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Die ersten Pharaonen: Wie das Alte Ägypten entstand (Dokumentation)
Das Wichtigste aus dem Video
Tipp auf eine Zeit – das Video springt genau dorthin.
Transkriptautomatisch erstellt · 225 Zeilen
- Das alte Ägypten 3000 Jahre Hochkultur am Niil. Die erste Weltmacht der Geschichte. In Krieg und Frieden schufen Pharaonen eine beispiellose
- Zivilisation mit prächtigen Städten, monumentalen Pyramiden und Tempeln gebaut für die Ewigkeit. Was war das Geheimnis ihres
- Jahrtausende währenden Erfolges? [Musik] Archäologen bringen Licht ins Dunkel der Anfänge des
- [Musik] Pharaonenreiches. Eine 5000 Jahre alte Steintafel gilt als Gründungsdokument
- des Staates. Ihre Bilder zeigen rohe Gewalt und unterworfene Feinde. Aber zeigen Sie die Wahrheit? Forscher sind auf der Suche danach, was
- zur Zeit der Dynastie Null wirklich geschah. Wie Ägypten geeint wurde unter einem großen Herrscher, Narma. [Applaus]
- Ägypten. Ein schmales Band ewig grünen Fruchtlandes zwischen lebensfeindlichen [Musik] Wüsten. Ausgerechnet hier in einer der
- trockensten Regionen der Welt entwickelt sich vor fünf Jahrtausenden Hochkultur, die länger bestehen wird als alle vor und nach
- ihr. Dieses Wunder hängt an einer Lebensader, dem Nien. An seinen Ufern wächst über Jahrhunderte eine einzigartige
- Zivilisation, die der Menschheit vieles hinterlassen wird. Unvergleichliche Monumente, die Idee eines
- zentralorganisierten Staates, die Grundlagen von Verwaltung und Diplomatie, den Glauben an die
- Wiederauferstehung und das ewige Leben. Die Geschichte des Pharaonenreichs beginnt, als ein König
- seinem Gott eine Palette opfert, die verkündet, er habe das Land geeimt. Was war geschehen?
- [Musik] Ägypten vor mehr als 5000 Jahren. Es ist die Zeit der Dynastie null. Etwa eine Million Menschen leben damals
- entlang des Nil. Fischer, Bauern, Jäger. Noch herrschen verschiedene Fürsten im Land. Es gibt kein geeintes Reich unter einem
- [Musik] König. Doch die Ankunft des königlichen Boten aus den Norden wird alles ändern. Wochenlang ist er durchs Land gereist.
- Er kehrt mit einer schicksalhaften Nachricht aus dem Delta zurück. Es geht um Krieg oder Frieden. [Musik]
- Die Botschaft ist für König Narmer, den Herrscher des Südens. Er will seine Macht ausbauen, sein oberägyptisches Reich mit den Gebieten
- Untergyptens [Musik] vereinen. Die Nachricht des Boten verheißt nichts
- [Musik] Gutes. Die Stammesfürsten im Niedildelta rebellieren gegen König Narmer. Sie wollen ihre Unabhängigkeit
- bewahren. Seit langer Zeit bekämpfen sich die Fürsten des Nieltals. Doch jetzt soll Ägypten endlich eins
- werden. So jedenfalls schildern es spätere Überlieferungen. Aber ist Narmer tatsächlich mit seinem Heer in den
- Norden gezogen, um die Stämme und Städte des Deltas unter seiner Herrschaft zu zwingen? [Musik]
- Bis heute wird die Rolle Narmas in der Geschichte Ägyptens [Musik]
- diskutiert. War er tatsächlich der legendäre König, der die Menschen Ober und Untergyptens zu einem Volk vereinte.
- Das zumindest behauptet die bedeutendste Quelle aus der Dynastie Null, die Narmer Palette. Die 5000 Jahre alte Steintafel zeigt König Narmer, der Feinde
- unterwirft und sich als Einiger des Reichs feiert. Aber welche historische Wahrheit steckt hinter diesen Bildern?
- Zum ersten Mal untersucht ein Wissenschaftler detailliert die Palette im Museum von Kairo. Stan Hendrix ist Spezialist für
- frühe ägyptische Kunst. Jede Einzelheit auf dem Fundstück könnte mehr über Narmer und die Geburt Ägyptens
- verraten. König Narmer steht vor der Entscheidung seines Lebens. Frieden allein in Obergypten oder Krieg für die Einheit des Landes mit vielen Opfern.
- Jahrhunderte schon wären die Kämpfe um die Herrschaft über ganz Ägypten. Narmer will sie jetzt für sich
- entscheiden. Will er seine Macht ausbauen, die Handelsrouten nach Syrien und Palästina kontrollieren, muss er die rebellischen Stämme im Norden
- [Applaus] unterwerfen. Wellen aus dieser Zeit sind nur schwer zu finden. Im Nildelta haben Jahrtausende intensiver Landwirtschaft
- alle Spuren ausgelöscht. 5000 Jahre alte Zeugnisse lassen sich nur noch im trockenen Wüstensand Oberägyptens
- finden und dort vor allem an einem Ort, Abydüdos. Schon zu Narmas Zeit lag hier ein wichtiges
- Machtzentrum und über Jahrhunderte entwickelte sich dieser magische Ort zu einer großen Pilgerstätte, zum Mecker der alten Ägypter.
- Am Rand der Wüste wurden auch die Gräber der ersten Könige Ägyptens gefunden. Eine Goldgrube, wenn es um die Frage nach der Entstehung des
- Pharaonenreichs geht. Die Ausgrabungen sind das Lebenswerk des Archäologen Günther Dreier. Er ist einer der führenden
- Experten für die Frühgeschichte Ägyptens. Die kommt auch ganz schön hier. Die Gräber wurden schon mehrfach ausgeraubt und
- ausgegraben. Loch deshalb heißt es für die Archäologen hier vor allem sieben und das über Jahre, denn oft finden sie Überraschungen nicht in den Gräbern
- selbst, sondern irgendwo im Wüstensand und ihre spektakulärsten Funde sind manchmal nur so groß wie ein
- Dorennel. etwa die frühesten Zeugnisse für die Entwicklung der
- Schrift. Im Grabungshaus hat Günther Dreier Hunderte kleiner Täfelchen katalogisiert und entziffert. Sie zeigen die ersten
- Hieroglyphen, etwa 5000 Jahre alt. Die Entwicklung der Schrift ist sicher einer der wesentlichsten Schritte in der Geschichte der Menschheit.
- Sie ist hier entwickelt worden aus Bedürfnissen der Verwaltung. Man muss sich vorstellen, wenn ein größeres Gebiet unter einheitlicher Herrschaft
- steht, werden Abgaben eingesammelt und darüber muss Buch geführt werden. Nicht Magie und Poesie, Bürokratie und Verwaltung bringen die ersten
- Schriftzeichen Ägyptens hervor. Die Bilderschrift wird zur Lautschrift für Berichte an den Pharao, für Steuer und Opferlisten, historische Texte und
- die Totenbücher. Wenige Jahrhunderte nach Narmer werden die ersten vollständigen
- Sätze geschrieben und die Schreiber werden zur Elite des Landes [Musik] gehören. In Hieroglyphen halten sie die
- Geschichte Ägyptens fest und rühmen die Taten ihrer Pharaonen. Vieles, was wir über das alte Ägypten wissen, verdanken wir der
- Erfindung der Schrift. Ihr sinnlicher Bilderreichtum überzieht die Wände der Tempel und Gräber wie ein dichtes Netz. [Musik]
- Doch für die Zeit der Dynastie null sind Schriftzeugnisse noch rah. Archäologen müssen nach anderen Quellen
- suchen. Neben den gewaltigen Gräbern der ersten Pharaonen hat Dreier vor Jahren auch die Ruhestdätte von König Narmer freigelegt.
- [Musik] Fotos von 1981 zeigen die fragilen Überreste der Grablege, die man zur Konservierung wieder zugeschüttet hat.
- Zwei einfache Kammern aus Leben ziegeln und das soll das Grab des Reichs einiges gewesen [Musik]
- sein. Schon Jahrhunderte später werden die Gräber gigantische Dimensionen annehmen. Pyramiden für mächtige Pharaonen, fantastische Bauten, über
- Jahre von vielen tausend Menschen erschaffen. Eine Leistung nur möglich in einem geeinten Land mit einem Herrscher
- an der [Musik] Spitze. War es tatsächlich König Narmer, der den Grundstein für das
- Pharaonenreich legte? [Musik] [Applaus]
- [Musik] [Applaus] [Musik] oder könnte das Erschlagen des Feindes
- mit seiner Keule auch symbolische Bedeutung gehabt haben. Alle Könige Ägyptens lassen sich in den folgenden 3000 Jahren in dieser
- Pose des Siegers darstellen. Es gehört zur klassischen Königspropaganda, sich als Kriegsheld zu präsentieren, selbst wenn ein Pharao gar
- keinen Krieg führt. Das Rätsel um Narmer führt an einen anderen wichtigen Ort der Dynastie
- Null. Er liegt 250 km südlich von Abydüdos, Hiraconis. Diese Stadt spielt in der Frühzeit Ägyptens eine zentrale
- Rolle. 500 Jahre lang war Hiraconis das religiöse und politische Zentrum [Musik] Obergyptens. Auch König Narmer herrschte
- hier. Ende des 19. Jahrhunderts wurde hier auch die berühmte Narmer Palette gefunden. Seit 13 Jahren forscht die Archäologin René Friedmann in
- Heraconpolis. Nach 5000 Jahren sind noch immer Spuren der einstigen Stadt erhalten. Es ist mühsam, sie
- freizulegen, aber über die Jahre ist es Friedmann und ihren Mitarbeitern gelungen, sich ein Bild von diesem Ort zu
- machen. Damalige Katastrophen erweisen sich heute für die Archäologen als Glücksfall, wie an diesem Fundament eines einfachen Hauses zu
- sehen. Das ist das Haus eines Töpfers, der Glück für uns sein eigenes Haus mit seinem Brennofen in Brand sitzte. So wurden die Fundamente unheimlich gut
- konserviert, sonst wären sie sicher verschwunden. Durch den Brand wurden sie hart und rot wie Keramik und konnten der Witterung
- standhalten. Deshalb können wir sie heute noch sehen und uns vorstellen, wie die Ägypter jener Zeit gelebt
- [Musik] haben. Der Mann, der hier vor etwa 5000 Jahren sein Haus in Brand setzte, lebte mit seiner Familie in einem einfachen
- Lebenhaus. In der daneben gelegenen Werkstatt stellte er Töpferwaren für die Bewohner der Stadt her. Fast 10 000 Menschen lebten in
- Hirakonpolis, damals eine der größten Ansiedlungen der Welt. Im Zentrum lag der Tempel. Hier verehrten die Ägypter den Sonnengott
- Horus. Großbäckereien und Brauereien sorgten mit Brot und Bier für das tägliche Wohl.
- Den erstaunlichsten Fund machten die Archäologen jedoch etwas außerhalb der Stadt, einen Friedhof der Elite. Etwa 200 Gräber hat man hier entdeckt.
- Menschen, Wildkatzen, sogar Elefanten und einige Hunde wurden hier ausgegraben. Die Elite hier wurde mit vielen Tieren begraben, einzigartig in
- Ägypten. Wir wissen nicht genau warum, aber sicher ist es ein Symbol ihres Wohlstands und der Kontrolle über die
- Natur. 3 km erstreckte sich Hirapolis entlang des Nil mit eigenen Gewerbegebieten und getrennten Wohnvierteln für Arme und Reiche.
- In einer Zeit, in der man in Europa noch in kleinen verstreuten Bauernsiedlungen lebt, beginnt in Ägypten bereits reges stätisches
- [Musik] Leben. Aber woher kamen die alten Ägypter, die der übrigen Welt so viel
- voraus hatten? Waren sie friedliche Bauern und Hirten oder kriegerische Nomaden? Erste Spuren führen 500 km südöstlich
- zum Gilfkebir plateau in die Sahara. Eine der trockensten Wüsten der Welt. Eine Gruppe von Forschern ist
- dorthin [Musik] unterwegs. Mit Ihnen auch der Prähistoriker und Klimaforscher Rudolf
- Cooper. Sie wollen zur Höhle der Monster, die erst vor wenigen Jahren entdeckt
- wurde. Cooper und sein Team müssen tonnenweise Sand schaufeln, denn darunter verbergen sich immer neue Bilder, die vor Uhrzeiten an die Wände
- der Höhle gemalt [Musik] wurden. Eine der größten prähistorischen
- Wandmalereien Afrikas. Sind mindestens 5000 Einzelfiguren, die dort auf die Wand
- gemalt sind. Ist also nach meinem Wissen jedenfalls die reichste Fundstelle in der gesamten Sahara. Man kann versuchen als Archäologe darin zu lesen, wie man
- in einer Hierogliphen lesen. Dafür wird Bild für Bild wissenschaftlich erfasst, fotografiert und vermessen.
- Das sind wirkliche Reportagen aus der Steinzeit, die wir dort haben. Und sie haben einige Malereien dort gesehen, wo man richtig das Gefühl hat, da kommt
- Musik aus der aus der Wand raus, nicht? Da war, wenn man das so simpel ausdrücken war, da war schon etwas los.
- Die Bilder sind Momentaufnahmen voller Leben. Menschen wie in Trans verrenken Arme und Beine. Monster, kopflose Mischwesen verschlingen
- Menschen. Männer sind auf der Jagd, Kinder spielen und Tiere sind zu sehen. Antilopen, Strauße,
- Giraffen. Wie kann es sein, dass einst Menschen und Tiere in dieser unwörtlichen Wüste [Musik]
- lebten? Die Prähistoriker Heiko Remer und Franziska Bartz finden bei der Expedition überall Hinweise darauf, dass hier vor tausenden von Jahren einmal
- Menschen lebten. Sorgfältig erkunden die Forscher das gesamte Areal um die Höhle.
- Dabei machen sie überraschende Funde, Sedimentschichten, Ablagerungen eines Sees. Einst muss die Umwelt einmal ganz
- anders ausgesehen haben. Vor 9000 Jahren ließen günstige Klimabedingungen hier eine Savanne
- entstehen. Diese Herden zogen durch die fruchtbaren Ebenen. Die Menschen hatten genug zum
- Leben, 4000 Jahre [Musik] lang. Doch dann blieb der Regen aus. Die Savanne verwandelte sich wieder zur
- Wüste. Durch die zurückkehrende Wüste äh sind die Menschen gezwungen gewesen, nach und nach sich dorthin zurückzuziehen, wo
- noch Lebensmöglichkeiten bestanden. Das heißt, in Gunsträume wie die Gebirge, wo noch mehr Regen fiel in den Bereich der Oasen und schließlich auch in Richtung
- auf das Nieltal. Die austrocknende Sahara wurde zum Motor der Geschichte Ägyptens. Über einen langen Zeitraum trieb die
- sich ausdehnende Wüste die Menschen vor sich her. Auf der Suche nach Wasser gelangten sie zum Niil und siedelten sich dort
- [Musik] an. Viele Generationen später errichten die Menschen im Niedeltal die
- gigantischsten Bauwerke der Antike, Zeugen eines mächtigen Reiches, das vor mehr als 5000 Jahren seinen Anfang nahm.
- In dem Moment, als sich König Narmer für den Krieg entschied, so erzählt es seine Palette. In Obergypten hat er seine Truppen um sich
- versammelt. Seine Männer sind keine Berufskrieger, doch den Umgang mit Waffen gewohnt, denn die Jagd gehört noch immer zu ihrem Alltag.
- Der König muss in allem der Beste sein, auch als Krieger. Und so erzählt man sich von ihm [Musik]
- unglaubliches. Er könne einen Pfeil auffangen, den er in den Himmel geschossen hat.
- Legenden von einem gottgleichen Herrscher. Als solcher ist er auch der oberste Priester und verantwortlich für
- das Wohlergehen seiner Untertanen und die Fruchtbarkeit des Landes. er reist durch das Land, um die Götter um Schutz und reiche ernten zu
- bitten, um Steuern zu erheben und Rechtz sprechen. Doch vor allem geht es um eines, das Wasser des [Musik]
- Nils. Denn der wechselnde Wasserstand dieses gigantischen Stromes bestimmt das Schicksal des Landes. Entscheidet über magere und fette Jahre.
- An der Südgrenze von Narmas Reich beim heutigen Asuan liegt die Insel Elefantine. Hier, so vermuteten die alten Ägypter, lag eine der Quellen des
- Nil. Und hier errichteten sie auch eines der ältesten Heiligtümer des Landes, den Tempel der Göttin Satis.
- Satis, Spenderin des kühlen Wassers, das bei Elefantine entspringt. Sie kündet jedes Jahr die Nielflut an und damit Fruchtbarkeit und
- reiche ernten. Dass die wahren Quellflüsse, weißer Nil und blauer Nil hunderte
- Kilometer südlich von Elefantine entspringen, wurde erst im 19. Jahrhundert entdeckt. Der weiße Nil entspringt im
- Sudan. Gewaltige Sympfe prägen bis heute die Landschaft, durch die er [Applaus]
- fließt. Der zweite Quellfluss entspringt im Hochland von Äthiopien, der blaue Nil. Fast 60% des Niilwassers kommt aus dieser Region.
- Hier ereignet sich jedes Jahr ein Naturschauspiel, das bis heute das Leben der Menschen am Nil
- bestimmt. Im Sommer lassen wochenlange Wolkenbrüche im Hochland den Fluss um ein vielfaches Anschwellen. Heute wird die Flut vom
- Asuan Staudamm zurückgehalten. Im alten Ägypten drang sie Kilometer um Kilometer Richtung
- Norden vor. Der Wasserspiegel stieg je nach Niederschlag zwischen 2 und 8 m. Nur höher gelegene Landesteile ragten noch aus dem
- Wasser. Das Niildelta glich schließlich einem gigantischen [Musik] See. Für die ersten Siedler am Nil war
- die Flut noch eine Katastrophe. Nah Fluss waren Haus und Hof gefährdet. Wer hier lebte, musste lernen, die Flut auch als Segen zu begreifen und zu
- nutzen. Und die alten Ägypter lernten schnell. Mit Spannung wurde die Flut zur Zeit der Dynastie Null auf Elefantine
- erwartet und die Pegelstände genauestens festgehalten. Hier haben wir eine Skala mit Markierungen, durch den man den
- Nilstand ablesen konnte. Es war wichtig, die Niedelflutstände zu kontrollieren, ähm weil sie ja die Basis dafür sind, absehen zu können, ähm wie
- die Landwirtschaft sich entwickeln wird in dem jeweiligen Jahr, ob es überhaupt Ernten geben wird oder ob sie vielleicht auch zerstört werden durch zu hohe
- Fluten oder wie dann die Erträge ähm ausfallen, sodass man entsprechend dann auch die Abgaben äh der Bauern festlegen konnte.
- Jedes Jahr im Juni versammeln sich die Menschen an einer Felsnische zur Begrüßung der Flut.
- [Applaus] 100 Tage würde sie dauern und über Wohl und Weh des Landes entscheiden. In Erwartung der Flut
- vollzieht der König seine [Musik]
- Rituale. Nur wenn das Wasser steigt, ist der Bund der Götter mit den Menschen [Musik] erneuert. Ein Bund, so glauben sie, den
- allein ihr König mit den Göttern schließen kann. Aber es ist nicht nur das Wasser. Der Nil führt noch eine geheime Gabe mit
- sich. Das ist der Grund, warum Ägypten existierte, den Nil. Er brachte nicht nur lebenswichtiges Wasser. Jedes Jahr hinterließen seine Fluten etwa 1 mm
- frischen Schlamm auf den Feldern, der derart fruchtbar war, dass die Landwirtschaft Ägyptens eine der reichsten der Welt wurde.
- Ägypten und seine Hochkultur ohne den Nil unvorstellbar. Bis heute liefert getrockneter Nilschlamm. den einfachsten
- Baustoff. Damals werden ganze Städte aus Lehiegeln [Musik]
- errichtet und an den Ufern des Nien wächst der Papyrus, aus dem das erste Papier hergestellt wird für die Steuerlisten der Beamten, die Chroniken
- der Schreiber, die Briefe der Lebenden und Totenbücher für die Verstorbenen. [Musik] Wenn die Flut abläuft, öffnet der König
- in einer Zeremonie die Kanäle. Er und seine Beamten sorgen für die gerechte Verteilung des
- Wassers. Eine Prunkkeule aus der Dynastie Null zeigt das alljährliche Ritual der Kanalöffnung.
- Die Ägypter lernen mit dem Wasser umzugehen. Sie bauen Becken, graben Kanäle und bewässern ihre Felder. Bis heute werden noch ganze
- Landstriche am Niedel mit den einfachen, aber effektiven Mitteln der alten Ägypter bewirtschaftet. Da der Fluss der einzige
- Wasserspender ist, braucht Ägypten eine zentrale Verwaltung. Im Herbst konnten die Bauern mit der Aussat
- beginnen. Auf den fetten Böden gedeit das Korn üppig. Bringt die Flut reichlich Dünger, leben die Bewohner der Nilurase im
- Überfluss. Die Malereien in den Gräbern erzählen von guten Ernten vom Wohlstand der Menschen. Geld kennt diese Gesellschaft
- nicht. Entlohnt wird alles mit Getreide, Brot und [Musik]
- Bier. Schon sehr früh realisierten die Ägypter, dass Kooperation der Schlüssel zum Erfolg war. Und mit Erfolg meine ich die Produktion landwirtschaftlicher
- Überschüsse, die halfen, Zeiten der Not durchzustehen. Gemeinsam bewirtschaftetes Land, eine gemeinsame
- Religion, ein König, der für Frieden sorgt. Durch all das wächst Obergypten zu einer erfolgreichen Gesellschaft
- [Musik] zusammen. Wie passen die kriegerischen Darstellungen der Narmer Palette in
- dieses friedliche [Musik] Bild? Und wer ist der Feind, der wie ein Ochse am Nasenseil geführt wird?
- Krieg kann den Ägyptern nicht fremd gewesen sein. Stammes Fäeden, Kämpfe um die Vorherrschaft gab es seit langem. Darauf gibt es
- Hinweise. Doch was das Schicksal des Landes vor 5000 Jahren für immer verändert, war mehr als eine Stammesfede. Narmer hat einen Krieg
- [Musik] erklärt. In Belgien arbeitet Stan Hendrick akribisch weiter an dem in Cairo gesammelten Material. Seine
- Mitarbeiterin Merel Eikermann fertigt anhand digitaler Aufnahmen eine exakte Umzeichnung an. Sie entdecken neue Einzelheiten, die
- zur Lösung des Narmerätsels beitragen [Musik] könnten. Was stellt die Narmer Palette da? historische Fakten oder eine
- symbolische Repräsentation der Macht des ägyptischen Königs und der Gewalt, die mit dieser Macht zusammenhäng.
- [Musik] Bild für Bild, Szene für Szene, Hieroglyphe für Hieroglyphe. Versuchen Sie zu ergründen,
- ob tatsächlich ein historisches Geschehen hinter der Palette steht. Viele Indizien sprechen dafür.
- Es gibt zu viele dieser Details, um zu glauben, dass die Palette eine rein symbolische Darstellung zeigt. Vielleicht ist das Fruchtland im Süden
- zu schmal geworden, um die wachsende Bevölkerung zu ernähren. Narma will nun auch das Delta
- beherrschen. Er ist entschlossen, das Land mit Gewalt zu einen. Mit seinen Kriegern zieht er Richtung Norden. Die rebellischen Stämme im Nild
- Delta sollen für immer unterworfen werden. Seit 150 Jahren dauern die Auseinandersetzungen an. Keiner weiß,
- wie stark die Truppen in Untergypten sind. Namas Feind ist deutlich als Bewohner des Nil Deltas
- gekennzeichnet. In einem zweiten Bild trägt er die Hieroglyphe für Land am Kopf. Land auf dem Papyrus wächst die Wappenpflanze des Nordens.
- Der Kampf gegen die Papyrusfeinde ist die wohl älteste bekannte Schlacht der Weltgeschichte. Mit einfachsten Waffen, Schlagstöcken, Steinkulen und Speren
- bekämpfen sich die Gegner. Mann gegen Mann.
- [Applaus] Der Sieg gehört den Kriegern Narmas.
- Nach der Schlacht werden die Feinde geköpft und entmannt, ihr Fallus auf die Häupter gelegt. Nie wieder soll sich jemand narmer
- [Musik] widersetzen. Als Siegessymbol bringt König Narmer seine Palette im Tempel von [Musik]
- Hirakonpolis. Gewidmet ist sie dem Sonnengott Horus, der auch der Schutzgott der Könige ist. Die Weigabe ist ein einzigartiges
- Zeugnis der Geburtsstunde Ägyptens. Sie zeigt Narmer als König von Ober und [Musik]
- [Applaus] Untergypten. Die mythische Narmerschlacht hat es tatsächlich gegeben. Den Streit der Experten konnte
- Günther Dreier mit einem Fund aus Abüdos für immer beenden. Bei seinen Untersuchungen der frühesten Schriftzeugnisse Ägyptens ist
- er auf ein unscheinbares Täfelchen gestoßen, den Anhänger einer Warenlieferung. Er datiert eine Öllieferung in das Jahr, von dem es
- heißt: Narmer besiegte den Papyrus Feind. [Musik]
- Man weiß aus späterer Zeit, dass man in der ersten Dynastie die Jahre nicht gezählt hat, ja, 2, 3 eines bestimmten Königs, sondern benannt hat nach dem
- wesentlichsten Ereignis des jeweiligen Jahres. Und dieses Täfelchen ist das erste überhaupt dieser Art. Und da wird eben dieser Sieg über die Papyrus Leute
- genannt. Die Darstellungen sind also tatsächlich Abbild der Geschichte. Während Narmer auf der
- Rückseite die Krone Obergyptens trägt, zeigt ihn die Vorderseite mit der unterägyptischen [Musik]
- Krone. Armer vollendet, worum schon seine Vorgänger kämpften, die Einigung des Reichs. Als Symbol der Einheit werden
- die beiden Kronen später einmal zur Doppelkrone verbunden. Jeder Pharao wird sie in den kommenden drei Jahrtausenden [Musik]
- tragen. Ägypten ist geeimt. Eine Sternstunde der Weltgeschichte. [Musik] Der Lotus des Südens und der Papyrus des
- Nordens werden symbolisch verbunden. Von nun an wird die wichtigste Aufgabe des Pharao sein, die Einheit des Reichs zu bewahren und seine
- Grenzen zu verteidigen. Ägypten wird zum ersten Territorialstaat der Geschichte. Ein Land, das sich von Norden nach Süden über mehr als 1000 km
- erstreckt. Und wieder erweist sich der Nil als Verbündeter des Pharao, denn der Fluss wird zum Super Highway, der das Land und seine Menschen
- zusammenwachsen lässt. Zwischen dem Nield Delta und Elefantine sind weder Wasserfälle noch Stromschnellen zu überwinden. Der König kann in kurzer
- Zeit jeden Ort des Landes erreichen und so das ganze Reich kontrollieren. Nur die Kreaturen des Nils können ihm noch gefährlich
- werden. Von findet zwischen Ober und Untergypten ein reger Handel statt und alles wird über den Nil
- transportiert. Hunderte Modelle aus Gräbern zeigen, dass jeder Ägypter ein Boot besaß. Den Anfang machten einfache Boote aus
- Papyrus. Sie werden zum Vorbild für alles folgende. Schon sehr früh wurden Boote aus Holz gebaut. Wir wissen das nicht
- nur aufgrund ihrer Form, sondern auch, weil wir ein Boot aus der Zeit gefunden haben. Die Ägypter konstruierten Holzbote wie niemand auf der Welt,
- nämlich wie ihre Papyrusbote. Diese wurden aus Bündeln von Papyrusstangen zusammengebunden und
- schließlich in ihre typische Form [Musik] gebogen. Ein Dach aus Stroh schützte vor
- Sonne. Die Ruder wurden an Holzstangen befestigt. [Musik] [Applaus]
- Die Holzbote folgten dem gleichen Prinzip. Anstelle des Papyrus band man jetzt Holzplanken zusammen mit Seilen
- aus Palmen oder Papyrusfasern. Vorteil dieser Konstruktion: Die Boote konnten bei Bedarf zerlegt und überland
- transportiert werden. Mit ihnen wurden selbst tonnenschwere Objekte wie Obelisken
- befördert. waren das Haupttransportmittel und dadurch auch die Grundlage dafür, dass
- Ägypten zusammenwuchs und sich eine einheitliche Kultur bildete. Als Narmer stirbt, führt seine letzte Reise nach Abydüdos.
- [Musik] Mit seinem Tod endet die Frühzeit der ägyptischen Geschichte. Es beginnt das Zeitalter der
- [Musik] Pharaonen. Familienhörige, Priester und Berater begleiten den
- [Musik] König. Unter dem Sand der Wüste hat man ihm einfaches Haus für die Ewigkeit
- gebaut. Denn die Ägypter glaubten schon damals an die Wiederauferstehung und an ewiges Leben nach dem Tod.
- [Musik] Schon in den nächsten Generationen werden die Königsgräber in Abydüdos
- größer und [Musik] größer. Neben den kleinen Gräbern der prägynastischen Zeit entsteht die
- Nekropole der ersten Pharaonen eines geeinten [Musik]
- Reichs. Die Energie, die vorher in die Unterwerfung unters ging, war nun nicht mehr erforderlich. Die konnte woanders hinfließen und hier fließt sie in
- Architektur. Die Pharaonen nach Narmer lassen riesige unterirdische Paläste anlegen, versehen mit Magazinräumen, in
- denen alles lagert, was für ein königliches Leben im Jenseits notwendig ist. Nach ihrem Tod beziehen die Pharaonen ihr Haus für die Ewigkeit.
- [Musik] Am Ende der Bestattungszeremonie werden die Gräber mit hohen Hügeln aus Sand bedeckt und diese einfachen Grabhügel
- werden immer weiter wachsen, bis man nur vier Jahrhunderte nach Narmer die ersten Pyramiden baut. Die monumentalen Kolosse könten von der
- Macht der ägyptischen Herrscher. Narmer liegt den Grundstein der fast 3000jährigen Geschichte von 31 Dynastien Gottgleicher
- Pharaonen. Große Namen werden ihm folgen. Tutmosis,
- Amenopfis, Echnaton, Ramsis und Hatsut, die berühmteste Frau auf dem
- Pharaonenthron. Nas Erbe ist eine friedliche Gesellschaft in einem geeinten Reich.
- Alle, die ihm folgen, müssen diese göttliche Ordnung schützen. Sie bringt eine der erfolgreichsten Gesellschaften hervor
- und entfaltet sich 1500 Jahre später zur höchsten Blüte. [Applaus] [Musik]
Zum Nachlesen
GeschichteUnter Geschichte versteht man im Allgemeinen diejenigen Aspekte der Vergangenheit, derer Menschen gedenken und die sie deuten, um sich über den Charakter …
ÄgyptenÄgypten hat vor allem wegen seiner hohen Bevölkerungszahl eine enorme politische und kulturelle Ausstrahlung in der arabischen und islamischen Welt. Auch in der …