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Bürgergeld, Rente & Co.: Muss der Sozialstaat weg, geht Deutschland kaputt? | Possoch klärt | BR24

BR2417:18 55.444 Aufrufe veröffentlicht Auf YouTube

Das Wichtigste aus dem Video

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Transkriptautomatisch erstellt · 121 Zeilen
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  1. Rente, Pflege Gesundheit, das sind wesentliche Grundpfeiler des deutschen Sozialstaats, auf den wir gut und gerne stolz sind und für den wir welt bekannt
  2. sind, neben Oktoberfest. Aber die Ausgaben für die Sozialversicherungen sind so hoch wie nie. Mehr als 1,3 Billionen Euro wurden in Deutschland im
  3. vergangenen Jahr für soziale Leistungen ausgegeben. Also fast drei komplette Bundeshaushalte, das ist sehr viel. Manche Experten sehen den deutschen
  4. Sozialstaat einem gefährlichen Kipppunkt. Also wie beim Klima, wenn der überschritten ist, dann kannst du kaum mehr was machen.
  5. Es scheint, dass zumindest die gegenwärtige Form vor einem Kollaps steht und am Bersten ist und auch kleinere Förmchen nicht mehr ausreichen,
  6. um den zu retten. Radikale Idee seit Jahren brutal reduzieren, damit Deutschland zukunftsfähig bleibt.
  7. Wir müssen den Sozialstaat nicht abschaffen. Wir müssen den Sozialstaat ausbauen. Wir haben soziale Teilhabe und soziale
  8. Gerechtigkeit im Grundgesetz verankert und entsprechend ähm können wir auf den Sozialstaat nicht verzichten. Wie geht's weiter mit dem deutschen Sozialstaat?
  9. Steht er vor dem Aus? Damit hieß es dann für uns alle: Bye bye Rente, gesetzliche Krankenversicherung, Eltern und Kindergeld, bezahlte Krankentage und und
  10. ist der Sozialstaat noch zu retten? Jetzt ist es wirklich so schlimm? Steht es wirklich so schlecht um uns? Und geht
  11. dir wirklich alles in Bach runter? Bei der ganzen Debatte solltest du im Hinterkopf behalten, Sozialstaat meint nicht nur die ganzen Auffangnetze für
  12. finanziell oder sozials schwächere Stichwort Bürgergeld oder Wohngeld oder Kindergrundsicherung oder Arbeitslosengeld, sondern sehr viel
  13. mehr. Renten und Krankenversicherung machen da den größten Batzen aus und Bürgergeld, das ja Populisten und manche Medien als Riesenfass ohne Boden
  14. verschreien, das sind 4%. das mal so als kleine Sidelote. Besorgniserregend für Experten ist aber, dass immer mehr vom Brutto Inlandsprodukt eben für
  15. Sozialleistungen ausgegeben wird. Die sogenannte Sozialleistungsquote lag 2024 bei 31,2%. Hier siehst du das zur Einordnung. Die
  16. Sozialleistungen sind immer leicht gestiegen, aber bis auf die Coronadelle 2020 ist eben auch das Bruttoinlandsprodukt immer leicht
  17. gestiegen. Wir haben einen Sozialstaat gehabt, der Anfang der 90er Jahre bei ca. 25% der Wertschöpfung lag. Wir sind heute bei
  18. einem Sozialstaat von einem Drittel. Äh, das heißt, wir haben 6 7% Punkte des BIPS zusätzlich in soziales Gelenk raus aus investiven Ausgaben, raus aus
  19. Militärausgaben und wir haben natürlich ja inzwischen auch eine Situation, wo wir viele Sozialausgaben schlichtweg über das
  20. Drucken von Staatsanleihen finanzieren, denn wir haben schlichtwg nicht die Steuereinnahmen und die Beitragseinnahmen. Aber Sie sehen schon
  21. an dieser Entwicklung von 25 auf 32%, dass das äh sukzessive passiert. Und wenn diese Richtung weiter beibehalten wird, äh dann haben wir natürlich genau
  22. das Problem. Und äh was dagegen getan haben wir nicht. Wir haben eher nur ähm Öl ins Feuer geschüttet. Eine Idee, um die Ausgaben entsprechend
  23. zu stemmen, ist, dass wir alle später in Rente gehen, denn unsere Erlebenserwartung ist mit der Zeit gestiegen. Das hat auch
  24. Wirtschaftsministerin Katharina Reiche von der CDU vorgeschlagen. Ihr Argument: Wir arbeiten im Verhältnis zu unserer inzwischen hohen Lebenserwartung nicht
  25. mehr lang genug. Zwei Drittel Arbeit, ein Drittel Rente, das kann einfach nicht mehr sein. Aber auch darüber hinaus gibt's Vorschläge. Option 2, der
  26. Boomersoli z.B. mit der Idee: Vermögende Rentner zahlen für die, die weniger haben, einen Anteil mit. Option 3, die Sache mit den Beamten. Das war eine Idee
  27. unter anderem von der Bundesarbeits- und Sozialministerin Berbel Bas von der SPD. Beamte, Abgeordnete und selbständige sollen in die gesetzliche Versicherung
  28. übergehen und einzahlen. Alle diese Vorschläge kamen bislang nur Mittelgut an. Fakt ist aber, wir brauchen eine Lösung, damit die Kosten für den
  29. Sozialstaat nicht immer weiter steigen. Wir haben äh den Druck von den Beiträgen her. Wir hatten ja Politiker bislang immer in jeder Koalition auch in dieser,
  30. die versprechen, dass wir das 40% Ziel der Sozialabgaben eben halt halten. Tatsache ist, wir reißen es die ganze Zeit. Wir sind jetzt bei weit über 40%
  31. schon. Wir werden bei weit über 50% im Laufe der 30er Jahre kommen ankommen. Und wenn man dann äh den entsprechenden durchschnittlichen Steuerzahlbetrag und
  32. der beträcht in etwa ein Drittel noch drauf rechnet, dann bleibt einem ja nur noch 10, 15% seines Einkommens als Netto. Das ist absurd. zu glauben, dass
  33. das zukünftige Beitrags und Steuerzahler machen. Also unser Steuersystem müssen wir anpassen. Wir können weder so hohe Beiträge noch so hohe Steuern einziehen,
  34. wie wir das bislang tun. Wenn es so weiterge, wie das System Stand heute funktioniert, bleiben dir 2035
  35. noch 10 bis 15% von deinem Einkommen übrig. die H und wir haben bislang ja nur geschaut, wie uns die Rente den Arsch
  36. wegfrisst, auf dem wir sitzen. Pflegeversicherung ist ja der zweite große Posten. Knapp 5,7 Millionen Menschen in Deutschland sind
  37. pflegebedürftig. Bis Mitte des Jahrhunderts, also 2050 rum, könnten 7 Millionen Menschen bundesweit auf Pflege angewiesen sein. Und da ist es keine
  38. gute Nachricht, dass es immer mehr Pflegebedürftige werden und die Pflege immer teurer wird. Innerhalb von 10 Jahren haben sich die Kosten zwischen
  39. 2013 und 2023 fast verdoppelt. Von 42,4 Milliarden Euro um 94,2% auf 82,4 Milliarden Euro und die Ausgaben für die häusliche Pflege haben sich bin 10
  40. Jahren verdreifacht. Plus dazu zwei Drittel der Pflegebedürftigen werden überwiegend durch Angehörige zu Hause versorgt. Das ist eine Doppelbelastung
  41. für die pflegenden Angehörigen. Und Stichwort Rente, wie sollen diese Menschen noch Vollzeit arbeiten, um in ihre Rentenkasse einzuzahlen? Plus dazu,
  42. die Kosten für einen Pflegeheimplatz sind so teuer wie noch nie. Die Selbstkosten für einen Pflegeplatz liegen inzwischen durchschnittlich bei
  43. über 3000 € pro Monat im ersten Jahr. Innerhalb nur eines Jahres sind die Kosten damit um 8% gestiegen. Gerne Part 2. Aber dann stellen wir sie jetzt halt
  44. die ketzerischen Fragen. Wenn das alles tatsächlich so eine krasse Abwärtsspirale ist, wie sich es da abzeichnet, was wenn wir unseren
  45. Sozialstaat einfach abstaffen? Es muss eine Alternative geben. Die Alternative zum Sozialstad ist eine dystopische Gesellschaft, wo jeder auf
  46. sich selbst guckt, wo am besten landet und die Leute, die es nicht schaffen, die fallen doch die Gitter. Das ist die einzige Alternative, die wir die wir
  47. haben. Ich denke nicht, dass es einen überzeugenden Punkt gibt, wie man sagen könnte, ja, wir finden es okay, wenn Leute mit 70, 80 kein Geld haben und auf
  48. der Straße leben müssen. In USA gibt's Leute, die sitzen mit 85 gehen die noch ähm aufs Feld arbeiten, weil die nicht in Rente gehen können, weil sie kein
  49. kein Geld mehr haben, also sprichwörtlich nichts haben, wenn sie aufhören zu arbeiten. 2016 kam übrigens eine Studie raus, die
  50. diesen Unterschied in den USA veranschaulicht. Wer in den USA wenig Geld hat, lebt kürzer und zwar crazy 15 Jahre kürzer im Vergleich zu seinen
  51. reichen Altersgenossen. So einen Zusammenhang gibt's allerdings bei uns auf unserer Seite des Atlantik auch. Die Rechnung hier macht einen Unterschied
  52. von im Schnitt 9 Jahren aus. Aber plottwist, die reichsten Amerikaner sterben noch immer früher als die ärmsten Europäer. Vollkommen latte
  53. dabei, ob Skandinavien oder Osteuropa. Ein wesentlicher Grund für diesen Unterschied Trommelwirbel, das Gesundheitssystem,
  54. also der Sozialstaat, da haben die USA halt einfach strukturelle Defizite, da helfen dir dann auch die Millionen nicht. Ja, also wenn man das so hört,
  55. dann ist es wohl legitim zu sagen, das Konzept kein Sozialstaat klingt nicht so wirklich geil. Wie wär es dann mit der Idee? Weniger Sozialstaat. Das müsste
  56. doch dann die Kassen stark entlasten, oder? Unter anderem sind die Ausgaben, die wir wahrscheinlich tätigen müssten mit einem
  57. stark reduzierten Sozialstatt viel höher. Ja. Ähm, das lässt sich gut beschreiben am Beispiel äh des Wohnungsgelds. Äh, Wohnungsgeld kostet
  58. ähm das ist Teil des Sozialstaates. Die Alternative allerdings äh wenn äh Menschen, Familien, Kinder Mass äh ihr Zuhause verlieren und die
  59. Obdachlosigkeit ansteigt, äh produziert auch Kosten, nicht nur soziale Kosten, sondern tatsächlich auch ökonomische Kosten. So, selbst wenn äh sie nicht
  60. soziale oder ethische oder normative Prinzipien ansetzen wollen, sondern nur ökonomische, dann denke ich, es ist auch immer ganz äh wichtig mitzuben, was denn
  61. ohne Investition bzw. gekürzte Sozialstaaten an Kosten produzieren. Es ist auch sehr teuer, nicht für ein soziales Netz zu sorgen. Überhaupt
  62. Deutschland steht da international gesehen gar nicht so schlecht da. Unter den 27 Ländern der Industriestaorganisation
  63. OECD liegt Deutschland in Sachen Sozialausgaben gerade mal auf dem drittletzten Platz. Im Zeitraum von 2002 bis 2022 sind das gerade mal 26%
  64. Wachstum gewesen. Vor allem, wenn man bedenkt, dass wir die drittgrößte Volkswirtschaft der Welt und das wirtschaftsstärkste Land im EU-Vgleich
  65. sind. Der aufgeblasene Sozialstaat, das aufgebläte Sozialsystem, das ist also ein Label, da musst du mit aufpassen. Natürlich bekräftigen vor allem
  66. Sozialverbände immer und immer wieder, dass das im historischen und im internationalen Vergleich nicht wirklich haltbar ist. Es ist richtig, dass der
  67. öffentliche Diskurs sich leider aus meiner Sicht oft um ähm die Ausgaben für die allerermsten in unserer Gesellschaft dreht und ob wir uns diese noch leisten
  68. können, ähm ohne gleichzeitig mitzudenken, dass wir eben ganz andere Kostenposten in unserer Gesellschaft haben, die quantitativ sehr viel
  69. wichtiger sind. Ähm und es ist, denke ich, auch kein Zufall, dass immer wieder der Diskurs über die Ärmsten und diejenigen, die gegebenenfalls den
  70. Sozialstaat ausnutzen, am untersten Rande äh geschieht. Also Deutschland ist ein wirtschaftlich erfolgreiches Land auf der einen Seite.
  71. Auf der anderen Seite harter Struggle mit den Sozialausgaben. Wie will denn das zusammenpassen? Habe ich auch meine Gesprächspartner gefragt. ein
  72. Erklärungsansatz. Wir schauen uns halt immer nur einen Teil des Sozialstaates an, nämlich in der Regel die Ausgabenseite. Also welche Kosten werden
  73. abgeführt, wer wird womit unterstützt. Aber gleichzeitig ist der Sozialstaat ja auch ähm in in allen anderen Aspekten der Einkommsverteilung tätig.
  74. Und das übersehen übersehen wir oftmals, wenn wir uns bloß auf die Ausgaben fixieren. Und der Sozialstaat hat eigentlich sowohl eine Einnahme als auch
  75. eine Ausgabenseite. Und die Gestaltungsmöglichkeiten ähm der Ausgabenseite, die wir oft diskutieren, ähm ist ja nur eine Hälfte
  76. des Sozialstaats. Und wenn wir die Einnahmenseite mit berücksichtigen, ähm ist der Sozialstaat vielleicht doch nicht so gerecht äh wie
  77. wir eigentlich denken würden, dass zum einen das Steuer und Abgabensystem ähm nicht progressiv ist. Ähm das Steuer und Abgabensystem in Deutschland ist
  78. überwiegend proportional. Das heißt, die ärmsten Teile der Bevölkerung zahlen einen ähnlich hohen Anteil ihres Einkommens an Abgaben und Steuern wie
  79. die reichsten Teile der Bevölkerung. Was noch viel schlimmer ist, wenn man in die Vermögensverteilung geht, bezahlen die Vermögenssten in Deutschland eigentlich
  80. am wenigsten. Schächtel sieht also noch einiges an Potenzial, um die Einnahmensseite zu bespielen, bevor ein radikaler Rotstift
  81. auf der Ausgabenseite angesetzt wurde. Eine Diskussion über die Vermögensteuer wird ja auch immer wiedergeführt. Befürworter argumentieren mit sozialer
  82. Gerechtigkeit, Gegner mit der Sorge um wirtschaftliche Stabilität. Ich verlinke dir unten einen Beitrag, indem du dich dazu aufschlauen kannst. Eine Studie aus
  83. dem letzten Jahr macht aber den Vergleich zwischen Deutschland und der Schweiz auf. Wer in der Schweiz mehr verdient, der zahlt auch mehr. Die
  84. Berechnung zeigt, würden wir eine Vermögenssteuer nach dem Schweizer Vorbild übernehmen, berechtet das der Bundesrepublik Deutschland mehr
  85. Einnahmen von rund 73 Milliarden Euro. Seit der Aussetzung der Vermögenssteuer Mitte der 90er Jahre sind Deutschland da laut den Autoren rund 380 Milliarden
  86. Euro durch die sogenannten Lappen gegangen. Aber diese Summe haben wir halt nicht. Solange es auch keine Vermögensteuer gibt, werden wir auch
  87. dieses Potenzial nicht anzapfen können. Eine andere Lösung und übrigens der wohl klassischste Weg, wir könnten auch die Migration auf die Kette kriegen und
  88. dafür sorgen, dass wir mehr Menschen bei uns in Lohn und Brot bringen und damit die Wirtschaft ankurbeln. Die können dann quasi unseren Sozialstaat retten.
  89. Die Migranten, die die Zuwandern, die sind ja nicht die Leute ähm die kurz vor der Rente stehen, sondern die sind die Leute, die ähm am Start ihres
  90. Berufsleben stehen. Das sind die Leute, die im Niedrigslohnsektor arbeiten, die durch die proportionale Belastung des Abgabenstörsystems massiv beitragen. ähm
  91. und in vielen Fällen dann ohnehin später entweder wieder wegziehen ähm oder aber dann genau diejenigen sind, die ähm wenig ähm Leistungen beziehen im Alter.
  92. Das heißt von der demographischen Perspektive, ja, Immigration ist letztendlich die klassische Lösung, wie man in der alter Gesellschaft das
  93. Beitragssystem aufrechterhält, so wie es ist, ohne etwas am System selbst zu ändern. Wenn man mehr Migration hat, hat man mehr leistungsfähige junge Menschen.
  94. Und so ganz nebenbei können wir mit der Zeit auch demographischen Wandel etwas stärker die Stirn bieten. Irgendwie wird ja bei all dem klar, wir müssen die
  95. Eingaben und oder Ausgaben im Sozialstaat anpacken, reformieren oder halt gleich ganz neu denken, weil die Möglichkeit dazu hätte Deutschland noch
  96. mal die drittgrößte Volkswirtschaft der Welt. Es ist als hätten wir einen Hochleistungsrechner auf dem Windows 95 läuft und die ganze Zeit Bugs
  97. produziert. Und der jetzige Sozialstaat beruht im Grunde noch auf der Nachkriegslogik, wo wirklich Not versorgt werden musste, wo
  98. Kriegsveteran versorgt werden mussten und dann erstmal das Land wieder aufgebaut werden musste, als zumindest jetzige Form des Sozialstaats. Und ich
  99. glaube, wir brauchen eine ganz neue Form, die den heutigen Rahmenbedingung gerecht wird, wo wir uns eher ausrichten auf Teilhabe, Partizipation,
  100. ganzheitliche Gesundheitsvorsorge und so weiter. Und dann können Dinge wie künstliche Intelligenzautomatisierung ähm den Sozialstaat noch besser
  101. ermöglichen, statt ein Problem zu werden. Brauchen wir vielleicht den Kollaps, damit wir da was Neues aufbauen können, weil du ja sonst immer versucht
  102. bist, das Teil zu fixen, noch irgendwie eine Schicht Gaffer drum rumzuwickeln und es irgendwie am laufen zu halten, weil klar, beim Sozialstaat ist die
  103. letzten Jahre kaum was gemacht worden. Die letzte Anhebung des Rentenalters auf 67 Jahre, das ist 18 Jahre her. Die Bundeskanzlerin hieß damals Angela
  104. Merkel und die war noch relativ neu im Amt. Noch älter Gerhard Schröders Agenda 2010, also das was dann Herz 4 geworden ist. Und noch mal älter ist die
  105. Pflegeversicherung, die vor 30 Jahren eingeführt wurde. Weißt du, mit dem Auto ist es so, da musst du alle zwei Jahre Tüff machen, ob da noch alles passt,
  106. damit dir und den anderen im Straßenverkehr auch nichts passiert. Der Sozialstaat ist alles andere als Schckheft gepflegt.
  107. Ja, also ich glaube, es hat eine Stimmigkeit, dass die jetzige Form ihre ihr Ende erreicht und wenn wir das annehmen, auch noch mal würdigen, welche
  108. welchen Nutzen dieses System hatte und dann bewusst etwas Neues wagen, was natürlich Risiken mit sich bringt, dann kann das eine positive Entwicklung
  109. werden. Wenn wir aber angstvoll zumachen und einfach gegen die Wand laufen und gar nicht die Potenziale sehen, dann wird das ein Kollaps, der richtig
  110. schlimm wird. Und da ist es jetzt, glaube ich, wirklich dran mutig voranzugehen und Neues zu wagen und den Blick zu weiten und auch die Angst zu
  111. konfrontieren. Also auch ehrlich hinzuschauen, was da kollabieren könnte und was alles nicht mehr funktioniert, statt die Augen zuzuma machen und sich
  112. irgendwie durchzuwursteln. Also, was haben wir gelernt? Der deutsche Sozialstaat ist nicht das aufgebläte Monster, als dass er auch
  113. dargestellt wird. International stehen wir sogar ziemlich solide da. Aber klar ist auch, das System läuft auf Windows 95. Die Baby Boomer gehen in Rente. Die
  114. Pflegekosten explodieren, aber wenn sich nichts ändert, bleiben uns 2035 noch 10 bis 15% vom Netto übrig. Krass. Die gute Nachricht, wir haben Optionen. Ob
  115. längeres Arbeiten, Vermögenssteuer nach Schweizer Vorbild, mehr Migration und Fachkräfte anwerben und so auch demographischen Wandel, was
  116. entgegensitzen oder ein kompletter Neustart. Deutschland als drittgrößte Volkswirtschaft der Welt hat definitiv die Mittel zu alledem. Es braucht nur
  117. den Mut, endlich mal den TÜF zu machen, statt immer nur Pflaster drauf zu kleben. Der Sozialstaat muss sich wandeln, aber das heißt nicht, dass er
  118. verschwinden muss. Im Gegenteil, mit den richtigen Reformen könnte Deutschland zeigen, wie sozialer Zusammenhalt und wirtschaftliche Stärke auch in Zukunft
  119. Hand in Hand gehen. Die Diskussion läuft, die Politik ist dran. Mal schauen, ob sie den Mut hat, wirklich was zu bewegen. Wie blickst du denn da
  120. in deine Zukunft? Schreib mir das gerne in die Kommentare und teile dieses Video, damit möglichst viele Leute mitdiskutieren könnt. BR24 ist übrigens
  121. besser im Abo. Ding Dong macht dann da die Glocke. Merci und ich sehe dich gesund im nächsten Video. [Musik]

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