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It’s Time to Make a Change. Religion, Verantwortung und Nachhaltigkeit im Zeitalter der Klimakrise.
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Transkriptautomatisch erstellt · 433 Zeilen
- Ä zunächst aber auch von meiner Seite herzlich willkommen, Frau Professor Esma Marufi und Frau Professor Claudia Gertner. Wir freuen uns sehr, dass Sie
- heute Abend sich die Zeit nehmen und hier mit uns ins Gespräch kommen. Den ersten Input wird Frau Elmaruf übernehmen, die ich nun ganz kurz
- vorstellen darf. Sie ist Juniorprofessorin für islamische Philosophie mit Schwerpunkt islamische Ethik an der Universität Münster und
- forscht dort am Zentrum für islamische Theologie zu Fragen islamischer Philosophie, Anthropologie und Ethik sowie zu Umwelt und Tierethik und zu
- Islam und Intersektionalität. Sie beschäftigt sich insbesondere damit, welches Verständnis vom Verhältnis zwischen Mensch, Natur und Mitgeschöpfen
- in islamischen Quellen angelegt ist und welche Konsequenzen sich daraus für die menschliche Verantwortung für Nachhaltigkeit und Gerechtigkeit
- ergeben. Frau Elmarui leitet gemeinsam mit Cornelia Mücke das DFG Projekt Verbunden in Gott, Transformationen der Menschtierbeziehung in interreligiöser
- Perspektive. Sie ist außerdem Mitglied des Zentrums für interdisziplinäre Nachhaltigkeitsforschung an der
- Universität Münster sowie das European Forum for the Study of Religion and the Environment angesiedelt am Department of Philosophy and Religious Studies der
- Norwegian University of Science and Technology. Außerdem ist Frau Elmar Gründungsmitglied des European Research Network Transcending Species,
- Transforming Religion und Mitglied in der Europäischen Gesellschaft für theologische Forschung von Frauen. Nicht zuletzt ähm möchte ich noch erwähnen,
- dass Frau Elmarufi äh im Rahmen der D1 Awards in Holland äh bereits Frau des Jahres 2017 in der Kategorie Bildung war.
- ganz kurz zu ihren Publikationen. Ähm natürlich ihre Monografie, die auch die Disertation war, mit dem Titel Ethik des Mitseins Grundlinien einer
- islamischologischen Tierethik erschienen 2021 bei Karl Alber. Hier entfaltet Frau Elmarufi grundlegende Fragen des Zusammenlebens von Menschen und ihrer
- nichtmenschlichen Mitwelt. Einen Beitrag erwähne ich aus dem Jahr 2019 mit dem Titel Umweltverschmutzung als religiöses Dilemma von der Natur als Emblem Gottes
- erschienen im Band Islamische Umweltheologie zwischen Normethik und Praxis. Äh, ein weiterer Beitrag ist in
- Zusammenarbeit mit mehreren Autorinnen erschienen, unter anderem auch Claudia Gärtner, äh nämlich der Beitrag Another World is Possible, ein
- christlichmuslimischer Beitrag zum Potenzial religiöser BNE, also Bildung für nachhaltige Entwicklung erschienen 2025.
- Ähm, Frau Elmarufi ist unter anderem auch Mitherausgeberin des Bandes Islam in Genda, 2025 erschienen im Ergonverlag und im Juli soll diesen Jahres soll äh
- ein weiterer Band erscheinen, nämlich Cosmic and Animal Piety in Islam. Everything glorifies God. Sehr spannend. Die Liste könnte noch sehr lange
- fortgesetzt werden, aber es wurde bereits deutlich, dass die Forschung Frauen Frau Elmaru für eine Kernfrage unseres heutigen Gesprächs berührt,
- nämlich können Religionen nicht nur moralische Orientierung geben, sondern auch konkrete Impulse für gesellschaftliche Transformation und
- ökologisches Handeln bereitstellen. Ich freue mich jetzt schon sehr auf Ihren Beitrag. Frau Elmar Rufi, Sie haben das Wort. Bitttechön.
- Ja, vielen Dank für die wirklich sehr freundliche Anmoderation meiner Person. Ähm, vielen Dank für die Möglichkeit heute zu ihn sprechen zu dürfen. Ich
- freue mich sehr im Rahmen dieser Veranstaltung referieren zu dürfen. ähm und äh würde deshalb gleich mit meinem Vortrag beginnen wollen, indem ich mich
- eben der Frage von Religion, Verantwortung und Nachhaltigkeit im größeren Sinne im Zeitalter der Klimakrise an an an an annähren möchte
- und ähm um mich eben um mich um eben einen Einblick darüber zu geben, welche Herausforderung, Chancen und Potentiale damit auch verbunden es für eine
- islamisch philosophische Umweltethik geben könnte. Ja, als ich vor mehr als 15 Jahren inzwischen begann, mich intensiver mit
- dieser Frage der Nachhaltigkeit und mit ihr auch der Frage und der Herausforderung der Klimakrise für Religion auseinanderzusetzen, war ich
- damals noch von einer bestimmten Annahme überzeugt. Veränderung beginnt vor allem mit Wissen. Wenn Menschen nur besser verstehen würden, was auf dem Spiel
- steht, wenn sie nur wüssten, welche ökologischen Fragen unser Handeln hat. Wenn sie auch dann als religiöse Menschen hier dezidiert die muslimische
- Community besser informiert wären, dann ließe sich Veränderung im Verhalten in ihrem Handeln ermöglichen. Vor allem damals mit als Aktivistin, die ich noch
- war in in den in den 20ern ähm war ich davon eben überzeugt, dass es vor allem darum geht, faktenbasiertes Wissen zu vermitteln. Je länger ich mich jedoch
- sowohl wissenschaftlich damals auch aktivistisch mit dieser Frage beschäftige beschäftigte, desto deutlicher wurde für mich Wissen allein
- reicht nicht aus. Nicht weil Wissen unnötig wäre. Das wäre also mit Verlauf als Philosophin können wir jetzt lange darüber diskutieren, von welcher Form
- des Wissens ich spreche, sondern was ich meine ist Wissen im Sinne eines klassischen faktenbasierten Informationswissens.
- ähm, dass das eben alleine nicht ausreichend ist, um Veränderung in Verhalten zu legitimieren, zu ermöglichen. Legitimieren vielleicht
- schon, aber zu ermöglichen, einfach weil wir die Welt, wie wir sie wahrnehmen. Ähm dadurch, dass wir dieses Wissen quasi ähm erwerben nicht dring zwingend
- verändern. Und in welcher Beziehung wie zu uns in welcher Beziehung wir als Menschen zur Mitwelt dezidiert zur Welt oder zur Natur zu den Tieren stehen,
- ändert sich eben nicht durch dieses Wissen und vor allem ändert sich auch nicht das Gefühl mit denen wir diesen Dingen begegnen. Minimal gibt es da
- Studien, die das zeigen, aber grundsätzlich gibt es da auch keine Veränderung. Man kann so um ökologische Krisen wissen und dennoch in Denkform
- bleiben, in denen die Welt vor allem als verfügbar, nutzbar oder eben auch nur zweitrangig erscheint. Entsprechend behaupte ich, dass die Klimakrise und
- das äh versuche ich jetzt äh ganz ähm vereinfacht zu formulieren, sie können gerne mit mir dann später Diskussion äh kritisch über diese These, dass die
- Klimakrise eben nicht nur eine Krise des Wissens ist, sondern insbesondere eine Krise der Beziehung zur Welt. Damit meine ich, dass die Klimakrise uns nicht
- selten herausfordert, der Frage nachzugehen, was wir wissen sollten bzw. tun sollten. Sie stellt ähm also sie fordert uns eben nicht nur heraus,
- diesen Fragen nachzugehen, eben nach dem was wir tun sollten, sondern sie stellt tiefer die Frage, wie wir uns selbst verstehen sollten, also gegenüber der
- Welt, als Besitzer der Welt, als Verwalter der Welt oder eben Geschöpfe inmitten einer gemeinsamen verletzlichen Schöpfung. Und damit lässt sich auch die
- theologische Auseinandersetzung mit der Klimakrise längst schon wie von einigen häufig behauptet wurde, schon längst nicht mehr als
- Randthema der Theologie begreifen. Denn die Frage nach der ökologischen, die die Frage nach der Begegnung mit der Klimakrise und damit einhergeht, auch
- die Frage, wie wir uns als Menschen verorten möchten in dieser Welt, also begreifen uns eben als Hüter der Welt, als Verwalter, als Besitzer oder
- ähnliches, fordert uns heraus, an den Grundfeiler der Theologie zu rütteln und darüber nachzudenken, wie wir Gott grundsätzlich verstehen können in diesem
- in in diesem in diesem Verständnis von Krise als auch in diesem Zusammensetzung des Seins auf der Welt oder im Kosmos und damit
- auch wie wir den Menschen begreifen und auch die Mitwelt im auch die Mitwelt selbst im Denken verordnen möchte. Um das zu um das noch mal gleich zu Beginn
- zu verdeutlichen, möchte ich gerne mit einem Beispiel beginnen, was im arabischsprachigen Raum für kontroverse Debatten sorgte. Es zeigt eindrücklich,
- dass religiöses Wissen oder rechtliche Argumentation allein nicht ausreichen, wenn eben das zugrunde liegende Wissen oder rechtliche Argumentation allein
- oder wenn das zugrunde liegende Wissen oder rechtliche Argumentation eben allein nicht ausreichen. Das sollte ich sagen, wenn das zugrunde liegende
- Verhältnis von Welt und Mensch davon nicht diskutiert wurde. Es ist ein saudischer Gelehrter Schich Walid im Rashidan, der eben Dozent an der Imam
- Mohammed ibn Saudersität in Riyad in Saudi-Arabien ist, der danach gefragt wurde, ob es nach islamisch rechtlicher Auffassung legitim wäre, ein unter
- Atenschutz stehendes Tier zu töten. Er antwortete: "Selbst wenn das Tier, das du jagtest, das letzte seiner Art oder Gattung auf der Welt wäre und kein
- weiteres Exemplar mehr existierte, so wäre es für dich dennoch erlaubt." Und obwohl diese Aussage im Bereich des F anzusiedeln ist, also des islamischen
- Rechts oder islamischen Normenlehre und keinesfalls ist mir wichtig zu betonen, repräsentativ für die Breite der islamischen Rechtspositionen
- entfachtet dennoch eine große intensive Debatte um dieses Zitat, denn das Zitat berührte eben die Frage, die weit über die juristische Dimension hinausgeht und
- zwar die Frage danach, reicht es nach der formalen erlaubt hat eine Handlung zu fragen? wenn diese Handlung zugleich die Auslöschung eines Geschöpfes
- bedeuten kann. Und genau hier zeigt sich die Grenze einer bloßen, nennen wir es Erlaubnislogik. Die entscheidende Frage lautet nicht
- nur, ist etwas eben erlaubt oder nicht erlaubt? Und das ist ja sind gerne Fragen, die sich in muslimischen Diskursen immer mal wieder stellen
- lassen, sondern vor allem auch welches grundlegende Verständnis von Welt, Mitwelt und Schöpfung hinter einer solchen Antwort überhaupt steht.
- Denn wenn wir die Welt und in ihr Menschen vor allem islamisch theologischer Perspektive ganz prominent und eindeutig und ohne groß also im
- Konsens als Schöpfung Gottes begreifen, dann hat das natürlich Konsequenzen für das Verständnis von Welt, Gott und Selbstverhältnis. Es bedeutet den
- Menschen eben nicht als isoliertes Gegenüber der Schöpfung zu denken, sondern eben gerade als Teil eines gemeinsamen Schöpfungshauses, indem sich
- quasi Zitat Gottes Antlitz überall erkenntlich macht. Koran Sure 2, Vers 115 und vor allem indem sich in jedem Wesen das Zeichen Gottes erkenntlich
- macht. Meinfach wird auch der Koran da verweist der Koran auch darauf, dass es äh alles erschaffene nicht zum Zeitvertreibt, als arabischen Labib
- erschaffen wurde. Nichts ist einfach austauschbar, sondern alles erschaffene wird mehrfach im Koran betont ist eben als in einem bewussten in einem
- bewussten Moment Gottes quasi in sein gesetzt worden in einem Akt Gottes, weil Gott diese jeweilige Sache bejahrte. Geschöpfe eben entsprechend willentlich
- zu töten oder sogar ihr Aussterben in Kauf zu nehmen, heißt letztlich nichts anderes als geschaffenes löscht anderes Geschaffene aus. Ein Gedanke, der gerade
- im Licht deines Schöpfungsglaubens, wie wir in der islamischen Theologie finden, eigentlich kaum tragbar zu sein scheint. Doch was folgt eigentlich daraus? Wie
- genau lässt sich dieses Verhältnis zwischen Mensch und Mitwelt theologisch fassen? Und kann der Mensch unter diesen Bedingungen überhaupt noch als einziges
- Wesen gelten, dem ein intrinsischer moralischer Eigenwert zukommt, während das übrig geschaffene lediglich wie hier in diesem Zitat funktional in Bezug auf
- den Menschen ethisch relevant ist oder würde uns eben gerade die Klimakrise äh dazu auffordern oder zwingen äh wollen, die anthropozentrische Ordnung neu zu
- befragen, so wie sie sich in den letzten Jahrzehnten hier und da in der auch in der islamischen Theologie etabliert hat. Die Frage hat noch dem letzten Tier
- seiner Art, wie wir es hier in diesem Zitat äh finden können, zeigt eben damit auch ähm nicht, dass das da um mehr geht als um ein rein rechtliches Problem. Sie
- macht eben sichtbar, dass ökologische Krisen nicht erst dort beginnen, äh wo Ressourcen knapp werden, also da, wo es darum geht, Ressourcenknappheit zu
- diskutieren oder Artenschutz zu diskutieren. Sie beginnt eben dort, wo die Welt primär unter der Frage erscheint, nicht nur was darf ich mit
- ihr tun, was steht mir zu, sondern auch wie verstehe ich mein Verhältnis zu der Welt? Und genau hier setzt setzen eben die zentralen Frage islamischer
- Umweltethiken an, mit denen ich mich ja insbesondere in meiner Forschung beschäftige. Also der Frage, wie lässt sich ökologische Verantwortung
- theologisch denken, begründen, ohne die Metwelt erneut nur vom Menschen her zu denken und vor allem in so einem moralischen anthropozentrischen in so
- einer moralischen anthropozentrischen Dimension. Und um diese Frage zu beantworten, genügt es eben gerade nicht einzelne ökologische Pflichten zu
- benennen oder einzelne Koranverse als Belege heranzuziehen, sondern es muss eben genauer danach gefragt werden, welche Herausforderung eine islamische
- Umweltethik zu stellen hat, um und welche Potenziale eine solche Ethik präsentieren kann, wenn sie sich diesen Herausforderung angenommen hat. Und wem
- gilt es eben den nächsten 15 Minuten nachzugehen? Ähm, deshalb beginne ich kurz mit und versuche das noch kürzer zu halten,
- damit wir noch mehr Zeit am Ende für die Diskussionsrunde haben, welche Herausforderung an islamische Umweltethik überhaupt bietet. Ähm eine
- die grundlegende Herausforderung besteht darin, dass ähm wir grundsätzlich beobachten können, dass auch in den seit den 70er Jahren das Thema der Islam der
- einer islamischen Umweltethik, die ebenso wie die auch eine säkulare Umweltethik sich dezidiert mit der Begründung und Kritik moralischer
- Prinzip Prinzipien im Umgang mit der nichtmenschlichen Natur, wenn wir sie so bezeichnen möchten, beschäftigt und danach fragen möchte, wie äh wie
- verhalte ich mich eben gegenüber anderen Entitäten, also anderen Seinden, dass diese Diskussion darum seit den 70er Jahren zu beobachten ist und das
- Interesse äh in den in diesen seit seit den 70er Jahren auch zunehmend steigt. Wir finden immer mehr immer mehr Diskussionen, immer mehr Arbeiten zu
- dieser Thematik. die Herausforderung dabei, dass das gibt es ist besteht darin, dass es aber keine systematisch erschlossene Umweltethik der islamischen
- Theologie gibt. Was wir jetzt stattdessen sehr stark beobachten können, ist der Rückgriff auf Ankerpunkte aus der koranischen,
- prophetischen, aber auch aus der Mystik und Ftradition des 7 bis 13. Jahrhunderts. Das heißt, was viele Denker innen, nennen wir sie vor allem
- z.B. Se Hussein Nassar, ein iranisch amerikanischer Philosoph, der so zu den ersten gehörte, der sich dezidiert mit der der Thematik auseinandersetzte, aber
- auch Namen wie Ibrahim Öster, Fazl und Khalid. Also, wer eine Übersicht darüber gewinnen möchte, dem kann ich gerne die Präsentation im Nachgang auch zukommen
- lassen. Da finden Sie der Literaturliste am Ende alle Personen, auf die ich hier referiere, wie dem auch sei, all diese Personen äh referieren sehr gerne dabei
- eben auf äh Ankerpunkte eben aus dem 7. bis 13. Jahrhundert und da muss man auch sagen, bietet die islamische Geistesgeschichte eine schier unendliche
- Anzahl an ethischen Implikationen bis hin zu rechtlichen Dimensionen. Also F Tradition ist ja die die islamischrechtliche oder islamisch
- normenlehren behaftete Tradition in ähm bis hin eben gerade in der Mystiktradition eben auch zahlreiche Gedanken Zugänge zum Thema der Umwelt.
- Ganz wichtig ist natürlich dabei zu erwähnen, dass die Islam, dass das der Begriff der Umweltethike, ein Begriff der Moderne ist, der sich vor allem im
- europäisch westlichen Kontext etabliert hat. In den in im in den muslimisch geprägten Ländern ähm tauchen diese Diskursionen unter anderen
- Begrifflichkeiten auf. Das macht man macht es manchmal schwer, die Diskurse miteinander ins Gespräch zu bringen, weil einfach die Diskurse da unter
- anderen Kategorien, unter anderen Prämissen und anderen ähm ja äh Konzepten geführt werden. Aber so oder so lässt dir sagen, dass es eben eine
- schier groß, also eine sehr große Anzahl an Traditionen gibt von von äh so viel Orden aus dem 13. Jahrhundert, die dafür plädierten, sich vegetarisch bis hin zu
- vegan zu ernähren, um äh äh um um die Geschöpfe quasi am Leben zu erhalten und bestmöglich da ja äh in der Islam äh koranisch als auch grundsätzlich in der
- islamischen Geistesgeschichte die äh Überzeugung herrscht, dass alles geschaffene Gott preist und man quasi bemüht war, alles geschaffene an diesem
- Preis nicht zu hindern bis hin zu zahlreichen Rechtstexten. Vor allem im Osmanischen Reis ist da noch sehr, sehr viel zu entdecken. Da finden wir klare
- Rechtsurteile, sogar die gefällt wurden gegen Menschen, die Tiere zu schwer beladen haben oder Tieren den Zugang zu Wasserstellen verweigerten. Also auch da
- gibt es ganz ganz spannende Perspektiven, die alle sich dabei referieren auf ähm koranische oder prophetische Aussagen in dem Versuch,
- eine islamische Tier oder eben islamische Umweltethik bereits in ihren an in ersten Ansätzen zu formulieren. Ähm, die Herausforderung, die man aber
- dabei vor allem im europäischen Kontext beobachten kann, ist ähm ist vor allem jene ähm und das versuche ich jetzt ganz kurz zu halten. Ähm sind vor allem drei
- Herausforderungen, die man beobachten kann in diesen ähm in in den gegenwärtigen Ansätzen islamischer Umfeld Umweltethiken. Das ist zum einen
- eine Epistem die episthemische Engführung. Das meint vor allem die Übernahme eben wie wir hier schon stehen, fremder Deutungs und
- Problemlogiken. Was soll das konkret heißen? Das heißt, dass ähm wir beobachten können, dass muslimische Denkeren, gerade im europäischen
- westlichen Kontext, wenn sie islamische Umweltethik betreiben, gerne immer ähm auf äh reaktionär ähm auf äh Kritik reagieren,
- die total gar nicht an sie selbst gerichtet ist. Das heißt, sie beobachten, dass z.B. Religionen hier in Deutschland z.B. jetzt hier äh Kritik an
- christliche Traditionen z.B. geäußert werden im Sinne von, dass christliche Tradition anthropozentrische Denkweisen äh äh geprägt hätten und Musliminen
- reagieren quasi auf diese auf diese auf diese Kritiken ohne deutlich zu machen, dass es ja eigentlich ganz unterschiedlich so Zugänge in der
- islamischen Theologie oder Anthropologie gibt. So gibt es z.B. dieses Bild der Krone der Schöpfung, was ja unlängst schon in der christlichen Theologie äh
- sehr stark diskutiert und also und anders gedeutet wird, gibt es in dieser Form nicht. Oder die das Bild dieses ähm dies klassische Bild des Stellvertreter
- oder ebenbild Gottes finden wir zu Teil in der islamischen Mystik, aber ist kein im Konsensrendes Bild. Und wenn man dann versucht quasi eine islamisch auf eine
- Kritik einzugehen, die nicht auf sie selbst gerichtet ist, wird es schwierig. Und das merkt man vor allem dann, wenn es darum geht, dass den dass das Musl
- dass das Religion vorgeworfen wird, dass sie nur auf so einer moralischen Ebene verharren und normativ oder in der Handlung wenig bewirken würden würden.
- Und da gibt es ganz spannende Studien gerade aus dem Südafrikanischen, aus dem südostasiatischen Raum, auch mittlerweile aus dem nordfrikanischen
- Raum, die gerade zeigen, dass immer da, wo das Islam, wo äh islamisch rechtlich argumentiert wurde, wir durchaus Veränderung in der Handlung not
- gezwungenermaßen beobachten. hat man letztes Jahr vor allem am am der Diskussion um das muslimische Opferfest Marokko erlebt, die aufgrund
- ökonomischer muss man zu sagen als auch ökologischer Gründe das Opferfest letztes Jahr in Marokko ähm in der klassischen Form, dass jede Familie die
- es die Möglichkeit hat ein Tier schlachtet, nicht stattgefunden hat, weil der König und die muslimischen Rechtsgelehrten entschieden haben, dass
- aufgrund der zunehmenden Dürre und der damit einhergehenden auch Überteuerung von Preisen äh für die Bevölkerung darauf verzichtet werden sollte. der
- König quasi stellvertretend für alle Gläubigen Marokkos ein Tier schlachtete. Und auch hier merkt man, also durchaus gibt es eine Verknüpfung zwischen
- muslimischen Rechtskrämien, die Dinge beschließen, die dann in der in der Praxis zu zur Handlungsveränderung führen, die notezwungener Weise aufgrund
- von Rechtsbestimmungen, Rechtsbefehlen entstehen. Ähm bei der systematischen Engführung ist eben gemeint, dass wir beobachten können, dass viele ähm
- umweltethischen, islamisch umweltethischen Texte eben ähm dann moralisch argumentieren, sowas wie ähm weniger Fleisch essen oder weniger
- fliegen, aber eben ohne diese ontologische Grundlegung, also ohne die Frage, was es was das verwerfische eigentlich grundlegend darin wäre mit
- Blick auf die Verständnis davon, wie wir uns als Menschen überhaupt im Kosmos verorten. Also die Frage, also das Problem wird quasi nicht bei der Wurzel
- gepackt und das werde ich gleich noch mal näher ausführen. Und die hermenneutische Engführung, dass wir beobachten können, dass teilweise
- bestimmte Begriffe aus dem Koran gepickt werden, um daraus den Versuch zu um damit dem Versuch zu unternehmen ähm eine islamische Ethik zu legitimieren
- oder stark zu machen und man das Gefühl hat, dass da so ein bisschen Cherry picking geschieht, obgleich der Koran ja sehr sehr viele Ansätze bietet, aber da
- fehlt eben eine Systematik. ähm dem entgegen äh dem als Alternative entgegen ähm um um eine ein eine ein ontologisch grundgelegende
- Veränderung quasi äh vorzustellen, wäre schlage ich eben diesen dreischrittigen Weg vor von der Dekonstruktion zur Konstruktion zu Transformation, um eine
- theologische Annährung an eine relationalen Umweltethik zu bedienen. Das soll heißen, um das Problem quasi an der Wurzel zu packen und solche
- Rechtsaussagen wie jene, mit denen ich gestartet bin, erst gar nicht so weit kommen zu lassen, braucht es in erster Stelle vor allem der Dekonstruktion. Die
- Konstruktion meint hier vor allem, dass anthropozentrische Deutungsmuster sichtbar gemacht werden müssen, die das Verhältnis von Mensch und Mitwald
- Mitwelt bislang in islamisch theologischer Weise geprägt, aber auch begrenzt haben. Und das kann eben damit zusammenhängen, dass beispielsweise ähm
- entsprechende Narrationen, die verwendet werden teilweise sogar, um eher eine islamischen eine um ökologisches Bewusstsein zu stärken, äh verwendet
- werden, ohne zuvor sich die Gedanken darüber zu machen, inwiefern diese Narrationen, die verwendet wurden, auch problematische Auslegungen erlebt haben,
- um diese zu dekonstruieren. So sagt so, so gibt es z.B. den Vers Koran 2 äh also Sure 2, Vers 30. in welchem es heißt und als dein Engel und als sein Gott zu den
- Engeln sagte, ich werde auf der Erde einen beauftragten, also Chalif. Ähm, das ist häufig wird das auch übersetzt mit Stellvertreter, aber das das lassen
- wir mal äh das tun wir an dieser Stelle ganz klar nicht. Also ein Khialif, der Mensch wird quasi als Chalif auf die Erde entsandt, sagten sie sag ähm sagten
- die Engel, willst du auf ihr jemanden einsetzen, der auf ihr uneine anrichtet, Judofiaha und Blut vergießt, wo wir Engel singen und deine Heiligkeit
- preisen? Er sagt, ich weiß, was ihr nicht wisst. Und diese Auszeichnung des Menschen als Khalif wird häufig verwendet, um zu äh um um um
- darzustellen, dass der Mensch quasi etwas Besonderes ist in seinem Sein, was ja durchaus stimmt. Also der Mensch ist ja besonders inmitten von besonderem,
- wie ich so gern sage. Aber teilweise finden wir gerade äh punktuell vor allem in den Quellen von 19. und 20. Jahrhundert auch durchaus
- anthropozentrische Lesearten dieses Verses, die mit dieser Ernenung des Menschen als Khalif äh quasi als eine Vormachstellung des Menschen äh
- legitimieren, die quasi einen moralischen Anthropozentrismus legitimieren. Was also gemacht werden müsste, quasi im ersten Schritt, wäre
- das Anufzeigen anthropologischer Kernprobleme und dann auch die Abwertungslogiken zu entlafen. Ähm im im ersten Schritt, sprich zu dekonstruieren
- und zu überlegen, an welcher Stelle wurden diese Traditionen missbraucht äh oder verwendet, um zu begrenzen zwischen Menschen und Mitwelt. Und erst wenn das
- geleistet wurde, kann man im nächsten Tag im Schritt quasi die Konstruktion neuer Narrative gelingen lassen, um aus koranischen und und dazu gehört, dass
- aus koranischen und theologischen Quellen alternative Deutung rekonstruiert werden, die menschliche Besonderheiten nicht als überord
- Besonderheit nicht als Überordnung, sondern als eingebundene Geschöpflichkeit verstehen. Und das kann z.B. bedeuten, da gibt es eben ganz
- spannende an Ansätze, die ich versuche jetzt kurz zu halten, Blick auf die Zeit. Das kann z.B. will bedeuten, dass man hier versucht ähm vor allem eine
- anderen Zugang zum Text gelingen zu lassen. Wir finden z.B. ähm ähm gerade wenn wir die die Dynamik der Offenbarung uns anschauen, ist es eigentlich ganz
- spannend zu beobachten, dass ähm der dass die diese Ausdreichung des Menschen zum Chalifa etwas ist, was relativ spät in der Offenbarung stattgefunden hat.
- Also bevor quasi der Mensch zum Kalif ernannt wurde, können wir beobachten in den mekanischen Suchen, quasi in ersten offenbarten Suchen, dass der Mensch vor
- allem und primär b primär äh angesprochen wurde als Geschöpf Gottes in quasi in um ihn erstmal eins anzureihen neben den anderen Geschöpfen.
- Also der Mensch wurde primär als Geschöpf Gottes inmitten eines Schöpfungshauses immer wieder koranisch angesprochen und die Auszeichnung des
- Menschen fand quasi später erst statt und ähm da gibt's eben ganz ganz spannende Ansätze auch Mira hat dazu z.B. einen spannenden Artikel
- geschrieben, die eben aufzeigen, dass früherkanische so suchen und dir die Betonung der Gemeinsamkeit äh genau das bezwecken, dass quasi die geteilte
- Abhängigkeit der Geschöpfe hervorgehoben wurde. Und somit kommen wir zum letzten Punkt, der Transformationsm Transformationsmoment, dass wenn wir das
- äh verstehen und begreifen, dass z.B. so eine relationale Perspektive stattfinden kann. Wir ähm eine Verstrickung äh beobachten können, eine Verstrickung im
- doppelten Sinne. Relational ontologisch würde das bedeuten, dass man den Menschen als Teil quasi des Schöpfungshauses begreift und darin
- bereits Konsequenzen in dem im Sein im Handeln des Menschen äh festzumachen sein könnte. im nächsten Schritt dann aber erst aber auch Verstrickung im im
- methodischen Sinne, dass wenn das geschieht, die Notwendigkeit der Verstrickung mit anderen sichtbar gemacht werden kann. Und das führt dann
- eben zum guter zu guter Letzt zu den Transformation transformativen potenzialen theologischen Denkens, auf die ich dann gerne in der
- Diskussionsrunde eingehen würde, in den es vor allem darum geht, dass Religionen die Möglichkeit haben, wenn sie das erstmal Problem quasi an der Wurzel
- gepackt haben und die Relationalität von Mensch und Mitwelt gestärkt haben, Punkte wie ähm Hoffnung und Utopie, Verantwortung und Kritik nicht mehr als
- inflationäre Begriffe benutzen können, sondern als Potentiale, die quasi ähm affektive Veränderung in den äh in den in den bei den Gläubigen auslösen
- können. Und damit würde ich heute gerne meinen Vortrag abschließen und freue mich auf die Diskussion, die wir dann gleich haben.
- Ganz herzlichen Dank für diesen spannenden Input, der viel zu kurz ist aufgrund der äh limitierten Zeit. Man merkt, sie hätten da ganz viel noch zu
- sagen, aber es gibt ja noch die Möglichkeit später. Ich darf jetzt aber unsere zweite Referentin vorstellen, Frau Professor Claudia Gärtner. Sie ist
- Professorin für praktische Theologie mit dem Schwerpunkt Religionspädagogik an der Technischen Universität Dortmund. Außerdem ist sie Dekan in der Fakultät
- 14. Äh ihre Forschungsschwerpunkte liegen in der Religionspädagogik und Fachdidaktik, insbesondere in der Entwicklung
- Heterogenität sensibler Lernformen im Religionsunterricht sowie in empirischer Unterrichts- und Entwicklungsforschung. Dabei beschäftigt sich Frau Gärtner auch
- mit methodologischen Grundlagen religionspädagogischer Forschung und neuen Zugängen religiöser Bildung etwa über Kunst und Bilddidaktik.
- Neben Theologie und Erziehungswissenschaft haben sie ja auch äh Kunst studiert, wie ich gelesen habe. Ein Schwerpunkt der Forschung von Frau
- Gärtner liegt auf der Bildung für nachhaltige Entwicklung. Also die Frage, wie Menschen befähigt werden können, ökologische Krisen zu verstehen, ethisch
- zu reflektieren und verhandwort verantwortlich zu handeln. In diesem Kontext leitet Frau Gärtner aktuell das DFG Forschungsprojekt RBNE religiöse
- Bildung für nachhaltige Entwicklung, empirische Erforschung ihrer Wirkung auf das geplante umweltbewusste Verhalten von Haupt und Sekundarschülerinnen.
- Ein weiteres spannend klingendes Forschungsprojekt unter der Leitung von Frau Gärtner ist jenes zu Klimaskepsis intersektional Fragezeichen. Dabei geht
- es um säkulare und religiöse Narrationen gegen die sozialökologische Transformation in Deutschland. Somit verbindet ihre Forschung grundlegende
- religionspädagogische Fragen mit sehr konkreten gesellschaftlichen Herausforderungen unserer Zeit. aus ihren zahlreichen, wirklich
- zahlreichen Publikationen äh kann ich wieder wieder auch nur sehr wenige nennen. Zum einen Kunst im Religionsunterricht, empirische
- Erkundungen, heterogenitäts sensibler Lernprozesse erschienen 2024 Exess. Äh 2020 ist erschienen Klima, Corona und das Christendum, religiöse
- Bildung für nachhaltige Entwicklung in einer verwundeten Welt. Ein Beitrag äh im Handbuch Klimabildung ist 2025 erschienen mit dem Titel Mehr
- als Wissen. Der Beitrag des Religionsunterrichts zu einer transformativen Klimabildung. Ähm, Frau Gärtner ist auch unter anderem
- Miterausgeberin der Reihe Religionspädagogik in pluraler Gesellschaft erschienen bei Schöing und Brill und sie ist im wissenschaftlichen
- Beirat von Talking Hope, einer gemeinnützigen Werkstatt, die sich durch sozialinklusive Kommunikation, transformative Kampagnen und
- partizipative Bildungsprojekte für Demokratieförderung, Klimaschutz, soziale Gerechtigkeit und öffentliche Gesundheit einsetzt. Außerdem ist Frau
- Gärtner Mitglied in der Kunstkommission des Bistum Münster. Habe ich jetzt auch was Neues gelernt. Ähm Frau Gärtner, wir freuen uns nun auch schon sehr auf Ihre
- Ausführungen und bitteschön, Sie haben das Wort. Ja, ganz herzlichen Dank für die ähm ausführlich sehr freundliche Einführung.
- Ich freue mich hier dabei zu sein. Ich habe ich fremde immer ein bisschen mit Blue Button ähm und sehe mich selber gerade sehr verschwommen. Ähm ich weiß
- nicht, wie das ihnen geht, aber so müssen Sie jetzt mit leben. Ich kriege das jetzt so schnell nicht hingestellt. Also vielleicht ist das auch
- altersbedingt, dass da so ein Alters Filter drüber ist, um meine Falten ein bisschen wegzotuschieren. Ähm das soll aber nicht das Thema hier sein. Ähm, ich
- freue mich ähm sozusagen eine in doppelter Hinsicht äh noch mal eine andere Perspektive auf die Problematik ähm zu werfen, die äh Asmael Marui
- gerade aufgeworfen hat. Wir haben, wie Sie schon gesagt haben, sehr viel schon zusammengearbeitet und sind uns in sehr, sehr vielen Punkten sehr, sehr nah. Ähm,
- dass ähm ich ähm eigentlich der Unterschied zwischen uns vielleicht einfach ermeneutsch von der Herang gegensperspektive
- sie deutlich wird. Zum einen spreche ich jetzt aus einer dezidiert christlichen Perspektive und zum anderen spreche ich aus einer religionspädagogischen und zum
- Teil auch empirischen Perspektive. Und ich glaube, dass da ähm einfach vielleicht keine Widersprüche, aber vielleicht ähm ja ähm Reibungspunkte
- deutlich werden ähm durch diesen Perspektivwechsel, der jetzt in meinen Worten noch mal Einzug nimmt. Ähm, wenn ich heute zu Ihnen sprechen
- soll über Religion, Verantwortung und Nachhaltigkeit und erstmal diese drei großen Bereiche ähm sehe, dann kann man sagen, wenn man das als eine Beziehung
- betrachten würde, dann ist der der ja Beziehungsstatus relativ kompliziert, wie im folgenden deutlich werden soll. Wobei ich einschränkend sagen muss und
- das bin ich gespannt auf das Gespräch, ich spreche jetzt davon, dass der Beziehungsstatus im Christentum und für Christinnen und Christen kompliziert
- ist. Vielleicht sieht das bei Musliminnen und Muslimen zum Teil anders aus. Zu wäre zumindestens meine Vermutung.
- Ähm und wie gesagt, ich schaue unter anderem aus einer empirischen Perspektive als Religionspädagogin darauf und würde gerne erstmal so eine
- Beziehungsstatus ähm jetzt äh ein bisschen ähm empirisch wenden ähm und ähm feststellen, das ist die große Kirchenmitgliedsunter
- Mitgliedschaftsuntersuchung in Deutschland ähm aus der evangelischen Kirche, die aber auch Katholikin dieses Mal mit stark untersucht hat, dass man
- einen sogenannten religiösen Mind Behavior Geld ganz klar bei Christinnen und Christen sehen kann, denn äh bis jetzt die Studie hat noch mal sehr
- deutlich bestätigt, Religiosität hat so gut wie keinen positiven Einfluss auf das Klimabewusstsein. Jetzt sprechen wir erstmal von einer christlichen
- Religiosität, also, dass ähm wir vielleicht anders denken, dass wir andere Einstellungen haben, aber das Handel sich von Christinnen und Christen
- nicht auf ähm äh das Klimabewusstsein oder ökologisches Bewusstsein scheinbar niederschlägt, was erstmal ein ähm ja etwas ernüchternder ähm eine
- ernüchternde Erkenntnis ist. Äh, wenn man das noch mal so ein bisschen miliepezifisch reinzoomt, dann kann man da vielleicht einige Erklärungsmuster
- finden. Ich weiß nicht, ob sie diese Sinusmilie kennen. Ich will da gar nicht ganz tiefgreifend drauf eingehen, aber man versucht in diesen Sinusmilieös ähm
- milieöpezifische äh also die Gesellschaft miliepezifische ein bisschen aufzu dröseln und zu schauen, wo gibt's eigentlich anschlussfähige
- religiöse Milieus? Und da kann man jetzt hier einfach ganz grob sagen, das was Sie hier dunkelrot sehen, vielleicht auch noch was sie orange sehen, das sind
- eigentlich Bereiche von religiösen Grupp von gesellschaftlichen Gruppierungen, die religiös ansprechbar sind, stärker als andere Gruppierung. Und die
- dunkelblauen, da ist man hat man vielleicht noch Hoffnung, aber alles, was ziemlich weit, was sie ziemlich weit recht sehen, das hellblaue, da muss man
- schon sehr sehr viele Ressourcen einsetzen, weil es in der Regel religiös distanzierte Milieös sind. Jetzt blende ich da mal einmal eine andere Folie
- drüber quasi. Ähm, weil man hier jetzt genau wieder auch ein bisschen anders grafisch gestaltet, Sinusmilieus versucht dann aufzuzeigen, wo die
- sozialökologisch ansprechbaren Milieus äh sich befinden und die befinden sich grob gesprochen in den dunkelblauen Gebieten und wenn sie da sozusagen noch
- so zurückblicken, ähm das sind eigentlich die Bereiche, die wo nicht so stark Menschen sich drin beheimatet fühlen, die religiös ansprechbar sind.
- Das heißt, wenn man diese beiden ähm Erkenntnis zusammenbringt, dann kann man durchaus auf einer sehr oberflächlichen Ebene erstmal sagen, religiöse
- religiössprechen sind nicht unbedingt die klassischen Treiber sozialökologischer Transformation, also tendenziell eher
- Gruppierung, die diesen Fragen zumindestens distanziert gegenüber stehen. bei muslimischen Milus, das wäre die Frage auch noch mal, wo die sich
- befinden und wie die sozusagen sich hier vielleicht auch einordnen lassen. Ähm, wenn man noch mal ein bisschen genauer reinschaut, entdeckt man sogar
- nicht nur, dass ähm sich ähm religiöse Milieus etwas vielleicht distanziert oder neutral ähm sozialökologischen Fragen zuwenden, sondern dass es auch
- religiöse Milieus gibt, die äh eine Stärke Fremdenfeindlichkeit zeigen, die sich eher in traditionellen Geschlechterrollen orientieren und die
- auch den menschengemachten Klimawandel stärker leuten. Auch diese Milieus gibt es im religiösen Bereich. Und wenn man das noch mal sich so ein bisschen
- grafisch anguckt, das sind ganz besondere religiöse Menschen mit einer besonderen Religiosität, die man kann man dogmatische Religiosität nennen
- kann. Das sind ähm ist eine Religiositätsform, die stärker autoritär ausgerichtet ist, mit rechten Einstellungen einhergeht und ähm die ähm
- auch eine sozialökologische Transformation stärker ablehnt. Wenn Sie diese kleine gausische Verteilung hier sich im rechten Bereich angucken, dann
- sind es ungefähr 25%, die tendenziell eher diesem dieser Form von Religiösät zu sprechen. 50% sind unprofiliert und 25 sind die liberal
- Welt offen die eine besondere öff off Öffnung auch für sozialökologische Transformation haben. Ich will jetzt nicht stärker auf diese 25%
- Rechtsautoritäre eingehen, aber man kann durchaus sehen, dass diese einen stärkere ja eine Brücke beschreiten können, auch in rechte Ideologien oder
- wo Religion unter Umständen diese Brückenfunktion auch einnehmen kann. Das ist relativ stark in den letzten Jahren ähm noch mal untersucht worden. Hier
- sind zwei Literaturangaben dazu und ich selber habe das mal auch ähm untersucht an einer sehr rechten recht bis rechtsextremen Naturzchutzzeitschrift.
- die Kehre ähm die auch sich christlich ähm ja ausdifferenziert, wo auch viele Beiträge aus einer christlichen Perspektive kommen, wo man diese 25%
- rechtsautoritäre zu Zugänge auf ähm ja ökologische Fragen sehr sehr gut rekonstruieren kann. Ähm, blickt man jetzt sozusagen auf die
- 25% ungefähr, die eher äh religiös so eingestellt sind, dass sie liberaler ähm eingestellt sind, dann ist diese liberalen Welt offener Haltung ähm
- durchaus etwas, was für sozialökologische Transformation eher förderlich ist. Das sind Personen, die eine höhere ähm Sensibilität für
- religiöse Pluralität zeigen, die eher so auf eine individuelle Spiritualität zielen, wo so Begrifflichkeiten wie Fairness oder KE ähm eine große
- Bedeutung haben, sowohl eine kehr in Hinblick auf sich selbst, aber auch in Hinblick auf andere und die sich tendenziell stärker durch ein soziales
- und auch religiös begründetes Engagement einsetzen. Also, wenn wir das sozusagen ein noch mal vielleicht als kleinen Zwischenstop,
- das was ich eben als komplizierten Beziehungsstatus markiert habe, ähm müsste man noch mal einmal sozusagen als Zwischenfazit festhalten. Ähm religiöse
- Milieus sind in keinster Weise von sich aus erstmal religiös, sozialökologisch anchlussfähig, sondern es gibt da eine große Diversität und zum Teil auch
- starke ähm Hinderungs ähm Gründe oder Milieös, die dem sehr sehr skeptisch gegenüber stehen. Das Ganze können wir jetzt auch noch mal
- ähm soziologisch sprechen. Ich will mich da gar nicht zu lange mit aufhalten. Äh viele von ihnen kennen wahrscheinlich diese Studien auch von ähm von ähm Mau
- und Lux ähm die geguckt haben, wo sind eigentlich Triggerpunkte im Bereich von Polarisierung und gesellschaftlicher ähm Konstituierung gerade. Und dort wird
- immer wieder festgestellt, also gerade auch diese sozialökologischen Fragen, die sind immer stärker werden, die zu einer Konfliktfrage, also an der
- Bratwurst, das ist in Deutschland das große oder die Currywurst ist die Grillwurst, das große Thema, an dem ähm Gesellschaften sich wirklich auseinander
- dividieren lassen. Und das ist eigentlich eine Art Klassenfrage im Werden. Geh da nur einfach sogar einmal kurz das zu zeigen. Es gibt von
- Ebersberg und andere, die haben tatsächlich so versucht so verschiedenste Konfliktarenen aufzuzeigen und stellen fest, es gibt so
- drei Milieus hier wiederum defensiv reaktiv reaktives Spektrum, ein konservatives Spektrum und dann das ökosoziale Spektrum. Und ähm religiöse
- Personen lassen sich in eigentlich in allen drei Spektren äh wiederfinden. Ähm aber diese Spektr unterereinander sind von ganz ganz vielen Konflikten geprägt,
- die quer durch diese Milieus gehen. Wir können im Gespräch gerne drauf eingehen, aber das ist auch noch mal ein Zeichen dafür, dass ähm Religiö Religion äh
- durchaus ein sehr diverses und auch konflikt behofft das ähm Verhältnis zur sozialökologischen Frage auch aufzeigen kann.
- Was ähm kann sozusagen auch hierauf ein Antwortversuch sein von Theologie, Religion und Kirche, um diesen Beziehungsstatus vielleicht etwas
- weniger ähm ähm problematisch zu machen? Der klassike klassische Antwortversuch dabei ist darauf ist mit Schöpfungsbewahrung oder
- Schöpfungsbeantwortung zu argumentieren. Äh was tatsächlich auch eine Brücke sein kann zwischen den verschiedensten Milieus, weil es einerseits um
- sozialökologische Fragen geht und gleichzeitig dieser Begrifflichkeit alleine schon ein konservatives und bewahrendes Moment inne hat. Also zielt
- auf eine affektive Ebene und es ist etwas, was erstmal ähm ja bewahrend konservativ und damit auch etwas beruhigend wirkt. Ja. Ähm, interessant
- wird es, wenn dieses sehr stark auch konsensfähige, dass wir die Schöpfung bewahren oder Verantwortung für sie haben wollen, wenn wir die tatsächlich
- das tatsächlich noch mal ähm auf eine ähm von der kognitiven auf einer Handlungsebene ziehen, dann können wir ganz schnell sehen, dass diese ja dieser
- Antwortversuch hochgeradige Sprengkraft hat. Ich habe das einmal an einem kleinen ähm Thema äh versucht aufzuzeigen. Das sind alles hier, was
- Sie rechts sehen in dem Bild, Schlagzeichen der ähm katholisch.de ähm Internetseite, als es ein neues ähm Expertenpapier der Bischofskonferenz
- gab, die in Anschluss an Lauderzi umsteuern in Agrarpolitik wollte. Also die Bischofe haben es beschlossen. Am nächsten Tag kommt der Bischof
- Vorderholzer, der sich davon distanziert. Kurz danach sagt die Bischofskörf: "Sorry, war alles eine Fehlerinterpretation." Und dann kommt
- ein Wirtschaftsethiker und sagt wiederum: "Ach ja, das können wir doch verteidigen, weil die Agrarstudie doch auch eigentlich mit
- Schöpfungsverantwortung einen guten Punkt gefunden hat." Also, da merkt man, wenn es konkret wird, in die äh in die Handlungsebene hinein, auch da hat
- dieses eher konservativ bewahrende Moment von Schöpfungsverantwortung, Schöpfungsbewahrung totale auch im innerkatholischen Bereich totale
- Sprengkraft. Was folgt daraus? Kurz gesagt, wir sehen in der Gesellschaft gerade eine starke Transformationsmüdigkeit.
- Wir sehen Rückschritte auf allen Ebenen von Klimaschutz und sozialökologischer Transformation, sowohl auf der Ebene des Verhaltens, der Kognition auf der
- Emotion. Wir haben von Rechts und von Rechtsextrem Rechtspopulismus ähm starke ähm auch ähm Kritik oder auch Hindernisse und Anfragen ähm die an
- diese Thematiken gehen. Und mein Zugang wäre jetzt, und da spiegelt sich glaube ich etwas zu dem Vortrag auch von Ashmaufi,
- dass es nicht nur um Wissen geht, sondern dass wir auf Emotionalität vielleicht noch mal stärker als vernachlässigte Dimension schauen
- müssen, denn die ganzen Veränderungen, die derzeit ähm gesellschaftlich anstehen und die auch in sozialökologischer Transformation
- notwicht sind, die fördern Angst, Trauer und auch Wut. Wenn es viele Veränderungen gibt, kurz gesagt, sind viele Menschen auch überfordert und
- gestresst und es zeigt sich, wenn es noch komplexer wird, auch viele an Unsicherheiten, Zweifel und dann häufig auch an Reaktanzverhalten.
- Das was da deutlich geworden ist, das bezeichnet mal Melki als Edge Emotions, also sozusagen so Emotionen, die die etwas hervorrufen,
- die triggern und hat versucht das ähm lässt an sozusagen einen Kreislauf noch mal deutlich zu machen. Das ist jetzt ähm ein Aufsatz von Grundet all aus der
- Bildungswissenschaften, den sie auch in der Literatur noch finden, die versucht haben mal die Emotionen zu fassen, die bei sozusagen Transformationen ähm eine
- Rolle spielen. Und das man kann so man kann hier ganz gut sehen, dass es von der von eigentlich negativ geprägten Emotionen, die durch neue Erfahrungen
- herausgerufen werden, ähm über Reflexion und Gemeinschaftsblick darauf es zu einer Transformation und auch zu einer Umdeutung von Emotionen kommen kann. Was
- aber wichtig ist, dass gerade am Anfang dieser Prozesse ganz häufig negative Emotionen stehen und dass das eigentlich auch normal ist, dass Menschen auf auf
- Veränderungen und auf Neuerungen und auf Herausforderung erstmal negativ reagieren. Ja, sie haben eben schon mal erwähnt, dass ich ähm auch in deiner ähm
- in dem Vorstand von Talking Hope stehe. die haben ähm das ist diese ähm dieser diese Institution hat ähm stark Jugendliche untersucht ähm die ähm
- sozial benachteiligt sind, wie sie zu diesen ganzen Fragen stehen. Und ähm dort eine zentrale Ergebnisse ihrer Studie dabei war ganz stark, dass ähm
- Jugendliche tatsächlich diese negativen Emotionen stark haben. ähm sicherlich auch andere erwachsenen Personen und dass aber ähm gerade hier bei diesen
- Jugendlichen ähm sozusagen eine positive Sinnstiftung, Identitätsbildung äh schwierig ist und ausbleibt, hoffentlich und dass sozusagen Hoffnungsnarrative
- ganz wichtig sind, um von diesen negativen Emotionen ähm zu einer hoffnungsvollen und auch positiveren äh Grundhaltung ähm geführt werden kann.
- Und dieses Thema Hoffnung als vernachläscht dieses Thema blinkt auch in anderen Fachdisziplinen auf. Also wo man es vielleicht nicht verbutet. In der
- Politikdidaktik ist das seit einigen Jahren ein großes Thema Emotionalität und Hoffnung. Ähm was auch dann ähm in der religionspädagogischen ähm Diskursen
- wieder aufgegriffen wird. Und ich gehe hier exemplarisch einfach ähm mal auf unter anderem auf äh Bernhard Grümmer ein ähm der das noch mal äh bricht in
- Hinblick auf ähm Religion oder christlicher Theologie und zu sagen, hat wenn wir über Hoffnung und Hoffnungsnarrative sprechen, dann hat
- das Christentum eigentlich relativ viel zu bieten. nämlich das Christentum kann vielleicht dazu beitragen, dass private Hoffnungen, die manche Jugendliche auch
- haben, die noch mal geöffnet werden auf gesellschaftliche und politische Strukturen, dass das Christentum utopisch visionäre Potenziale auch
- freisetzen kann und Welt noch mal anders denken kann und auch zu anderen Handlungen ermutigen kann und dadurch auch die Subjekte noch mal gestärkt
- werden können. Also ein großes Plogier für die Hoffnung. Ähm, wenn man also noch mal genau schau, was sind jetzt genauso
- Hoffnungsnarrative ähm, die wir religionspädagogisch vielleicht in diese schwierige Situation einbringen kann, dann wäre es zu kurz gegriffen, einfach
- noch mal inhaltlich ähm inhaltliche Motive aus dem Christentum noch mal aufzuzeigen, zu sagen, wir müssen halt nur hoffen auf Paradies, auf irgendwie
- den Beistand Jesu oder ähnliches, sondern Hoffnung eher als eine adverbiale Bestimmung oder als eine modale Bestimmung ähm das Welt
- und das Tun und das gemeinsame schaffen Hoffnung stiffen kann und dass ich in meinem Tun in meiner Weltusrichtung, da bin ich noch mal ganz stark auch bei
- Asmael Marufi, hoffnungsgetragen bin und dadurch auch sozusagen Hoffnung auch im Tun sich zu realisieren wird. Ähm ich verzichte auf Zeitgründen das Zitat von
- Luisa Neubauer ähm was auch theologisch noch mal aufgegriffen wird vorzulesen. Vielleicht haben Sie mittlerweile auch schon reingeschaut.
- Also ähm diese Hoffnungsnarration weniger als starke große transzendenzbezogene Hoffnungen zu formulieren, denn die sind häufig auch
- äh bei Jugendlichen Schülerinnen ähm nicht überzeugend, wenn ich von Paradiesvorstellung oder einfach von Erlösung durch Jesus Christus spreche,
- sondern eher auf kleine altersbezogene Hoffnungsnarrative zu setzen. Ähm und die Herausforderung, die religionspädagogisch hiermit kommt, wäre
- diese ähm großen ähm transzendenzbezogenen Hoffnungen in Altersnarrationen ähm ähm plausibel zu machen,
- Anknüpfungspunkte zu zeigen und ähm Übergänge zwischen kleinen Alltagshoffnungen in die großen religiösen Hoffnungen auch zu finden.
- also Hoffnung auf religiöse Hoffnung anzubieten und in ähm in von dem Alltag auf die großen Hoffnungsnarrationen überzuführen.
- Also mein Plädier wäre dadurch für eine BNE zu pläieren, die tatsächlich modale Hoffnungen in den Mittelpunkt stellt, kleine Hoffnungen präsentiert,
- emotionales Lernen ernst nimmt und darüber hinaus auch Schülerinnen und Schüler oder Jugendliche ähm zu empowern und tatsächlich sich auch politisch
- unter Umständen auch artikulieren zu können. Ähm das kann und das wäre jetzt meine Frage, damit biege ich auch quasi auf den Schluss zu. ähm ähm wäre die
- Frage, wie kann das jetzt sozusagen auf Lernprozesse in Lernprozessen möglich sein? Und ich habe jetzt mal so ein paar Beispiele gebracht, einfach mal zu
- schauen, wie kann stärker ein emotionales, getragenes ähm aber vielleicht auch hoffnungsbezogenes ähm Lernen ähm möglich werden. Das haben
- viele medialen mitgekriegt. Ähm ich vermute oder eine meiner Thesen wäre ähm stark dort auch nicht wissensbezogen, sondern auch vielleicht ästhetisch
- liturgisch, spirituell drauf zu schauen. Also das Reium für den Gletscher, was letztes vorletztes Jahr stark medial präsent war. Also tatsächlich offensiv
- Trauerprozesse anzugehen als ersten Schritt des emotionalen Lernens als eine fast vignette. Das ist etwas, was wir in auch im säkularen Kontext stark gerade
- auch im künstlerischen Bereich gehen. Vielleicht haben einige die Installation seit 2015 von Naason ähm äh mitbekommen, der an unterschiedlichen Ecken der Welt
- immer wieder Gletscherteile von schmilzenden Gletzern präsentiert und Menschen die Möglichkeit gibt hier tatsächlich von einer sterbenden Welt
- oder von sterbenden Gletschern emotional auch Abschied zu nehmen. Also Trauer, emotionales Lernen, das ist auch religiös aufgegriffen worden. Ähm, ich
- ähm aus Zeitgründ spiele ich da jetzt nicht rein in die Liturgie, wo ähm Papst Leo ähm diesen so ein Eisbrocken des eines sterbenden Gletschers aufgenommen
- hat in einer Liturgie und versucht hat, das zu verwandeln, dies in seinen Fürbitten und in seiner Predigt aufgenommen hat und sagt also von der
- Trauer überzuleiten in verwandelnde Prozesse, was ich ein ziemlich starkes ähm Symbol noch mal fand. Wir haben das selber in dem
- religionspädagogischen Projekt, empirischen Projekt, was eben schon angesprochen wurde, auch mal versucht auch noch mal ganz konkret umzusetzen,
- indem wir über Psalmen ähm die Schönheit von Schöpfung betonen, versucht dieses emotional in Form von Hoffen und danken Ausdruck zu verleihen. Hier sehen Sie
- ein paar Beispiele, wie Schüler innen damit gearbeitet haben. Das sind sozusagen Transformationsversuche, wie wir das in Lernprozesse reinbringen. Und
- ich habe davon gesprochen, dass ich empirisch drauf gucke und das würde ich jetzt gerne Ach so, da eine Folie noch, die da, wo wir vielleicht gleich drauf
- eingehen können. Im Lernprozess haben wir gemerkt, dass wir sehr viele muslimische Schülerinnen dabei hatten, wo wir erst gar nicht von ausgegangen
- sind, weil es katholische ein katholisches Lernangebot war. Zanegen haben wir das auch versucht noch mal ähm durch äh Bezüge der muslimischen
- Tradition auch aufzugreifen. Und erste Ergebnisse davon ähm kann ich Ihnen ähm nur ganz kurz andeuten. Ähm dass wir hier durchaus gesehen haben in
- diesem emotionalen Hoffen, danken, Trauer, Abschiedslernen, dass Schülerinnen und Schüler da tatsächlich auch ähm ja drauf eingegangen sind und
- auch Sorgen, Ängste, aber Hoffnungen skizzieren konnten. Da würde ich gerne gleich im Gespräch auch noch mal äh auf Unterschiede zwischen muslimischen und
- christlichen Schülerinnen eingehen, weil ich da ganz spannende Thesen, wie ich finde, habe und würde die gerne auch gleich einfach noch mal diskutieren. Ich
- möchte aber trotzdem auch noch mal ein Ergebnis äh hier kurz zeigen, äh was vielleicht noch mal ein guten Bogen zum Anfang äh Anfang ähm schlägt. ähm also
- sozag ein Ergebnis des der Papstmesse, der sozusagen auch da mit Trauer und Transformation mit diesem Eisblock äh versucht hat, sozialökologische
- Transformationsprozesse ähm zu unterstreichen. Er hat sehr, sehr viele Reaktionen im Netz darauf auch hervorgerufen und diese Reaktionen kamen
- vornehmlich von sehr rechter Seite. Sie sehen, dass die Klimasektor hat im den Vatikan unterwandert, Eisblockstadt Evangelium, der Klimawarn im Vatikan und
- vielleicht ganz kurz, also als vielleicht das treffenste und desavierendste noch mal, hast du auch hast du noch eigentlich alle Tassen im
- Schrank? das sozusagen auch noch mal ein eine Reaktion und damit auch sozusagen auch noch mal ein Ergebnis, was sozusagen auch ähm in religiösen
- Kontexten, wenn ich ähm auch über eine emotionale ähm hoffnungsgeleitete oder verwandlungsgemiteten Blick auf sozialökologische Transformation äh
- Ziele, was das auch wiederum für Ergebnisse hervorruft. Und mit diesen ähm ja vielleicht auch etwas äh desillusionieren oder sehr krassen
- Beispiel möchte ich gerne hier einmal enden. Vielen Dank, Frau Gertner, für diese empirischen Einblicke auch, die Sie uns
- äh gegeben haben und spannende sehr spannende Einblicke. Ähm Sie beide haben jetzt die Möglichkeit, sich aufeinander zu beziehen, aufeinander zu antworten
- oder noch etwas nachzufragen. Äh ca. 10 Minuten haben wir dafür eingeplant. Vielleicht möchten Sie, Frau Gertner, gleich fortsetzen.
- Ähm ja, kann ich ähm kann ich versuchen. Ähm ja, also vielleicht sozusagen vielleicht verbindet sich das ganz gut ähm von
- unserer kleinen empirischen Studie, die wir die wir machen mit Schülerinnen und Schülern ist im Haupt Sekundarschulbereich, wo auch die die
- Lernbeispiele waren. Ähm, da haben wir, obwohl es katholische Angebote gemerkt, dass plötzlich sehr, sehr viele muslimische Schüler dabei waren, da
- haben wir auch dank deiner Mitarbeiterin erstmal ähm noch mal geguckt, dass wir das auch, dass wir auch muslimische Lernangebote machen und haben
- festgestellt, dass die ähm Schülerin noch mal sehr untersch oder zum Teil unterschiedlich damit umgegangen sind, dass also wirklich Religion in der
- sozialökologischen Fragestellung stark von muslimischen Schüler in reingebracht worden sind, von christlichen Schülerinnen weniger stark bei allen bei
- vielen Lernprodukten, bei vielen auch, wie sie sozusagen sich positioniert haben. Das fand ich erstmal ein sehr spannenden Befund. Ähm und zugleich äh
- war aber auch etwas, was wir was wir so festgestellt haben und da würde ich gerne an dem Anfang deines Vortrags noch mal kommen. Ich bin total bei dir ähm
- wie du das beschreibst, dass es nicht um eine juristische Logik geht, dass es nicht um Gesetze geht, ja, sondern und s dass es nicht um Wissen geht, sondern
- dass es um die Beziehung zur Welt geht. Ich glaube, das ist in meinem Vortrag auch deutlich geworden. Wir haben aber bei unseren Schülerinnen und Schüler
- festgestellt, dass ganz stark da in den Produkten, in der Argumentation natürlich diese gesetzliche Logik reingekommen ist. Ja, also was ich tun
- darf, was ich nicht tun darf, damit aber ein totaler Drive in diese sozialökologischen Gespräche zum Teil gekommen sind. Also mit was für einer
- Ernsthaftigkeit dann gesagt wag ja, ich muss aufpassen auf die Welt und ich ich kann da doch nicht so sorglos sein. Also da war diese gesetzliche Logik, die du
- mit guten Gründen natürlich auch kritisch siehst, die aber den Diskurs bei den Schülerinnen und Schülern sehr sehr vorangebracht hat. Ja, also wir
- sind am Anfang der Auswertung, müssen mal gucken, wo da vielleicht auch noch Stolpersteine sind, aber das ist so was eine oberflächliche Wahrnehmung dieser
- Gespräche ähm zeigt. Und das fand ich super spannend noch mal und ja, das wäre so eine Reaktion von mir ähm auf ähm auf deinen Vortrag und der vielleicht so die
- Brücke zwischen unseren beiden Vorträgen. Ja, vielen Dank, Klaudia. Es hat mir große Freude gemacht, die zuzuhören und
- noch mal das ganze auch empirisch noch mal zu sehen. Und das ist das, was du ansprichst, ist ja genau ein ein klassisches Phänomen, dass wir
- beobachten können. Äh vor allem auch bei Musliminnen, sowohl in Deutschland. im europäischen Kontext als auch im globalen Süden gibt es leider inzwischen
- mehr Studien zu der Thematik. ähm, dass wir auf der einen Seite aufgrund einer sehr starken Rechtstradition in der islamischen Theologie und auch in der
- gelebten Religiosität in der Tat viele Muslime einfach viel ähm über klassische Rechtsfragen mit gut umgehen können. Ja, und das bekomme ich
- auch oft gespiegelt oder vermittelt von meinen Alumnis, also von unseren Studierenden der islamischen Theologie, die an die Schulen gehen, die dann
- sagen, das was die Schüler innen oft umtreibt, ist darf ich jetzt Organe meine Organe spenden? Ist das erlaubt? Also halal Haram sind die Begriffe
- erlaubt oder verboten. Darf ich bei McDonald's essen, obwohl das Fleisch aus der Massentierhaltung stammt und dann auch nicht halal geschächtet ist? Also,
- das sind so diese Fragen, die natürlich ethische Implikationen mittragen. Das würden sicherlich auch fast alle nicht nur fast, sondern alle meine äh
- Kolleginnen aus den Rechtswissenschaften, aus den islamischen Rechtswissenschaften und der Normenlehrer äh so äh unterschreiben.
- Aber nichtsdestotrotz ist der Blick auf die Frage, kann diese kann dieser Zugang definitiv ein guter Zugang sein, um akute Herausforderung schon mal
- einzudämmen, aber nachhaltig verändern sie eben wenig, um sowohl mit Blick auf ökologische Herausforderung, aber auch mit Blick auf patriarchale Perspektiven,
- also sexistische ähm rassistische und so weiter und so fort. Alleismen grundlegend etwas darin zu verändern. Ich glaube, das ist so die
- Herausforderung, die ich sehe und vielleicht darum da das abzuschließen. Das fand ich eben besonders spannend, deshalb auch mein Beispiel mit Marokko
- oder vor allem eben in Südostasien, vor allem zu nennen Indonesien und Malaysia sehen wir eben, dass da ganz viel auch über diesen Aspekt der Zusammenarbeit
- mit Rechts ähm Rechtsgremien, muslimischen Rechtsgremien gearbeitet wurden und dadurch auch ganze ähm Gemeinden auch durch über Moscheen
- hinweg Veränderungen äh herbeigeführt haben. Es ging konkret um die Überfischung der Meere in Indonesien beispielsweise, aber in der Konsequenz
- beobachten wir, wenn man dann nachfragt, was ist die Motivation und so weiter und so fort, dass das nicht immer eine dann grundsätz grundlegend intrinsische
- Motivation ist, auch nicht immer ein grundsätzliches Verständnis für die Sache. Und das ist der Punkt, an dem ich eben sage und das sagen viele vor allem
- vor allem viele viele Denker aus dem globalen Süden, die sich stark machen für die Kopplung dieses dieses Diskurses. Und deshalb wir gerade in den
- letzten Jahren viele aus der Befreiungstheologie kommen und sehr viel auch intersektional argumentieren und sagen, gerade wir aus den globalen Süden
- dürfen das Problem nicht punktuell betrachten. Das funktioniert nur, wenn wir das Problem als grundsätzliches Problem eines immer noch auch kolonialen
- Erbens, ne, dass wir auch unsere eigene Theologie dekolonialisieren müssen beispielsweise und und das glaube ich aber, also ich habe ein großes Thema
- geöffnet. Gibt's noch weitere Anknüpfungspunkte, die Sie gegenseitig besprechen möchten?
- Ja, Sie nicken vor allem. Bitteschön. Ja. Ich eigentlich kann ich nur ich wollte was was mir nur wichtig war noch zu erwähnen, war, dass ich es eben
- besonders stark und spannend finde auch noch mal zu sehen den Aspekt der Hoffnungsebene. Also ich glaube auch ganz ganz stark daran, dass das ein
- wesentliches Potenzial der Islam der Theologie in der Zukunft bieten wir wird. Also die Frage danach ähm wie Theologien mit dem Thema der
- Emotionalität auch umgeht und welche Ernsthaftigkeit sie dem Thema zu we beim ist und insbesondere mit Blick auf den Umgang mit zunehmenden Krisen, die wir
- beobachten können. So, es gibt ja mittlerweile zahlreiche Studien, das weiß kann Claudia besser anführen als ich, dass gerade junge Menschen ja auch
- zunehmende Ängsteängste bilden und ich glaube, dass gerade die Theologien da spannende Antworten bereit
- berat haben und ich glaube aber, dass wir das war nur meine Ergänzung, dass ich denke, dass das aber ein zweifacher Weg ist. Also einmal Emotionen oder
- Blick auch der Hoffnung der Emotionen mit Blick auf den Umgang auf Krisen. Also, dass man, dass da da Religionen helfen können mit Blick auf Hoffnung und
- empowern, also nicht im Sinne von naiven Optimismus, ja, wie ich immer so schön sage, sondern eher so dieses Stü etwas hoffnungsvoll, also auch dieser
- Handlungsaspekt ist wesentlich, dass der eine Strank ist und der andere Strang, der aber ebenso wichtig ist, ist das Thema der Emotion Blick auf das andere,
- das mir begegnet und das finde ich kommt oft verkürzt und gerade der islamischen Tradition finden wir da sehr schöne Aspekte, sehr schöne Tradition mit Blick
- auf Emotionen, die Bäume, Also auch für Entitäten, die wir als nicht lebendig betrachten würden, also Mensch geistliche, die geweint haben, weil die
- Blume gepflückt wurde und die Preis Gottes reduziert wurde, wirkt jetzt erstmal total melodramatisch. Aber auch das impliziert ja etwas, das impliziert,
- dass das äh lebendige seiende, das geschaffenes betrachtet wurde, dem durchaus Emotionen äh mit mit Emotionen verbeziehung der mit dem mit Emotionen
- verbunden kann sein kann. Deshalb ist das für mich ein zweifacher Weg, sowohl Emotionen mit Blick auf Umgang mit den eigenen Gefühlen, mit Blick auf Krisen
- und Emotionen für die anderen Entitäten, die den die wen wir uns begegnen. Ja, ich glaube, also wir haben ja auch noch christliche ähm Tierehika hier
- unter uns, glaube ich, im Publikum. Ähm, vielleicht können wir das gleich auch noch mal weiten, aber mein meine Wahrnehmung ist auch, dass der Koran da
- durchaus äh viel äh ja emotionalere Bilder und und auch auch Angebote noch mal hatte, dass es das Christentum hat. Also da beneide ich euch auch ein
- bisschen drum, dass es so ist. Ähm das äh deswegen kann ich da total mitgehen, was du sagst. Ich glaube, dass das braucht es auf jeden Fall und was es
- glaube ich auch braucht, aber das ist religionspädagogisch schon auch noch mal schwierig, das zu konstruieren, ist glaube ich das, was du eben auch sagst.
- Wir haben Jugendliche, die ähm wirklich auch ähm ängstlich sind, die die die sehr negativ geprägt sind, die aber trotzdem, das finde ich eine ganz
- interessante Spannung, das hat die Studie auf Talking Hope herausgelt, im privaten Kontext ganz häufig doch noch viel an Hoffnung haben, dass man privat
- was erreichen kann, dass es aber nicht gesellschaftlich gespiegelt wird. Und ich glaube, das ist auch so ein Bereich, den wir vielleicht auch noch mal
- religiös noch mal angucken müssen, wie eigentlich privat und gesellschaftlich so zusammenhängt oder wo auch das die Fallstrecke da drin sind. Ja, also ich
- ich habe den European Song Contest nicht geschaut, sondern nur die 2 Sekunden oder 10 Sekunden, die in den Tagesschau da kamen, aber wo die Sängerin sagte ja,
- ich das ist ein Zeichen an dich zu glauben und wenn du an dich glaubst, wir können alles wir können sozusagen über uns so ja äh individuell. Genau, ich
- glaube individuell, dass ich mit meinem Leben alles reißen kann. Aber wenn ich das sozial und gesellschaftlich nicht mache, ist das ja
- die absolute Ausnahme, dass eine vulgarisches Mädchen plötzlich in der Weltöffentlichkeit steht. Und was ist sozusagen sonst alles so auf der Welt?
- Also diese diese Übergänge hinzukriegen, das glaube ich ähm ist äh ist in der religiösen Hoffnungstradition noch mal ganz gut auszuloten, aber auch
- religionspädagogisch ähm äh eine schwierige Sache da, diese Übergänge ähm auch noch mal ähm ja so aufzubereiten und so ähm zu prägen, dass das auch eine
- Lernmöglichkeit für Schülerinnen und Schüler oder junge Menschen ist. Ja, vielen Dank. Ähm sehr spannend. Also, ich nehme mit, es geht um
- Beziehung oder um gestörte Beziehungen zur Welt aktuell. Hartmut Rosa spricht ja auch davon äh von diesen gestörten Resonanzbeziehungen und dass
- Transformation eigentlich nur möglich ist, wenn es eine Beziehung gibt. Man kann da auch sehr gut anknüpfen. Äh, ich möchte jetzt aber gern unsere
- Zuseherinnen