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"Irrungen, Wirrungen. Eine Berliner Alltagsgeschichte" von Theodor Fontane
Das Wichtigste aus dem Video
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Transkriptautomatisch erstellt · 83 Zeilen
- eine Berliner Alltagsgeschichte hat Fontana diesen 1887 erschienenen Roman genannt und tatsächlich gehörte zu den
- akribischrecherchierten Romanen mit einem quasi soziologischen Anspruch die so genau und realistisch wie möglich die
- Lebensrealität der darin beschriebenen Milieus abbilden wollen wie es in Frankreich etwa um dieselbe Zeit
- beispielsweise die Romane solarstaten die Beschreibung aller im Roman vorkommenden Orte die ausnahmslose
- realen und genau zu verorten sind Berufe besuchen vor Ort mit jeder Menge Skizzen und Notizen die schichtspezifische
- Sprache der Figuren auf Milieu Studien mehr als in diesem Roman kann man als moderner Leser dem realen Leben in
- Berlin kurz nach der Reichsgründung kaum kommen dieses Streben nach oben sozialen
- Realismus führte dann auch dazu dass das konservative bürgerliche Publikum über diesen Roman empört war er zu einem
- Skandal hoch wurde vor allem wegen Fontanes Rechte offener Darstellung des Sexualverhaltens und der sexuellen
- Normen in verschiedenen Schichten die Handlung des Romans beginnt im Jahr 1875
- der Junge Baron boto von Rienäcker Spross seines Geschlechts neumärkischer Junker dient das Offizieren der Berliner
- Garnison und hat wieder in seinen Kreisen so üblich ist eine geliebter aus einer niedrigeren Schicht die Textil
- heimarbeiterin Magdalena Lena nimmt die als Pflegekind bei anastasischeren Arbeiten alten Frau aufgewachsen ist und
- mit ihrem gemieteten eh hinten hinterhausen Wilmersdorf liegt damals noch ein ländlicher vor Ort außerhalb
- Berlins der Abstand zwischen ihre soziökonomischen Lebens Wirklichkeit ist
- gigantisch botus Jahreseinkommen wird genauer angegeben mit jährlich 9000 Mark der
- durchschnittliche Lohn eines industriefacharbeiters betrug damals ungefähr 1000 bis 1500 Mark während das
- durchschnittliche Jahreseinkommen einer textilarm heimarbeiterin Milena damals etwa 500 mal betrug ganz zu schweigen
- von der Kluften sozialpressiv zwischen dem adligen und dem Arbeiter Mädchen eine so astronomische soziale Differenz
- zwischen Sexualpartnerinnen wurde freilich nicht wirklich als Problem betrachtet im Gegenteil in Adel und
- burjoursi wurde zwar im Kult um die voreheliche Jungfräulichkeit und Reinheit der Mädchen der eigenen Klasse
- getrieben gleichzeitig aber Stillschweigen als selbstverständlich akzeptiert das
- unverheiratete jungen Männer sich mit sozialweit unter ihnen stehenden von ihnen abhängigen Mädchen sexuell
- austoben Frauen der unteren Klassen dienten also dazu die sexuellen Begierden der jungen
- Männer der Oberschicht zu kanalisieren und wegzulenken von den Frauen ihres eigenen Milieus der Jungfräulichkeit
- strengen bewahrt werden musste alle von Fotos Berliner Kameraden im offizierscore haben ebenfalls eine
- Freundin proletarischer oder so proletarischer Herkunft zu den sie keine sonderlich enge emotionale Bindung haben
- und die sie als reine Sexaffären für ein paar Monate betrachten auch die Mädchen selbst gehen oft sehr
- nüchtern und dramatisch an dieser Art von Beziehungen her machen sich über ihren Charakter keine Illusion und die
- Freundin von einem von Fotos Kameraden formuliert ganz offen dass sie das macht und durch die Geschenke ihres
- wohlhabenden Liebhabers genug Geld zusammen bekommen zu bekommen und mein eigenes Geschäft zu öffnen und damit das
- Ehefrau eine akzeptable Partie für ein Mann aus dem kleinen Bürgertum zu werden die Grenze zwischen dieser Art von
- Beziehung und direkter prostitution ist eine sehr fließende auch lehnes Pflegemutter die alte Frauen nehmen
- charters junge Frauen eine Weile einen Junker als Liebhaber gehabt und steht da Affäre ihres Pflegekind ist tolerant ja
- wohlwollend gegenüber bei boto und Lena trete bei einer Komplikation ein sie verlieben sich in
- einer anderen stark und ernsthaft Lena empfindet das obwohl von der Liebe zu brutto auf tief beglückt von Anfang an
- das aussichtslos ihr ist klar das Brutto sie eines Tages verlassen wird verlassen muss um seinen Stammes gemäße Laufbahn
- fortsetzen und eine passende Frau heiraten zu können ein Foto allerdings sträubt sich gegen
- diese nüchtern prognosenlehners Leben daraus allerdings auch kein Vorwurf macht sie genieße die Zeit ihre
- Beziehung auch im Wissen dass sie endlich sein wird Fontana zeichnet Foto von der Rienäcker
- nicht das Karikatur eines preußischen Junkers erstgebildeter liberaler eingestellt
- offeneren Geistes dass er seine ultra reaktionäre Verwandtschaft in der Neumarkt und das ist unter seinen
- Kameraden im offiziersorglich wäre lena ist für ihn kein bloßes Sexualobjekt sondern eine aufrichtig
- geliebte Frau der gegenüber sich moralisch verpflichtet fühlt eigentlich so fühlt boto würde der
- Anstand das Gebieten auf die Konventionen und sozialen Normen seiner Klasse zu pfeifen und Lehne zu heiraten
- mögen es ist skandalöse und standesgemäße eher auf seine Karriere dann und soziale Reputation zerstören
- aber all diese edlen Gedanken treten den Hintergrund dass die sozialen Forderungen seiner Umwelten besonders
- drastischerweise an ihn heran treten gerienäcker sind zwar eine alternativträchtige Familie aber nach
- Jahrzehnte langer messwirtschaft keine ökonomisch besonders glänzende mehr der relativ klare Grundbesitz reicht
- zwar siehe Fotos Jahresende von 9000 Mark immer noch für eine sehr komfortable gehobene Existenz aber immer
- weniger für einen mit den Ansprüchen des Adels kompatibles repräsentatives leben Fotos Mutter die seit dem Tod ihres
- Mannes die Güter allein verwaltet hat sich dabei so ungeschickt angestellt dass sie zu begleichen oder Schulden
- Balten Stammsitz der Familie verkaufen müsste gewiss mit diesem Geld könnte man immer
- noch besser leben als 90% der Bevölkerung aber es wäre eine Deklassierung eine Schande ein Absinken
- die gefilter des mittleren Bürgertums eine Möglichkeit gibt es fraglich diese schadende abzuwenden die benachbarte
- deutlich vermögendere junckerfamilie von selentin hat schon seit langer Zeit signalisiert dass ihre Tochter Käthe
- gerne mit Foto verheiraten würde der Mitgift würde alle finanziellen Probleme der rienäckers lösen und die Familie
- sanieren bisher ist boto dieser arrangierten Ehe ausgewichen aber nun erklärt ihm seine
- Mutter dass er in seinem Handel und zwar natürlich frei sein aber die Zukunft der gesamten Familie in seine Hand liege
- unter diesen Druck knicken botus edle Vorsätze schnell ein wer nach schlechten Gewissens und schweren Herzen trennt er
- sich von Lena heiratet Käthe von Zellen dienen sicher damit die Stellung seiner Familie
- es ist eine Geschichte über die Macht der sozialen Verhältnisse die diejenigen der persönlichen Charaktereigenschaften
- weit überwiegt boto ist zwar kein Held aber auch kein besonders niederdrechte garder
- egoistischer Mensch er hat liebenswürdiger und sogar idealistischer Züge aber für ein Aufbegehren gegen die
- Erwartungen seines gesamten sozialen Umfeld dessen die Vorwürfe seiner Familie reicht das nicht aus es ist in
- der Tat einer Alltagsgeschichte wie sie sich tausendfach zugetragen haben wird und auch Lena ist nicht wütend darüber
- das Foto sie wie erwartet schließlich verlässt auch für sie ist das nicht Ausdruck von botus persönlicher
- schlechte hat sondern liegt in der Natur der selbstverständlich hingenommenen sozialen Verhältnisse was nicht bedeutet
- Lena boto gegenüber unterwürfig wäre im Gegenteil ist sie eine selbstbewusste innerhalb des engen Rahmens ihrer
- sozialen Sphäre sogar emanzipierte Frau der Realismus von Tanas zeigt sich auch darin dass die Trennung von Bodo und
- Lehne zu keinen theatralischen Szenen mit Ohnmacht und Suizid führt sondern zu einem seufzenden Arrangement mit den
- Gegebenheiten beide gehen schließe standesgemäße sozial akzeptabel Vernunft
- seine Käthe Lehne einen aus Amerika zurückgekehrten Facharbeiter mit leitender Funktion der Abteilung seiner
- Fabrik eine gute Partie für eine elternlose textilarbeiterin beide empfinden für ihre Ehepartner
- keine wilder romantische Leidenschaft beide denken immer wieder nostalgisch an den Zauber ihrer Verliebtheit zurück
- aber schließlich man arrangiert sich man lebt weiter wie Lena es sagt man kann auch ohne Glück leben
- es ist ein sehr schöner Roman in dem das Bemühen die Protagonisten das Repräsentantin ihres sozialen Milieus
- zurzeit zeichnen nie dazu führt dass sie zu Karikaturen werden es sind allesamt laubwürdiger
- plastischen mit Sympathie bezeichnete Figuren deren Gefühle Motive verständlich nachvollziehbar sind und
- deren Unglück nicht auf Ihren persönlichen Charakterzügen beruht sondern auf der überwältigenden Macht
- der sozialen Gebote einer Klassengesellschaft große Leser Empfehlung für alle den
- lebendiges Bild vom Leben jungen Deutschen Reich in dieser transformationsperiode zwischen
- sterbendem Altpreußen tun und heraufziehen der moderne Industriegesellschaft haben wollen
Zum Nachlesen
Irrungen, WirrungenIrrungen, Wirrungen ist ein Roman von Theodor Fontane, der zunächst im Jahr 1887 in der Vossischen Zeitung und anschließend 1888 in Buchform erschien.
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