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Was 🫧 Filterblasen, Fake News 📰 und Algorithmen 💻 mit uns machen
Das Wichtigste aus dem Video
Tipp auf eine Zeit – das Video springt genau dorthin.
Transkriptautomatisch erstellt · 59 Zeilen
- Mehr als die Hälfte der Deutschen nutzt täglich WhatsApp und / oder Google. Mehr als ein Viertel YouTube, jeder Fünfte Facebook und gut 18 Prozent der Personen in Deutschland nutzen Instagram.
- Das überrascht euch jetzt wahrscheinlich nicht unbedingt, schließlich seid ihr gerade bei YouTube unterwegs, um euch dieses Video hier anzuschauen und vielleicht noch nebenbei bei WhatsApp oder sonst wo.
- Aber die Zahlen machen deutlich: Soziale Netzwerke, Suchmaschinen und co - in der Fachsprache auch Intermediäre genannt -
- sind sehr präsent in unserem alltäglichen Leben und zwar nicht nur um sich Katzenvideos anzuschauen - so genannten Cat Content, um ein Klischee zu bemühen -
- nein, wir nutzen Social Media auch immer mehr dazu uns über das Weltgeschehen zu informieren. Ganz besonders ist das bei den 14- bis 29-Jährigen der Fall.
- Mehr als drei Viertel von ihnen informiert sich mindestens einmal täglich über Politik, Wirtschaft oder Kultur bei den vorhin genannten Diensten. Ganz vorn dabei sind YouTube und Instagram.
- Sich zu informieren ist zunächst mal was Gutes. Schließlich sind Informationen und Wissen eine Grundlage dafür, dass wir uns eine Meinung bilden können,
- aber in sozialen Netzwerken zum Beispiel werden nicht nur seriöse Informationen verbreitet. Gerade zum Corona-Virus werden teilweise wilde Falschnachrichten geteilt - gerne auch von Prominenten.
- Was aber macht das mit uns? Ist es überhaupt gut, dass wir uns so viel in sozialen Netzwerken informieren oder sollten wir das besser lassen? Das schauen wir uns jetzt hier in diesem Video mal an und keine Sorge, ihr müsst nach dem Video nicht das Internet löschen - im Gegenteil.
- Erinnern wir uns noch einmal zurück an die klassischen Informationsmedien - falls ihr die noch kennt: Fernsehen, Zeitung, Radio
- Dort arbeiten Journalist*innen die entscheiden, wie sie welche Inhalte veröffentlichen. Man nennt sie auch Gatekeeper, also Türöffner.
- Sie müssen sich an verschiedene Regeln halten und sind Profis im Recherchieren. Das heißt, sie können seriöse von unseriösen Quellen unterscheiden und auch Quellen prüfen.
- Anders ist das in sozialen Netzwerken. Da kann jeder der einen Internetzugang hat Inhalte veröffentlichen. Das ist einerseits gut, führt aber nicht nur dazu, dass es eine unheimliche Informationsflut gibt,
- sondern auch dafür, dass sich im Internet Meinungen extrem schnell verbreiten können. Klar, man tippt irgendwas ein und schon kann man auf Veröffentlichen oder Kommentieren drücken und es ist rausgeblasen in die Welt.
- Wenn es anderen gefällt, dann kann es innerhalb von Minuten millionenfach geteilt werden. Niemand liest sich das Geschriebene nochmal durch, prüft es auf Richtigkeit und ich muss mich auch nicht an Sendezeiten halten.
- Das hat Vorteile, zum Beispiel haben dadurch mehr Menschen die Möglichkeit am öffentlichen Diskurs teilzunehmen und trauen sich das auch oder Dinge zu veröffentlichen.
- Auf der anderen Seite steigt dadurch eben auch die Menge an Falschinformationen. Bei einer Umfrage, die in knapp 40 Ländern durchgeführt wurde, gab mehr als die Hälfte der Teilnehmer an,
- besorgt darüber zu sein, was im Internet in Bezug auf Nachrichten wahr oder falsch ist. Also knapp die Hälfte der Leute macht sich da Sorgen.
- Und das auch zu recht, denn falsche Nachrichten - manche sagen dazu auch Fake News oder Hoax - werden meist mit Absicht verbreitet, oft mit einem ganz bestimmten Ziel, zum Beispiel um mit hohen Klickzahlen Geld zu verdienen
- oder etwa um andere zu manipulieren, Stimmung gegen bestimmte Personengruppen oder Organisationen zu machen. Solche gefälschten Nachrichten können also beeinflussen, was manche über bestimmte Dinge denken und das oft auch so
- dass man es gar nicht merkt. Klar, wenn viele Menschen etwa die Nachricht teilen, dass ein Politiker irgendwas falsch gemacht hat und ich das oft lese,
- dann glaube ich wahrscheinlich, dass da was dran sein muss. Möglicherweise vertraue ich diesem Politiker dann nicht mehr.
- Vielleicht wähle ich deshalb sogar seine Partei nicht mehr, sondern die Partei, die den Betrug oder den angeblichen Betrug aufgedeckt hat - ohne zu wissen, dass das alles eine Lüge war.
- Falschnachrichten können also drastische Folgen haben, unsere politische Meinung ändern und sogar unser Vertrauen in Personen, Institutionen, die Demokratie selbst beschädigen. Ein gutes Beispiel dafür sind die USA, in denen man das ganz gut beobachten kann.
- Nicht immer steckt hinter der Falschinformation aber ein Mensch, manchmal sind das auch Computerprogramme - sogenannte Social Bots -
- die solche Inhalte automatisiert erstellen. Klingt ein bisschen nach Science-Fiction, gibt es aber schon länger.
- Wahrscheinlich habt ihr auch schon mal mit einem Kundenservice-Bot einer größeren Firma gechattet. Wenn Bots allerdings politische Inhalte erstellen oder auch verbreiten,
- dann kann es das Stimmungsbild verzerren, indem sie ein Thema größer und wichtiger aussehen lassen als es wirklich ist. Postet so ein Bot hunderte Tweets über die Gefahren von - keine Ahnung - Erdbeermarmelade, dann denken Politiker und Journalisten vielleicht,
- dass Erdbeermarmelade ein riesengroßes Problem in der Gesellschaft sei. Das Thema gelangt damit in den öffentlichen Diskurs, dabei sind die meisten Einträge oder Likes dazu überhaupt nicht echt.
- Ist natürlich ein ausgedachtes Beispiel, aber beim Brexit-Referendum in Großbritannien sollen Computerprogramme tatsächlich massenweise politische Botschaften in den sozialen Netzwerken generiert haben.
- Wie groß die Einflussnahme von Social Bots auf die öffentliche Meinungsbildung tatsächlich ist, das lässt sich aber nur schwierig messen. Es gibt auch Wissenschaftler die sagen, das wird alles ziemlich überschätzt.
- Hinter solchen Bots stehen Algorithmen. Ganz vereinfacht gesagt bestimmen Algorithmen wie sich ein Computerprogramm verhalten soll.
- In sozialen Netzwerken entscheiden Algorithmen oft darüber, was wir auf unserem Feed - also unserer Startseite - so angezeigt bekommen. Zum Beispiel, dass mir Beiträge von Freunden oder Profilen die ich oft like häufiger angezeigt werden als Post die ich meistens ignoriere.
- Vielleicht ist das auch schon mal aufgefallen, dass in verschiedenen sozialen Netzwerken andere Inhalte angezeigt werden, als euren Freunden. Übrigens ist das auch bei manchen Suchmaschinen so.
- Das ist auf der einen Seite natürlich praktisch, weil das alles auf euch zugeschnitten ist. Wenn ihr z.B. Fußball liebt, dann bekommt ihr ziemlich viel Fußball angezeigt, bei TikTok, Instagram oder auf anderen Plattformen.
- Geht es aber um was relevanteres - gut, Fußball ist auch relevant für manche, aber sprechen wir über Politik, dann kann das zum Problem werden. Wenn man nur politische Weltansichten sehen, die unserem eigenen Weltbild entsprechen, ist das ganz schön einseitig.
- In diesem Zusammenhang spricht man oft von Filterblasen. Andere Meinungen werden aus meinem Feed herausgefiltert.
- Auch das trägt wieder zu einem verzerrten Meinungsbild bei. Der Eindruck entsteht, alle denken so wie ich.
- Das eigene Weltbild wird verstärkt, während andere mir nicht bekannte oder vertraute Ansichten ignoriert werden. Es kann den politischen Diskurs ganz schön schaden, denn eine Meinungsvielfalt, die eine Demokratie ja eigentlich ausmacht, geht dadurch total verloren.
- Und wenn ich immer und immer wieder was lese, kann es außerdem sein, dass ich meine Meinung daran anpasse, obwohl es vielleicht ursprünglich gar nicht meiner Überzeugung entsprochen hat.
- Vielleicht nehme ich dadurch sogar eine extremere Haltung ein. Das ist eine schwierige Sache. Tja und jetzt die große Frage: Müssen wir deshalb auf das Internet verzichten?
- Ne, natürlich nicht. Algorithmen und Bots sind ja erstmal einfach nur Techniken, die weder gut noch schlecht sind. Es hängt immer davon ab, wie wir das Internet und seine Mittel nutzen und damit umgehen.
- Uns muss bewusst sein, dass sich digitale Technologien auf unsere Meinungsbildung auswirken können und wie wir digital manipuliert werden können. Den ersten Schritt habt ihr jetzt schon mal gemacht, indem ihr hoffentlich ein kleines bisschen besser versteht,
- wie diese Mechanismen funktionieren. Natürlich gibt es aber noch mehr Tipps, wie man sich etwa davor schützen kann auf Falschnachrichten reinzufallen.
- Ihr solltet erstmal nicht alles weiterleiten und auch nicht alles glauben, was ihr zugeschickt bekommt. Schon gar nicht, wenn der Titel sehr reißerisch oder emotional klingt oder euch der Inhalt irgendwie seltsam vorkommt.
- Lieber erstmal den Quellen-Check machen: Schaut euch ganz genau an, wer das ganze verfasst hat.
- Handelt es sich zum Beispiel um einen Tweet von einem neuen Profil mit sehr wenigen Followern? Dann könnte sich ein Bot dahinter verbergen. Geht es um eine Website sollte man auf jeden Fall mal checken, ob sie ein Impressum hat, denn das ist Pflicht in Deutschland.
- Ist das nicht der Fall, dann ist Misstrauen angebracht. Hat der Autor seinen Namen angegeben und wenn ja, was ist das für eine Person?
- Natürlich solltet ihr euch auch mit dem Inhalt befassen. Fragt euch: Ist die Nachrichten neu oder hat jemand da möglicherweise was veraltetes rausgekramt, um seine These zu stützen?
- Verbreiten auch andere seriöse Medien die Nachricht? Verbreiten sie sie genauso oder gibt es da vielleicht wichtige Zusatzinfos, die bei der anderen Quelle weggelassen wurde? Auch Videos und Bilder könnten aus dem Kontext gerissen und auch gefälscht sein.
- Bei Fotos könnt ihr etwa die Rückwärtsbildersuche benutzen bei Google oder anderen Suchmaschinen und schauen, ob das Bild schon mal woanders in einem ganz anderen Zusammenhang gezeigt wurde.
- Wird eine Studie genannt, dann schaut euch die Studie mal genauer an: Ist sie aktuell und sind die Zahlen plausibel? Wer hat die Studie durchgeführt? Das klingt jetzt erstmal alles ziemlich viel. Das wichtigste ist aber, dass ihr kritisch bleibt und Dinge hinterfragt.
- Außerdem gibt es auch verschiedene Apps oder Seiten, die euch beim Quellen-Check helfen könnten, zum Beispiel hoaxsearch.com.
- Das ist eine Seite eines Aufklärungsvereins. Mehr dazu findet ihr unten in der Infobox verlinkt und noch ein Tipp: Wenn ihr aus eurer Filterblase rauswollt, dann könnt ihr auch mal bewusst Leuten folgen, die vielleicht
- eine etwas andere Meinung oder Lebenseinstellung haben als ihr. Außerdem kann es helfen, wenn ihr versucht weniger Daten von euch zu hinterlassen.
- Dann haben es die Algorithmen schwerer mit der Personalisierung. Ihr könntet zum Beispiel auch alternative Suchmaschinen benutzen und ab und zu mal alle Cookies löschen
- und natürlich kann man auch fordern, dass die Politik mehr gegen digitale Meinungsmache und Manipulation unternimmt oder dass die Plattformen selbst mehr dagegen vorgehen.
- Wenn ihr euch noch mehr für das Thema interessiert, dann könnt ihr euch unser Erklärvideo zum Thema Meinungsbildung anschauen und in der Infobox verlinken wir euch noch ein paar interessante Links, um noch ein bisschen weiter in das Thema einzusteigen.
- Seid ihr schon mal auf Falschmeldungen reingefallen? Schreibt uns eure Erfahrungen gerne unten in die Kommentare. Danke dafür, danke fürs Zuschauen und bis zum nächsten Mal!
Zum Nachlesen
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