Aua! Es passiert ihnen aber nichts und der
- Granger sagt, also, dann machen wir uns doch mal auf den Weg, um die Stadt wieder aufzubauen. Und Montag zitiert schon mal aus dem Prediger Salomo und
- sagt, ein jegliches hat seine Zeit und alles Vornehmen unter dem Himmel hat seine Stunde. Und jetzt ist die Stunde des Handys vorbei, deswegen hört mal auf
- diese Videos zu gucken. Nehmt lieber ein Buch in die Hand, lest mal oder denkt in aller Ruhe nach. Und das, liebe Gemeinde, war Fahrenheit 451 von Ray
- Bradbury. Vielen Dank.
Zum Nachlesen
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